Weihnachts-Musical
„Kinder von Bethlehem“ im
Mittelpunkt
Kindermusical
in der Obersten Stadtkirche
Iserlohn. (rat)
Die Begeisterung war am vergangenen Samstag einmal
mehr riesengroß. Die komplette Oberste
Stadtkirche war gefüllt mit Eltern,
Großeltern und anderen interessierten
Zuhörern, die die Mitglieder der Kinder- und
Jugendkantorei mit stehenden Ovationen feierten.
Kantorin Ute Springer hatte mit den „Kindern von
Bethlehem“ von Kurt Enßle einen etwas anderen
Weg eingeschlagen als in den Vorjahren. Mit deutlich
weniger szenischen Elementen, dafür aber mit
sehr viel durchaus anspruchsvoll-moderner Musik,
forderte das Musical sowohl den Kindern auf der
Bühne als auch den kleinen Zuhörern im
Publikum eine Menge ab. Die Handlung rückte
ganz die Kinder aus Bethlehem, die die Not und die
Bedeutung der heiligen Familie sehr viel schneller
erkannten als die Erwachsenen, in den Mittelpunkt,
was der bekannten Weihnachtsgeschichte eine neue
Perspektive verlieh.
Vor allem aber musikalisch ging das Stück in
die Tiefe. In die Handlung mit mitunter peppigen
Kinder-Liedern war eine komplette Messkomposition
eingeflochten, die unter der Bearbeitung von Ute
Springer für mehrstimmigen Chor
wunderschöne, verwobene Gesänge bot. Vor
allem von den erfahrenen Sängerinnen und
Sängern des Jugendchores „5nach5“, die erstmals
bei dem Kinder-Weihnachtsmusical mitwirkten, wurde
der Gesang getragen. Dem Geschehen verlieh das einen
ungeheuren musikalischen Reichtum.
Gleich ist natürlich der Aufwand geblieben,
der hinter einer solchen Aufführung steckt.
Für Kostüme, Kulisse, Aufbau und Technik
waren wieder einmal ganze Heerscharen von Eltern im
Einsatz. Und für die musikalische Begleitung
konnte Ute Springer erneut auf ein starkes kleines
Orchester um Kantor Hanns-Peter Springer
zurückgreifen.
Bemerkenswert war auch, dass bei den Maxis (ab der
4. Klasse) wirklich jedes Kind eine tragende Rolle
bekam. Während die Minis (2. und 3. Klasse)
größtenteils zum ersten Mal beim
Weihnachtsmusical im Chor standen und in den Trubel
einer so großen Aufführung
hineinschnuppern konnten, durfte jedes Maxi-Kind
mindestens einmal mit einer Solo-Strophe oder einem
Sprechtext ins Rampenlicht. Die Kinder wachsen dort
unter den Fittichen von Ute Springer förmlich
über sich hinaus. Und so war es am Ende nicht
nur Begeisterung, die die Eltern und
Großeltern zu den Jubelstürmen bewog,
sondern auch eine große Portion Dankbarkeit.
Denn was die Kinder bei der tollen Arbeit in der
Kinder- und Jugendkantorei alles mitnehmen, kann man
gar nicht ermessen.
Ralf Tiemann
IKZ, 13.12.2011 /
Iserlohn
Benefizkonzert - Geistlicher
Chormusikgenuss aus 360 Grad
Evangelische Kantorei Iserlohn im Autohaus Honda
Hemer. Wenn
sich 45 Sänger in einem Kreis aufstellen, wird
auch das größte Publikum von ihnen beinahe
umzingelt.
Beim Konzert der evangelischen Kantorei Iserlohn im
Honda-Autohaus in Westig wirkte diese Umzinglung
jedoch alles andere als bedrohlich, sondern
führte vielmehr zu einem tollen Klangerlebnis:
geistliche Chormusik aus 360 Grad. Über zwei
Stunden lang genossen am Dienstag die über 150
Zuhörer den Auftritt der Sänger – auch als
der Chor nach den ersten beiden Liedern auf der
Bühne zusammengerückt war.
Im ersten Teil stand die geistliche Musik im
Vordergrund. Die Sängerinnen und Sänger
präsentierten unter anderem zwei Vertonungen des
„Vater unser“ aus dem 20. Jahrhundert, aber auch eine
eher unbekannte Version des Sonnengesangs „Laudato si“
von Franz von Assisi.
„Wir sind zwar in einem Autohaus zu Gast“, sagte
Chorleiter Hanns-Peter Springer zur
Begrüßung. „Aber wir möchten trotzdem
weitergeben, wofür wir stehen.“
Dass die Kirchenmusik der wichtigste Part der
Kantorei-Arbeit ist, wurde kurz vor der Pause auch in
einer Präsentation deutlich. Die evangelische
Kantorei Iserlohn hatte im Januar eine Stiftung
gegründet, die zukünftig die laufenden
Kosten der Chöre decken soll. Chorleiter Springer
und Pfarrer Peter Stuberg nutzten die Gelegenheit, um
bei den Besuchern des Gratis-Konzerts für Spenden
zu werben.
Stuberg betonte darüber hinaus, wie wichtig der
Stiftung die Unterstützung durch das Autohaus
„Gebrüder Nolte“ ist. „Das Engagement von
Unternehmerpersönlichkeiten wie Petra Pientka und
Fritzi Bimberg-Nolte ist nötig für den
Erhalt der Kulturarbeit, wie wir sie leisten.“ Neben
den Räumlichkeiten stellte das Autohaus den
Gästen in der Pause auch einen kleinen Imbiss
bereit.
Nach der Pause wurde das Programm deutlich weltlicher
und teilweise sogar leicht humoristisch. Der Chor von
Hanns-Peter Springer unternahm auf der Basis von Franz
Schuberts „Die Forelle“ eine Zeitreise durch die
musikalischen Epochen: über Mozart und Wagner bis
hin zum italienischen Stil. Evergreens wie „Somewhere
over the Rainbow“ und „What a wonderful World“ durften
ebenso wenig fehlen.
Zum Abschluss wurde es dann aber noch einmal
geistlich: Mit einem Segenslied verabschiedete sich
der Iserlohner Chor von seinem Hemeraner Gastspiel.
Beim Adventssingen tritt die Kantorei am vierten
Advent dann wieder in der Obersten Stadtkirche in
Iserlohn an.
Thorsten Streber
IKZ, 16.11.2011 / Hemer
Neue musikalische Erfahrungen
(-ee-) Beste Stimmung herrschte bei den Aktiven
bereits beim Sammeln auf der Wermingser
Straße. Und das übertrug sich auch auf
den über zweistündigen musikalischen
Abend, den die evangelische Kantorei Iserlohn am Freitag in
der Reformierten Kirche den Besuchern bot.
„Serenade“ lautete der Titel des musikalischen
Programmes. Das Besondere: Man widmete man sich
„weltlicher“ Musik und es traten gleich drei
Formationen auf: Neben dem „Stammchor“ der Kantorei waren das der
„Junge Chor 5nach5“ und der „PopChor Rise up!“.
Die Chöre sangen einzeln, aber auch gemeinsam
als Großchor. Das Kantoren-Ehepaar Ute und
Hanns-Peter Springer sowie Johannes Schöttler
und Solveig Weigel begleiteten am Klavier, auch
junge Schlagzeuger setzten musikalische Akzente.
Höhepunkte waren etwa der Beach Boys-Klassiker
„Survin’ USA“, der sowohl im Original aber auch als
Parodie (Surfen auf dem Baggersee) präsentiert
wurde, oder eine „Schnulze“ aus Ritter Rost -
hierbei glänzten Clara Schöttler und Lia
Sprenger als Solisten. Dafür gab es viel
Applaus vom Publikum in der sehr gut besuchten
Reformierten Kirche. Auf eine Zugabe wurde
verzichtet, ganz bewusst hatte man „Should Auld
Acqaintance“ als Abschlusslied der Sommer-Serenade
ausgewählt. Kantor Hanns-Peter Springer freute
sich über den Erfolg. Alle Beteiligten
hätten neue musikalische Erfahrungen sammeln
können - und das durchaus publikumswirksam.
IKZ, 13.09.2011 / gesamte Zeitung
„Rise up!“: Hier
entsteht etwas
(rat) Konkrete Nachfragen zu einem derartigen Chor
habe es in der Versöhnungs-Kirchengemeinde zwar
nicht gegeben, mit dem Pop-Chor „Rise up!“ hat
Kantor Hanns-Peter Springer aber eine Lücke in
dem musikalischen Angebot der evangelischen
Innenstadtgemeinde geschlossen, die seiner Meinung
nach sehr offensichtlich geklafft hat.„Es wurde
deutlich, dass es eine ganze Reihe von Eltern aus
der Kinderkantorei gibt, die Interesse haben, mehr
in der Gemeinde zu tun und selbst zu singen, ihren
Platz aber noch nicht gefunden haben“ , erklärt
Springer im Gespräch. Denn die Evangelische Kantorei stellt mit
ihrem anspruchsvollen, klassischen Repertoire und
dem dichten und zeitintensiven Terminkalender gerade
für Neueinsteiger oder Sänger, die
jahrelang kein Notenblatt mehr in der Hand hatten,
eine enorme Hürde dar. Und da es nach dem Aus
des „Gopseltrains“, den Hanns-Peter Springer von
2005 bis 2008 leitet hatte, keinen modernen
Erwachsenenchor mehr in der Gemeinde gab, hat er vor
rund einem Jahr „Rise up!“ gegründet.
Damit möchte er vor allem einen dauerhaften
Chor entwickeln, der sich klar als Gemeindechor
definiert und in dem sich im Kern die aktive
Elterngeneration um die 40 wohl fühlt. Offen
ist der Chor aber natürlich für alle
Interessierten von 20 bis 55, die Spaß am
Chorgesang haben. Und auch wenn „Rise up!“ mit zehn
Mitgliedern noch ein relativ kleines und noch
deutlich ausbaufähiges Ensemble ist, ist
Hanns-Peter Springer über die bisherige
Entwicklung überaus glücklich. „Die
Sängerinnen und Sänger haben sich
geöffnet, sie haben viel gelernt, und alle
haben das Gefühl, dass hier etwas entsteht“,
beschreibt er die frische und gänzlich
unverbrauchte Stimmung in dem jungen Chor.
Das Repertoire von „Rise up!“ besteht aus modernen
geistlichen Liedern, Gospel aber auch weltlichen
Pop-Songs von „Thank you for the Music“ bis „Surfin
USA“, womit sich der Chor auch bei dem ersten
Kantorei-Konzert nach den Sommerferien, der
„Serenade“ am kommenden Freitag, 9. September,
präsentiert. Denn ab 19.30 Uhr werden sich in
der Reformierten Kirche auch die Kantorei und die
„5nach5er“ aus Ute Springers Jugendkantorei von
ihrer eher weltlichen Seite zeigen. Die Kantorei übernimmt
dabei mit Werken von Mendelssohn und Haydn, aber
auch mit Swing-Klassikern wie „Over the Rainbow“ den
eher klassischen Part. Und die Jugendkantorei bringt
von ihrer Probenfreizeit in Würzburg ein
Programm mit Arrangements der „Wise Guys“ mit.
Zusammen mit den Songs von „Rise up!“ könnte
das durchaus eins der buntesten Programme der Kantorei überhaupt
werden, vermutet Hanns-Peter Springer. Verpassen
sollte dieses kostenlose und besondere Konzert auf
jeden Fall niemand, der Spaß an guter
Chormusik hat.
IKZ, 03.09.2011 / gesamte Zeitung
Kirchenkreis hat großen
Anteil an neuem Chorheft
(rat) „Dir Lob singen“ - so lautet der Titel des
neuen Chorheftes, das der Chorverband in der
Evangelischen Kirche von Westfalen anlässlich
der chor.com in Dortmund jetzt herausgegeben hat.
Dass der Landesverband eine Chorsammlung mit neuen
Sätzen und Kompositionen herausgegeben hat,
wäre für unseren Lokalteil gar nicht
interessant, säßen mit der Hemeraner
Kantorin Meike Pape und dem Gerlingser Chorleiter
Hanno Kreft nicht zwei Musiker im Vorstand des
Chorverbandes, die die heimische Kirchenmusik-Szene
prägen und auch das Chorheft zu einem Projekt
gemacht haben, an dem der Iserlohner Kirchenkreis
großen Anteil hat.
So sind unter den vielen kleinen und großen
Werken gleich zwei Kompositionen des Lösseler
Pianisten und Organisten Matthias Grün zu
finden. Mit dem Lied „Den Himmel erden“ hat eine
besondere Iserlohner Zusammenarbeit den Weg in das
Heft gefunden, bei der Meike Pape und der Hemeraner
Pfarrer Matthias Hövelmann den Text und die
Iserlohner Kantorin Ute Springer die Musik
beigesteuert haben. Zusätzlich haben Ute
Springer und Hanno Kreft verschiedene Chorsätze
zu bekannten Kirchenliedern beigesteuert.
Zum Chorheft ist auch eine CD mit 20
ausgewählten Stücken als Hörbeispiele
erschienen, auf der es ebenfalls von Chören aus
dem Kirchenkreis nur so wimmelt. Acht Beiträge
auf der CD wurden in der Kirche St. Michael in
Gerlingsen aufgenommen. Mit der Seniorenkantorei Iserlohn unter der
Leitung von Hanns-Peter Springer, dem Kirchenchor
Gerlingsen unter der Leitung von Hanno Kreft und dem
Westfälischen Kammerchor Iserlohn unter der
Leitung von Meike Pape waren drei Iserlohner
Chöre an den Aufnahmen beteiligt.
Das neue Chorheft „Dir Lob singen“ umfasst 40
Chorwerke für den Gebrauch in Gottesdienst und
Konzert und ist mit seiner großen Bandbreite,
die von leichten dreistimmigen Sätzen und
Kanons bis zu anspruchsvollen, achtstimmigen
Großwerken reicht, eine wahre Fundgrube sowohl
für den kleinen Gemeindechor als auch für
die konzertant aktive Kantorei.
Erschienen ist die Sammlung im Strube-Verlag.
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten
gibt es im Internet unter
www.chorverband-westfalen.de oder unter 02304/755255
in der Geschäftsstelle des Chorverbandes.
IKZ, 28.07.2011 / gesamte
Zeitung
A-cappella-Werke begeisterten
(rd) Am vergangenen Sonntag gastierte die
Evangelische Kantorei
Iserlohn bei den
Gerlingser Sonntagskonzerte in der St.
Michaels-Kirche.
Auf dem Programm standen a-cappella-Werke aus ganz
verschiedenen Epochen, vom Barock bis zu
zeitgenössischen Chorstücken. Es war
herrlich, derart gelungenen Chorwerken lauschen zu
können und ganz im Vokalklang der St. Michaels
Kirche, die für Chorgesang prädestiniert
ist, aufzugehen und sich von solch einer
Interpretationskraft der unterschiedlichen
Kompositionen entführen zu lassen. Zu Beginn
erklangen die schlichten Sätze „Herr Jesu
Christ, dich zu uns wend“, „Cantate Domino“ sowie
„Das Benedicite vor dem Essen“, die schwungvoll von
den Sängerinnen und Sängern unter der
Leitung von Kantor Hanns-Peter Springer vorgetragen
wurden. Sehr stimmungsvoll und innig erklangen die
„Vater unser“-Vertonungen von Gustav Gunsenheimer
und Albert de Klerk. Sehr beeindruckend war die
Motette „Jesus, der Retter im Seesturm“ von
Siegfried Strohbach, in der die Evangelische Kantorei mit sicher
geführten Stimmen eine lebendige Interpretation
darbot. Bei weiteren Chorsätzen von Rudolf
Mauersberger, Gottfried August Homilius und Max
Reger bewies das Iserlohner Ensemble, welche
Dynamik, genaue Deklamation und Einfühlsamkeit
ein Chor dieser Güte ausstrahlen kann. Den
Abschluss bildete die achtstimmige Motette „Jauchzet
dem Herrn, alle Welt“ von Felix Mendelssohn
Bartholdy. Neben den unterschiedlichen Chorwerken
begeisterte Hanns-Peter Springer mit einer
Bearbeitung des Violinkonzertes von Antonio Vivaldi
am Klavier und „Neue Orgelstücke unter dem Amte
der Heiligen Messe zu spielen“ von Pater Theodor
Grünberger an der Gerlingser Orgel.
Als Dank für dieses Chorkonzert erhielt der
Chor einen Baustein für die Stiftung
Evangelische Kantorei
Iserlohn. Die
zahlreich erschienenen Zuschauer zollten dem
Ensemble mit langen Applaus ihren Dank und wurden
mit einer Zugabe („Ich hab am Anzug viele Taschen“)
belohnt.
20.07.2011 / gesamte
Zeitung
Nacht der
Chöre
Viel
gute
Musik und Bilder mit Symbolkraft

Zu
Beginn der Nacht der Chöre in der Obersten
Stadtkirche sangen alle sechs Chöre gemeinsam.
Iserlohn.
So ein Bild hat natürlich einen enormen
Symbolkraft: Die katholische Choralschola von St.
Aloysius, die im Altarraum der Obersten Stadtkirche
einen gregorianischen Marien-Hymnus anstimmt.
Immerhin ist die Oberste Stadtkirche einst als
katholische Marien-Kirche gebaut worden, und damals
- vor der Reformation - war es wahrscheinlich eine
alltägliche Selbstverständlichkeit, dort
Marienlieder zu singen.
Dass am
Samstag bei der „Nacht der Chöre“ zum Abschluss
der ersten Ökumenischen Kirchenmusikwoche in
Iserlohn die Choralschola in der Obersten Stadtkirche
zu Gast war, sollte man deswegen aber auf keinen Fall
als Selbstverständlichkeit hinnehmen. Denn vor
einigen Jahren wäre so etwas noch nicht denkbar
gewesen. Dass das heute geht, ist den Kirchenmusikern
auf beiden Seiten zu verdanken, die seit geraumer Zeit
deutliche Zeichen für die Ökumene setzen und
mit ihrer gemeinsamen Konzert- und Veranstaltungswoche
in dieser Hinsicht einmal mit großen Schritten
vorangingen. Nicht nur um gute Musik ging es Tobias
Aehlig auf der katholischen und Ute und Hanns-Peter
Springer auf der evangelischen Seite, sondern auch und
vor allem darum, die Schwellen zwischen ihren
Chören und ihren Gemeinden zu überwinden.
Die
Angebote dazu wurden teilweise rekordverdächtig
stark angenommen. Allein das Kindermusical, das die
Kinderchöre beider Konfessionen erstmals
gemeinsam aufgeführt haben, hatte in seinen drei
Vorstellungen fast 1000 Besucher angezogen. Dazu
kommen mehr als 500 Kinder, die das Kinderorgelkonzert
von Tobias Aehlig besucht hatten. Noch nie zuvor waren
so viele Kinder in Iserlohn für die Kirchenmusik
auf den Beinen, wie in der vergangenen Wo-che. Die
Orgel spielte in der zurückliegenden
Veranstaltungsreihe eine andere Rolle als sonst.
Große Orgelkonzerte gab es nicht, stattdessen
gab es die Orgeln mehrerer Kirchen zum Kennen lernen
und zum Anfassen, was ein eher kleines aber sehr
interessiertes Publikum erreichte.
Und die
gute Musik kam natürlich auch nicht zu kurz,
wofür nicht zuletzt die „Nacht der Chöre“ am
Samstagabend ein herausragendes Beispiel war.
Insgesamt sechs Chöre – der junge Chor „5nach5“
unter der Leitung von Ute Springer, die Choralschola
St. Aloysius und das Collegium Vocale Iserlohn unter
der Leitung von Tobias Aehlig sowie der Popchor „Rise
up!“, die Seniorenkantorei und die Ev. Kantorei
Iserlohn unter der Leitung von Hanns-Peter Springer –
boten mit ihren jeweils ganz eigenen Profilen eine
enorme Bandbreite, bei der das Collegium Vocale mit
der „Peace Mass“ von Bob Chilcott den Anfang machte
und direkt für einen ganz starken und krachenden
Auftakt sorgte. Nach besagter Choralschola mit
gregorianischen Gesängen waren die kleineren
Chöre von Ute und Hanns-Peter Springer an der
Reihe. Die Seniorenkantorei zeigte sich als enorm
frischer und vitaler Chor, und im jungen Chor
„5nach5“, der ja wie jeder Kinder- oder Jugendchor
einer natürlichen Fluktuation unterworfen ist,
hat Ute Springer erneut eine sehr motivierte,
klangschöne und natürlich gut geschulte
Truppe herangezogen, die mit modernen Liedern
begeisterte. Der gemeinsame Auftritt der „5nach5er“
und der Seniorenkantorei war gewiss einer der
schönsten Momente des Abends.
Dazu
zeigte auch der neue Popchor „Rise up!“ bereits ein
breites Repertoire zwischen Gospel, afrikanischen
Traditionals und neuen geistlichen Liedern. Den
Abschluss machte die Kantorei mit A-Capella-Motetten
in absoluter Vollkommenheit und einem umwerfenden „Der
Mond ist aufgegangen“ im Satz von Max Reger am Ende.
Bis zum
Abendlob, das daran anschließend erst nach 23
Uhr begann und in dem Pfarrer Johannes Hammer von St.
Aloysius und Pfarrer Udo Schulte von der
Versöhnungs-Kirchengemeinde das Konzert und damit
auch die Woche beendeten, hatten nicht alle Besucher
durchgehalten. Diejenigen, die gegangen waren, haben
aber eine Menge verpasst. Denn nur selten kann man so
viele erstklassige Kirchenmusiker in einem kurzen
Gottesdienst erleben, die so souverän und voller
Freude aus dem Vollen schöpfen und alle
kirchenmusikalischen Facetten bedienen - von
höchst brillanten Orgelimprovisationen durch
Tobias Aehlig bis zur mächtigen Chormotette, die
die Ev. Kantorei und das kath. Collegium Vocale unter
der Leitung von Hanns-Peter Springer vereinte. In
Iserlohn war das in dieser Form zuvor noch nie der
Fall. Ein besonderer Moment war dabei ohne Zweifel das
Gesangsquartett, das die Ehepaare Aehlig und Springer
gemeinsam bestritten. Und ein weiteres Bild mit
Symbolkraft waren natürlich die beiden vereinten
Chöre, wie sie nebeneinander im Altarraum sangen.
Zwar verlief beim Schlusssegen eine deutlich sichtbare
Kreuzzeichen-Grenze zwischen Kantorei und Collegium,
aber das ist wohl unter Gewohnheiten abzuhaken. Was
zählte, war der gemeinsame Gesang, und für
den wurden die vielen Sängerinnen und Sänger
am Ende vom Publikum mit stehenden Ovationen bedacht.
IKZ,
Iserlohn, 19.06.2011, Ralf Tiemann
Mit Maisingen Frühling eingeläutet
(ola) „Er bleibt doch
der Wonnemonat trotz des fortgeschrittenen Wetters“,
schmunzelte Hanns-Peter Springer, Chorleiter der
Evangelischen Kantorei
Iserlohn. Trotz des herrlichen Wetters und zahlreicher
Mai-Feiern hatten viele Besucher den Weg in die
Reformierte Kirche in der Innenstadt gefunden, um beim
traditionellen Maisingen den Frühling musikalisch
einzuläuten.
Der Besucherandrang schien fast kein Ende zu
nehmen. Jeder Platz in der Kirche war besetzt. Eine
große Leinwand war aufgebaut worden, auf die
die Liedtexte projiziert wurden. Wer seitlich
saß, rückte seinen Stuhl weiter zur Mitte
hin, um das Geschriebene mitlesen zu können.
Denn nicht nur der Chor alleine gab hier sein
musikalisches Können zum Besten, auch das
Gesangstalent der Gäste war bei vielen Liedern
gefragt.
An der Kirchenorgel und am Flügel begleitet von
Ute Springer eröffnete die Kantorei die
musikalische Stunde mit „Der Mai ist gekommen“. Nach
weiteren Liedern trauten sich die Besucher gemeinsam
mit dem Chor auch an höhere Tonlagen. Bei „Es
geht eine helle Flöte“ wurde kräftig
mitgesungen. Es war für alle ein gelungener
Nachmittag, und einen besseren Einstieg in den
Frühling hätte es kaum geben können.
IKZ, 04.05.2011
Das Lebensgefühl Barock
kommt in Iserlohn an
Der Unterschied ist schon enorm. Am
augenfälligsten wird er natürlich beim
Einsatz der Instrumente, die heute in einem modernen
Orchester überhaupt nicht mehr vorkommen. Die
Gamben, die in vielen Werken Bachs noch eine
eigenständige Stimme haben, oder die
hölzernen Flöten und Oboen ohne Klappen,
oder auch die über weite Strecken unisono
geführten Blockflöten im „Actus tragicus“,
die ganz eigene und für das heutige Ohr
geradezu seltsame Schwebungen erzeugen. Gerade in
solchen Passagen wurde das Publikum am Sonntag bei
der Aufführung von Bachs Markus-Passion in der Obersten
Stadtkirche mit ganz neuen Klängen
konfrontiert, die im wahrsten Wortsinn aufhorchen
ließen.
Wie bereits berichtet handelt es sich bei der
Markus-Passion um ein rekonstruiertes Werk von Bach,
das in Iserlohn zuvor noch nie aufgeführt
wurde. Zusammen mit dem „Actus tragicus“ - einer
sehr frühen Kantate Bachs - hatte Kantor
Hanns-Peter Springer mit der Evangelischen Kantorei damit ein
außergewöhnliches Programm
zusammengestellt, das sich für eine historische
Aufführungspraxis geradezu aufdrängt. Mit
der „Accademia Filarmonica Köln“ hatte er nun
erstmals ein Barock-Orchester eingeladen und damit
durchaus ein Zeichen gesetzt und die Interpretation
von Bachs Musik in Iserlohn auf eine ganz neue Ebene
gehoben.
Denn die Zusammenarbeit mit einem solchen auf die
Vokalwerke der Alten Musik spezialisierten Orchester
bedeutet weitaus mehr als nur der Einsatz
antiquierter Instrumente. Die ganze Musizierweise
auch der Streicher ist eine andere. Ihre Klanggebung
erfolgt weniger über die Griffhand als
über ihre kürzeren und stärker
gewölbten Bögen. Das Spiel wird dadurch
deutlich vibratoärmer, dafür aber
beweglicher und leichter. Alle Instrumente sind
zudem noch nicht für die Solo-Zwecke in
großen Konzerthäusern ausgebildet, sie
sind nicht so durchdringend und fügen sich in
einen sehr warmen und dezenten, den Gesang nicht
überlagernden Gesamtklang ein.
Und mehr noch: „Die historische
Aufführungspraxis ist ein Lebensgefühl“,
erklärte die Konzertmeisterin Gabriele
Nußberger im Gespräch. Sie stammte
ursprünglich aus dem berühmten „Concerto
Köln“, hat vor 18 Jahren die „Accademia
Filarmonica Köln“ mitbegründet und ist
voll und ganz eingetaucht in die Klangwelt und
Spielweise der barocken Musik. Ihr Hauptanliegen ist
es, sich auch als Orchester dem Text zu unterwerfen
und den Chor und die Solisten in den Vordergrund zu
stellen. Eine Einstellung, die Hanns-Peter Springer
nur unterstreichen kann und die ihm natürlich
sehr entgegen kam. Plötzlich habe er echte
Partner in der Interpretation an seiner Seite
gehabt, die mit ihm an einem Strang ziehen und die
den gesanglichen Duktus der Musik und die
Artikulation des Chores in sehr viel stärkerem
Maße als ein klassisches Orchester
nachempfinden und als Experten für Alte Musik
sehr kreativ mit dem Notentext umgehen. Die Arie
„Falsche Welt“ - eine von sechs wunderbaren
Bach-Arien, bei denen vor allem die beiden
Solistinnen Julia Kirchner (Sopran) und Schirin
Partowi (Alt) ihre Meisterschaft bewiesen - hatte
das Orchester beispielsweise nach eigener Idee im
Piccicato gespielt und damit eine besonders
klangschöne Begleitung gezaubert.
Auch für den Chor hatte die Zusammenarbeit mit
dem Barock-Orchester weitreichende Folgen.
Nicht nur, dass das Werk wie im Original einen
halben Ton tiefer gesungen wurde, was deutlich
angenehmer ist und wofür die Kleinorgel im
Altarraum umgestimmt werden musste. Hanns-Peter
Springer hatte die Kantorei
für diese Aufführung auch noch
stärker mit dem barocken Gesangsstil und dem
Spiel zwischen schweren und leichten Tönen
vertraut gemacht. Noch wichtiger war aber die
größere und natürlichere Balance
zwischen Orchester, Chor und Solisten. „Sonst geht
der Chor mit dem Bewusstsein in ein Konzert, gegen
das Orchester ankämpfen zu müssen“,
erklärt Springer. Davon war am Sonntag keine
Spur. Im Gegenteil: Die Kantorei
konnte sich zurücknehmen und man hatte den
deutlich Eindruck, dass die Sängerinnen und
Sänger noch stärker als sonst in der
leichten, beweglichen Klangwelt des Orchesters
mitschwangen und so - gepaart mit ihrem gewohntem
Strahlen und ihrer Präzision - die enorme Menge
an wunderschönen Bach-Chorälen zu einem
ganz besonderen Hörerlebnis machten. Die
Leistung und der Klang des Chores, der mit Heike
Persson, Ute Springer und Holger Otto auch noch drei
Solisten dem Quartett der Profi-Solisten zur Seite
stellte, war einmal mehr höchst beeindruckend.
„Der Siegeszug der historischen Aufführungen
ist unaufhaltsam“, sagt Gabriele Nußberger.
„Im Kölner Raum finden Sie kaum noch eine
Bach-Aufführung mit klassischem Orchester.“
Dass sich diese Entwicklung auch in unseren Breiten
fortsetzt, ist gewiss zu viel verlangt. Denn
natürlich kann sich die Kantorei nicht
ausschließlich auf Altes spezialisieren und
muss auch andere Genres bedienen. Und natürlich
ist ein Barockorchester - vor allem wenn sie
außerhalb der Passionszeit noch mit
Blechbläsern an Naturinstrumenten anreisen -
deutlich kostspieliger sind als moderne Orchester.
Dennoch wäre es schön, wenn diese
Markus-Passion kein einmaliger Ausflug bliebe und es
ein Wiedersehen mit der „Accademia Filarmonica
Köln“ gäbe.
IKZ, 13.04.2011, Ralf Tiemann
„So etwas darf man nicht
sterben lassen“
(rat) Fünf Passionen, so schreibt es
Friedemann Bach in einem Nachruf, habe sein Vater
Johann Sebastian geschrieben. Die Johannes- und
Matthäus-Passion sind hinlänglich bekannt
und kamen auch in Iserlohn schon oft zur
Aufführung. Während zwei der fünf
Passionen wohl für immer verschollen bleiben,
lässt sich die Markus-Passion aber anhand von
Überlieferungen weitgehend rekonstruieren.
Hanns-Peter Springer, Kantor an der Obersten
Stadtkirche, wird dieses Werk mit der Ev. Kantorei
am Sonntag erstmals in Iserlohn aufführen. Aber
was genau verbirgt sich hinter einem rekonstruierten
Werk? Dazu muss man zunächst wissen, dass es zu
Bachs Zeiten noch keinen so strengen Werkbegriff gab
wie später ab der Romantik. Bach hat als
Kirchenmusiker für den täglichen Gebrauch
komponiert. Und da er sich des Wertes seiner Musik
wohl bewusst war und die CD noch nicht erfunden war,
wird es auch für ihn ein unerträglicher
Gedanke gewesen sein, dass beispielsweise eine
Trauerkantate, die er für eine bestimmte
Beerdigung geschrieben hat, nur ein einziges Mal
erklingen würde, um dann auf immer und ewig zu
verschwinden. Die Praxis, eigene Werke öfter zu
verwenden und in anderem Zusammenhang wieder
aufzugreifen, war damals alltägliche Praxis und
anders als heute keineswegs verwerflich.
Von der Markus-Passion
weiß man, dass es sich um eine sogenannte
Parodie-Passion, also um ein Werk handelt, in dem
Bach bereits Komponiertes namentlich aus der
Trauer-Oden-Kantate wieder verwendet hat. Eine
Praxis, die Bach beispielsweise auch beim
Weihnachts-Oratorium angewendet hat. Zudem ist das
Textheft überliefert, was gesicherte
Rückschlüsse über den Ablauf von
Chorälen, Arien und Rezitativen zulässt.
Da sämtliche Bach-Choräle auch in anderen
Sammlungen vorhanden sind, lässt sich also mit
den 15 Chorälen der Passion und den drei Arien
der Trauer-Oden-Kantate der größte Teil
des Werkes problemlos und gesichert rekonstruieren.
Fehlen „nur“ noch die drei übrigen Arien und
die Rezitative. Da die Musikwissenschaft weitere
Bach-Kantaten als „Paten-Kantaten“ für die Markus-Passion
ausgemacht hat, können weitere Arien zugeordnet
werden. Hier handele es sich aber um Vermutungen,
wie Hanns-Peter Springer einräumt. Aber dennoch
zu 100 Prozent um Bach-Musik. Was für die
vollends verlorenen Rezitative nicht gilt. Um diese
Löcher zu füllen, sind seit den 60er
Jahren rund zehn unterschiedliche Versionen
entstanden, wobei es wie in der Architektur beim
Wiederaufbau alter Gebäude zwei grundlegend
unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Wie beim
Reichstag, wo mit der modernen Glaskuppel ein
Kontrast zwischen Neu und Alt angestrebt wurde, gibt
es Versionen, die mit modernen, neu komponierten
Rezitativen arbeiten. Und wie bei der Frauenkirche
das Barockgebäude möglichst originalgetreu
wieder hergestellt wurde, gibt es auch
originalgetreue Rekonstruktionen der Passion.
Hanns-Peter Springer hat sich für Letzteres
entschieden und die Bearbeitung des englischen
Literaturwissenschaftlers Andor Gomme gewählt.
Der hat das Bach-Werk durch die Rezitative und die
Tubae – also die kurzen Einwürfe des Chores –
aus der Markus-Passion
von Bachs Zeitgenossen Reinhard Keiser, den Bach
sehr verehrt hat, vervollständigt. „Das hat
nicht Bachs Qualität“, erklärt Springer,
werde aber von der Wissenschaft nach besten
Forschungsergebnissen als intentionsnah eingestuft.
Die Markus-Passion
bietet also Vieles, was Bach verwendet hat, Einiges,
was er vermutlich verwendet hat, und Einiges, was
nicht von Bach stammt. Eine Schmälerung der
Bedeutung des Werkes sieht Hanns-Peter Springer aber
keineswegs. Mit der enormen Anzahl von 15
Chorälen, die man in dieser Dichte und
Zusammensetzung sonst nie zu Gehör bekomme, sei
es ein echtes Meisterwerk, mit dem Bach auch
inhaltlich eine überaus starke textliche
Ausdeutung des Evangeliums biete. „So etwas darf man
nicht sterben lassen“, lautet sein Urteil. Am
Sonntag, 10. April, um 18 Uhr wird die Markus-Passion erstmals
in Iserlohn in historischer Au
fführungspraxis mit der „Accademia Filarmonica
Köln“ und erstklassigen Solisten erklingen.
Verpassen sollte das niemand, denn zur gewohnten
Qualität der Kantorei tritt hier noch eine
gehörige Portion Spannung. Karten gibt es noch
an der Stadtinformation.
IKZ, 06.04.2011
Gründungsfeier für die „Stiftung Evangelische Kantorei
Iserlohn"
am Mittwoch,
26. Januar 2011
mit
Festredner Dr. Henning Scherf, Bremen
Posaunenchor der
Versöhnungs-Kirchengemeinde
Leitung: Stefan Beumers
Kinder- und Jugendkantorei Iserlohn
PopChor RISE UP!
Seniorenkantorei
Evangelische Kantorei Iserlohn
Leitung: Ute und Hanns-Peter Springer
Henning Scherf: Singen ist ein Lebensmittel
Die Ev. Kantorei zeigte
beim Gründungsfest ihre ganze Bandbreite.
„Auf diese Kantorei und dieses wunderbare
Kantoren-Ehepaar können Sie wirklich stolz
sein“, hat Dr. Henning Scherf sichtlich beeindruckt
am Mittwochabend in das Publikum gerufen.
Anlässlich des Gründungsfestes der Stiftung Evangelische
Kantorei Iserlohn hatte der ehemalige
Oberbürgermeister Bremens als Präsident
des Deutschen Chorverbandes die Laudatio in der voll
besetzten Obersten Stadtkirche gesprochen.Seine
Begeisterung war verständlich, denn die
Kantorei präsentierte sich in der Tat in voller
Pracht und Blüte. Schon öfter hatten die
Kantoren Ute und Hanns-Peter Springer die
verschiedenen Chöre, die im Lutherhaus an der
Obersten Stadtkirche proben, zu besonderen
Anlässen vereint. So geballt hatten sie bisher
aber noch nicht gezeigt, was alles drinsteckt, wo
Kantorei draufsteht. Mehr als 150 Sängerinnen
und Sänger aus neun Chören von der Kinder-
bis zur Seniorenkantorei im Alter von drei bis 80
Jahren boten einen rund einstündigen
kirchenmusikalischen Querschnitt durch alle Epochen
und Genres. Dazu waren mit einer festlichen Fanfare
des Posaunenchores von Stefan Beumers und einer
Orgel-Improvisation des katholischen Kantors Tobias
Aehlig ihre engsten Kooperationspartner zu
hören - im Ganzen eine eindrucksvolle
Demonstration der Vielfalt, Leistungsstärke und
Offenheit der Kantorei.
Die Iserlohner
Kirchenmusik erschien hier auf einem Gipfelpunkt. Dass
es dennoch notwendig ist, angesichts der weiter
rückläufigen Kirchensteuereinnahmen eine
Förderstiftung zu gründen, um die Arbeit der
Kantoren auch zukünftig finanziell abzusichern und
sogar auszubauen, musste dem Publikum nicht mehr
erklärt werden. Der Vorsitzende des Stiftungsrates,
Pfarrer Peter-Thomas Stuberg, musste in seiner
Begrüßung nur kurz erwähnen, dass dieser
musikalische Reichtum Ute und Hanns-Peter Springer zu
verdanken sei, und es prasselte ein Applaus auf das
Kantoren-Ehepaar ein, der gar nicht mehr enden wollte
und aus dem eine tiefe Dankbarkeit und
Wertschätzung sprach – gewiss der emotionalste
Moment des Abends.
Dr. Henning Scherf sprach den Anwesenden dann auch aus
der Seele, als er in seiner Laudatio ebenso unterhaltsam
und humorvoll wie inhaltsstark und inspirierend den Wert
der Musik und speziell des Singens hervorhob. Es sei
unerhört wichtig, dass Kinder schon von Klein auf
einen Zugang zum Singen bekommen. Nicht nur, weil dann
die Hoffnung groß sei, dass sie nicht als
grölende Jugendliche enden, sondern auch, weil
Singen und Musizieren die allgemeine Entwicklung
fördern. „Eigentlich würden die Kleinen jetzt
doch viel lieber rumlaufen und Quatsch machen. Beim
Singen sind sie aber plötzlich hochkonzentriert und
mit Begeisterung dabei“, sagte Scherf mit Blick auf die
St.-Marienkäfer. So einen Lernerfolg könne man
gar nicht toppen. „Sie stellen sich einer Sache, bleiben
dabei, übernehmen eine Aufgabe und halten
Verabredungen ein.“
Integrationshilfe
Und das gehe so weiter. In den schwierigen Jahren
der Pubertät sei Chor, in dem man zu Hause sei,
ein Stück Lebenshilfe. Junge Eltern, „die mit
Kindern und Beruf eine Menge am Hacken haben“,
hätten Ort, um abschalten und die Seele baumeln
zulassen. Und für die Senioren, vor allem auch
für die Ältesten und Demenzerkrankten,
habe Singen einen unschätzbaren Wert. „Musik
macht da weiter, wo die Sprache längst versagt
hat“, weiß der 72-Jährige aus eigenen
Erfahrungen im Freundes- und Bekanntenkreis. „Singen
ist ein Lebensmittel, das man als ganzer Mensch
braucht“, lautete sein Fazit, für das er
donnernden Applaus erntete. Ebenso wie für die
Aussage, dass die Kantorei nicht nur ein Segen
für die Sängerinnen und Sänger sei,
sondern auch für die Gemeinde und die ganze
Stadt von unermesslichem Wert sei. „Ich hoffe, dass
die Pfarrer die Kirchenmusik nie als Konkurrenz
empfinden. Eine so starke Kantorei ist das Beste,
was einer Gemeinde passieren kann.“
Zur Gründung der Stiftung
sagte er, dass es klug sei, sich
nicht allein auf die Kirchensteuern zu verlassen. Zumal
es durchaus noch Bereiche gebe, in denen die Arbeit
ausgeweitet werden könne. Wunderbar wäre es
beispielsweise, wenn noch viel mehr Kinder mit
Migrationshintergrund für das Singen gewonnen
werden könnten. Die Erfahrung, dass man bei aller
kulturellen Verschiedenheit an der selben Sache
Spaß habe, sei grundlegend für die
Integration.
Nach dem Fest in der Kirche klang der Abend bei einem
Empfang im Lutherhaus aus, wo Pfarrer Stuberg die
Zustifter der ersten Stunde verlas. Rund 32000 Euro
seien bisher eingegangen, 1,5 Millionen hat der
Stiftungsrat ins Auge gefasst. „Nicht als Almosen,
sondern als sinnvolle Investition in die Zukunft
Iserlohns“, so Stuberg.
IKZ, 28.01.2011, Ralf Tiemann
2. Weihnachtstag, 26.
Dezember,
Oberste Stadtkirche
Johann
Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium
I-III
Ausführende:
Solisten: Kirsten Drope, Sopran -
Susanne Schaeffer, Alt - Nils Giebelhausen, Tenor -
Daniel Blumenschein, Bass
(hier Informationen zu den
Vokal-Solisten)
Mitglieder der Kinder-
und Jugendkantorei, Evangelische Kantorei Iserlohn
Trompetenensemble Stefan
Beumers, Mitglieder
der Dortmunder Philharmoniker
Leitung: Hanns-Peter
Springer
Prachtvolle Chöre,
sanfte Choräle
Spannend sei es am Ende
schon geworden, sagt Hanns-Peter Springer. Sehr sogar.
Die Sopranistin Kirsten Drope beispielsweise war erst
am zweiten Weihnachtstag, also am Tag der
Aufführung, von Stuttgart aus angereist. Und dass
sie wirklich pünktlich mit der Bahn in Iserlohn
ankommen würde, sei lange ungewiss gewesen.
Daneben hatte das anhaltende Winterwetter nicht nur
für einige gesundheitsbedingte Ausfälle in
der Evangelischen Kantorei gesorgt, sondern auch den
Probenplan, bei dem Kantor Springer am Ende Chor,
Orchester und Solisten unter einen Hut bringen musste,
gehörig durcheinandergewirbelt. Vieles habe er da
mit der heißen Nadel stricken müssen.
Hörbar wurde das bei der Aufführung der
ersten drei Teile des Weihnachtsoratoriums von Johann
Sebastian Bach am Sonntag aber an keiner Stelle. Die
Mitglieder der Dortmunder Philharmoniker musizierten
unterstützt von dem „Trompetenconsort Westfalia“
mit dem Iserlohner Trompetenlehrer Martin Schröder
absolut tadellos, die Solisten - Kirsten Drope (Sopran),
Susanne Schaeffer (Alt), Nils Giebelhausen (Tenor) und
Daniel Blumenschein (Bass) - gestalteten ihre Arien und
Rezitative teilweise im Duett mit den
Instrumentalsolisten zu wunderbaren Höhepunkten und
die rund 55 Kantorei-Sängerinnen und -Sänger
stellten einmal mehr ihre musikalische Klasse mit
großer Präzision, enormer Beweglichkeit und
wundervollem Klang unter Beweis. Schon vor vier Jahren
hatten sie mit der Aufführung des kompletten
Weihnachtsoratoriums einen großen Erfolg gefeiert.
Und auch dieses Mal bescherten sie mit prachtvollen
Chören und sanften Chorälen einen besonderen
Hörgenuss. Der minutenlange, tosende Applaus im
Stehen am Ende verriet, dass diese Aufführung
für alle in der voll besetzten Obersten Stadtkirche
ein nicht nur passender, sondern auch begeisternder
Abschluss der Weihnachtsfesttage war.
Bemerkenswert und besonders erfreulich war dabei, dass
die Kantorei hier im ersten Teil des Oratoriums erstmals
von 20 Kindern der Maxi-Gruppe aus der Kinder- und
Jugendkantorei von Ute Springer mitgewirkt haben. Das
Altersspektrum reichte so von neun bis über 70, was
natürlich ein außergewöhnliches Bild und
auch einen veränderten Klang ergab. Zumal sechs von
ihnen mit der Gestaltung des Chorals „Er ist auf Erden
kommen arm“ im Wechsel mit dem Bassisten Daniel
Blumenschein eine besonders verantwortungsvolle,
solistische Aufgabe übernahmen. Einige wenige
hatten im Vorfeld sogar an acht der abendlichen
Kantoreiproben teilgenommen und sangen die kompletten
drei Teile auswendig runter. Um auf ähnliche Werte
zu kommen wie die älteren Kantorei-Mitglieder, die
das Weihnachtsoratorium
zum Teil schon mehr als 50 Mal gesungen haben, muss man
eben früh anfangen.
IKZ, 28.12.2010, Ralf
Tiemann
Minis und Maxis
leisteten Großes
Eine liebe, nette Weihnachtsaufführung mit viel
Besinnlichkeit und herzerwärmenden Melodien
war das ganz und gar nicht: Die Minis und Maxis der
Kinderkantorei entführten ihr Publikum am Samstag
bei ihrem Weihnachtsmusical
„Suleilas erste Weihnacht“ in der sehr gut
besuchten Obersten Stadtkirche vielmehr an einen der
Orte Iserlohns, die man lieber meidet: unter eine
entlegene Eisenbahnbrücke oder eine dunkle
Unterführung. Und erzählt wurde die
Weihnachtsgeschichte dort von Personen, die die meisten
auch lieber meiden: von dem Obdachlosen Otto, der dort
mit seinem Hund Ebbi wohnt, und von von dem Mädchen
Suleila, die aus dem
Iran stammt, von Weihnachten keinen blassen Schimmer hat
und Otto dort mit ihren Freunden besucht. Allein diese
Ausgangsszenerie des Musicals von Klaus Heizmann und
Dagmar Heizmann-Leucke ist schon ungewöhnlich und
lässt aufhorchen. Daran anschließend folgte
eine Vielzahl an Szenen, die aufwühlen und unter
die Haut gehen - etwa wenn Otto verbittert in die
Vergangenheit blickt und von seinem Weg in die Gosse
erzählt oder wenn Maria später in Bethlehem
voller Angst in die Zukunft blickt und nicht weiß,
wie alles werden soll.
Man vergisst dabei ziemlich schnell, dass es sich um
rund 60 Kinder im Grundschulalter handelt, die da auf
der Bühne stehen und dieses Musical aufführen.
Und das ist gewiss das größte Kompliment, das
man den jungen Darstellern machen kann, die unter der
Leitung von Kantorin Ute Springer längst keinen
„Klein-Kinder-Niedlichkeits-Bonus“ mehr nötig
haben. Da gibt es kein albernes Gekicher, weil man sich
schämt, auf der Bühne zu stehen. Stattdessen
herrscht eine überaus konzentrierte
Atmosphäre, alle ziehen an einem Strang und geben
ihr Bestes für eine gelungene Aufführung -
ganz gleich, ob es die kleinen Siebenjährigen im
Chor sind oder die größeren
Zwölfjährigen, die mit erstaunlichem Mut und
außergewöhnlichen Leistungen ins Rampenlicht
traten. Stellvertretend für alle anderen Solisten
sind hier Clara Schöttler als Otto, Christin
Trenkler als Suleila,
Lia Springer als Maria, Malte Hennes als Josef oder
Benjamin Pohl als abweisender Wirt vom Gasthaus „Zum
Krug“ zu nennen.
Der große Erfolg, den Ute Springer mit ihren Minis
und Maxis am Samstag erneut gefeiert hat, ist aber auch
auf die stimmigen und immer besser eingespielten
Strukturen zurückzuführen, die die
Kinderkantorei begleiten. Viele Eltern engagieren sich
hier tatkräftig im Hintergrund, um Kostüme und
Bühnenbild anzufertigen, die Technik zu bedienen
und aufzubauen oder nach der Aufführung noch
für einen gemütlichen Umtrunk zu sorgen.
Für „Suleilas erste Weihnacht“ hat Familie Trenkler
sogar ihren Hund Ebbi zur Verfügung gestellt.
Begleitet wurden die Kinder von der bewährten Band
aus Gisela Halbach (Flöte), Laura Flanz
(Schlagzeug) und Hanns-Peter Springer (Klavier). Regie
hat erneut Rahel Schöttler geführt, die durch
mitunter vier verschiedene Bühnen - vom geteilten
Altarraum über den Mittelgang bis hoch oben zur
Kanzel - das Geschehen sehr auflockerte und die
Beleuchter vor eine ganz besondere Herausforderung
gestellt hat. Doch auch das meisterte das große
Team reibungslos und der tosende Applaus am Ende
gebührte nicht nur den wunderbar singenden und
spielenden Kindern, sondern auch ihren Eltern.
IKZ, 14.12.2010, Ralf
Tiemann
Kantorei-Stiftung
wächst
(rat) Die „Stiftung
Evangelische Kantorei Iserlohn“ nimmt
konkrete Formen. Am Donnerstag hat sich der Stiftungsrat
im Lutherhaus an der Obersten Stadtkirche vorgestellt,
der nun mit einer Broschüre um Unterstützer
wirbt.
Wie bereits berichtet, möchte die Kantorei ihre umfangreiche
Chorarbeit über eine eigene Stiftung auch bei
weiter sinkenden Kirchensteuereinnahmen absichern.
Derzeit singen etwa 180 Personen in der Kantorei und der
Senioren-Kantorei von Kantor Hanns-Peter Springer sowie
in den vier Gruppen der Kinder- und Jugendkantorei von
Kantorin Ute Springer. Gleichzeitig sollen die
zukünftigen Erträge aus der Stiftung aber auch
eine Ausweitung sowohl des Angebots als auch der
personellen Struktur ermöglichen.
Als unselbstständige Stiftung, die der
Versöhnungs-Kirchengemeinde unterliegt, war es das
Presbyterium der Evangelischen Innenstadtgemeinde, das
in der vergangenen Woche den siebenköpfigen
Stiftungsrat gewählt hat. Dazu gehören neben
Kantor Hanns-Peter Springer die Pastorin Rahel
Schöttler, Pfarrer Peter Stuberg, Dr. Joachim
Droste, Barbara Kirchhoff, Cornelia Roder und Susanne
Otto, die auch Mitglied im Presbyterium ist. Am 26.
Januar soll die Stiftung um 19 Uhr feierlich im Beisein
des ehemaligen Bürgermeisters Bremens und heutigen
Präsidenten des Deutschen Chorverbandes, Henning
Scherf, eröffnet werden. Bis dahin muss sie ein
Startkapital von 10 000 Euro angehäuft haben, was
aber bereits jetzt so gut wie sicher gestellt sei, wie
Rahel Schöttler am Donnerstag erklärte. Zumal
erst jetzt die aktive Werbung um Stifter beginnt.
Dazu hat der Stiftungsrat eine Broschüre mit dem
Titel „Sinn stiften mit Musik“ aufgelegt, die die Arbeit
der Kantorei vorstellt
und den Wert der Musik für Kirche und Gesellschaft
verdeutlicht. Das Heft wird nun etwa 400
ausgewählten Haushalten zugeschickt, liegt für
alle weiteren Interessierten aber auch in der Gemeinde
aus. Mit einem Stiftungsbaustein im Wert von 250 Euro
oder einem Vielfachen davon kann jeder Stifter werden.
Aber auch kleinere Beträge zur Unterstützung
sind möglich. Näheres zu den Regularien ist
der Broschüre oder der Internetseite
www.stiftung-kantorei-iserlohn.de zu entnehmen. Fragen
werden auch im Kantorat im Lutherhaus, 02371/13291,
beantwortet.
Als Fernziel, um wirklich mit den Erträgen arbeiten
zu können, hat sich der Stiftungsrat die Marke von
einer Million Euro gesetzt, was keineswegs vermessen
sei, wie Hanns-Peter Springer am Donnerstag
erklärte. Derartige Kantorei-Stiftungen seien
inzwischen weder neu noch selten. Eine der
erfolgreichsten in der Westfälischen Landeskirche
sei in Arnsberg gegründet worden, wo man nach
fünf Jahren über ein Kapital von 400 000 Euro
verfüge. Eine solche Entwicklung sei auch in
Iserlohn durchaus realistisch - gerade angesichts des
enormen Engagements, das er im frisch installierten
Stiftungsrat verspüre.
IKZ, Iserlohn, 20.11.2010
Ein wirklich
denkwürdiges Musikereignis verzauberte
„Es ist eine stille ,ernste Welt, die es
erschließt. Öd und starr, ohne Farbe,ohne
Licht, ohne Bewegung liegt sie da; sie erfreut und
zerstreut nicht; und dennoch kommt man von ihr nicht los.“
Diese Worte schrieb der berühmte Missionar und
anerkannte Bachforscher Albert Schweitzer über das
Grundthema der „Kunst der Fuge“
und damit wird auch der gesamte Charakter eines wirkliche
denkwürdigen Musikereignisses in der Obersten
Stadtkirche beschrieben. Bachs letztes Werk, ein Zyklus
von vierzehn Fugen und vier Kanons, gilt als Gipfelwerk
der Musikgeschichte und ist dennoch nie populär
geworden. Bach fasst hier die ganze Welt der Kontrapunktik
mit all ihren Möglichkeiten unnachahmlich zusammen,
wobei viele Elemente eben nicht oder kaum zu hören
sind und sich nur durch das Notenstudium
erschließen. Die drei Kantoren Gerber, Springer und
Aehlig hatten sich erkennbar Gedanken gemacht, dieses Werk
„zuhörerfreundlich“ zu präsentieren und das
gelang ihnen in jeglicher Hinsicht:da Bach keine Angaben
zur Instrumentierung gemacht hatte, entschieden sich die
drei Kantoren für jene Tasteninstrumente, die in der
Barockzeit die Kirchenmusik geprägt haben:
große Orgel, Orgelpositiv; Regal und Cembalo.
Hiermit gelang es, den einzelnen Stücken
individuellen Charakter zu verleihen und durch den Wechsel
der Klangfarben den Zuhörer immer wieder neu zu
gewinnen. Denn die Vielzahl der der Fugen, Doppelfugen,
Umkehrungen, Spiegelungen etc. verlangte dem nun mal
romantisch vorgeprägten Ohr doch einiges ab, so dass
der Wechsel der Instrumente als echte Wohltat empfunden
wurde.
Beeindruckend die Spieltechnik und Präzision von Hans-Peter Springer
an Positiv und Regal und Tobias Aehlig am Cembalo. Und
natürlich besonders nachhaltig die Gestaltungskraft
von Gotthard
Gerber an „seiner“ Schuke-Orgel, jener Orgel,
deren Disposition er mit viel Herzblut und Fachkompetenz
entscheidend mitgeprägt hat.
Eine klug gesetzte Pause und ein von Gerber sehr
aufschlussreich und liebevoll gestaltetes Programmheft
sorgten dafür, dass die Musik stets interessant blieb
und auch der Schluss noch die ihm gebührende
Aufmerksamkeit bekam: denn als Gotthard Gerber die letzte
machtvolle Fuge an jener Stelle abbrach, an der Bach ja
auch zu schreiben aufgehört hatte, da ging es einem
doch durch Mark und Bein. Und mit dem Schlusschoral „Vor
deinen Thron trete ich hiermit“ schloss dann die stille
ernste Welt, von der Albert Schweitzer gesprochen hatte
und die Zuhörer ließen diese Stille in all
ihrer Tiefe nachwirken, bevor sie den Interpreten mit
Schlussapplaus dankten.
Es war schon ein anrührendes Bild, wie die beiden
jungen Kantoren den „Altmeister“ Gerber beim Verbeugen in
die Mitte nahmen.
Ein großes Kompliment Hans Peter Springer für
seine menschliche Integrationskraft, wie er
„konfessions-und generationenübergreifend“ die
Kirchenmusikgrößen Iserlohns
zusammenführt.
IKZ, 17.11.2010, Christan Otterstein
Frische und lebendige Stimmen
Man hat viele Möglichkeiten, sich als Chor zu
präsentieren, und die rund 20 Jugendlichen, die
Kantorin Ute Springer aktuell in die höchste Klasse
ihrer Singschule, dem Jungen Chor „5nach5“, geführt
hat, haben dabei schon eine Menge erlebt. Zwischen rein
konzertanten Auftritten über Pop-Musicals bis hin zu
großen Aufführungen von Messen dürfte
ihnen kaum noch etwas fremd sein. Am Freitagabend
begeisterten sie nun in der Obersten Stadtkirche mit einem
szenischen Oratorium. Und es macht einfach große
Freude zu sehen, wie die jungen Leute nicht nur als wohl
geformter Klangkörper mit frischen und lebendigen
Stimmen, mit Kraft und präzisem Klang auftreten,
sondern wie sie auch als Solisten selbstbewusst vor das
Publikum treten, wie sie Sprechrollen gestalten, tanzen
und schauspielern. Mehr als 100 singende und musizierende
Kinder und Jugendliche hat Ute Springer bereits unter
ihren Fittichen, und es ist nicht übertrieben zu
sagen, dass das ein enormer Gewinn für die ganze
Stadt ist.
Dazu erfüllt die Kantorei
natürlich auch noch ihre eigentliche Bestimmung in
der kirchlichen Verkündigung. Am Freitag
näherten sich die Jugendlichen mit dem Stück „Wenn das Brot, das wir
teilen...“ der Heiligen Elisabeth von
Thüringen, die sich ganz der christlichen
Nächstenliebe verschrieben hatte und sich mit ihrer
aufopferungsvollen Hilfe für die Armen und Kranken
nicht nur Freunde am Hofe machte. „Warum sollen wir in
Freuden feiern, wenn der Arme mit Geschwüren vor der
Tür sitzt?“ wird an einer Stelle gefragt - Elisabeth
zog die Konsequenzen, was von den „5nach5ern“ wunderbar
umgesetzt wurde.
Musikalisch erinnerte die durchaus ernste Vertonung von
Kurt Grahl mit Pauken, Trompeten und Hörnern,
Schellen und der kleinen Orgel im Altarraum an die
Klangwelt des Mittelalters, was eben auch zu
mittelalterlich anmutenden Tänzen einlud.
Unterstützt wurde der Junge Chor von den ebenso
jungen Blechbläsern von „Iserlohn Brass“ unter der
Leitung von Stefan Beumers, von Hanns-Peter Springer an
den Tasten- und Schlaginstrumenten, sowie von dem Geiger
Ulrich Grünebaum. Und natürlich von den „MAXIs“
der Kinderkantorei, die ebenfalls in rund 20-köpfiger
Besetzung an einigen Stellen kräftig mitsangen und
schon einmal in die Welt der „5nach5er“ hineinschnuppern
konnten.
IKZ, 27.09.2010, Ralph
Tiemann
40 Sängerinnen und
Sänger der Evangelischen Kantorei auf
Konzertreise nach Nikolaiken in Polen / In mehreren
Kirchen gesungen / Besuch in Danzig schloss sich an

Polen, (rd)
Eine knappe Woche war die Evangelische Kantorei Iserlohn
in diesen Sommerferien unterwegs: Die Konzertreise ging
nach Nikolaiken in Polen, wo die rund 40
Sängerinnen und Sänger sowie Gäste in
einem Haus neben der evangelischen Kirche untergebracht
waren. Herzlich war das Willkommen des dortigen
Pfarrers, der winters die Aufgaben eines Pfarrers,
sommers aber auch die eines Hoteliers versieht.
Ein anspruchsvolles Programm präsentierte die
Kantorei in Nikolaiken und Lötzen in abendlichen,
jeweils gut besuchten Konzerten. Besonders beeindruckend
war neben Werken von Schütz, Mendelssohn und dem
lautmalerischen „Jesus und die Krämer" von Kodaly
vor allem die Motette„Wie liegt die Stadt so wüst",
die Rudolf Mauersberger nach der Zerstörung der
Kreuzkirche in Dresden komponiert hatte. Der Chor hatte
sie aus Anlass des 65-jährigen Kriegsendes
einstudiert. Außerdem gestaltete die Kantorei in
Orteisburg den sonntäglichen Gottesdienst.
Freundlich und geprägt von Dankbarkeit waren die
Begegnungen.
Der bewährte Reiseleiter Hans-Jürgen „Paul"
Michels wurde unterstützt von einem polnischen
Pendant: Mit erstaunlichem Detailwissen
begleitete„Lorbas" Christof die Tour. Mit Witz und
Feingefühl wusste er nicht nur eine Fülle von
geografischen und historischen Fakten zu Land und Leuten
zu erzählen, sondern vermittelte während der
Mitglieder der Evangelischen Kantorei begaben sich auf
eine Konzertreise nach Polen.
Fahrten durch die wunderschöne Natur auch
ostpreußische Sprache und Traditionen. Bei den
touristischen Zielen bleiben nachhaltig die
Persönlichkeiten in Erinnerung, mit denen die
Gruppe zusammentraf: Beim Besuch des Klosters „Heilige
Linde" mit seiner hörens- und sehenswerten Orgel
konnte der dortige Pater gar nicht genug von den
spontanen Gesängen der Kantorei bekommen und freute
sich überschwänglich. Bewegend war zudem die
Begegnung mit der Journalistin Renate Marsch, die sich
dem Angedenken der 2002 verstorbenen Marion Gräfin
Dönhoff widmet und ihr zu Ehren ein kleines Museum
eingerichtet hat.
Ergreifend war das Gespräch mit dem pensionierten
Lehrer und Reiseführer Jerzy Szynkowski in der
Wolfschanze, der Bücher über Hitlers
Hauptquartier verfasst hat und über das Attentat
vom 20 Juli 1944 zu erzählen wusste. Eine
Bootsfahrt, das beschauliche Staken auf der Krutina und
die Einkehr in urigen Gaststätten bildeten einen
entspannenden Kontrast.
Vor dem Abflug gab es für den Chor einen gelungenen
letzten touristischen Höhepunkt: Es konnte die
geschichtsträchtige, wunderschön wieder
aufgebaute und restaurierte Stadt Danzig besichtigt
werden.
IKZ - Montag, 2. August 2010
Kinderoper in der Obersten
Stadtkirche :
„Nach uns die Sintflut“ - kindgerecht, nicht
platt

Wenn
Kinder auf der Bühne singen, ist das Publikum
meist angetan. Dass die Zuhörer aber am Ende
einer Aufführung in minutenlangem Jubel
ausbrechen und die Kinder mit stehenden Ovationen
feiern, ist vergleichsweise ungewöhnlich. Bei den
Konzerten der Evangelischen Kinder- und Jugendkantorei
an der Obersten Stadtkirche endet es aber immer
häufiger genau so - und das durchaus zurecht, wie
man am vergangenen Pfingstsonntag im Rahmen der
vierten „Nacht der offenen Kirchen“ (siehe auch oben
stehenden Artikel) erneut sehen konnte.
Mit der
Kinderoper „Nach uns die Sintflut“ hatte sich Kantorin Ute
Springer mit ihren rund 50 kleinen Sängerinnen und
Sängern von den Minis und Maxis ein ebenso
schönes und amüsantes wie musikalisch
anspruchsvolles Werk ausgesucht. „Kindgerecht aber nicht
platt“ nannte Ute Springer in ihrer Begrüßung
diese moderne Bearbeitung der Arche-Noah-Geschichte, mit
der sich der Komponist Johannes M. Michel bewusst von
vielen poppigen aber vergleichsweise seichten
Kindermusicals abhebt. Ebenso wie in dem Opern-Text, der
in einer Mixtur aus unzähligen witzigen
Einfällen und einer problembewussten Spiegelung des
Sintflut-Themas zu den Fluten und zur Erderwärmung
unserer Tage eine gelungene Balance zwischen Humor und
Nachdenklichkeit findet, so zeichnet sich auch die Musik
durch ein Wechselspiel von hohem Anspruch und humorvollen
Einwürfen aus. Die Instrumentalpassagen und
Gesangspartien der Kinder hatten es durchaus in sich,
gleichzeitig bekam aber das kleine Mäuschen ein
süßes Geigensolo und das Klavier, das ja nichts
dazu kann, dass es kein Tier ist, durfte mächtig
jubeln, weil es auch mit auf die Arche durfte. Und ein
schöneres Durcheinander an Tierstimmen hatte man
zuvor auch noch nicht gehört.
In
vielen Proben und einem intensiven Probenwochenende in
einer Jugendherberge hatten die Kinder mit ihrer
Chorleiterin das Werk erarbeitet. Dazu hatten viele
tatkräftige Helfer hinter den Kulissen das Stück
um Noah und seine Arche zu einem höchst
aufwändigen Unterfangen gemacht. Kirsten Rüdiger
und Cornelia Roder hatten wunderbare Kostüme für
die biblischen Figuren und eine ganze Armee von Tieren
sowie das Bühnenbild mit großem Schiff und
strömendem Regen angefertigt, die Regie hatte Rahel
Schöttler übernommen und bei den Musikproben
hatte Rebecca Henz als Kantorei-Eigengewächs die
Soloproben geleitet. Unterstützt wurden die
Darsteller von einem kleinen Orchester mit Hanns-Peter
Springer am Klavier, Roland Kirch an der Klarinette und
sieben jungen Nachwuchsmusikern an Streich-, Blas- und
Schlaginstrumenten - drei davon aus den Reihen der
Jugendkantorei.
Neben
der Qualität des Stückes und der
aufwändigen Ausführung waren es aber
natürlich die Kinder, die das Publikum am Ende zu dem
langen Jubel hinrissen. Für viele der kleineren
Kantoreimitglieder von den Minis (2. und 3. Schuljahr),
die im Chor mitwirkten, war es der erste große
Auftritt. Und bei den älteren Darstellern von den
Maxis (4. bis 6. Schuljahr) wurde deutlich spürbar,
was sie in den vergangenen sechs bis sieben Jahren seit
ihrer Zeit als St.-Marienkäfer unter der Leitung von
Ute Springer alles gelernt haben - so viele starke
Solisten, die sich derart selbstbewusst und mit sicherer
Stimme und schauspielerischem Pfiff vor eine vollbesetzte
Oberste Stadtkirche stellen, sind schon etwas Besonderes.
Am morgigen Donnerstag
folgen zwei weitere Aufführungen um 10.15 und 12
Uhr in der Obersten Stadtkirche. Dann werden auch die
Kinder von der Grundschule Bleichstraße dabei
sein, die das Stück in Kooperation mit der Kantorei
ebenfalls einstudiert haben und die Zahl der Akteure auf
mehr als 70 anwachsen lassen werden.
IKZ,
Iserlohn, 25.05.2010, Ralf Tiemann
Festliches
Osterkonzert lässt das Publikum jubeln
Iserlohn.
Es
ist
schon
beeindruckend,
wie
groß
der
Andrang
bei
Konzerten
in
der
Obersten
Stadtkirche
ist
-
vor allem wenn die Musiker der eigenen Gemeinde dort
auftreten.
Am
Ostermontag hatten Kantor Hanns-Peter Springer und der
Trompeter Stefan Beumers, der den Posaunenchor der
Versöhnungs-Kirchengemeinde leitet, zum festlichen
Osterkonzert eingeladen, und dass eine solche Einladung
einen erstklassigen Musikgenuss verpricht, hat sich
offensichtlich längst über die Gemeindegrenzen
hinaus herumgesprochen: Das Kirchenschiff war voll
besetzt, auch die seitliche Empore war gut gefüllt
und kurz vor Konzertbeginn mussten sogar noch Programme
kopiert werden, so groß war der Andrang.
Als
dritten Mann im Bunde war Jan Esch, erster Trompeter des
Philharmonischen Orchesters Hagen, mit dabei. Als Trio
hatten die Musiker festliche Werke aus verschiedenen
Epochen für zwei Trompeten und Orgel ausgewählt.
Neben zwei Sonaten aus dem italienschen Barock sowie einer
romantischen Choralbearbeitung von Sigfrid Karg-Elert war
die Suite „L'Apocalypse selon St. Jean” des modernen
Franzosen Jean Francaix das Hauptwerk des Abends. Mit der
für die Franzosen typischen verspielteren und nicht
ganz so ernsten Kompositionsweise bot dieses Werk mit
teilweise gedämpften Trompeten, klangvollen Fanfaren
und volltönig flutenden Passagen erfrischend neue
Eindrücke im Vergleich zu den bekannten
Barock-Klängen in dieser Besetzung. Mit Händels
„Die Ankunft der Königin von Saba” setzten die drei
Musiker einen wunderbar festlichen Schlusspunkt.
Hanns-Peter
Springer
ergänzte das Konzert mit Solowerken für Orgel,
wobei auch er erneut neben Bach und Buxtehude viel
Unbekanntes hören ließ. Eine poppige
Oster-Hymne von Christopher Tambling, eine romantische
Toccata von Georges Mac-Master, die in ihrer imposanten
Anlage ein wenig nach Widor klang, und eine sanft
schwebende Rêverie von Robert Jones brachten
Abwechslung und besondere Momente ins Programm. Mit
stehenden Ovationen und viel Applaus dankte das Publikum
den drei Musikern.
IKZ
Iserlohn, 06.04.2010, Ralf Tiemann
Sonntag,
14. März 2010, Oberste
Stadtkirche
Wolfgang Amadeus Mozart:
Klarinettenkonzert in
A-Dur, Ave
verum, Reqiuem
Ausführende:
Solisten: Roland Kirch, Klarinette,
Kirsten Drope, Sopran,
Shirin Partovi, Alt, Nils Giebelhausen, Tenor
Hanno Kreft, Bass (hier Informationen
zu den Vokal-Solisten)
Evangelische Kantorei
Iserlohn, Kammerphilharmonie
Rhein-Main (Konzertmeister
Holger Pusinelli)
Gesamtleitung:
Hanns-Peter Spinger
Mozart-Konzert:
Viel zu schön, um nicht zu applaudieren
Evangelische Kantorei und
Roland Kirch begeisterten mit Requiem und
Klarinettenkonzert
Alle Mahnungen, sich mit dem
Applaus während des Konzertes zurückzuhalten
und erst ganz am Ende Beifall zu spenden, brachten
nichts: Das Publikum in der vollbesetzten Obersten
Stadtkirche war am Sonntagabend beim Konzert der
Evangelischen Kantorei von Beginn an derart angetan,
dass es schon nach dem ersten Werk rauschenden
Zwischenapplaus aufbranden ließ.
Mozart stand auf dem Programm,
und es ist wahrscheinlich doch ein bisschen zu viel
verlangt, nach einem Werk wie dem Klarinetten-Konzert,
das am Sonntag quasi als instrumentale
Konzert-Ouvertüre diente, die Hände ruhig zu
halten und nicht zu applaudieren. Roland Kirch hatte mit
diesem Eröffnungswerk einen ganz besonderen
Auftritt. In Iserlohn wird der stellvertretende Leiter
der Musikschule hauptsächlich als Leiter der
Musikschul-Bigband wahrgenommen. Auch mit seinem
Ensemble „Blackstix" schlägt er meist poppige
Töne an, und in Musical-Produktionen der
Jugendkantorei hat man ihn schon als
Klezmer-Klarinettisten gehört. Nun hatte er
zusammen mit der Kammerphilharmonie Rhein-Main unter der
Leitung von Kantor Hanns-Peter Springer Gelegenheit, mit
dem Klarinettenkonzert, das Mozart wenige Monate vor
seinem Tod geschrieben hatte, das zentrale Werk der
klassischen Klarinetten-Literatur schlechthin vor
heimischem Publikum zu spielen - eine großartige
Herausforderung, die Kirch durchaus als Auszeichnung
empfand und die er ebenso großartig löste. Im
schnell angegangenen Allegro bewies er leichten Fluss,
virtuose Geläufigkeit und höchste
Meisterschaft in der Phrasierung. Im umwerfend
schönen Adagio glänzte er mit seinem sanft
singenden Ton und gestaltete auch im zartesten
Pianissimo spannende Bögen. Und im
abschließenden Rondo zeigte er mitreißende
Spritzigkeit und Spielwitz. Der Zwischenapplaus an
dieser Stelle war durchaus angebracht.
Mozart, der immer wieder unter
den Klischees leidet, die sich um seine Person ranken,
hat in seinem kurzen künstlerischen Schaffen, etwas
erreicht, was man gar nicht hoch genug einstufen kann.
Während er als Kind noch durch die kulturellen
Zentren Europas gereicht wurde und sich dabei in seinen
Konzerten und Komposition den regionalen Musikstilen
anpassen musste, hat er in seinem späteren Werk
diese Einflüsse vereint und zu einer universellen
musikalischen Sprache entwickelt. In diesem Zuge
gehören seine Werke weltweit bis heute zu den meist
gespielten und wohl auch zu den bekanntesten. Jeder, der
gerne Musik hört, konnte am Freitag die Hauptthemen
des Klarinettenkonzertes spielend mit pfeifen, und
genauso ging es auch bei den folgenden Beiträgen
der Kantorei weiter. Das „Ave verum corpus" als auch das
Requiem, das den Höhepunkt des Abends darstellte,
gehören zu den bekläufigsten und meist
aufgeführten Chorwerken überhaupt, boten der
Kantorei aber gleichzeitig einmal mehr Gelegenheit, ihre
vielen Stärken und ihren großen Reichtum an
Möglichkeiten auszuspielen.
Langsam und jeden Akkord
auskostend schritten die Sängerinnen und
Sänger durch das ruhig wogende „Ave verum corpus".
Im Requiem zeigten sie starke Ausdruckskraft schon im
eröffnenden Introitus, höchste Beweglichkeit
in den raschen, fugenartigen Passagen des Kyrie,
erschütternde Wucht in den berühmten
Sätzen „Dies irae", „Confutatis", „Rextremendis"
oder „Lacrimosa" und strahlenden, klangvollen Glanz im
„Sanctus". Dazu hatte die Kantorei mit Kirsten Drope
(Sopran), Schirin Partow (Alt), Nils Giebelhausen
(Tenor) und dem Iserlohner Sänger Hanno Kreft
(Bass) ein exzellentes Solisten-Quartett an ihrer Seite,
die ihre Solo-Passagen und Quartette zu herrlichen
Höhepunkten gestalteten. Als inhaltliche
Brücke zum abschließenden Requiem hin hatte
Hanns-Peter Springer noch Brückners „Christus
factus est" ausgewählt - eine achtstimmige Motette,
in der die Kantorei a cappella ebenfalls ihre enorme
Dynamik und Klangfülle bewies.
Dem Jubel am Ende des Konzertes
tat der Zwischenapplaus nach dem Klarinetten-Konzert im
Übrigen keinen Abbruch. Nach einer kurzen Zeit des
Nachklangs erhob sich das Publikum geschlossen von den
Bänken und feierte die Sänger und Musiker mit
minutenlangem stürmischem Applaus.
IKZ, Iserlohn, 17.3.2010, Ralf
Tiemann
"Von Klassik bis Swing" :
Hochkarätiges und unterhaltsames Konzert
Es
ist noch robust und belastbar - das Gemäuer der
Obersten Stadtkirche! Schließlich wurde es zu
Beginn des Konzertes in seinen Grundfesten
erschüttert.
Als das Bläserensemble
„Classic Brass Ruhr” gemeinsam mit Hanns-Peter Springer an
der Orgel ein berühmtes Werk der französischen
Spätromantik zum Besten gab, Eugene Gigouts „Grand
Choeur Dialogue”.
Mit solcherlei festlichem
Klangbombast begann ein ebenso hochkarätiges wie
unterhaltsames Konzert, das die Zuhörer am Ende
förmlich von den Sitzen beziehungsweise
Kirchenbänken riss.
Im ersten Teil dominierten
Klänge der Barockzeit. Ein „Orgelpräludium”
Buxtehudes - virtuos und transparent interpretiert von
Hanns-Peter Springer - leitete über zu den bekannten
Stücken von Händels „Wassermusik”, die vom
Bläserquartett stilsicher und klangvoll dargeboten
wurden. Jörg Segtrop und Klaus Hanusa an der
Trompete, Hajo Nast und Andreas Wagner an der Posaune
erwiesen sich hierbei als perfekt aufeinander
eingespieltes Ensemble.
Zum ersten Höhepunkt des
Abends geriet die „Sonata pian e forte” von Giovanni
Gabrielli. Bläserquartett und Orgel zauberten jene
große Würde und Erhabenheit herbei, die von
dieser „Alten Musik” ausgeht und kaum in Worte zu fassen
ist.
Im mittleren Block des
Programms dominierten moderne, jazzige Klänge,
eingeleitet durch eine kleine Bläsersuite von Jean
Francois Michel. Einmal mehr konnte man heraushören,
was „Esprit” in der französischen Musik bedeutet,
zumal, wenn sie mit soviel Rhythmusgefühl,
Präzision und nicht zuletzt Humor dargeboten wird.
Kantor Springer legte auf gleichem Niveau nach und bewies
mit zwei poppig-fetzigen Orgelstücken von Johannes
Matthias Michel und Matthias Nagel, dass er diese
musikalische „Schiene” souverän zu bedienen und aus
der altehrwürdigen Pfeifenorgel unbeschwert freche
Klänge zu holen vermag.
Mit der „Stephen Foster
Suite” von Lennie Niehaus demonstrierte das
Bläserquartett dann noch einmal eindrucksvoll, warum
das Programm „von Klassik bis Swing” in seinem Untertitel
mitführte - hier wurde nun richtig „abgejazzt.”
Mit zwei wunderbar ruhigen
und klangschönen Abendliedern von Bach und Percy
Whitlock leitete Springer an der Orgel einen besinnlichen
Teil ein, der sich aber als „Ruhe vor dem Sturm” erwies.
Denn mit dem „Grand Choeurs” von Cesar Franck kehrten
Bläser und Organist zum Klangbombast der
Eröffnung zurück, der sich in der Zugabe bei
Händels „Halleluja” aus dem „Messias” noch
fortsetzte. Das überaus zahlreich erschienene
Publikum sparte nicht mit Standing Ovations und hätte
wohl am liebsten skandiert: „Jungens, kommt bald wieder!”
Schön wärs!
IKZ Iserlohn, 08.02.2010,
Christian Otterstein
Oberste
Stadtkirche als Ruheoase - Meditative Orgelpfeifen

Wer es ruhig und
besinnlich mochte, den zog es in der vorletzten
Stunde des alten Jahres in die Oberste Stadtkirche.
Dort hatte es wieder das
50-minütige „Feuerwerk der Orgelpfeifen” gegeben -
inzwischen zum neunten Mal. Am Eingang erhielten die
zahlreichen Besucher Kerzen, die eine noch heimeligere
Atmosphäre verbreiteten.
Während Ute Springer an
der Schuke-Orgel Werke von Bach, Mendelssohn-Bartholdy,
Alexis Chauvet, Samuel de Lange und anderen zu
Gehör brachte, hätte man in der Kirche die
sprichwörtliche Stecknadel fallen hören
können. Nur in den Pausen störten Böller
aus dem Innenstadtgebiet die fast schon meditative Ruhe.
Jüngere und Ältere, Mitglieder der
Versöhnungs-Kirchengemeinde und Nicht-Gläubige
genossen das kleine, feine Konzert zum Jahresausklang,
zu dem auch der Segen von Pfarrer Udo Schulte
gehörte. Ein Blick in das Programm 2010
verrät, dass es auch ein zehntes „Feuerwerk der
Orgelpfeifen” geben wird.
Iserlohn, 01.01.2010,
Jennifer Katz
Traditionskonzert
des Kolping-Chores
Kleine und
große Sänger begeisterten

Zum inzwischen 17. Mal
lud der Kolping-Chor zu seinem vorweihnachtlichen
Konzert.
Unter dem Motto „Seht es
kommt die heil'ge Zeit” hatte Hans-Jürgen Glander
als musikalischer Leiter ein ebenso besinnliches wie
stimmungsvolles Programm zusammengestellt. Auch in
diesem Jahr hatten sich die Chor-Mitglieder
stimmgewaltige Unterstützung geholt: Sopranistin
Anneli Pfeffer präsentierte unter anderem Bachs
„Öffne dich, mein ganzes Herz” und „Es blüht
eine Rose zur Weihnachtszeit” von Robert Stolz.
Gemeinsam mit dem Bariton James Tolksdorf brachte sie
auch „Agnus Dei” von Georges Bizet zu Gehör. Mit
ihrem Streichensemble war Barbara Stanzeleit aus
Schwerte zusammen mit Tochter Susanne und Andrew Fullera
mit von der Partie.
Eindeutiger Farbtupfer und
Publikumsliebling waren jedoch die St.-Marien-Käfer
und die Minis von der Kinder- und Jugendkantorei. Die
Zwerge ab fünf Jahren sangen in ihre orangefarbenen
T-Shirts „Wir sagen euch an”, „Eine freudige Nachricht
breitet sich aus” und natürlich „In der
Weihnachtsbäckerei”. So manche Mütter,
Väter, Omas und Opas saßen mit stolzen
Gesichtern in den nahezu komplett belegten Reihen des
Parktheaters und verfolgten den Auftritt, den der
Kantorei-Nachwuchs ohne die erkrankte Leiterin Ute
Springer bestreiten musste. Ihren Part hatte Kreiskantor
Hanns-Peter Springer inne, der die Sänger auch am
Flügel begleitete.
IKZ, Iserlohn, 01.12.2009,
Jennifer Katz
Musik
mit Gänsehautfaktor 10
Die Evangelische
Kantorei Iserlohn hat unter der Leitung von
Hanns-Peter Springer mit
Mendelssohns "Lobgesang"
einen großen Erfolg zum Reformationstag
gefeiert.

Musik von Felix
Mendelssohn-Bartholdy gab es in diesem, seinem 200.
Geburtsjahr schon reichlich zu hören. Unter anderem
haben die Iserlohner Kantoren gemeinsam das komplette
Orgelwerk des deutschen Romantikers aufgeführt. Das
große Chorkonzert der Evangelischen Kantorei am
vergangenen Samstag zum Reformationstag in der Obersten
Stadtkirche wurde dem Publikum als Höhepunkt des
Mendelssohn-Jahres aber besonders schmackhaft gemacht.
In den Ankündigungen als auch in Gesprächen
mit Kantor Hanns-Peter Springer wurde immer wieder
deutlich, dass es sich bei dem Psalm 42 „Wie der Hirsch
schreit” sogar für Mendelssohns Verhältnisse
um ausgesprochen herausragend schöne Musik handelt.
Und dessen Gesamtwerk ist nicht gerade arm an
Kompositionen mit Gänsehautfaktor 10.
Den Beweis trat Hanns-Peter
Springer am Samstag sehr eindrucksvoll an, und auch der
lang anhaltende Schlussapplaus in der nahezu
vollbesetzten Obersten Stadtkirche zeigte, dass diese
Musik einen besonderen Eindruck auf das Publikum gemacht
hat. Mit einem erhabenen Chorsatz, unterstützt von
den Streichern und Holzbläsern der Dortmunder
Philharmoniker und dem Blechbläser-Ensemble von
Stefan Beumers hoben die Sängerinnen und
Sänger der Kantorei an und schwebten zusammen mit
dem Publikum durch dieses in der Tat traumhafte Werk.
Mit enormer satztechnischer Vielfalt besticht
Mendelssohn hier. So wurde die strahlende Sopranistin
Cornelia Samuelis mal allein vom sonoren Männerchor
getragen, mal von den Streichern im ausgedünnten
Quartett-Klang. Der Chor konnte sich nach dem warmen
Eingangssatz sowohl von seiner kraftvollen Seite bei den
majestätischen „Harre auf Gott!”-Rufen als auch in
seiner ganzen klanglichen Pracht bei der wuchtigen
Schlussfuge präsentieren.
Während der Psalm 42
durchaus zum gängigen Repertoire großer
Chöre zählt, ist die Sinfonie-Kantate
„Lobgesang”, die am Samstag folgte und die eigentliche
Hauptaufgabe des Chores war, eher selten zu hören.
„Leider” muss man sagen, denn man hatte schon das
Gefühl, dass Mendelssohn mit dieser feierlichen
Auftragskomposition zum 400. Jubiläum des
Buchdrucks im Jahr 1840 noch eine Schippe draufgelegt
hat. Nach einem rund 20-minütigen Vorspiel des
Orchesters, schwangen sich die Musiker mit
dröhnenden Posaunen und jauchzenden Geigen in fast
wagnerischer Dramatik zu dem triumphalen „Alles, was
Odem hat, lobe den Herrn” des Chores auf. Mit dem
kraftvollen und klaren Tenor Andreas Post und mit
Kantorin Ute Springer, die nicht nur im Psalm 42 die
Chororgel und in den abschließenden, brausenden
Chören des „Lobgesangs” die große
Schuke-Orgel spielte, sondern auch als zweite
Sopranistin mit Cornelia Samuelis ein
himmlisch-schönes Duett sang, nahmen auch die
musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten einen noch
größere Facettenreichtum an. Ebenso wie der
Kantoreichor, der mit dem a capella vorgetragenen Choral
„Nun danket alle Gott” noch einen besonderen
Höhepunkt lieferte.
IKZ, Iserlohn, 03.11.2009,
Ralf Tiemann
"Rylksenglynks"
hatte beim Applaus ganz klar die Nase vorn
Chöre der Ev.
Kantorei Iserlohn zeigten beim Benefizkonzert
für "Klasse 2000" mit dem Lions-Club
Iserlohn-Letmathe ihre ganze musikalische Bandbreite

Von den
„Minis" bis zur Kantorei - beim Benefizkonzert
für „Klasse 2000" standen fast alle Chöre
der ev. Versöhnungs-Kirchengemeinde gemeinsam
im Altarraum der Obersten Stadtkirche. Foto: Wronski
Das arme Mädchen mit
dem grässlichen Namen „Rylksenglynks" hat auch beim
Benefizkonzert der Kantorei-Chöre für das
Projekt „Klasse 2000" wieder den Vogel abgeschossen. Da
konnten die „Großen" von der Kantorei noch so
wohlklingend in die Welt der Barock-Motetten eintauchen
und noch so stimmgewaltig Händels „Halleluja"
schmettern - Clara Schöttler von den „Minis"
schlüpfte so mitleiderregend in die Rolle der
„Rylksenglynks", dass sie bei der gefühlten
Applausmessung klar die Nase vorn hatte.
Zusammen mit dem Lions-Club
Iserlohn-Letmathe, der maßgeblich an der
flächendeckenden Einführung des Gesundheits-
und Präventions-Programms „Klasse 2000" an allen
Iserlohner Grundschulen beteiligt war und auch weiterhin
einen großen Teil der Finanzierung übernimmt,
hatte die ev. Kantorei Iserlohn am vergangenen Samstag
zu ihrem Benefizkonzert in die gut besuchte Oberste
Stadtkirche eingeladen.
Außer den ganz Kleinen
von der Kinder- und Jugendkantorei, den „St.
Marienkäfern", und der Senioren-Kantorei, waren
alle Gruppen auf den Beinen, und das Kantoren-Ehepaar
Ute und Hanns-Peter Springer konnten mit den „Minis",
den „Maxis", dem jungen Chor „5nach5" und der Kantorei
selbst einen eindrucksvollen Einblick in die Vielfalt
ihrer Arbeit geben, wobei Clara Schöttler bei
weitem nicht die einzige mutige Solistin war, die sich
nach vorne ans Mikrofon traute und das Publikum
begeisterte.
Höchstes gesangliches
Niveau von Hans Leo Hassler (1564-1612) über
Mendelssohn (1809-1847) bis Benjamin Britten seitens der
Kantorei, schwungvolle Beiträge der Kinder passend
zum Thema Gewaltprävention und ein erneut ganz
starker und stilistisch vielfältiger Auftritt des
jungen Chores „5nach5" - die Kantorei-Chöre, die
vieles auch gemeinsam sangen, hatten eine Menge zu
bieten, was auch Michael Petereit, der das Projekt
„Klasse 2000" einst bei den Lions angestoßen
hatte, begeisterte. „Eins wissen wir jetzt genau", sagte
er am Schluss, als er kleine Geschenke an die Kinder
verteilte: „Im Chor singen ist alles andere als
langweilig."
IKZ, Iserlohn, 01.10.2009,
Ralf Tiemann

IKZ, Iserlohn, 26.06.2009,
Rahel Schöttler
 
IKZ, Iserlohn, 05.06.2009
Orgeltriduum
als
"ökumenischer Meilenstein"
Das Orgeltriduum als
Hommage an Mendelssohn fand am Sonntag mit dem
dritten und letzten Konzert von Hanns-Peter Springer
an der Feith-Orgel in St. Aloysius einen
glänzenden Abschluss.

Dieser riesige Raum
flößt jedem ein wenig Ehrfurcht ein. Auch
Hanns-Peter Springer, Kantor an der Obersten
Stadtkirche, der am Pfingstsonntag zum Abschluss des
Orgeltriduums zum ersten Mal in der Aloysius-Kirche
konzertiert hat, blickte vor dem Konzert mit einigem
Respekt hoch oben von der Orgelempore in die Weite des
Kirchenschiffs. „Da kann man ja die Oberste Stadtkirche
und die Dreifaltigkeits-Kirche zusammen reinstecken”,
ließ er lachend eine gehörige Portion Lust
darauf mitschwingen, diesen Raum nun mit den
Klängen der Feith-Orgel zu füllen.
Lust auf gute Orgel-Musik im
Mendelssohn-Jahr hatten erneut auch an die 200 Besucher,
die nun zum Abschluss der dreiteiligen Konzertreihe als
Hommage an den großen Romantiker die noch
ausstehenden beiden Orgelsonaten Nr. 3 in A und Nr. 5 in
D hören wollten. Enttäuscht wurden sie nicht.
Denn Hanns-Peter Springer hatte nicht nur ein
wunderbares Programm um die beiden Sonaten gestrickt,
sondern verstand es auch, die Klangmöglichkeiten
der Feith-Orgel bestens zu nutzen und sie so zu spielen,
dass man auch unten in den Bänken einen klaren und
transparenten Hörgenuss hatte.
Das Programm hob an mit
einem Präludium mit Fuge ebenfalls von Mendelssohn,
das in diesen barocken Werkbezeichnungen bereits
Mendelssohns tiefe Verehrung vor Bach und den alten
norddeutschen Meistern als Vorbilder in der
Orgelkomposition verriet. Dementsprechend ließ
Springer passend zum Tage Matthias Weckmanns (1621 -
1674) „Komm, heilger Geist, Herre Gott” hören und
anschließend mehrere Werke Bachs, darunter auch
die herrliche und melodisch schöne Passacaglia mit
Fuge in c-Moll, die er mit sehr facettenreicher
Registrierung und akzentuiertem Spiel zum heimlichen
Höhepunkt des Programms machte. Mit den beiden
relativ kurzen Mendelssohn-Sonaten spielte er
schließlich die majestätischen Vorzüge
der Orgel und der Kirche voll aus, wofür er am Ende
mit stehenden Ovationen vom begeisterten Publikum
belohnt wurde. Wie bei den Konzerten zuvor
komplettierten Briefe Mendelssohns - diesmal gelesen von
Tobias Aehlig -, in denen sich der Komponist unter
anderem recht amüsant über das Banausentum in
den Pariser Salons ausließ, das Programm.
Mit dem dritten Teil des
Orgeltriduums endete am Sonntag eine Reihe, die weit
mehr war als bloß drei erstklassige Konzerte, in
denen das komplette Orgelwerk Mendelssohns seit Ostern
in Iserlohn erklang. Durch ihr Konzept, die sechs
Mendelssohn-Sonaten an den jeweiligen Orgeln ihrer
Kollegen zu spielen, haben die drei Iserlohner Kantoren
Ute und Hanns-Peter Springer sowie Tobias Aehlig nicht
nur ihre musikalische Arbeit eng verschränkt,
sondern auch die Innenstadtgemeinden beider Konfessionen
noch ein Stück näher zusammengerückt -
ein „ökumenischer Meilenstein”, wie Pfarrerin Rahel
Schöttler, die allen drei Musikern nach dem Konzert
dankte, es ausdrückte. Viele evangelische Christen
haben durch das Orgeltriduum beispielsweise zum ersten
Mal die kath. Dreifaltigkeits-Kirche in Wermingsen
besucht und umgekehrt.
Bei einem Glas Wein und
„ökumenischen Muffins” wurden die guten Beziehungen
nach dem Konzert auf dem Kirchplatz noch vertieft.
Bleibt zu hoffen, dass dieser Weg weiter beschritten
wird, und dass gerade die Kirchenmusiker ihre
gemeinsamen Aktivitäten noch weiter vertiefen.
IKZ, Iserlohn, 01.06.2009,
Ralf Tiemann

IKZ, Iserlohn, 15.05.2009

IKZ, Iserlohn, 21.04.2009
Evangelische
Kantorei
feiert
mit Händels Messias umjubelten Erfolg
Tosender
Applaus
nach donnerndem Halleluja

So langsam stößt
die Evangelische Kantorei an ihre Grenzen - nicht
musikalisch, aber räumlich.
Bei der Aufführung von
Händels Messias am Sonntagabend in der Obersten
Stadtkirche waren mehr als 60 Chorsängerinnen und
-sänger, rund 20 Musiker der Kammerphilharmonie
Rhein-Main, vier Gesangs-Solisten und ein doppelt
besetzter General-Bass mit Kantorin Ute Springer an der
Truhenorgel und dem katholischen Aloysius-Kantor Tobias
Aehlig am Cembalo im Einsatz. Viel mehr Menschen und
Instrumente finden im Altarraum der Kirche nicht Platz.
Verglichen mit den
Ausmaßen, die das monumentale Werk in frühen
Zeiten annahm, ist die barocke Besetzung vom Sonntag
aber noch bescheiden. Anders als etwa Händels
Zeitgenosse Bach, der seine Passionen für den
kirchlichen Gebrauch komponiert hatte, schuf Händel
das englische Oratorium für Konzertbühnen und
Opernhäuser, was sich nicht nur stilistisch
bemerkbar macht, sondern was auch die Interpreten schon
früh zu ausufernd mächtigen Aufführungen
verleitet hat. Höhepunkt der Entwicklung waren an
die 2800 Akteure bei einer Aufführung im Jahr 1859.
Das weltberühmte und geradezu volkstümlich
gewordene „Halleluja” am Ende des zweiten Teils gilt
landläufig zudem wohl als Inbegriff des
musikalischen Bombasts.
Die monumentale Seite des
„Messias” ist aber nicht die einzige Herausforderung des
Werkes. Kantor Hanns-Peter Springer hat für die
Iserlohner Aufführung die sehr selten gesungene
ungekürzte Fassung gewählt, die in einer
Ausdehnung von rund zweieinhalb Stunden und mehr als 20
Chor-Nummern schon rein körperlich die
größte Anstrengung war, die die Kantorei
bisher unter seiner Leitung gemeistert hat. Über
eine solche Distanz hochkonzentriert bei der Sache und
zwischen den Arien und Rezitativen der Solisten immer
wieder voll präsent zu sein, um die stimmlich hoch
anspruchsvollen Choloratur-Partien abzurufen, ist eine
ungeheure Schwierigkeit für einen Chor. Die
Kantorei hat das nicht nur technisch glänzend
gemeistert, sondern das abwechslungsreiche Werk auch in
all seiner stilistischen Vielfalt musikalisch und
klanglich zu einem Hochgenuss gemacht. Mal sah man
Hanns-Peter Springer, wie er mit strengen
Taktstock-Schlägen Chor und Orchester durch rasend
schnelle Fugen trieb, mal formte er choralartige
Passagen mit bloßen Händen zu sanften und
bewegenden Klanggebilden und schließlich
gestaltete er mit vollem Körpereinsatz die
triumphalen Schlusschöre zu echten
Kraftausbrüchen, bei denen sich die klangliche
Wucht des Chores entfaltete.
Mit minutenlangem Applaus im
Stehen bejubelte das Publikum in der vollbesetzten
Kirche diese Leistung, die natürlich auch von der
erneut glänzend spielenden Kammerphilharmonie
Rhein-Main, die schon öfters in der Obersten
Stadtkirche zu hören war, als auch von den
erstklassigen Solisten Kirsten Drope (Sopran), Susanne
Schaeffer (Alt), Georg Poplutz (Tenor) und Timothy Sharp
(Bass), die ebenfalls teilweise schon mit der Kantorei
gesungen haben, mitgetragen wurde. Angesichts dieses
„Messias” und angesichts der guten Stimmung in dem immer
weiter wachsenden Chor, der den eigenen Chorleiter mit
lautem Johlen feierte und mit großem Spaß
das „Halleluja” als Zugabe nochmals donnern ließ,
muss man sich wohl keine Sorgen darüber machen,
dass sich die Kantorei weiter positiv entwickelt.
Gedanken macht sich Hanns-Peter Springer aber über
die Platzprobleme im Altarraum, denn als Nächstes
steht im Oktober mit Mendelssohns Lobgesang-Sinfonie ein
romantisches Großwerk auf dem Programm, bei dem
das Orchester fast doppelt so groß sein wird. „Da
müssen wir uns was einfallen lassen,” sagte er im
Gespräch.
IKZ, Iserlohn, 03.02.2009,
Ralf Tiemann
Weihnachtliche
Stimmung
in
Oestricher Kirche
Konzert bei
Kerzenschein mit evangelischer Kantorei

Oestrich. Es hat schon etwas
sehr Besinnliches, wenn in der Evangelischen Kirche
Oestrich die elektrischen Lichter ausgeschaltet werden.
Das Gemurmel der Besucher
ebbt langsam ab, während die Bankreihen nach und
nach ins Dunkel abtauchen und nur die Flammen der vielen
Kerzen schwach um ihre Dochte herum tanzen und die
Kirche sanft erhellen. Wenn dann auch noch ein Chor wie
die Evangelische Kantorei Iserlohn mit dem Publikum zum
gemeinsamen „Macht hoch die Tür” ansetzt, kann dies
geradezu herzergreifend sein.
Um dieses besondere
Konzerterlebnis wussten wohl auch die zahlreichen
Besucher, die am vergangenen Samstag Nachmittag
anlässlich des zweiten Konzerts bei Kerzenschein
die Kirche füllten. Im Mittelpunkt des
Weihnachtssingens stand natürlich der Chor selbst,
der unter der Leitung von Hanns-Peter Springer, eine
Mischung an Liedern vorstellte, die vor allem eins
waren: feierlich. Passend also zum Vorabend des vierten
Advent.
Die exzellente Wahl der
Lieder ging hierbei Hand in Hand mit dem harmonisch
kraftvollen Gesang des Chores, der sehr sensibel die
Stimmung der Melodien aufspürte, um sie unmittelbar
an das Publikum weiter zu geben. Begleitet von Ute
Renfordt an der Orgel und Thomas Renfordt an der
Trompete animierten die Sängerinnen und Sänger
bei verschiedenen Strophen auch die Zuhörer zum
Mitsingen und teilweise sogar dazu, die Lieder im Kanon
erklingen zu lassen.
Ein Hörgenuss bot
schließlich auch der internationale Streifzug
durch Weihnachtslieder aus Polen, Frankreich oder
England. Mit „Tochter Zion” fand auch eines der wohl
feierlichsten Lieder seinen verdient krönenden
Platz im Programm.
IKZ, Letmathe, 22.12.2008,
Eva Zimmermann
Weihnachtsmusical
in der Obersten Stadtkirche
Rund 70 kleine Engel
und Hirten an der Krippe der Kinderkantorei

Die rund 70 Kinder der
Kinderkantorei an der Obersten Stadtkirche
begeisterten am Samstag
unter der Leitung von Ute
Springer mit ihrem Weihnachtsmusical.
Dass 70 Kinder im Alter von
fünf bis 13 Jahren auf einem Drubbel nicht
unbedingt ein heilloses Durcheinander und
ohrenbetäubenden Lärm, sondern durchaus das
genaue Gegenteil anrichten können, hat Ute Springer
am Samstag einmal mehr mit ihrer Kinderkantorei in der
Obersten Stadtkirche bewiesen. Wie in den Jahren zuvor
hatte die Kantorin der Versöhnungs-Kirchengemeinde
ein Weihnachtsmusical einstudiert. Neu waren aber die
Dimensionen dieser Aufführung, an der alle drei
Gruppen der Kinderkantorei mitwirkten und die mit rund
70 Kindern alles bisher dagewesene übertraf.
Doch nicht nur die gewaltige
Optik mit biblischer Kulisse und tollen Kostümen,
die ein Eltern-Team für alle Kinder genäht
hatte, beeindruckten die Zuschauer in der voll besetzten
Kirche. Vor allem die musikalische und schauspielerische
Leistung der vielen kleinen Darsteller, von denen eine
ganze Reihe mit wichtigen Solo-Partien betraut wurden,
sorgten für Begeisterung. Denn die Kinder - auch
die kleinsten - haben in den wöchentlichen Proben
schon eine Menge gelernt, singen schon sehr klar und
sauber, sind hellwach bei der Sache und kriegen jeden
Einsatz. Mit dem „Krippenspiel” von Gerd-Peter
Münden hatte Ute Springer zudem ein wunderbares
Musical ausgewählt, das die Weihnachtsgeschichte
kindgerecht, modern und witzig verarbeitet. Begleitet
von einem Instrumental-Trio aus Hanns-Peter Springer
(Klavier), Rebecca Henz (Blockflöte) und Annedore
Weidlich (Percussion) brachten die Kinder dabei flotte
Lieder zu Gehör, die bestens auf ihre kleinen
Stimmen zugeschnitten waren und auch die großen
Chöre der Hirten und Engel in Szenen setzten. Schon
vor dem Musical hatten die Kinder das Publikum mit
Liedern begrüßt, bei denen die einzelnen
Gruppen alleine in Erscheinung traten. Die Maxis
bestachen dabei mit zweistimmigen Barock-Stücken.
So ruhig und diszipliniert
wie auf der Bühne sind aber auch die
Kantorei-Kinder nicht immer. Dass auch sie richtig toben
können, konnte man noch fünf Minuten vor dem
Auftritt sehen, als sie im Luther-Haus für ein
heilloses Durcheinander und ohrenbetäubenden
Lärm sorgten.
Wer das Musical nicht sehen
konnte, hat am Samstag, 20. Dezember, um 11 Uhr im
Kinderweihnachtsdorf Gelegenheit, die Kinder zu sehen.
IKZ, Iserlohn, 15.12.2008,
Ralf Tiemann
Gospel-Konzert in der Obersten
Stadtkirche
Saftig, jazzig und mit viel Dampf
Der
"Gospel
Train Iserlohn" und der junge Chor "5nach5" haben
erneut
in
der Obersten Stadtkirche begeistert.

Nach
der Premiere im vergangenen Jahr, als der „Gospel
Train Iserlohn” mit dem jungen Chor „5nach5” erstmals
zu einer abendfüllenden Großtat ausholte
und das Pop-Oratorium „Israel Shalom” aufführte,
haben die beiden Chöre am Samstagabend in der
Obersten Stadtkirche erneut gemeinsam begeistert und
ihrer noch jungen Entwicklung einen weiteren
Meilenstein hinzugefügt. Diesmal nicht mit
Orchester und Oratorium, sondern mit Band und der
schwarzen Gospel-Röhre Adrienne Morgan Hammond
bei Stephen Zebes „Kyrie - a Gospel Mass”.
Dabei
war die Verwirklichung des Werkes alles andere als
unproblematisch. Denn nicht nur, dass das Werk den
Chor vor einen neuen Schwierigkeitsgrad stellte und
die rund 40 Sängerinnen und Sänger voll und
ganz forderte. Vor allem „Blue Hat Sextett” aus Hagen,
das mit Klavier, Schlagzeug, Bass und
dreiköpfiger Blaser-Sektion als Begleitband
engagiert wurde, sorgte einen Tag vor der
Aufführung für große Probleme, weil
der Pianist kurzfristig ausfiel.
Am
Samstagabend war von all dem aber nichts zu
spüren. Ute und Hanns-Peter Springer, die die
Chöre an der Obersten Stadtkirche leiten, teilten
spontan auch den Klavierpart unter sich auf, und der
Chor ging sicher, klangvoll und locker zu Werke -
nicht nur bei der Gospel-Messe, bei der vor allem
Adrienne Morgan Hammond mächtig Dampf machte und
versuchte, das Publikum mit ihrem Bewegungsdrang
anzustecken, sondern auch schon zu Beginn des Abends,
als der Chor bei einer ganzen Reihe von Gospel-Songs
seine besonderen Qualitäten ausspielen konnte.
Vor allem die jungen Solostimmen aus den Reihen der
„5nach5er” wussten einmal mehr zu beeindrucken und
neben den vielen peppigen Gospels mit knalligen
Bläsern und mitreißenden Rhythmen konnte
der Chor besonders bei den saftig-jazzigen
A-capella-Sätzen wie „Wade in the Water” seine
ausdrucksstarke klangliche Pracht entfalten.
Danach
folgte mit „Kyrie - A Gospel Mass” die eigentliche
Hauptaufgabe des Abends. Wie jede Mess-Vertonung
stützte sich auch dieses Werk auf die uralten
liturgischen Texte der frühen Kirche, kombinierte
sie aber überaus effektvoll mit den
mitreißenden Klängen der schwarzen
Gospelmusik. Auch der Chor gewann im Laufe des
Stücks immer mehr an Lockerheit und wurde
schließlich mit großem Applaus belohnt.
IKZ,
Iserlohn, 27.10.2008, Ralf Tiemann

17. Internationales Gitarren-Symposion
Samstag, 9. August - 20.00
Uhr
Abschlusskonzert der
Seminaristen
"Big John" wirft seinen Schatten
bereits voraus

Iserlohn. Ein
eindrucksvolles Bild, eine musikalische Offenbarung und
eine überraschende Gastsängerin - das
Abschlusskonzert des 17. Internationalen
Gitarren-Symposions, bei dem am Samstag die besten
Seminaristen in der Obersten Stadtkirche auftraten,
hatte sehr viel zu bieten.
Zunächst einmal ist das
enorm hohe Niveau des Studenten-Konzertes zu
erwähnen, das nicht nur Solo-Beiträge, sondern
auch mehrere Ensemble-Werke bot, und sich in seiner
Klasse durchaus von den Konzerten der vorangegangenen
Jahre abhob. An der Spitze stand dabei ohne Zweifel der
erst 13-jährige Tuur Segers, der wie ein
gestandener Virtuose auftrat und dem schon jetzt ein Ton
wie Davis Russell bescheinigt wird - der Auftritt des
jungen Talentes kam einer musikalischen Offenbarung
gleich, die die anwesenden Gitarristen tief
beeindruckte.
Ein anderes Talent trat als
Überraschungsgast vor der Pause auf und sorgte
für ungewohnt poppige Töne beim Symposion:
Melissa Kavanagh, Tochter des Gitarristen-Ehepaars Dale
Kavanagh und Thomas Kirchhoff, sang zur Begleitung von
drei akustischen Gitarren „The Eye of the Tiger” und
füllte den weiten Kirchenraum ganz ohne
Verstärkung mit ihrer Stimme aus - auch sie wurde
vom Publikum mit viel Applaus bedacht.
Für den Moment des
Konzertes, der wohl am stärksten in Erinnerung
bleibt, sorgte aber erneut Gerald Garcia, der nach dem
Symposion 2006 zum zweiten Mal mit der Evangelischen
Kantorei unter Hanns-Peter Springer zusammengearbeitet
hat. Sein zweigeteiltes Werk „Pieta” für
Gitarren-Orchester und Chor bot nicht nur choralartigen
Wohlklang, sondern am Ende auch ein eindrucksvolles
Bild, als sich alle Gitarristen nach dem Schlusston
erhoben und langsam ihre Gitarren in die Höhe
reckten.
Was in Sachen Niveau
für das Abschlusskonzert gilt, lässt sich auch
über die ganze Konzertreihe des Symposions sagen.
Neben den Konzerten des Los Angeles Guitar Quartets, von
David Russell und Pavel Steidl, über die wir im
Laufe der Woche ausführlich berichtet hatten,
gehörten das Tango-Duo Bandini&Chiacciaretta am
vergangenen Dienstag und der italienische Virtuose
Aniello Desiderio am Freitag zu den umjubelten
Höhepunkten in der jeweils vollbesetzten Obersten
Stadtkirche.
Nach dem Abschluss des
Festivals und dem vollzogenen Umzug ins Haus Villigst,
richtet sich der Blick nun bereits erwartungsfroh nach
vorne. Denn für das kommende Jahr hat mit John
Williams erstmals der absolute Superstar der Szene sein
Kommen angekündigt. „Big John”, wie Organisator
Thomas Kirchhoff den gefragten Gitarristen im
Gespräch nannte, wird im kommenden Jahr im Duo
auftreten und hat schon jetzt für viel Wirbel
gesorgt. Allein die Zahl von 3000 Konzertanfragen im
Jahr, von denen der Maestro maximal 30 annimmt,
verraten, warum das so ist. Thomas Kirchhoff kennt ihn
seit 15 Jahren und ist seitdem bemüht, ihn nach
Iserlohn zu holen. Nun hat es endlich geklappt, und
viele Dozenten sollen schon gebettelt haben, im
nächsten Jahr wieder eingeladen zu werden, um den
großen John Williams kennen lernen zu können.
Auch die Studenten wollten sich schon in Scharen
für das nächste Jahr melden. Ausnahmen wurden
aber nicht gemacht: Anmeldebeginn ist erst der 15.
November. Ein Gast steht aber schon jetzt feste: Die
Heimatzeitung wird auch beim 18. Gitarren-Symposion 2009
wieder dabei sein.
Ralf
Tiemann
IKZ,
Iserlohn, 11.08.2008
Junge Kantorei „5nach5"
präsentiert erste CD
Montag,
23. Juni 2008
Höhepunkt vor dem Umbruch

Iserlohn.
„So
einen tollen Jugendchor werde ich wohl so schnell
nicht wieder haben.” Mit einem lachenden und einem
weinenden Auge spricht Ute Springer über ihren
Chor „5nach5”, der vor einem tiefgreifender Umbruch
steht.
Knapp
die Hälfte der derzeit 14 Sängerinnen und
Sänger - viele davon Gründungsmitglieder der
Kinderkantorei an der Obersten Stadtkirche - werden
demnächst der Jugendkantorei entwachsen. Dass die
jungen Männer und Frauen, die vor sieben Jahren
als kleine Dötzchen bei ihr anfingen, richtig gut
geworden sind, und unter ihrer Leitung zu einem
kleinen aber leistungsstarken Ensemble gereift sind,
erfüllt die Kantorin natürlich mit Freude
und Stolz. Gleichzeitig ist sie aber auch
betrübt, weil diese einmalige Truppe, die nicht
nur musikalisch, sondern auch als Gemeinschaft
herausragt, bald auseinanderbricht. Beides aber ist
Grund genug, sich mit einem richtigen Höhepunkt
zu verabschieden.
Deswegen
hatte
sich Ute Springer dazu entschieden, andere Projekte
ein wenig zurückzustellen und mit den
Jugendlichen ein CD aufzunehmen, deren Produktion weit
aufwändiger, professioneller und natürlich
arbeitsintensiver wurde, als andere derartige Projekte
in der Vergangenheit. 19 Titel sind auf „May God Bless
You!” zu finden, bei denen der junge Chor von Heinrich
Schütz bis Rap und Funk - natürlich mit
einem kleinen Schwerpunkt auf der Gospel-Musik - seine
ganze Bandbreite präsentiert. Fast alle der 14
Sängerinnen und Sänger sind darauf auch
solistisch zu hören. Zusätzlich sind die
Minis und Maxis der Kinder-Kantorei als Gastchöre
bei einigen Liedern zu hören, ebenso wie der
Kantorei-Tenor Holger Otto, die Gitarristin Isodore
Seidel und die inzwischen fest zur Kantorei
zählenden Musiker Roland Kirch (Saxofon), Laura
Flanz (Schlagzeug) und natürlich Kantor
Hanns-Peter Springer (Klavier) selbst. Die Aufnahmen
hat Rudolf Heimann geleitet, das Booklet hat Ivonne
Klose gestaltet.
Während
die
Instrumentalspuren
und
die
Solostimmen
schon
im
Vorfeld
im
Studio
von
Rudolf
Heimann
eingespielt
wurden,
traf
sich
der
Chor Ende Mai zu einem Aufnahmewochenende in den
Räumen des Chorstudios „Chorineo”. Schon eine
Woche vorher hatten sie ein Wochenende lang für
den musikalischen Feinschliff geprobt. „Dass alle
Jugendlichen zwei Wochenenden bei strahlendem
Sonnenschein geopfert haben, und von der ersten bis
zur letzten Minute mitgezogen haben, und so engagiert,
diszipliniert und selbstkritisch für das beste
Ergenis gearbeitet haben, war schon etwas besonderes”,
freut sich Ute Springer. Zumal das ja auch sehr viel
darüber aussagt, wie wichtig den Jugendlichen
selbst ihr „5nach5”-Chor geworden ist und wieviel
Spaß ihnen die Arbeit in der Jugendkantorei
gemacht hat.
Wer
das Ergebnis in Augen- und Ohrenschein nehmen
möchte, kann am kommenden, EM-freien Montag, 23.
Juni, um 19 Uhr in die Oberste Stadtkirche kommen, wo
alle beteiligten Sänger und Musiker das Programm
live präsentieren. Gleichzeitig kann dort
natürlich die CD erworben werden. Der Eintritt
ist frei. Informationen gibt es auch unter
www.kantorei-iserlohn.de
Ralf
Tiemann
IKZ,
Iserlohn, 18.06.2008
Freitag,
18. April - 18.00 Uhr - Christuskirche am Roden
Sonntag,
20. April - 10.00 Uhr - Gottesdienst Oberste
Stadtkirche
... wenn ihr nicht werdet wie die Kinder
Musical
von Ute Springer und Ernst W. Rohmann
Welturaufführung
MINIs,
MAXIs
der
Kinderkantorei Iserlohn, Band
Leitung:
Ute Springer
Musical
von Ute Springer wurde begeistert gefeiert

Ihr Gespür für
echte Ohrwürmer und wunderbar eingängige und
doch ansprechende Songs hat Ute Springer schon oft unter
Beweis gestellt - mit Vertonungen einzelner Liedtexte
(zuletzt der Jahreslosung der ev. Kirche) oder mit ihrem
ersten Kindermusical vom Weihnachtsengel Zebulon.
Gestern Abend hat die Leiterin der Kinder- und
Jugendkantorei an der Obersten Stadtkirche in Iserlohn
mit den Kindern der Minis und Maxis ihr neues Musical
"Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder" aus der Taufe
gehoben, wofür sie zusammen mit den mehr als 30
Mädchen und Jungen mit donnerndem Applaus in der
voll besetzten Christuskirche am Roden gefeiert wurde.
Wie bereits bei "Zebulon"
hat Ute Springer hier einen Text von Ernst Walter
Rohmann vertont, der als Pfarrer in Stadecken-Elsheim in
Rheinhessen wirkt, wo Ute Springer vor ihrem Wechsel
nach Iserlohn als Kirchenmusikerin tätig war. In
seinem Text zu "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder"
gewährt Rohmann Einblicke in die Kindheit Jesu,
indem er die damalige Zeit, die Feste und Riten eines
heranwachsenden Juden mit sehr wirkungsvoller Sprache
wieder auferstehen lässt.
Die Vertonungen hat Ute
Springer den Kindern ihrer Kantorei förmlich auf
den Leib geschrieben und noch während der
Probearbeiten an die konkreten Gegebenheiten, an ihre
Chöre und Solosänger angepasst. Was dabei
herauskam war höchst abwechslungsreich, bei aller
poppigen Leichtigkeit und Eingängigkeit niemals
seicht oder platt, stattdessen rhythmisch und
melodiös überaus ansprechend und reichte von
gefühlvollen Balladen über flotte
Rock'n'Roll-Nummern bis zu schmissigen Ausflügen in
die Kletzmer-Musik.
Begleitet wurden die Kinder
dabei von einem Instrumental-Trio aus Laura Flanz
(Schlagzeug), Birgit Maiworm (Klarinette und Saxofon)
und Hanns-Peter Springer (E-Piano). Bereichert wurde die
Aufführung von Tänzen, die Dana Tesche mit den
Mädchen und Jungen einstudiert hat, sowie von den
Kulissen und Kostümen, die mit Unterstützung
der Eltern entstanden sind. Am beeindruckendsten waren
aber die gesanglichen und musikalischen Leistungen, zu
denen Ute Springer ihre Kinder antrieb.
Wer das Musical nicht sehen
konnte, kann beruhigt sein: Morgen wird es um 10 Uhr in
der Obersten Stadtkirche erneut aufgeführt. Die
lange und intensive Probenarbeit der Minis und Maxis aus
der Kinderkantorei hat sich gelohnt: Gestern feierte das
neue Musical von Ute Springer eine erfolgreiche
Premiere.
Von Ralf Tiemann
IKZ, 19.04.2008 / Letmathe /
Lokalausgabe
Die Aufführung der Johannes-Passion
am 9. März 2008 im Rückblick:
Johann Sebastian Bach
Johannes Passion
Sonntag,
9. März 2008, 18.00 Uhr
Oberste
Stadtkirche
Kirsten
Drope, Sopran
Barbara
Arneke, Alt
Nils
Giebelhausen, Tenor
Holger
Otto,
Tenor
(Diener)
Timothy
Sharp, Bass
Hanno
Kreft,
Bass
(Christusworte)
Evangelische
Kantorei Iserlohn
Kammerphilharmonie
Rhein-Main
(Konzertmeister:
Holger Pusinelli)
Leitung:
Hanns-Peter Springer
Informationen
zu
den
Solisten
s.
hier

Ralf Tiemann / IKZ,
12.03.2008 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN
Wunderbarer
Abschluss
der
Musikreihe
Iserlohn. (rat) Einen
wunderbaren Abschluss erlebte die Reihe "Musik bei
Kerzenschein" in Obersten Stadtkirche am Freitag vor dem
vierten Advent. Nachdem Anfang Dezember der Posaunenchor
der Versöhnungs-Kirchengemeinde unter der Leitung
von Stefan Beumers die Erföffnung übernommen
hatte und in der vergangenen Woche Kantorin Ute Springer
ein etwa halbstündiges Orgelkonzert gab, war es nun
Kantor Hanns-Peter Springer, der sowohl an der kleinen
Orgel im Altarraum als auch an der großen
Schuke-Orgel brillierte. In überaus besinnlicher
und warmer Atmosphäre kamen die Besucher in der gut
besuchten Kirche in den Genuss, zum vierten Advent schon
eher weihnachtliche Werke aus verschiedenen Epochen,
Stilrichtungen und Regionen Europas zu genießen
und die Betriebsamkeit vor der Kirchentür zu
lassen. Gleichzeitig ließ Springer mit einem
Präludium von Dietrich Buxtehude dessen 300.
Todestag musikalisch ausklingen. Kantor Hanns-Peter
Springer beendete mit seinem Konzert die besinnliche,
vorweihnachtliche Konzertreihe "Musik bei Kerzenschein"
in der Obersten Stadtkirche.
IKZ, 27.12.2007,
veröffentlicht am 28.12.2007 / LOKALAUSGABE /
ISERLOHN
Auf
Augenhöhe mit den Luft-Posaunen

Iserlohn. Einen für die
Beteiligten als auch für das Publikum
unvergesslichen Abend lieferten die Kinder- und
Jugendkantorei Iserlohn zusammen mit dem renommierten
Ensemble "Blechschaden" am Mittwoch im Parktheater ab.
Am Ende machte Bob Ross aus
seiner Begeisterung keinen Hehl mehr. Der erfolgreiche
Weltenbummler in Sachen Musik, der quirlige
Grenzgänger zwischen Klassik und Klamauk, der
Leiter des Weltklasse-Ensembles "Blechschaden" - er
verneigte sich vor der Iserlohner Kinder- und
Jugendkantorei und diente sich als Begleitband geradezu
an: "Wenn wir dürfen, dann sind wir im
nächsten Jahr wieder zur Stelle, um diesen
wundervollen Chor zu begleiten", rief er und erntete
dafür im ausverkauften Parktheater rauschenden
Beifall.
Gut aufgelegt und
ausgelassen war er am Mittwochabend rund zwei Stunden
zuvor schon auf die Bühne gestürmt, und zeigte
den Kindern und Jugendlichen der Kantorei mit wilder
Geste, wie man ordentlich die Luft-Posaune spielt und
auch ohne Instrument in der Hand so tut als ob. Alle
machten mit, denn die musikalische Weihnachtsfeier hatte
schon etwa eine Stunde vor dem Konzert mit der Probe
begonnen. ",Wir geben kein Konzert, wir feiern hier eine
Party' hat er uns da klar gemacht", erinnerten sich die
kleinen Sänger nach dem Auftritt. Klar, dass bei
den Verrückheiten des Schotten alle mit
Begeisterung dabei waren. Und Bob Ross selbst durfte
sich mit seinem kindlichen Schalk und seiner eher
geringen Körpergröße endlich mal auf
Augenhöhe mit seinen Mitstreitern fühlen.
Musikalisch musste er dann
nach der gemeinsamen Erföffnungs-Nummer "Jingle
Bells" doch kurz den Beweis antreten, dass er und sein
Ensemble als gestandene Mitglieder der Münchener
Philharmoniker durchaus zur Hochkultur zählen. Nach
zwei einwandfrei geblasenen Barock-Stücken sollte
es damit aber genug sein. Stattdessen bestachen
"Blechschaden" in bewährter Manier durch fast
blasfemische Bearbeitungen und Verballhornungen von
klassichen Groß-Werken - Beethovens "Tango
für Elise" und Bachs eleganter Flöten-Ohrwurm
"Badinerie", der zur schwerfälligen "Tubadinerie"
wurde, sollen hier als Beispiele reichen - und
erstklassigen Musiker-Scherze. Die Behauptung, dass es
sich bei den beiden dienstältesten Trompetern des
Ensembles so verhält wie mit den Beatles, weil sie
seit 1970 nicht mehr zusammen gespielt haben, sorgte
beispielsweise für große Heiterkeit.
Den größten
Spaß hatten Publikum und Musiker aber an der
Kinder- und Jugendkantorei. Bestens von Kantorin Ute
Springer vorbereitet trugen die verschiedenen Chöre
von den kleinen St.-Marienkäfern bis zu den
Jugendlichen vom Chor "5nach5" einige anspruchsvolle und
wohlklingende A-capella-Stücke zum Programm bei,
und zeigten in zwei längeren Weihnachts-Medleys,
was sie solistisch alles zu bieten haben. Jede Strophe
wurde da von anderen Kindern vorgesungen. Selbst die
kleinen, oft erst fünfjährigen Steppkes
marschierten da mit breiter Brust ans Mikro und sangen
mit ihren noch etwas wackeligen Stimmchen traditionelle
Lieder, was Bob Ross zu allerhöchsten Lobes-Hymnen
veranlasste: "So etwas habe ich noch nie erlebt. Das
sollten sie mal live im Fernsehen zeigen, und nicht
immer diese perfekten, glattgebügelten Shows."
Was für die Kleinen ein
reiner Spaß war, war für die
Größeren natürlich eine enorm aufregende
Sache. Denn ganz alleine vor einem mit mehr als 800
Menschen ausverkauften Parktheater und einem
Weltklasse-Ensemble als Begleitband "White Christmas" zu
schmettern, da gehört schon ein große Portion
Mut zu.
Alle hatten ihre Sache
wirklich fabelhaft gemacht und ernteten den tosenden
Applaus mit stehenden Ovationen zu recht. Das
schließt natürlich auch das Parktheater-Team
um Johannes-Josef Jostmann mit ein, das nicht nur
für ein "bundesweit einzigartig geschmücktes
Theater", so Ross, sondern auch auf der Bühne mit
Schneegestöber und blinkend-roten Rentier-Nasen
für die Kinder für all die liebevollen Details
sorgte, die einen solchen Abend erst zu einem derart
runden und anrührenden Erlebnis machen. Die kleinen
Sängerinnen und Sänger der Kantorei sorgten
mit "Blechschaden" für einen tollen Konzertabend.
Fotos: Esser
"Blechschaden"-Chef Bob Ross
steckte die Kinder mit seinen Verrücktheiten sofort
an.
Ralf Tiemann
IKZ, 21.12.2007,
veröffentlicht am 22.12.2007 / LOKALAUSGABE /
ISERLOHN
Weihnachtssingen
mit großer Freude an Musik
Iserlohn. (rms) "Singet
fröhlich im Advent!" - mit dieser
verheißungsvollen musikalischen Aufforderung
begann das diesjährige Weihnachtssingen in der
Obersten Stadtkirche. Mit spürbarer Freude sangen
und musizierten am Vorabend des dritten Advents Kinder
und Erwachsene der Evangelischen Kantorei, der "Gospel
Train" und der Posaunenchor der
Versöhnungs-Kirchengemeinde. Dabei luden sie die
Besucher in der vollbesetzten Kirche immer wieder zum
Mitsingen ein. Unter der Leitung von Ute und Hanns-Peter
Springer erklangen alt vertraute Melodien und moderne
Gospels, Choralvariationen und Lieder aus anderen
Ländern.
Erstmalig musizierte der
Posaunenchor unter Hanns-Peter Springer - leider war
Stefan Beumers wegen Krankheit nicht dabei - und trug
mit Bravour seine zum Teil technisch kniffligen
polyphonen Stücke vor. Überzeugend und
klangvoll trat der Gospelchor mit seinen schwungvollen
Rhythmen auf. Einen kontrastreichen Akzent dazu setzte
die Kantorei mit dem innigen "Und unser lieben Frauen
Traum" von Reger oder der russischen Weise "Schlaf mein
Kindchen".
Eindrücklich war es,
als Springer die Besucher dazu einlud, sich in
ungewohnter Art auf den alten Choral "Nun komm der
Heiden Heiland" einzulassen. So ließ er ihn im
Kanon singen, mit unterlegter Quinte oder machte Mut zum
Cluster. Wunderschön auch der Raum füllende
festliche Gesang beim Kanon "Ehre sei Gott in der
Höhe".
Spontanen, heftigen Beifall
zwischendurch erhielt die Kinder- und Jugendkantorei -
ihr Auftritt war ein besonderer und bewegender
Höhepunkt. Was da an glanzvollen stimmlichen
Fähigkeiten in den jungen Menschen heranreift und
sich entfaltet, bewiesen vor allem die solistischen
Partien.
Zum abschließenden
englischen Lied aus dem 16. Jahrhundert, von Ute
Springer pfiffig bearbeitet, versammelten sich alle
Chöre noch einmal auf den Altarstufen und sangen
"We wish you a merry Christmas". Die Gemeinde bedankte
sich mit viel Applaus.
Viel Beifall und Anerkennung
zollten die Besucher des Weihnachtssingens in der
Obersten Stadtkirche den Musikern der Evangelischen
Kantorei, des "GospelTrain", des Posaunenchors und der
Kinder-und Jugendkantorei.
IKZ, 19.12.2007,
veröffentlicht am 20.12.2007 / LOKALAUSGABE /
ISERLOHN
Kantorei
verneigte
sich vor den Kindern

Die Evangelische Kantorei
Iserlohn hat mit John Rutters "Mass of the children"
einen triumphalen Erfolg in
der Obersten Stadtkirche gefeiert
Eine neue Dimension war das
nicht nur für die Evangelische Kantorei. Auch
für das Iserlohner Musikpublikum war das, was die
rund 60 Sängerinnen und Sänger zuammen mit den
etwa 35 Mitgliedern der Kinder- und Jugendkantorei und
unterstützt von Musikern der Philharmonie Dortmund,
einem Iserlohner Bläser-Ensemble um Stefan Beumers
und zwei Gesangssolisten am Sonntag in der Obersten
Stadtkirche geboten haben, nicht nur ein gewaltiges
Musikerlebnis, sondern schlichtweg neu.
Denn die Kinder waren in der
„Mass of the Children” von John Rutter, die erst vor
wenigen Jahren in New York uraufgeführt wurde und
in Deutschland noch nicht allzu oft erklungen ist, kein
schmückendes Beiwerk oder Anhängsel. Ihre
kleinen Stimmen zwischen den gewaltigen Klängen der
Bläser, dem umfangreichen Schlagwerk und den
Streichern herauszuhören, war nicht nur bezaubernd
oder anrührend.
Vielmehr übernahmen sie
eine wichtige und führende Rolle in der Komposition
und trugen ganz entscheidend zu der besonderen Pracht
dieses Werkes bei, das zwischen populärem,
musical-artigem Stil und modernem Orchestereinsatz sehr
viel zu bieten hatte. Schon im Vorfeld hatte Kantor
Hanns-Peter Springer von der großen
Praxisnähe des britischen Komponisten John Rutter
geschwärmt, der seine Wurzeln in der englischen
Chortradition hat. Seine Werke schneidet er in der Regel
auf die Praxis in den Chören zu und schöpft
dabei ihre realen Möglichkeiten voll aus. Mit
seiner „Mass of the Children” hat er in dieser Hinsicht
ein echtes Meisterwerk geschaffen, das unter die Haut
geht und den Ausführenden als auch dem Publikum
viel Spaß macht.
Der Schlussapplaus direkt
nach diesem Werk nahm jedenfalls triumphale Züge
an, die man in dieser Form nur selten erlebt. Schon
wenige Sekunden nach den letzten Klängen hatten
sich alle Besucher in der sehr gut gefüllten Kirche
geschlossen von den Bänken erhoben und
überschütteten die Musiker und Sänger mit
minutenlangem und tosenden Jubel. Hanns-Peter Springer
sah sich schließlich dazu gezwungen, das Gloria
der Messe als Zugabe wiederholen zu lassen, was
ebenfalls bei solchen großangelegten Sakralwerken
recht unüblich ist.
Mit diesem Konzert hat die
Kantorei aber nicht nur ein tolles Stück Musik
verwirklicht, sie hat auch ein Credo der Kinder- und
Jugendarbeit an der Obersten Stadtkirche mit Nachdruck
unterstrichen, das Kantor Hanns-Peter Springer in seiner
Begrüßung erneut anführte: „Kinder sind
nicht unsere Zukunft, sondern sie sind unsere
Gegenwart.” Welch enormer Gewinn sie nicht irgendwann
sein können, sondern jetzt schon sind,
demonstrierte Kantorin Ute Springer, die die
Kinderkantorei leitet und die knapp 100 Sängerinnen
und Sänger und das große Orchester mit ihrem
ebenso ausdrucksstarken wie bestimmten Dirigat
führte, sehr eindruckvoll. Natürlich hat sie
Recht, wenn sie sagt, dass es weit wichtiger sei, die
Kinder grundlegend und nachhaltig mit Musik vertraut zu
machen, anstatt sie regelmäßig für
derartige konzertante Großereignisse zu trimmen.
Ein wenig schade ist es aber schon, dass ein solches
Konzertereignis, bei dem alle Kantoreigruppen an einem
Strang ziehen, und eine solche „Verneigung der
großen Kantorei vor den Kindern”, wie Hanns-Peter
Springer es nannte, so schnell nicht wiederholt werden
soll.
Dafür wird man sich
aber schon im nächsten Jahr wieder auf so starke,
facettenreiche und erstklassig interpretierte Musik
freuen dürfen, wie die Kantorei sie am Sonntag sie
auch ohne die Kinder zu Gehör gebracht hat. Als
erstes ist da natürlich Faurés wunderbar
sphärisches Requiem zu nennen, das mit dunkler,
sehr Bratschen- und Celli-lastiger Intrumentierung,
himmlischen Melodien und wunderschönen
Solo-Passagen - eindringlich gesungen von Antonia Walch
(Sopran) und Robert Sedlack (Barriton) - betörte
und mit dem die Kantorei ihr Konzert eröffnete.
Anschließend stand
Arvo Pärts Psalmvertonung „De Profundis” auf dem
Programm, das nur von den Männerstimmen gesungen
wurde, begleitet vom Schlagwerk und von Christoph Ramb
an der großen Orgel. Extrem hoch in den
Tenören und extrem tief in den Bässen
entfaltete dieses Stück mit den glockenartigen
Einzeltönen der Orgel eine ganz eigenene und sehr
intensive Atmosphäre.
Der Tatsache, dass es das
Kantorenpaar zu seinen Aufgaben zählt, auch die
kirchenmusikalische Moderne verstärkt erklingen zu
lassen, ist es zu danken, dass das Publikum in den
Genuss eines so vielfältigen und kontrastreichen
Konzertes kam, das nicht nur ganz unterschiedliche
Kompositionsstile und Klangideale, sondern zwischen dem
französischen Romantiker Gabriel Fauré und
dem modernen Esten Arvo Pärt auch starke
konfessionelle und kulturelle Unterschiede verband.
Ralf Tiemann
IKZ, 12.11.2007,
veröffentlicht am 13.11.2007 / LOKALAUSGABE /
ISERLOHN
"Chor-Kontraste"
klangen mit starkem Gospel-Konzert aus
Der "Gospel Train" von der
Obersten Stadtkirche überzeugte einmal mehr beim
letzten Konzert der "Chor-Kontraste" in der
Heilig-Geist-Kirche.
Iserlohn. (rat) Mit einem
weiteren musikalischen Höhepunkt endete am Sonntag
in der Heilig-Geist-Kirche die Konzertreihe
"Chorkontraste". Der "Gospel-Train" von der Obersten
Stadtkirche unter der Leitung von Kantor Hanns-Peter
Springer und die Songgruppe "Querbeet" aus
Unna-Lünern unter der Leitung von Hans-Jürgen
Glander boten Chormusik vom Feinsten. Während der
Gospel-Train, der in Iserlohn schon des öfteren
Fahrt aufgenommen hat, mit Ute Sprunger am Klavier seine
kraftvollen und voluminösen Chorklang entwickelte,
setzten "Querbeet" mit nur zwei Männerstimmen neun
Frauenstimmen auf Pop-Balladen und Spirituals. Beide
Chöre glänzten durch ausgefeilte
Musikalität und ergänzten sich wunderbar zu
einem abwechselungsreichen und überaus niveauvollen
Programm.
Glander war es auch, der auf
Anregung der katholischen Gemeinde die Konzertreihe ins
Leben gerufen hatte, um den anstehenden Umbau der Kirche
an der Hans-Böckler-Straße finanziell zu
unterstützen. Nach nunmehr sechs Konzerten zog er
ein durchweg positives Resümee, obwohl der Besuch
bei den Chorkonzerten, bei denen sich stets zwei
Iserlohner Ensembles mitwirkten, weitaus höher
hätte sein können. "Musikalisch war die Reihe
sehr vielfältig und reich an Höhepunkten",
freute er sich auf Anfrage unserer Zeitung. Wegen des
Umbaus wird die Konzertreihe nun ausgesetzt, soll aber
nach Fertigstellung der Kirche wieder aufgenommen
werden, wie Glander versicherte.
Das letzte Konzert in der
Kirche vor dem Umbau bestreitet der junge Chor "Modern
Voices", den Hans-Jürgen Glander vor rund einem
Jahr gegründet hat, am Samstag, 17. November, im
Alleingang.
IKZ, 07.11.2007 /
LOKALAUSGABE / ISERLOHN
Ungewohnt
mächtige
Klangfülle
in Oberster Stadtkirche
Iserlohn. (rd) Mit Standing
Ovations feierte am Samstag ein begeistertes Publikum in
der voll besetzten
Obersten Stadtkirche die
glanzvolle Aufführung des Pop-Oratoriums "Israel
Schalom".
Das Werk wurde 1988 zum 40.
Geburtstag des Staates Israel von Klaus Heizmann
komponiert. Die Textgrundlage stammt von Johannes
Jourdan. Die Komposition ist eine Liebeserklärung
an das Land Israel und getragen von der
Überzeugung, dass sich für das Volk der Juden
mit der Gründung des Staates Israel die
alttestamentarische Landverheißung erfüllt
hat.
Die große
Aufführung war der erste Meilenstein für den
"Gospel Train Iserlohn", der an diesem Abend
unterstützt wurde von rund 15 Mitgliedern der
Kinder- und Jugendkantorei, nämlich den "MAXIs" und
"5nach5"ern. So entstand im Zusammenwirken ein strahlend
frischer Chorklang. Dazu zeichneten sich die Sänger
durch hohe Präsenz und hervorragende Präzision
aus und meisterten die Herausforderungen des Werkes mit
großer Flexibilität. Herausragend dabei waren
die Mitglieder der Jugendkantorei, die ihre Solopassagen
mit wunderschönen, klaren Stimmen vortrugen.
Kantorin Ute Springer hatte die Musik mit ihnen
einstudiert.
Ein großes Aufgebot an
Instrumentalisten wirkte mit: Lehrkräfte der
Musikschule Iserlohn musizierten mit
Musiker aus der Region. Neben
dem Streichsextett Camerata agitato und einigen
Holzbläsern traten vor allem die Blechbläser
um Stefan Beumers, die Pauken und das Schlagzeug in den
Vordergrund und füllten die Kirche
mit einer sonst ungewohnten,
mächtigen Klangfülle. An den Keyboards agierte
kein Geringerer als Landeskirchenmusikdirektor Ulrich
Hirtzbruch, selbst erfahrener Leiter des Gospelchores
Gronau, und sehr angetan von der hohen Qualität des
Chores.
Im Oratorium finden sich
neben Pop- und Rockelementen unter anderem Anklänge
an jüdische Folklore,
herausragend dabei die
Passagen, in denen Roland Kirch improvisierend seine
Klarinette zum Klingen brachte.
Bereits im Eingangsstück
von Giora Feidmann "Ballad for a Klezmer"
hinterließ sein virtuoser und zugleich
ausdrucksstarker Vortrag im
Zusammenspiel mit Hanns-Peter Springer (Klavier) tiefen
Eindruck.
Patricia Vivanco
übernahm die Alt-Partien - mit sehr sensibler,
verhaltener Interpretation. Hanno Kreft sang in
gewohnter Souveränität die Soli als Bass,
mehrfach auch im Wechselgesang mit dem Chor, so im
lebhaften "Schalom chaverim". Geleitet wurde die
Aufführung von Kantor Hanns-Peter Springer, der das
Konzert als Bitte um den Frieden zwischen den
Religionen und Völkern verstanden wissen wollte.

IKZ 04.09.2007 /
LOKALAUSGABE / ISERLOHN
Kinderkantorei
feiert
mit
"Bileam" großen Erfolg
Iserlohn. (rat) Nur selten
hat man eine derart umjubelte Kinderaufführung
erlebt. Kantorin Ute Springer war nach dem Musical
"Bileam", das sie mit den St. Marien-Käfern und
Minis ihrer Kinderkantorei am Samstag in der
vollbesetzten Obersten Stadtkirche aufgeführt hat,
sichtlich gerührt von dem donnerneden Applaus und
dem Dank der Eltern für ihre Arbeit mit den
Kindern.
Die beiden Gruppen umfassen
mehr als 50 Kindergarten- und Grundschulkinder.
Monatelang hatten sie sich in vielen Proben und einer
intensiven Probenphase am Glörsee auf diesen Tag
vorbereitet. Die Mühe hatte sich gelohnt: Das
Ergebnis war einfach fabelhaft. Gesanglich und
schauspielerisch hatten die kleinen Musical-Darsteller,
von denen über die Hauptrollen hinaus viele mit
Solo-Partien bedacht wurden, unheimlich viel zu bieten.
Dazu bestachen das aufwendige Bühnenbild und die
hübschen Kostüme
- allen voran natürlich
der elterliche Esel.
Überhaupt war das
Musical von Gerd-Peter Münden mit seiner
ansprechenden Musik, seinen vielen bewegten Szenen und
reichlich gereimtem Wortwitz eine wundervolle Vorlage,
um allen Zuschauern egal welchen Alters ein tolles
Musical-Erlebnis zu bieten. Einen großen Anteil am
Erfolg hatte dabei
auch das begleitenden
Instrumentaltrio aus Kantor Hanns-Peter Springer
(Flügel), dem stellvertretenden
Musikschulleiter Roland Kirch (Klarinette) und der
Geigenlehrerin Edyta Pietrasch-Szyszko, das die
musikalischen Vorgaben der alttestamentarischen
Geschichte mit jüdischem
Klezmer-Touch wunderbar
umsetzten.
IKZ 06.06.2007 /
LOKALAUSGABE / ISERLOHN

IKZ 05.06.2007,
veröffentlich 06.06.2007 / LOKALAUSGABE / HEMER
Chöre
zelebrierten
ungetrübten
Musikgenuss
Iserlohn. (tst) Gemeinsam
luden kürzlich die Chöre "Maxis" und "5nach5"
der Kinder- und Jugendkantorei
sowie der Chor der
Jugendkantorei Alzey in die Reformierten Kirche an der
Wermingser Straße zu ihrem Konzert "Celebration"
ein. Die Organisatoren rund um Kantorin Ute Springer
hatten aufgrund des Jazz-Festivals auf dem Kirchplatz
entschieden, von der Obersten Stadtkirche dorthin
umzuziehen und dem begeisterten Publikum einen
ungetrübten Genuss zu ermöglichen.
Zwischen der Iserlohner
Kantorei und der Kantorei in Alzey besteht eine sehr
enge Verbundenheit, denn Hanns-Peter und Ute Springer
leiteten sie gemeinsam, bevor sie vor fünf Jahren n
die Waldstadt gezogen und hier die Kinder- und
Jugendkantorei gegründet haben. "Wir haben bereits
im letzten Jahr einen gemeinsamen Auftritt gehabt und
schon damals war uns klar, dass wir diese Freundschaft
durch gemeinsame Auftritte weiter ausbauen wollen",
erklärt Ute Springer.
Die Kinder und Jugendlichen,
die alle zwischen 11 und 17 Jahren alt sind und nicht
nur aus Iserlohn sondern vielmehr aus der ganzen
Umgebung kommen, boten den Zuhörern eine Mischung
aus traditionell
geprägten englischen
Chorliedern und einen Ausschnitt aus dem Pop-Oratorium
"Israel Shalom". Das komplette Oratorium wird bei dem
Auftritt am 1. September in der Obersten Stadtkirche
vorgetragen. Die jüngeren Sänger werden am 2.
Juni um 17 Uhr ebenfalls in der Obersten Stadtkirche
auftreten.
IKZ 31.05.2007 /
LOKALAUSGABE / ISERLOHN
Staunen
schon beim Einsingen
Iserlohn. (rat) "Auf zu
neuen Ufern" - unter dieses Motto könnte man die
Reise stellen, von der die evangelische Kantorei am
Wochenende zurückkehrte. Und das nicht nur, weil
die Sängerinnen und Sänger an jedem Abend mit
der Fähre den Comer See überqueren mussten, um
ihr Hotel zu erreichen.
Die achttägige Reise
nach Nord-Italien war für den Chor in vielerlei
Hinsicht ein Novum und ein Wagnis zugleich. Zuletzt war
die Kantorei vor mehr als zehn Jahren eine komplette
Woche unterwegs, und Kantor Hanns-Peter Springer war
mehr als glücklich, dass mit 35 Mitgliedern und
zehn weiteren Begleitern eine so große Gruppe
mitgezogen und andere Urlaubspläne hintenangestellt
hat, um die Ostertage von Karfreitag bis zum Freitag
letzter Woche in der Gemeinschaft der Kantorei zu
verbringen. "Das hat
uns noch fester
zusammengeschweißt."
Und gelohnt habe sich die
Reise bei der Fülle an großartigen
Erlebnissen auf jeden Fall. "Unglaublich, dass das alles
in nur acht Tage gepasst hat", sei die überwiegende
Reaktion der Sänger nach der Fahrt gewesen. Beim
Gespräch im Luther-Haus stand auch der Chorleiter
noch ganz ganz unter dem Eindruck des Erlebten zwischen
herrlichen Tagen in der Alpennatur und kulturellen
Besichtigungen, zwischen Sonnenschein und den
kulinarischen Genüssen Italiens sowie zwischen
herzlichen Begegnungen und
vielen Auftritten. "Das
hätte auch für zwei Wochen gereicht," freut er
sich und dankt dem Reiseleiter
Hans-Jürgen Michels, der
die Fahrt im Vorfeld ausgearbeitet und auch vor Ort auf
alle unverhersehbaren Gegebenheiten schnell und
fürsorglich reagiert hat.
Neu war dabei auf jeden Fall
das Reiseziel, das nach vielen Ausflügen gen Norden
und Osten erstmals in ein katholisches Land des
Südens führte. Für die Pastorin Rahel
Schöttler, die dem Chorbeirat angehört,
gehörten die vielen Begegnungen mit den
katholischen Christen in den Gemeinden, in denen der
evangelische Chor fantastisch aufgenommen worden sei, zu
den beeindruckendsten Erfahrungen. "Eine solche
Herzlichkeit, Offenheit und liebevolle Gastfreundschaft
hätte ich gar nicht erwartet", sagt die Pastorin,
die während der Osterfeiertage unter anderem auch
eine Osternachtsfeier unter freiem Himmel
bei Kerzenschein am Comer See
veranstaltet hat - auch solche Erfahrungen mit dem Chor
als Gemeinde seien für sie sehr wichtig
gewesen.
Gesang an allen Orten
Im Mittelpunkt stand aber
natürlich der Gesang, der die Kantorei auf
Schiffsfahrten, Wanderungen oder
Besichtigungen stets
begleitete und der mit insgesamt fünf Auftritten in
Gottesdienst und Konzert ebenfalls
für tolle Eindrücke
und eine besonders begeisterte Aufnahme bei den
Italienern führte. Ein derart professionalisiertes
Kirchenmusiksystem wie in Deutschland gebe es in Italien
nicht, erklärt Hanns-Peter Springer - weder bei den
Origanisten noch bei den Chorleitern. Die Qualität
der Kantorei habe daher oft schon beim Einsingen oder
bei improvisierten Proben im Hotel-Foyer für
staunende Augen und bei den Konzerten für stehende
Ovationen nach fast jedem Lied gesorgt - auch das eine
eher ungewohnte aber sehr erfreuliche Erfahrung.
Zu erwähnen ist hier vor
allem der Auftritt zum Ostermontag-Gottesdienst im
Mailänder Dom, denn ein Auftritt im
drittgrößten Sakralbau weltweit ist wohl
für jeden Musiker ein besonderes Ereignis. Die
enorme Größe des Raums macht das Musizieren
mit Mikrophonen für einen Chor allerdings nicht
einfach, weswegen die übrigen Konzerte die der
befreundete Organist und Professor in Rom, Ennio
Cominetti,
dem Chor in kleineren Kirchen
vermittelt hatte, musikalisch gesehen in noch
positiverer Erinnerung blieben.
Absoluter Höhepunkt sei
das Konzert in der Wallfahrtskirche von Montevecchia
gewesen, wo an dem betreffenden Tag das Patronatsfest
gefeiert wurde, und die Kirche brechend voll und die
Begeisterung riesengroß gewesen sei. Da der
Reisebus die auf einem Berg gelegene Kirche nicht
erreichen konnte, erfuhren die Sängerinnen und
Sänger gerade hier die ganze Wucht der
Gastfreundschaft und herzlichen Aufnahme der Italiener,
die alle Sänger ruckzuck auf den Berg vergfrachtet
haben.
"Nachtreffen" am 22. Juni
Die Liste der Programmpunkte
mit nachhaltigen Eindrücken, die Hans-Jürgen
Michels für die Kantorei-Mitglieder bereithielt -
unter anderem eine Begegnung mit der kleinen
Protestanten-Gemeinde der Waldenser in Como -
ließe sich noch lange fortführen. Wieder
daheim freuen sich die Chormitglieder nun auf ihr
"Nachtreffen" am 22. Juni. Da nämlich wird Ennio
Cominetti für ein Konzert in die Oberste
Stadtkirche kommen - aus Verbundenheit mit der Kantorei
und wegen der wunderbaren gemeinsamen
Zeit.
IKZ 20.04.2007 /
LOKALAUSGABE / ISERLOHN
Kantorei im Mailänder Dom

Martina Hülsmann (stehend v. l.),
Rahel Schöttler, Elke Wiedermann, Gudrun
Völcker,
Gerhard Lötters und
Hans-Jürgen Michels stehen Kantor Hanns-Peter
Springer (am Klavier)
auch in den nächsten zwei Jahren
als Chorbeirat zur Seite.
Foto: Wronski (IKZ)
Iserlohn.
(rat) An den bewährten Strukturen hat sich
nichts geändert. In der vergangenen Woche hat
die Ev. Kantorei Iserlohn einen neuen Chorbeirat
gewählt und dabei den gleichen sechs Personen
das Vertrauen ausgesprochen, die schon in den
vergangenen zwei Jahren zusammen mit Kantor
Hanns-Peter Springer die Geschicke des Chores
gelenkt haben.
Am Dienstagabend traf sich der
Beirat, um Rückschau auf das vergangene Jahr zu
halten und um mit der Präsentation ihres
Jahresprogramm 2007 einen Ausblick auf die kommenden
Konzerte und Aktivitäten zu geben.
Herzstück des Konzertjahres
wird das Konzert am Sonntag, 11. November, in der
Obersten Stadtkirche sein, bei dem nicht nur Gabriel
Faurés Requiem für Chor und Orchester,
sondern mit John Rutters "Mass of the Children" auch
ein Werk erklingen wird, bei dem von den "Minis" der
Kinder- und Jugendkantorei bis zum großen
Kantorei-Chor insgesamt vier Kantorei-Gruppen an
einem Strang ziehen werden. "Es war unser
erklärtes Ziel, in diesem Jahr die
verschiedenen Chöre noch enger
zusammenzuführen und die Gruppen der Kinder-
und Jugendkantorei noch stärker in die Konzerte
einzubinden", sagte Hanns-Peter Springer am
Dienstag. Schon im vergangenen Jahr, als im Dezember
Bachs komplettes Weihnachts-Oratorium erklang, waren
die Mitglieder des Jungen Chores "5nach5" mit von
der Partie und wurden von dem "erhebenden
Gefühl, im großen Chor mit einem
Orchester zu singen" angesteckt, wie Springer sagte.
Das Weihnachts-Oratorium mit der
Verköstigung von 500 Konzertbesuchern hatte den
Chorbeirat im Dezember auch vor ganz neue
logistische Herausforderungen gestellt. Neben
solchen organisatorischen Dingen übernehmen die
Mitglieder je nach Neigung weitere Aufgaben wie
Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Werbung,
Kartenverkauf, Festkoordination oder die Planung von
Konzertreisen. Im vergangenen Jahr wurde auf diesem
Weg beispielsweise die Anschaffung eines neuen und
auf die Oberste Stadtkirche maßgeschneiderten
Chorpodestes realisiert. Darüber hinaus
kümmern sich die Beiratsmitglieder um das
soziale Miteinander im Chor und dienen als
Ansprechpartner nach Innen und Außen.
Am Dienstag wurde neben den
Iserlohner Konzertterminen für 2007 auch eine
außergewöhnliche Konzertreise
vorgestellt, die den Chor im April nach Norditailen
führt, und die den Sängerinnen und
Sängern sogar einen Auftritt im
Ostermontags-Gottesdienst im Mailänder Dom
beschert. In dem Konzert "Serenade Italianissimo",
bei dem die Kantorei am 22. Juni mit dem
italienischen Organisten Ennio Cominetti auftreten
wird, der den Kontakt zum Mailänder Dom
hergestellt hat, wird das Publikum die musikalischen
Eindrücke der Reise hören können.
Das komplette Programm mit allen
Konzerten der Kantorei, der Kinder- und
Jugendkantorei, des Gospel-Chors "Gospel Train
Iserlohn", der verschiedenen Gruppen des
Posaunenchores und vielen weiteren Konzerten von
Gastkünstlern liegt als Faltheft unter anderem
im Lutherhaus an der Obersten Stadtkirche und in der
Stadtinformation am Theodor-Heuss-Ring aus. Daneben
steht unter www.kantorei-iserlohn.de im Internet.
IKZ 31.01.2007 / LOKALAUSGABE /
ISERLOHN
Ein
Meister des Registrierens
Die
Reformierte
Kirche erlebte am vergangenen Samstag ein
außergewöhnliches, stimmungsvolles
Nachtkonzert, zu dem die Evangelische Kantorei
eingeladen hatte.
Zwei Studienkollegen von
Kantor Hanns-Peter Springer, Gerd Hennecke
(Sulzbach-Rosenberg) und Rainer Dietz (Dachau), hatten
ein zweitägiges Orgel-Seminar über
Improvisation und die Kunst des Registrierens in
Iserlohn angeboten.
Im
abschließenden
Konzert stellte Gerd Hennecke beeindruckend unter
Beweis, dass er selbst diese Kunst meisterhaft
beherrscht. So hallte die Reformierte Kirche von
Tönen wider, wie sie dort schon lange nicht mehr
gehört worden waren. Welch ein Potenzial in
diesem romantischen Kleinod an Orgel steckt. Es sangen
und tirilierten zarteste Flötentöne
über dunklem, fast dumpfen Bass - um immer wieder
abgelöst zu werden von rauschendem Plenum, das
bis auf die Wermingser Straße hinausschallte.
Nach
der
Passacaglia des Jubilars Buxtehude folgte Bachs,
"Pièce dorgue. Hier wie in den folgenden
Stücken flogen die Finger des Musikers zeitweise
nur so über die Tasten - was bei dem oft schweren
Anschlag und verzögerten Anspringen nicht nur
Fingerfertigkeit, sondern auch reichlich Kraft
erfordert.
Selbiges
gilt
für
das
Bedienen
der
Register.
Zwar
hat
die 1847 gebaute thüringische Orgel gar nicht so
viele Register, aber zeitweise brauchte Hennecke sogar
zwei Registranten. Im Voluntary von Stanley war der
Gesang der Hohlflöte prägnant und setzte
sich charaktervoll durch. Reizvoll hier wieder der
typische "überblasende" Klang der
Schulze-Orgel.
Die
Kontraste
in den Rinck-Variationen über "Heil dir im
Siegeskranz" traten durch die überaus
variantenreiche
Registrierung besonders
hervor. Die folgende Orgelsonate von Josef Rheinberger
spiele er überaus temperamentvoll und
spielfreudig, sowohl beim Herausarbeiten der
volkstümlichen Motivik als auch bei den
atemberaubenden virtuosen Läufen. Im modernen
Werk des niederländischen Zeitgenossen Cor Kee
über ein Lied der Reformationszeit erklangen
wieder ganz andere, zauberhaft-nachdenkliche aber auch
kriegerische und brausende Töne. Als Zugabe
spielte er zusammen mit Hanns-Peter Springer
vierhändig den bayrischen Defiliermarsch.
Beim
anschließenden
Glas Wein beschrieben die Zuhörer lebhaft und
begeistert ihre Freude über diesen besonderen
Höreindruck und die unerwartete Klangvielfalt,
die Hennecke der Schulze-Orgel entlockt hatte.
Von
Rahel
Schöttler
IKZ 24.01.2007 / LOKALAUSGABE /
ISERLOHN
Die
Kinder- und Jugendkantorei sagt herzlichen Dank !

Foto:
Lehmann (IKZ)
Brükkenkamp-Spende
für „Starke Töne - starke Kinder”
"Was
in der Kinder- und Jugendkantorei geleistet wird, wie
hier schon bei jungen Leuten der Grundstein gelegt
wird und wie sie dabei zugleich Halt finden in der
Kirche - das ist schon toll”, findet Michael
Brükkenkamp.
Und deswegen hat der
Inhaber der Tischlerei am Hombrucher Weg, der selbst
im Posaunenchor der Versöhnungskirchengemeinde
spielt und dessen Frau in der Kantorei singt, mit
seinem Bruder und Geschäftspartner Peter am
Mittwoch einen Scheck über 500 Euro an Kantorin
Ute Springer überreicht.
Im Gegenzug für ihre
Unterstützung des „Meine Stadt”-Projektes
„Starke Töne - starke Kinder” mit der Nr.
1081 bekamen die Brüder dafür aus den
Händen von Lothar Genster von der Stadt die
steinerne Ehrengabe.
70 Kinder und Jugendliche
im Alter zwischen 5 und 19 Jahren singen in den vier
Gruppen der Kinder- und Jugendkantorei.
Wofür die Spende
verwendet werden soll, ob für die Ausstattung,
eine Licht- und Tonanlage oder für die Tourneen
und Freizeiten, steht noch nicht fest. Die
süße Überraschung, die die
Brükkenkamps zudem mitgebracht hatten, wurde aber
gleich verzehrt.
IKZ 19.01.2007 / LOKALAUSGABE /
ISERLOHN
Sprühend
vor
Lebendigkeit und Musikalität
Kantorei verneigte sich im
Konzert "Hommage à" in der Obersten Stadtkirche
vor
Dietrich Buxtehude,
Heinrich Creuzburg und Edward Elgar

Als
imposante Klangwand hatte sich die Kantorei auf den
vorderen Stufen des Altarraums postiert.
Foto:
Wronski (IKZ)
Die
Kantorei
sprüht. Noch in viel stärkerem Maße
als bei großen Oratorienaufführungen konnte
das Publikum am Samstagabend in der Obersten
Stadtkirche die ungeheure Musikalität und
Vitalität aus nächster Nähe erleben,
durch die sich die Sängerinnen und Sänger
unter dem klaren und animierenden Dirigat von Kantor
Hanns-Peter Springer auszeichnet. Zwei Kantaten von
Dietrich Buxtehude - "Das neugeborene Kindelein" und
das bekannte "Alles, was ihr tut" - standen auf dem
Programm.
Begleitet
von
einem
fünfköpfigen
Streich-Ensemble
aus
Iserlohner
Musikern
hatten
sich die 45 Chormitglieder der Kantorei auf den
vorderen Stufen des Altarraums postiert und bildeten
so eine imposante Klangwand, die in gewohnt
engagierter und hellwacher Weise agierte. Kein Ton
wurde einfach so dahergesungen, jede Phrase wurde fein
ausgearbeitet und beide Kantaten wurden in ihrem
geschmeidigen Fluss so zu einem höchst
erfreulichen Erlebnis. Ebenso erfreulich sind die
solistischen Möglichkeiten, über die die
Kantorei verfügt. In der Kantate "Alles, was ihr
tut" meisterte der Chorist Burckhard Schmale das
Bass-Solo hervorragend, und Rebecca Henz - eine
Leihgabe des jungen Chores "5nach5" der Jugendkantorei
von Ute Springer - glänzte als Solo-Sopranistin.
Buxtehude
gehört
zu
jenen
kirchenmusikalischen
Giganten,
die
als
Orgelmeister
der Vor-Bach-Zeit zwar keinen so berühmten Namen
haben, die sich für die Kirchenmusik im
speziellen und für die Musik im allgemeinen aber
enorme Verdienste erworben haben. Dazu gehört
unter anderem die Einführung der Abendmusiken,
die der "Magier des Nordens" in der
St.-Marien-Gemeinde in Lübeck, die er als
Organist betreute, gestaltet hat - eine für die
damaligen im aristokratisch geprägten Deutschland
gänzlich neue Idee eines öffentlichen
Konzertes, das als Vorläufer unseres modernen
Konzertwesens Eingang in jedes musikalische
Geschichtsbuch gefunden hat.
In
diesem
Jahr jährt sich Buxtehudes Todetag zum 300. Mal,
weswegen er in dem Neujahrskonzert "Hommage à"
von Hanns-Peter Springer an vorderster Stelle bedacht
wurde. Daneben waren es die Jubilare Heinrich
Creuzburg (1907-1991) und Edvard Elgar (1857-1934),
vor denen sich der Iserlohner Kantor an der Orgel
verneigte. Von dem bedeutenden Kirchenmusiker
Creuzburg spielte er eine Phantasie über zwei
Themen von Bach, wobei die beiden Themen ("Es ist
genug" und die Fuge h-moll aus dem Wohltemperierten
Klavier) schon im Original in ihrer Chromatik weit
über das hinausreichen, was man gemeinhin als
Melodie vor sich hin pfeift. In ihrer modernen
Verquickung durch Creuzberg wuchsen sie zu einem
eindrucksvollen Klangspektakel aus wuchtigen Clustern
und mulmigen Dissonanzen.
Zum
Abschluss
hatte Springer das berühmte "Pomp and
Circumstance" von Edward Elgar gewählt, der als
Kirchenmusiker zwar eher eine Nebenrolle spielt,
dessen bekanntestes Werk sich als traditioneller
Neujahrs-Gruß aber geradezu anbot.
Von Ralf Tiemann, IKZ
15.01.2007 (veröffentlicht 16.01.2007) /
LOKALAUSGABE / ISERLOHN
Musikalische
Besinnung
zum
Jahresausklang
Volles Haus beim
"Feuerwerk der Orgelpfeifen"

Eine
wunderbare Atmosphäre herrschte beim "Feuerwerk
der Orgelpfeifen"
in der nur
von Kerzen erleuchteten Obersten Stadtkirche
Foto: May
(IKZ)
Iserlohn.
(rms)
Das
Konzert
in
der
Obersten
Stadtkirche
am
Silvesterabend machte seinem Namen wieder alle Ehre.
Beim "Feuerwerk der Orgelpfeifen", das Hanns-Peter
Springer an der Schuke-Orgel mit großer
Klangfarbenvielfalt entzündete, erlebten die
Zuhörenden in der vollbesetzten, mit Kerzen
beleuchteten Kirche einen stimmungsvollen
Jahresausklang.
Kompositionen
von
der
frühen
Barockzeit
bis
ins
20.
Jahrhundert
boten die Möglichkeit zu musikalischer Besinnung:
nachdenklich und getragen, fröhlich und jubelnd.
Mit einem Praeambulum in E von Vincent Lübeck,
einem der großen norddeutschen Orgelmeister des
Barock, begann Springer und brachte dessen wohl
bekanntestes Werk zu Gehör, wobei die im
Charakter unterschiedlichen Teile ansprechend und
prägnant herausgearbeitet waren.
Es
folgten
zwei weihnachtliche Choralvorspiele von Johann
Sebastian Bach. Beim nächsten Werk wurde
- nach dem Komponisten
Lübeck - ein weiterer Jubilar des Jahres 2006
geehrt, nämlich Johann Pachelbel. Bei der Ciacona
in f, einer Vorform der späteren Passacaglia,
entfaltet sich über einer viertaktigen, stets
wiederkehrenden Basslinie eine im Charakter ruhige und
doch niemals langweilige Komposition. Wolfgang Amadeus
Mozart durfte an diesem Abend nicht fehlen. Das
vorgetragene Andante, das meist heiter und zeitweise
tänzerisch leicht daherkommt, ist eigentlich
für eine mechanische Orgel komponiert und daher
in der manuellen Wiedergabe eine große
Herausforderung. Springer gelang auch mit "nur" zehn
Fingern diese Aufgabe vortrefflich.
Welch
ein
breites Spektrum an klanglicher Farbenpracht die
Schuke-Orgel zu bieten hat, zeigte sich bei der
gewaltigen Symphonie VI, op.42 von Charles Widor.
Immerhin war Widor 67 Jahre Titularorganist an der
fünfmanualigen Orgel in St. Sulpice/Paris und
einer solchen Orgel entsprechend sind seine Werke
angelegt. In den drei vorgetragenen Sätzen wurden
(fast) alle Register gezogen und die dreimanualige
Schuke-Orgel zu einem vielstimmigen Orchester. Neben
einem majestätischen, ja manchmal
überwältigenden Forte erklangen Piano- und
Pianissimo-Passagen, die die Zuhörenden
regelrecht gefangen nahmen - hervorgerufen auch durch
die wohldurchdachte, hochdifferenzierte
Registerauswahl Springers, der zudem die technischen
und interpretatorischen Herausforderungen dieses
großen
Werkes brillant
meisterte.
Dankbare,
leuchtende
Gesichter
an
der
Kirchentür
verrieten,
dass
das
musikalische Feuerwerk dem Jahr 2006 einen gelungenen
letzten Stempel aufgedrückt hatte.
IKZ 01.01.2007
(veröffentlicht 02.01.2007) / LOKALAUSGABE /
ISERLOHN
Daumendrücken
gegen das eigene Lampenfieber
Kinderkantorei Iserlohn
entzückte das Publikum in der Christuskirche mit
der Aufführung des Musicals "Das himmlische
Hilfswerk"

Foto:
Hofbauer (IKZ)
Roden.
(kat)
Aufregung, ein Geschnatter und Gewusel herrschten am
frühen Abend zunächst in der Christuskirche,
dann aber lieferten 35 Kinder der "Minis" und "Maxis"
der Kinderkantorei Iserlohn unter der Leitung von Ute
Springer eine beeindruckende Uraufführung des
Musicals "Das himmlische Hilfswerk". Die Kinder sind
zwischen 7 und 14 Jahre alt. Nicht alle Kinder des
Chores kommen aus der Versöhnungskirchengemeinde,
einige stammen auch aus der
Christus-Kirchengemeinde.
Berit (7 Jahre) und Annika
(9 Jahre) waren beispielsweise aus Iserlohn angereist,
Viktoria (8 Jahre) sogar aus Hemer.
Berit spielte einen
DLRG-Schutzengel, Viktoria den Schutzengel eines
Polizisten und Annika einen Pfarrer. Und Berit hatte
ein prima Mittel gegen Lampenfieber parat: "Ich
drücke mir einfach selbst die Daumen".
Dann
ging
es los mit dem Musical, bei dem die Kinder von den
Musikern Hanns-Peter Springer (Klavier), Gudrun
Burowitz (Querflöte) und Johannes Schöttler
(Schlagzeug) begleitet wurden. Zur Geschichte:
Die Engel sind
überfordert, den Menschen die Weihnachtsbotschaft
zu erzählen, gründen deshalb ein himmlisches
Hilfswerk und engagieren mit Hilfe der Schutzengel die
Menschen für den Job. Gleich das erste Lied, "Wir
sagen euch an, den lieben Advent", wurde gemeinsam mit
der Gemeinde gesungen. Einige Kinder übernahmen
immer wieder Solo-Partien in dem Musical.
Die
Leistung
der Kinder in dem gut 45 Minuten langen Stück
wurde am Ende mit viel Applaus belohnt. Und wer noch
nicht genug hatte, konnte die Kinderkantorei am
Dienstagabend noch einmal im Iserlohner Weihnachtsdorf
zu hören.
IKZ, 22.12.2006
(veröffentlicht 23.12.2006) / LOKALAUSGABE /
LETMATHE
Kalte
Füße und warme Herzen

Foto:
Wronski
Vereint
sangen die "St. Marienkäfer", die Minis und
Maxis zum Auftakt ihres Abends auf der
Kinderweihnachtsdorf-Bühne einige
Weihnachtslieder, bevor das Musical "Das himmlische
Hilfswerk" aufgeführt wurde.
Iserlohn.
(rat)
Klirrend
kalt
war
es
am
Dienstagabend,
was
nicht nur das überaus zahlreiche Publikum auf dem
Marktplatz zu spüren bekam, sondern vor allem
auch die evangelischen Kinder- und Jugendkantorei der
Obersten Stadtkirche, die den zweiten Abend auf der
Bühne des Kinderweihnachtsdorfes gestaltete. Dick
eingemummelt waren die Kinder schon anderthalb Stunden
vor der Aufführung ihres Musicals an der
Bühne, um aufzubauen, sich auf ihren großen
Auftritt vorzubereiten und vor allem der Kälte zu
trotzen. Mit den ersten Tönen war die aber
zumindest beim Publikum schlagartig verflogen, denn
als erstes sangen die ganz kleinen "St.
Marienkäfer", die zum Teil gerade einmal vier
Jahre alt sind, erst alleine und dann mit den Minis
und Maxis einige Weihnachtslieder. Und bei so
begeistert und lautstark singenden Kindern wurde wohl
jedem auf dem Platz warm ums Herz, und jedem wurde ein
erfreutes Lachen auf das Gesicht gezaubert, so putzig
war dieser musikalische Auftakt.
Danach
waren
die Minis und Maxis der Kantorei allein an der Reihe,
die in langer Probenarbeit mit ihrer Kantorin Ute
Springer das Musical "Das himmlische Hilfswerk"
eingeübt hatten und am Ende viel Applaus für
ihre Aufführung ernteten. Darin erzählten
sie mit reichlich musikalischem und darstellerischem
Können die Geschichte von den Seraphinen, die die
Botschaft von der Geburt Jesu unter das Volk bringen
sollen, was sie aber vor einige Schwierigkeiten
stellt. Auch die Schutzengel, die in der
Weihnachtszeit viel zu tun haben, können ihnen
nicht helfen, weswegen sie am Ende das himmlische
Hilfswerk gründen, in dem ausgewählte
Menschen mit der Verkündigung der frohen
Botschaft beauftragt werden.
IKZ, 20.12.2006
(veröffentlich 21.12.2006) / LOKALAUSGABE /
ISERLOHN
Kantorei
feierte
Erfolg in jeder Hinsicht
Strahlende
Gesichter,
wo
man
nur
hinsah:
Die
Evangelische
Kantorei
hat am Sonntag mit Bachs Weihnachts-Oratorium viel
Freude und beste vorweihnachtliche Stimmung
ausgelöst - und das nicht nur beim Publikum in
der nahezu voll besetzten Obersten Stadtkirche,
sondern auch bei sich selbst.
Schon während der mehr
als dreistündigen Aufführung aller sechs
Teile des großen barocken Weihnachts-Zyklus
konnte man den Sängerinnen und Sängern den
Spaß an der Musik anmerken. Und auch nach dem
Konzert, das für die Ausführenden durchaus
eine große Anstrengung war, strömten sie
lachend und bestens aufgelegt aus der Sakristei, um
ihren Erfolg noch ein wenig zu feiern.
Denn
ein
Erfolg war diese Aufführung in jeder Hinsicht.
Musikalisch führte Kantor Hanns-Peter Springer
seinen Chor und die
Kammerphilharmonie Rhein-Main in allerbester
Barock-Manier leicht-tropfend und klar im Gestus,
schlank im Klang und in sehr angenehmem, zügigem
Tempo durch das Werk. Der Chor präsentierte sich
dabei ausgesprochen präzise, gut artikuliert und
ungemein sicher und ließ die
majestätischen, kunstvollen Chöre ebenso wie
die einfachen Choräle in wunderbarer, barocker
Schlichtheit erklingen. Und die Solisten Anne
Rosenstock (Sopran), Christina Hackelöer (Alt),
Christoph Rösel (Tenor) und Christoph Kögel
(Bass) setzten dem Abend und dem Hörgenuss das
Sahnehäubchen auf.
Dazu
ist
besonders hervorzuheben, dass der junge Chor "5nach5"
seinen ersten großen Auftritt als
Verstärkung der Kantorei hatte: Im ersten der
sechs Teile mischten sich die Jugendlichen unter
die verschiedenen Stimmen
und übernahmen dort sowie bei der Echo-Arie im
vierten Teil sogar solistische Aufgaben, die sie
hervorragend meisterten. Auch sie wurden am Ende des
Konzertes ebenso wie alle anderen Musiker und
Sänger mit minuten langem Applaus und
großem Jubel überschüttet. Geschlossen
stand das Publikum auf, um dem Chor, dem Orchester und
den Sängern für diese großartige
Leistung zu danken.
Doch
diese
Aufführung war weit mehr als ein bloßes
Konzert. Dass Geselligkeit und Begegnung für
Hanns-Peter Springer, der ja aus dem Süddeutschen
stammt, eine andere Bedeutung hat, als man es
gemeinhin aus der westfälischen Landeskirche
kennt, konnte man bereits bei einigen anderen
Konzerten,
bei denen wie
selbstverständlich in den Pausen Wein
ausgeschenkt wurde, merken. Das Konzert vom Sonntag,
das nach den ersten drei Teilen durch eine
längere Pause mit Imbiss und Getränken im
Lutherhaus unterbrochen wurde, gedieh aber geradezu zu
einem Treffen der Iserlohner Musik- und Kirchenszene.
Die Strahlkraft, die die Oberste Stadtkirche in den
letzten Jahren musikalisch gewonnen hat, wurde bei
dieser lockeren Pausenparty beinahe noch stärker
spürbar als in den Konzerten selbst.
Von Ralf Tiemann, IKZ,
11.12.2006 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN
Hier
wächst viel zusammen

Foto:
privat
Letzter
musikalischer Feinschliff: Mitte November arbeitete
die Kantorei intensiv am Weihnachtsoratorium. Das
Weihnachtsoratorium beginnt am 10. Dezember um 17
Uhr und wird mit Pause etwa bis 20.45 Uhr dauern.
Karten gibt
es u. a. in der Alpha-Buchhandlung an der
Wasserstraße und in der Stadtinformation am
Theodor-Heuss-Ring.
Iserlohn.
(rat)
Die
ev.
Kantorei
an
der
Obersten
Stadtkirche
hat sich in diesem Jahr das Weihnachtsoratorium von
Bach zur Aufgabe gestellt, um es am zweiten
Adventssonntag, 10. Dezember, in voller Länge
aufzuführen.
An
der Arbeit für diese Großveranstaltung mit
mehr als drei Stunden Musik, Imbiss und
gemütlicher Nachfeier wird deutlich, was sich in
der Kantorei in der Amtszeit von Hanns-Peter Springer
alles getan hat, wie der Chor nicht nur
zahlenmäßig gewachsen ist und wie die
verschiedenen Gruppen der Kantorei, die der Leiter
zusammen mit seiner Frau Ute Springer gegründet
hat, immer mehr zusammenwachsen.
"Wir
holen
uns grundsätzlich keine Unterstützung mehr
für den Chor", ist zum Beispiel so ein Satz, den
Hanns-Peter Springer zu Beginn seiner Arbeit an der
Obersten Stadtkirche vor fünf Jahren noch nicht
sagen konnte. Begonnen hatte er da mit 22
Sängerinnen und Sängern und musste für
größere Werke die einzelnen Stimmen durch
Sänger von außen verstärken. Jetzt hat
er knapp 60 aktive Mitglieder und stemmt das
Weihnachtsoratorium aus eigener Kraft. Dabei
trägt auch die Arbeit von Ute Springer in der
Kinder- und Jugend-Kantorei wieder neue Früchte.
Der Chor "5nach5" - also die Älteren der
Jugendabteilung - verteilen sich im ersten Teil des
sechsteiligen Werkes auf die Stimmen.
Während
die
jungen
Leute
von
"5nach5"
erstmals
mit
barocker
Musik in Berührung kommen, singen Einige aus der
Kantorei, die ihre Sänger-Karriere schon vor
über 40 Jahren begonnen haben, das Oratorium
tatsächlich zum 50. Mal und können alle
Stimmen nahezu auswendig. Dass auch sie nach den
Sommerferien zu den ersten Registerproben kamen,
spricht nicht nur für das Werk als einer der
vollendeten Höhepunkte der Barockmusik, sondern
auch für den Zusammenhalt in der Kantorei. "Wir
müssen als Chor wie eine Mannschaft
funktionieren, jeder trägt Verantwortung und ist
in jeder Probe wichtig", erklärt Springer.
In
der Kantorei wurde dieser Teamgeist inzwischen zur
Selbstverständlichkeit. Der Chorbeirat hat den
immensen logistischen Aufwand für die
Organisation der Aufführung mit Abendessen
für jeden der rund 450 erwarteten Besucher nach
den ersten drei Teilen übernommen. Und der
Gospelchor von Hanns-Peter Springer übernimmt die
Bewirtung - auch durch solche Hilfsaktionen
nähern sich die verschiedenen musikalischen
Gruppen an.
Die
Aufführung
am zweiten Advent verspricht also ein
großartiges musikalisches Ereignis zu werden,
auf das sich die Kantorei mit viel Begeisterung
vorbereitet hat. Nach den Registerproben bekam das
Werk bei einem Chorwochenende in Meschede den
musikalischen Feinschliff. Als Orchester konnte
Hanns-Peter Springer die Kammer-Philharmonie
Rhein-Main gewinnen, mit dem er schon in seiner Zeit
als Kantor in Alzey/Rheinhessen zusammengearbeitet hat
und die mit ihm in Sachen Barockmusik auf einer Welle
liegt. Als Sopranistin wird Anne Katrin Rosenstock
mitwirken, die aus der Kantorei hervorgegangen ist und
mit Christina Hackelöer gleich ihre
Lieblings-Altistin vom Essener Theater mitbringt. Und
mit Christoph Rösel als Tenor kommt auf Wunsch
der Kantorei ebenfalls ein alter Bekannter.
IKZ,
30.11.2006
/ LOKALAUSGABE / ISERLOHN (veröffentlicht
01.12.2006)
Glorify
Jesus: Volles Haus beim "Gospel Train"
Iserlohn.
(rms)
Halleluja,
glorify
Jesus!
-
mit
diesem
schwungvollen
Kanon zogen der "Gospel Train Iserlohn" und der junge
Chor "5nach5" am Samstag zu ihrem Konzert in die
Oberste Stadtkirche ein. "Halleluja!
Verherrlicht, lobt und preist Jesus" - eigentlich sei
damit schon alles gesagt, so Hanns-Peter Springer in
seiner Begrüßung.
Das
Programm
des Abends, in dem neben traditionellen Gospels auch
modernes geistliches Liedgut vorgetragen wurde, sollte
ein Abend zum Lobe Gottes werden. Es war das erste
große Konzert, das der Anfang 2005
gegründete "Gospel Train Iserlohn" gab. Mit viel
Freude und Ausdruckskraft überzeugten die
Sängerinnen und Sänger in der vollbesetzten
Obersten Stadtkirche, wo die Zuhörer sowohl
bei altbekannten Spirituals als auch bei
druckfrischen Gospels spürbar mitgingen.
Der junge Chor
"5nach5", der drei Werke allein und mehrere
Stücke gemeinsam mit dem Gospelchor
sang faszinierte die
Zuhörenden immer wie der mit seiner stimmlichen
Strahlkraft und der hohen musikalischen Präsenz.
Mehrfach sangen die Jugendlichen im Alter zwischen 13
und 17 Jahren auch solistisch und bewiesen ihre
Flexibilität und stimmliche Qualität. Die
Leistung wurde mit viel zusätzlichem Applaus
honoriert.
In bewährter Manier
begleitete Wolfgang Fehling am Schlagzeug das
Gospelkonzert. Michael Brükkenkamp und
Werner Bald (Trompete) sowie Hans Stricker an Saxophon
und Querflöte vervollständigten die Band.
Die Leitung des Abends teilte sich dieses Mal das
Kantorenehepaar und ergänzte sich ansonsten am
E-Piano.

Foto:
Derian (IKZ)
IKZ, 01.11.2006 / LOKALAUSGABE
/ ISERLOHN (veröffentlicht 02.11.2006)
Die
Königin der Instrumente als glänzende
Geschichtenerzählerin
Iserlohn.
(rat)
Laut
und
leise,
tief
und
hoch,
hell
und düster - es gibt kein zweites Instrument, an
dem sich Musik so nachvollziehbar und sichtbar
erklären lässt, wie an der Orgel. Am
Sonntagnachmittag hatte
das Kantoren-Ehepaar Ute
und Hanns-Peter Springer in die Oberste Stadtkirche zu
ihrem Programm "Orgel für Kinder" eingeladen. Die
Kirche war bei freiem Eintritt prächtig mit
Kindern, Eltern und anderen
interessierten Besuchern
gefüllt, und allen wurde eine Menge geboten. Nach
einem gemeinsamen Eröffnungslied, wurde den
Gästen erst einmal die Orgel in all ihren
Einzelheiten und Klangmöglichkeiten erklärt.
Dabei nahm Hanns-Peter Springer die Rolle des
Sprechers ein, der im Altarraum mit Hilfe von
Bildprojektionen und mit tatkräftiger
Unterstützung der Kinder, die tüchtig in die
Pfeifen bliesen, die Orgel erklärte. Ute Springer
brachte zu allen Besonderheiten die passenden
Klangbeispiele von der großen Schuke-Orgel und
anschließend noch eine Vertonung des
Kinderromans "Die Konferenz der Tiere" zu Gehör,
bei der die Orgel als glänzende
Geschichtenerzählerin auftritt.
IKZ, 14.08.2006 / LOKALAUSGABE
/ ISERLOHN (veröffentlicht 15.08.2006)
Musikalische
Kirchennacht
Hemer.
(gel)
Beeindruckender
konnte
der
Auftakt
nicht
sein:
Das
"Jauchzet dem Herrn" erfüllte stimmgewaltig aus
über 200 Kehlen die Ebbergkirche und
berührte Sänger und Zuhörer
gleichermaßen.
Mit
der "Nacht der Chöre" feierte die
Martin-Luther-Kantorei unter der Leitung von Kantorin
Meike Pape am Samstag ihren 60. Geburtstag. Das
musikalisch-kulinarische Fest in und rund um die
Ebbergkirche spiegelte nicht nur die Größe
des Kirchenkreises Iserlohn wider, sondern auch die
Bandbreite der Kirchenmusik. So wirkten neben dem
gastgebenden Chor die evangelische Kantorei Iserlohn,
die Lutherkantorei Altena,
Gospel Train Iserlohn und die Stadtkantorei Schwerte
mit. Sie alle boten
ein mehrstündiges
Programm, in das alle auch durch gemeinsam
gesungene Lieder einbezogen wurden. Das
Geburtstagsfest begann am Abend mit einem Gottesdienst
mit Abendmahl, der liturgisch durch die "Messe in D"
von Antonin Dvorak geprägt wurde. Der
Märkische Motettenkreis unter der Leitung von Dr.
Wolfgang Besler sang Dvoraks Messe. Die lateinischen
Texte wurden hilfreich im Programmheft übersetzt.
Superintendent Albert Henz betonte die Bedeutung der
Kirchenmusik und Liturgie. Auch
Vizebürgermeisterin Renate Saemann gratulierte
der Martin-Luther-Kantorei. "Sie ist eine feste,
präsente Größe in der Chorlandschaft
der Stadt Hemer", betonte sie. Glückwünsche
überbrachte auch Kreiskantor Hanns-Peter
Springer. Rund um die Ebbergkirche war für das
leibliche Wohl der zahlreichen itwirkenden
und Besucher gesorgt.
IKZ, 13.08.2006 / LOKALAUSGABE
HEMER (veröffentlicht 14.08.2006)
Glänzende
Augen,
offene
Münder
Iserlohn.
(aro)
"Von
einer
Mutter
geboren,
von
deinen
Geschwistern
getötet" - die Dramatik zeichnet sich
in den Gesichtern des
Publikums ab. Sie lässt bei allen Anwesenden an
diesem Samstagabend die Augen glänzen, die
Münder offen stehen und schließlich den
tosenden Beifall hereinstürzen. Die Darbietung
der "Pieta", die Gerald Garcia für die Kantorei
Iserlohn und das Festival-Gitarrenorchester des 15.
Internationalen Gitarren-Symposion komponiert hat, hat
alle Erwartungen übertroffen.
Zum ersten Mal in der
Geschichte des Symposions singt ein Chor zu den
Klängen der vielen Gitarren. Das musikalische
Feuerwerk einerseits, das langsam ansteigt, in einem
dramatischen Höhepunkt gipfelt, in bittere
Resignation abflacht, und dieser glasklare Gesang
andererseits - niemand hätte die Intensität
dieser Zusammenarbeit erahnen können. Es ist ein
kraftvolles Stück Musik entstanden, ein Moment
der vollkommenen Emotionalisierung - nicht zuletzt
durch Ute Springers zartes und doch durchdringendes
Gesangs-Solo.
Auch die anderen
Schätze, die am Samstagabend das Abschlusskonzert
versüßt haben, glänzten auf ganzer
Linie. Die Kanadierin Emma Rush, die zu den
Langzeit-Teilnehmerinnen des Iserlohner Symposions
gehört, erzählte die Geschichte eines zum
Tode Verurteilten. Das unangenehme Ticken der Uhr, die
plötzlichen Stimmungs- und Tempowechsel - die
Gefühlswelt des Mannes bereitete sich mit
großer Unbehaglichkeit im imposanten Innenraum
der evangelischen Kirche aus. Der deutsche Hans
Pfeiffer sowie der Serbe Nejc Kuhar präsentierten
eigene Kompositionen, die den Stücken der
großen Meister in Nichts nach standen. Die
melancholische, tieftraurige Stimmung der dargebotenen
Stücke lud das
internationale Publikum der Musikliebhaber zum
grenzenlosen Fantasieren ein - jedes der 18
Stücke verzauberte und trug die gespannten
Zuhörer für drei Stunden in ferne
Länder, fremde Kulturen und ungeahnte dramatische
Emotionen voller Leidenschaft.
Im nächsten Jahr
findet das Internationale Gitarren-Symposion in
Iserlohn erneut vom 29. Juli bis zum 5. August statt.
Nach dem durchschlagenden Erfolg von "Pieta"
dürfen sowohl die Musikliebhaber als auch die
Gitarristen auf neue Ideen von Gerald Garcia gespannt
sein.
IKZ, 06.08.2006 / LOKALAUSGABE
ISERLOHN (veröffentlicht 07.08.2006)
"Der
liebe Gott singt mit . . . "

Regionalkantor
Stefan
Lehmkuhl sang mit Kindergartenkindern und
Schulanfängern im Kindergarten St.
Matthäus die Tonleiter rauf und runter.
(WR-Bilder: Ina Hornemann)
Altena.
(iho)
Durch Mark und Bein mitten ins Herz: Der
Kreiskirchenmusiktag mobilisierte am Samstag hunderte
Sanges- und Musizierfreudige in die Burgstadt. In den
Straßen und Häusern von Altena wurden mit
Leidenschaft und Herzblut Botschaften gen Himmel
geschickt.
"Beim
Singen
sollt Ihr am besten immer Lachen." Die Teilnehmer des
A-cappella-Musik-Workshops mit Meike Pape nehmen den
Tipp gern an. Erquickt sollen sich die
Sängerinnen und Sänger im Lutherhaus
fühlen, wenn sie in die mehrstimmigen Sätze
einstimmen. Das funktioniert.
Parallel
erklimmt
Regionalkantor
Stefan
Lehmkuhl
die
Tonleiter
mit
Kindergartenkindern
und Schulanfängern im Kindergarten St.
Matthäus. Schon die Jüngsten zeigen starkes
Engagement in der Kirchenmusik. 40 Kinder wollen bei
dem spaßigen Gesang- und Tanzkurs mitmachen - da
muss die Gruppe sogar geteilt werden. Christliche
Botschaften mit Musik zu vermitteln - davon kann auch
Ute Springer ein Lied singen. In dem Arrangement "Die
drei Mutmacher" dreht sich alles um Jesus und sein
erstaunliches Wirken. Stimmungen spiegeln sich im
Gesang der Kinder wider - so muss es sein, denn Kirche
funktioniert ohne diese durch Musik hervorgerufenen
Emotionen einfach nicht richtig.
Es
darf sogar gerockt werden beim Kreiskirchenmusiktag:
Im Calvinhaus gibt´s Bandcoaching für junge
christliche Musiker. Wie sich das anhört, ist
beim großen Abschlussgottesdienst live erlebbar:
Alle zehn Workshops präsentieren die Essenz des
Nachmittags, an dem in Altena so viel geboten wurde.
Ob Kursleiter oder Teilnehmer - alle zeigen sich zum
Schluss begeistert von der Veranstaltung. Nicht nur so
manche Stimme wurde hier gehört oder in
Einzelstimmbildung verfeinert, es wurden auch neue
Kontakte geknüpft. Passanten wurden beim
Musizieren auf offener Straße neugierig gemacht.
Manche setzen sich gar einfach in die Lutherkirche,
als Landesposaunenwart Ulrick Dieckmann auf der Empore
mit Blechbläsern die "Pretiosen im
Blechbläserheft 2006" beleuchtet.
Gottesdienst
als Schlussakkord
Schon
am
Morgen hatte es Menschen bei der feierlichen
Eröffnung in die Lutherkirche gezogen: 400
Gäste hörten die Eröffnungsrede von
Schirmherr und Landrat Aloys Steppuhn. An dieser
Stelle klopften noch die Herzen aller beteiligten
Kantoren, insbesondere das von Kreiskantor Hanns-Peter
Springer, der als treibende Kraft hinter dem
Kreiskirchenmusiktag steht.
Am
Abend
fällt ihm ein Stein vom Herzen, nachdem der
Schlussakkord im ökumenischen
Abschlussgottesdienst gesetzt ist und der Tag als ein
riesiger Erfolg in der Geschichte des Evangelischen
Kirchenkreises Iserlohn zu verzeichnen ist.
Superintendent Albert Henz hat sich natürlich
klangvolle Worte für die Predigt dieses
besonderen Tages einfallen lassen. Und Pfarrer
Bernward Mezger sagt es frei heraus: "Ich glaube, der
Liebe Gott hört uns nicht nur. Er singt mit!"
Westfälische Rundschau
Altena, 14.05.2006 (veröffentlicht
15.05.06)
Barockes
zum höchsten Feiertag

Torsten Neumann
(Foto: Hofbauer / IKZ)
Langanhaltender
Applaus,
der
eine
Zugabe
erforderte,
und
Standing
Ovations
standen am Ende des Festlichen Osterkonzertes am
Montagnachmittag in der Obersten Stadtkirche. Hoch
oben auf der Empore hatten mehr als eine Stunde lang
Torsten Neumann (Trompete) und Kantor Hanns-Peter
Springer (Orgel) konzertiert.
Torsten Neumann aus Schwelm
spielte unter anderem mit dem Philharmonischen
Orchester Dortmund, den Bergischen Sinfonikern, der
Jungen österreichischen Philharmonie, am
Schillertheater in Wuppertal sowie der Jungen
Philharmonie Köln. In Iserlohn präsentierte
er mit Springer Barockkonzert-Stücke und
Choralvorspiele, die die Zuhörer in der voll
besetzten Kirche wunderbar auf das Osterfest einstimmten.
Zu hören waren unter anderem die "Sinfonia D-Dur
für Trompete und Orgel" von Giuseppe Torelli,
"Auf, auf, mein Herz, mit Freuden" von Paul Manz,
"Jesu bleibt meine Freude" von Johann Sebastian Bach,
"Prayer of Saint Gregory" von Alan Hovhaness und
"Suite in D Major für Trompete und Orgel" von
Georg Friedrich Händel.
IKZ 18.04.06
(veröffentlicht 19.04.06) (kat)
Feuerwerk
der Orgelpfeifen
Das
Feuerwerk
der Orgelpfeifen in der vorletzten Stunde des Jahres
hat sich längst sein treues Stammpublikum
erobert. Auch am Samstagabend füllte sich die
Oberste Stadtkirche wieder mit Menschen, die diesen
ganz besonderen Jahresausklang bei Kerzenschein und
erlesener Musik zu schätzen wissen.
Kantorin
Ute
Springer
hatte
für
ihr
50-Minuten-Konzert
an
der
Schuke-Orgel wieder ein Programm vorbereitet, das die
Qualitäten dieses Instruments ebenso illustriert
wie die große Bandbreite der Orgelliteratur von
Altmeister Dietrich Buxtehude (1637 - 1707) über
den "fünften Evangelisten" Johann Sebastian Bach
(1685 - 1750), Charles Louis Thomas (1811 - 1896) und
Théodore Dubois (1837 - 1924) bis zum 1928
geborenen zeitgenösischen Komponisten Franz
Lehrndorfer. Die sorgfältig abgewogene Mischung
aus geistlicher Musik und Konzertwerken erlebte ihren
fulminanten Abschluss mit den drei Orgel-Preziosen
Noel, Chant pastorale und Toccata des Franzosen
Théodore Dubois. Die Zuhörer bedankten
sich am Ende des Konzerts bei Ute Springer mit starkem
Beifall und einzelnen Jubelrufen.
IKZ 01.01.2006 (gs)
Großes
Aufgebot
zur
Präsentation der CD
So
viele
Premieren auf einmal hat die Oberste Stadtkirche
wohl kaum zuvor gesehen.
Nicht nur präsentierte
Kantor Hanns-Peter Springer am Sonntag die CD
"Weihnachtliche Musik aus der Obersten Stadtkirche zu
Iserlohn", er bekam dazu auch noch Unterstützung
einer ganzen Division von Sängern und Musikern:
von der Kinder- und Jugendkantorei die
St.-Marien-Käfer, die MINIs, die MAXIs, "5nach5",
die Jugendband der Versöhnungs-Kirchengemeinde
mit ihrem Posaunenchor, und der Gospelchor der
Evangelischen Kantorei – ein tolles Aufgebot, das die
Besucher der nahezu aus allen Nähten platzenden
Obersten Stadtkirche erwartete. Nicht nur der Vortrag,
auch das gemeinsame Singen stand auf dem Programm, und
so ergänzten sich Kantorei und Gemeinde etwa beim
Adventslied "Macht hoch die Tür" hervorragend.
Bei den Arrangements
für den Sängernachwuchs, die in ihren
orangefarbenen T-Shirts einen ungewohnten Kontrast zum
Altar bildeten, empfahlen sich gleich eine ganze Reihe
von Solisten, ebenso wie die Musiker, die an
Schlagzeug oder Gitarre überzeugende
Einsätze boten. Kantor Sprenger wusste indes
Interessantes von der CD-Produktion zu erzählen,
die sich angesichts der vielen Beteiligten zu einem
regelrechten Kraftakt gestaltet habe. Man konnte es
angesichts seiner Erzählungen fast
nachfühlen, wie groß der Ärger sein
musste, als kurz vor Ende der Aufnahmen der Altar
angesichts der Wärme laut und vernehmlich knackte
- und die Aufnahme zum dritten Mal wiederholt werden
musste. Der Aufwand dürfte sich aber gelohnt
haben, wenn die CD auch nur halb so gut klingt wie der
Auftritt der Sängerinnen und Sänger am
Sonntag.
Und die Kantorei ist schon
wieder aktiv mit den Vorbereitungen beschäftigt:
Am 26. Dezember gibt es in der Obersten
Stadtkirche eine "English Christmas", bei der auch
wieder der musikalische Nachwuchs aktiv sein wird.
IKZ 19.12.2005 (mima)
Neuer
Flügel offiziell vorgestellt
Einen
Flügel
hatten sich Ute und Hanns-Peter Springer, Kantoren der
Versöhnungs-Kirchengemeinde, schon lange für
die Oberste Stadtkirche gewünscht.
Schließlich gibt es,
angefangen bei der sonntäglichen Liturgie
über moderne Kirchenlieder bis hin zu
Konzertveranstaltungen aller Art, in der Kirche viele
Einsatzmöglichkeiten für einen Flügel.
Und das E-Piano, das bisher zu diesen Zwecken diente,
ist und bleibt, so Hanns-Peter Springer, immer nur
eine Kopie des akustischen Instrumentes. Im April ging
ihr Wünsch dann endlich in Erfüllung, als
die Letmather Familie Eisermann der Kantorei einen
1938 gebauten Flügel der Firma Roth & Junius
vermachte, obwohl ihr auch ein Kaufangebot für
das edle Instrument aus Nussbaum mit wunderschön
geschwungenen Beinen vorlag. Die Stimmung und leichte
Überarbeitungen der Mechanik hatte die Kantorei
selbst finanziert, und bereits zum Gemeindefest im
Juni konnte der Flügel erstmals an seinem neuen
Standort unter der Treppe zur Tribüne erklingen.
Dennoch wollte das
Kantoren-Ehepaar den neuen Flügel noch einmal
offiziell mit einem kleinen Konzert der
Öffentlichkeit vorstellen, nicht zuletzt um auch
die Familie Eisermann für ihre
großzügige Spende zu würdigen. Unter
dem Motto ". . .beflügelt" kam das neue
Instrument dabei am Sonntagabend auf sehr
vielfältige Weise zum Einsatz. Ute und
Hanns-Peter Springer sowie die Pastorin Rahel
Schöttler traten solistisch und vierhändig
in Erscheinung, wobei mit Werken von Händel,
Debussy, Chopin, Mozart und dem Pop-Komponisten
Michael Schütz hier schon eine enorme
stilistische Bandbreite abgedeckt wurde. Für die
besonderen Momente des Konzertes war aber der
Gitarrist Ernst W. Klar verantwortlich, der die
Thomas-Messen in der Obersten Stadtkirche musikalisch
begleitet. Eigens für den neuen Flügel hat
er eine effektvolle Miniatur über einen "Tag im
Oktober 1938" komponiert, bei der Hanns-Peter Springer
am Flügel saß und Schütz selbst zwei
Gongs bediente. Daneben spielte er selbst eine weitere
Eigenkomposition am Flügel, bei der er sich von
Uwe Schütz am Djembe? begleiten ließ. Zu
dritt lieferten sie zwei jazzige Improvisationen
über bekannte Gospel-Melodien.
Gleichzeitig mit dem neuen
Flügel wurde am Sonntag auch das neue Schlagzeug
der Kantorei vorgestellt, für dessen Finanzierung
Rahel Schöttler den Grundstein gelegt hatte,
indem sie zu ihrem Geburtstag auf Geschenke verzichtet
und stattdessen Spenden für die Kantorie
eingetrieben hatte. Neben der Familie Eisermann und
Rahel Schöttler wurde schließlich auch der
Küster der Obersten Stadtkirche Klaus Behlau mit
einem Strauß Blumen bedacht, der in diesem Jahr
sein 25-jähriges Dienstjubiläum und seinen
60. Geburtstag feierte, und die Kantorei bei der
Vielzahl ihrer Konzerte tatkräftig
unterstützt.
IKZ 25.10.2005 (rat)
Jubel
wie bei der Premiere
Im
Programmheft
hatte Kantor Hanns-Peter Springer eine Passage aus der
Rezension zur Uraufführungvon Mendelssohns
"Elias" beim Birmingham Music Festival vom 26. August
1846 abgedruckt, in der von einem "langanhaltenden,
einstimmigen und ohrenbetäubenden Beifallsturm"
die Rede ist, von "lange zurückgehaltener
Begeisterung, die sich plötzlich Bahn brach" und
von dem Dirigenten Mendelssohn-Bartholdy, der
gezwungen war, "unter abermalig aufbrausendem Jubel"
immer wieder vor das Publikum zu treten.
Auch nach rund 160 Jahren hat
sich daran kaum etwas geändert, und man
könnte - natürlich mit geänderten Namen
- diese Passage auch heute nach der Aufführung
durch die Evangelische Kantorei unter der Leitung von
Hanns-Peter Springer in der Obersten Stadtkirche so
abdrucken. Generell scheint es in der Natur der
großen Oratorien solchen Ausmaßes zu
liegen, dass das Publikum seiner Begeisterung nach
mehr als zwei Stunden des stillen Zuhörens mit
hervorragenden Gesangsleistungen und kunstvoll
auskomponierten Chören und Arien in einem
geballten und überwältigenden Jubel Luft
macht.
Für
den
"Elias"
mit
seinem
hoch
dramatischen,
fast
opernhaften
Drang und seiner Vielzahl an elektrisierenden Momenten
gilt das ganz besonders, sodass sich auch die
Zuhörer in der sehr gut gefüllten Obersten
Stadtkirche am Sonntag nach dem letzten Ton
geschlossen von ihren Sitzen erhoben und den
Dirigenten, die Musiker, die Chorsänger und die
Solisten rund eine viertel Stunde lang feierten.
Getragen wurde die
Aufführung zum einen durch die großartige
Arbeit des Kantorei-Chores, der all die
aufwühlenden und dramatischen Passagen in Gestalt
des wütenden Volkes Israel, aber auch die
trauernden Choräle, die sanften Bittrufe, die
majestätischen Triumphchöre und die Wucht
des Gottes der Rache überaus ausdrucksstark
auskostete und die hohen gesanglichen Ansprüche
der facettenreich komponierten Chorpartien exzellent
meisterte.
Zum anderen lebte die Aufführung von den vier
hervorragenden Solisten, die die Kantorei engagiert
hatte. Cornelia Samuelis (Sopran), Ursula Eittinger
(Alt), Max Ciolek (Tenor) und Jörg Gottschick
(Bass) sind alle vier sehr gefragte
Spitzenkräfte, die bei der Vielzahl der
herrlichen Arien und mehrstimmig vertonten
Solo-Passagen reichlich Gelegenheit hatten, ihre
Qualitäten auszuspielen. Besonders der Bassist
Jörg Gottschick ist hier herauszuheben, da er in
der Rolle des Elias den Hauptteil der solistischen
Arbeit trug und dabei in den Rezitativen überaus
eindringlich, klar und stimmlich flexibel und in den
Arien ebenso stimmgewaltig wie einfühlsam
agierte. Zu diesen vier Solisten gesellten sich im
Verlauf der Aufführung noch zwei Solisten aus den
Reihen der Kantorei: Johannes Schöttler, der
seine Sache als Knabe mit glockenhellem Sopran
hervorragend machte, und die Kantorin Ute Springer,
die sich nahtlos in das herrliche A-capella-Terzett
der drei Engel mit Cornelia Samuelis und Ursula
Eittinger fügte. Begleitet wurden Chor und
Solisten von der Kammerphilharmonie Düsseldorf,
die vom Bläserensemble des Leiters des
Posaunenchors der Obersten Stadtkirche, Stefan
Beumers, ergänzt wurde.
IKZ 27.09.2005 von Ralf
Tiemann
Viel
Beifall für Verrenkungen und tolle Musik -
Ehepaar
Springer beendete 18. Orgelsommer
Ungewöhnliche
Neuerungen
gehören
bei
Ute
und
Hanns-Peter
Springer
zum
Programm. Eine von vielen Neuerungen, mit denen die
beiden Kantoren der Obersten Stadtkirche seit ihrem
Amtsantritt die Kantorei und darüberhinaus das
Musikleben Iserlohns bereichert haben, ist die
Zusammenarbeit, die sie mit allen
Musikern der Stadt suchen.
So auch mit dem Organisten der Johanneskirche am
Nußberg, Dr. Wolfgang Besler. Bei der
Restaurierung der dortigen Orgel stand ihm Hanns-Peter
Springer unterstützend zur Seite, bei der
kommenden Aufführung von Bachs
Matthäus-Passion steuert die Kinder-Kantorei von
Ute Springer
den Part des Kinderchores
bei, und beim diesjährigen 18. Orgelsommer haben
sie als „Duo Saltarello” das Abschlusskonzert
gestaltet.
Ungewöhnlich
war
am
Sonntag
auch
das
Programm,
denn
die
Springers hatten sich die Mühe gemacht, die
Musikgeschichte nach Werken für Orgel zu vier
Händen und vier Füßen zu durchforsten.
Was schwierig ist, da es, so Hanns-Peter Springer in
seiner Begrüßung, erst seit der Romantik
Originalkompositionen für diese Besetzung gibt,
und die seien größtenteils schwach und
schöpfen die enormen
Klangmöglichkeiten, die zwei Organisten an
einer Orgel haben, keineswegs aus.
Anders die Sonate d-moll
von Gustav Merkel (1827- 1885), die als „Meilenstein”
der romantischen Literatur gilt. Sie erklang am
Sonntag als Höhepunkt zum Schluss und türmte
sich tatsächlich zu einem gigantischen, vor
allem unten herum sehr massigen Klangwust auf. Daneben
stachen zwei zeitgenössische Variationen-Werke -
Michael Burkharts „Praise to the Lord, the Almighty”
und John Rutters „Variations on an Easter Theme” -
heraus, die klanglich und kompositorisch überaus
phantasievoll mit den Grund-Motiven umgingen, wobei es
bei Burkhardts rhythmischem, poppig angehauchten Werk
als kurioses Zwischenspiel ein Pedal-Solo für
vier Füße zu bestaunen gab.
Überhaupt bot sich das
Programm zu zweit auf der Orgelbank in der
Johanneskirche an, da dort nicht von einer Orgelempore
sondern für jeden sichtbar aus dem Kirchenschiff
heraus konzertiert wird. Die Verrenkungen zu
betrachten, die nötig sind, damit sich die beiden
Spieler nicht in die Quere kommen, hat ebenso viel
Spaß gemacht wie die Musik. „Mehr Tritte bekommt
man wohl nur auf dem Rugby-Feld” scherzte Hanns-Peter
Springer vor dem Konzert.
Neben den Werken für
zwei Spieler, die noch barocke Bearbeitungen, eine
drehorgelartige Bearbeitung von Beethovens „Adagio
für die Flötenuhr” und Concierto von Josef
Blanc für Orgel und Cembalo umfasste, griffen Ute
und Hanns-Peter Springer auch solistisch in die
Tasten, wobei erneut Ute Springers Hang zu
jazzigen Klängen an
der Kirchenorgel das meiste Aufsehen erregte: Ihr
Beitrag „Mozart changes” von Zsolt Dardonyi, bei dem
der brave klassiche Satz immer wieder in einen
fetzigen Boogie-Woogie-Stil umschlug, wird wohl jedem
in Erinnerung bleiben.
Beim
Iserlohner
Publikum, das am Sonntag sehr zahlreich erschien,
kommen die Frische und der Schwung, mit denen die
Iserlohner Kantoren ihr Amt ausüben und ihre
Konzerte gestalten bestens an. Am Sonntag erhoben sich
alle Zuhörer sichtlich erfreut von ihren
Stühlen und erklatschten sich mit donnerndem
Applaus noch eine Zugabe - ein flotter Ragtime von
Scott Joplin, ebenfalls arrangiert für vier
Hände und vier Füße.
IKZ 13.09.2005 von Ralf Tiemann
Mix aus
Gaumenfreuden, Musik und Geselligkeit
Die
Musiker
des Blocklöten-Ensembles, das am Samstag die
zweite Serenade zur Sommerzeit der Evangelischen
Kantorei bestritt, konnten einem schon ein wenig Leid
tun. Schließlich waren sie die Einzigen, die
sich allein auf die Musik konzentrieren mussten.
Das Publikum in der gut
gefüllten Reformierten Kirche durfte sich
hingegen auch über die vielen schmackhaften
Häppchen hermachen, die den Genuss der
Flötenmusik ergänzten. Mit "Un Banchetto
musicale" hatte Kantor Hanns-Peter Springer den Abend
betitelt. Und wie bei einem barocken Bankett durfte
sich das Publikum über einen gelungenen Mix aus
Musik, Gaumenfreuden und geselligen Gesprächen
freuen, wobei Springer von den vielfältigen
Fähigkeiten der Damen aus den Reihen seiner
Kantorei profitierte, die dafür sorgten, dass
die Besucher bestens mit allerlei Leckereien
versorgt wurden. Anders als bei einer echten
Tafelmusik der Barockzeit, als die Musik noch eher zur
Untermalung des Essens diente, ging es am Samstag aber
sehr viel gesitteter zu. Die Musik stand im
Mittelpunkt, Wein und Speisen wurden nur in den Pausen
an den Tischen serviert.
Musikalisch hatten sich die
elf Flötistinnen und Flötisten des
Blockflöten-Ensembles der Apostelkirche
Osnabrück-Sutthausen neben einigen Ausflügen
in die Moderne und in poppig-jazzige Sphären wie
etwa bei dem 50er-Jahre-Hit "Dream, Dream, Dream" oder
der "Swinging Safari" vor allem der Renaissance- und
Barockmusik von Michael Praetorius bis Jean-Baptiste
Lully verschrieben, was dem barocken Motto des Abends
auch am besten zu Gesicht stand. Dabei bewiesen sie
unter der Leitung von Simone Hünnecke
eindruckvoll, dass die Blockflöte ihrem
schlechten Ruf als Einstiegs-Instrument für
kleine Kinder keineswegs gerecht wird, sondern dass es
sich auch auf diesem vergleichsweise einfachen
Instrument fabelhaft musizieren lässt.
IKZ 11.07.2005 (rat)
"Profi"
an der Orgel
Er
hatte
eine starke Konkurrenz am Samstagabend. Aber wer sich
auf Ennio Cominetti einließ, der in der Obersten
Stadtkirche an der Schuke-Orgel ein Konzert mit
italienischen Meistern gab, der kam in den Genuss
eines unvergesslichen Abends.
Kantor Hanns-Peter
Springer, der sich vor Anfragen hinsichtlich der
Schuke-Orgel kaum retten kann, hatte mit Cominetti
einen "echten Profi" in die Stadtkirche eingeladen.
Der aus Varenna stammende Italiener hat bereits 20 CDs
eingespielt, mehrere Orchester gegründet und ist
Orgelprofessor an der Akademie der Künste in Rom.
Entsprechend versiert war sein Spiel am Samstag. Dabei
entführte er die Zuhörer in der Kirche auf
eine Reise quer durch Italien und durch die
Jahrhunderte. Neben Girolamo Frescobaldi und
Alessandro Scarlatti spielte Cominetti auch
Baldassarre Galuppi, Alessandro Marcello und Antonio
Vivaldi. Das Publikum dankte es ihm mit viel Applaus.
…
IKZ 28.06.2005 (mima)
Kinderkantorei
erzählte
biblische
Geschichte
Die
evangelische
Kinderkantorei präsentierte zahlreichen Eltern
und Kindern am Samstagabend im Varnhagenhaus das
Musical "David und Jonathan" von Gerd-Peter
Müller.
Und die Vorbereitungen
für diesen großen Auftritt der vier
Chorgruppen waren nicht gering. Seit fünf Monaten
hatten die vier Chorgruppen mit einer
Gesamtgröße von vierzig Kindern im Alter
von 7 bis 15 Jahren das Stück einstudiert und
geprobt. Weiterhin ging dem Auftritt auch ein
Wochenende in einer Jugendherberge, zur Szenenprobe
voraus. Gerade für die Unterstützung hierbei
bedankte sich Chorleiterin Ute Springer bei den Eltern
und allen anderen Beteiligten, welche die Gruppe im
Vorfeld unterstützten und bei der Freizeit als
Betreuer halfen. Begleitet wurde der Chor von einem
kleinen Orchester mit Flöte, Klarinette, Geige,
Cello und Klavier, unter Mitwirkung von Kantor Hans
Peter Springer. Der Chor erzählte die biblische
Geschichte des Königs David. Anstatt sich
jedoch damit zu begnügen die großen
Taten des Herrschers zu beschreiben, berichtete der
Chor von der Jugend des einstigen Schäfers und
späteren Königs. Von dem Hass des
Königs Saul und selbstverständlich von der
starken Freundschaft Davids zu Jonathan. Den Abschluss
der Erzählung bildete dann schließlich die
Krönung Davids zum König.
IKZ 21.06.2005 (ch)
Stürmischer
Applaus für Springer und Beumers -
strahlend
jubilierendes
Osterkonzert
in der Obersten Stadtkirche
Iserlohn.
(rat)
"Es
gibt
wohl
kaum
eine
Besetzung,
die
die grenzenlose Freude über die Auferstehung des
Herrn so gut ausdrückt wie Trompete und
Orgel."
Das gab Kantor Hanns-Peter
Springer dem Publikum am Ostermontag in der gut
besetzten Obersten Stadtkirche mit auf den Weg, bevor
er zusammen mit dem Trompeter Stefan Beumers zum
österlichen Konzert anhob. Das riss am Ende die
komplette Zuhörerschaft von den Bänken und
wurde mit stürmischem Applaus gefeiert.
Herzstück des
festlichen Osterkonzertes war das Konzert für
Trompete und Orchester von Johann Nepomuk Hummel - ein
fröhliches und strahlend jubilierendes, also echt
österliches Werk, auch wenn es für den
Konzertsaal und nicht für die Kirche geschrieben
wurde, und natürlich keinerlei geistlichen
Hintergrund besitzt. Die Klavierbearbeitung der
Orchesterbegleitung hatte Springer selbst für
Orgel eingerichtet, wobei die opernhaft tänzelnde
Leichtfüßigkeit des Stückes und die
typisch klassischen Orchester-Figuren der Orgel einen
recht ungewohnten Gestus abzwangen. Stefan Beumers
hatte hier andererseits Gelegenheit, mit einem
zentralen Werk der Trompeten-Literatur zu glänzen
und seine Virtuosität und klangliche Strahlkraft
auszuschöpfen. Umrahmt wurde das
Hummel-Konzert durch zwei moderne Werke für Orgel
und Trompete von Gustav Gunselheimer und Eugène
Bozza, die ungemein melodiös daherkamen – das
erste sehr dynamisch und modern anmutend über den
Choral "Christ ist erstanden", das zweite mit einem
atemberaubend schönen Mittelteil und wunderbaren
Klangeffekten. Dazu hatte Hanns-Peter Springer drei
Werke für Orgel ausgewählt, die einmal mehr
die klangliche Bandbreite der Schuke-Orgel als auch
seine eigene musikalische Meisterschaft unterstrichen:
drei Orgelchoräle von Bach, in denen Springer mit
zunächst zungenlastiger, dann sanfter und
letztlich majestätischer Registrierung sehr
unterschiedliche Stimmungen erzeugte, eine
Albinoni-Bearbeitung von Johann Gottfried Walther die
ähnlich den bekannten Vivaldi-Bearbeitungen von
Bach die barocke Klangwelt mit ihren Sequenzen, ihrer
virtuosen Pracht, ihrer rasant perlenden Exaktheit und
ihrer floskelhaften Melodik in Reinkultur zeigte, und
Georg Frederick Vincents "Coro grandioso", der zum
wuchtigen Triumphmarsch geriet.
IKZ 29.03.2005 (rat)
Jubiläums-Würdigungen
der musikalischen Art
Eine
Hommage
an bekannte und weniger bekannte Komponisten bot am
Sonntag Hanns-Peter Springer von der Ev. Kantorei.
Bereits zum dritten Mal erfuhren so Musiker
vergangener Epochen eine Würdigung für
ihr Nachwerk in der Obersten Stadtkirche.
Bewusst habe man kein
Passionskonzert veranstalten wollen, so Kantor
Springer, sondern sich ausschließlich an den
Jahreszahlen orientiert, die entweder Geburts- oder
Sterbedatum der einzelnen Personen markieren. Dabei
sei es ihm vor allem wichtig gewesen, auch eher der
Nachwelt unbekannten Komponisten ein Forum durch die
Schuke-Orgel zu bieten. Dafür hatte er einige
Mühen auf sich nehmen müssen, denn von dem
einen oder anderen sei es gar nicht so leicht gewesen,
Einspielungen oder Notenmaterial aufzutreiben.
Der Aufwand machte sich am
Sonntag für die rund 30 Zuhörer bezahlt,
denn neben der exquisit dargebrachten Orgelmusik gab
es vorab zu jedem Stück und zu jedem der
insgesamt neun Komponisten - darunter eher unbekannte
wie Maurice Greene und Martin Radeck sowie
bekannte wie Johann Sebastian Bach - ein paar
Informationen und die eine oder andere Anekdote, wie
die, dass Bach die Stelle als Organist in Lübeck
nur unter der Bedingung angeboten wurde, dass er die
Tochter seines Vorgängers heiraten müsse.
Für die Zuhörer wurde es so ein besinnlicher
und zugleich amüsanter Nachmittag. Bach lehnte
die Stelle übrigens ab.
IKZ 02.03.2005 (mima)
Konzert
zu Komponisten-Jubiläen - Würdigungen
auf der Schuke-Orgel
Unter
dem
Motto "Hommage à . . ." lädt die
Evangelische Kantorei Iserlohn am kommenden Sonntag,
27. Februar, um 17 Uhr zu einem besonderen
Orgelkonzert in die Oberste Stadtkirche ein.
Kantor Hanns-Peter Springer
spielt Orgelwerke von Komponisten, deren rundes
Geburts- oder Todesjahr 2005 begang en wird. So
würde Johann Peter Kellner, Kantor in
Gräfenroda, einer der namhaften Orgel-Vertreter
des galanten Stils, seinen 300. Geburtstag feiern.
Fanny Hensel-Mendelssohn
wurde 1805 geboren. Sie war treibende Kraft für
ihren berühmten Bruder Felix
Mendelssohn-Bartholdy, hinterließ jedoch auch
eigene sakrale Werke, darunter das Präludium in
F-Dur.
Weitere Komponisten sind
Otto Dienel, George F. Vincent, Albert Rénaud
und die Briten Michael Tippett und Maurice Greene.
Letzter starb 1755 als Organist der St. Pauls
Cathedral, London. Aufgrund einer biografischen
Station gehört sogar Johann Sebastian Bach zu den
Jubilaren 2005; von ihm erklingen Präludium und
Fuge in e-moll. Kantor Springer wird zu Beginn
des Konzertes eine kurze Einführung zu den
Biografien der Jubilare geben.
IKZ 23.02.2005 (rd)
Dramatischer
Orgelsturm
zum
Ausklang
Etwa
200
000 Todesopfer, Millionen von Obdachlosen und
schätzungsweise 1,5 Millionen direkt betroffene
Kinder - allein die nackten Zahlen der Katastrophe im
Bereich des Indischen Ozeans sind erschreckend. "Das
wirkliche Ausmaß kann man aber nur erahnen",
sagte Hanns-Peter Springer am Donnerstagabend bei
seiner Begrüßung des Publikums des
Benefizkonzerts in der vollbesetzten Obersten
Stadtkirche.
Ebenso wenig, so der Kantor
der Versöhnungs-Kirchengemeinde, sei zu erahnen
gewesen, welches Tor er zusammen mit dem Gitarristen
Thomas Kirchhoff aufstieß, als er sich Mitte der
vergangenen Woche daran machte, ein Benefizkonzert zu
Gunsten der Flutopfer auf die Beine zu stellen. Einen
Tag nach der Idee hatten alle angefragten Iserlohner
Künstler zugesagt, das Programm stand, die
Plakate waren gedruckt, und die Karten konnten
verkauft werden.
Und die Nachfrage war dann
noch überwältigender als die rasend schnelle
Arbeit all der ehrenamtlichen Helfer. Mit mehr als 500
Besuchern war die Oberste Stadtkirche mehr als
ausverkauft. "So voll war es hier noch nie", staunte
Thomas Kirchhoff, der die Oberste Stadtkirche im
Rahmen seines Gitarren-Symposions
regelmäßig bis auf den letzten Platz
füllt und somit sicherlich weiß, wovon er
spricht. Zusammen mit den Einnahmen aus dem CD- und
Getränkeverkauf sowie dem Inhalt der
Klingelbeutel am Ausgang und durch den Kartenverkauf
kam eine enorme Summe zusammen: 7325,64 Euro lautet
das vorläufige Endergebnis. Die Summe wird nun
umgehend auf das Katastrophen-Konto der Diakonie
eingezahlt.
Doch
die
vielen Besucher taten mit ihrem Konzertbesuch nicht
nur den Flutopfern etwas Gutes. Auch sie selbst kamen
voll auf ihre Kosten, schließlich verfügt
Iserlohn über herausragende Musiker. Gotthard
Gerber, Ralf-Andreas Stürzinger, Hanns-Peter
Springer, Thomas Kirchhoff, Dale Kavanagh und Stefan
Beumers sind allesamt erstklassige Könner auf
ihren Instrumenten, die gemeinsam ein wunderbares
Programm bei dem von Vize-Bürgermeister Michael
Scheffler mit treffenden Worten eröffneten
Konzert boten.
Warum dabei fast alle auf
Johann Sebastian Bach zurückgriffen, ist schwer
zu sagen. Vielleicht, weil Bach ein Komponist ist, an
dem kein Musiker - ganz gleich auf welchem Instrument
- vorbeikommt, und dessen Werke zum Grund-Repertoire
der meisten Virtuosen zählen. Vielleicht liegt es
aber auch an dem religiös beseelten,
protestantischen Ernst, den Bachs Musik verströmt
und der sehr gut zu dem Anlass passte.
Wie dem auch sei,
Ralf-Andreas Stürzinger brillierte mit
Auszügen aus Bachs Cello-Suite Nr. 6, das Amadeus
Guitar Duo hatte Bachs herrliche Chaconne in d-moll
gewählt, Stefan Beumers hatte neben Rachmaninoffs
melancholischer Vocalise op. 34 Nr. 14 für Orgel
und Trompete ebenfalls bachsche Klänge
mitgebracht, und Gotthard Gerber hob seinen Beitrag
mit Bachs furioser Fantasia in g-moll an und beendete
ihn mit dem Contrapunctus Nr. 1 aus der Kunst der
Fuge, die Bach selbst im Angesicht des Todes
komponierte. Dazu rahmte die Evangelische Kantorei das
Konzert mit Bach-Chorälen und mit romantischen
Motetten ein.
Viele Beiträge waren
thematisch auf den Anlass abgestimmt. Hanns-Peter
Springer etwa spielte Mendelssohns majestätische
Orgelsonate op. 65, Nr. 3, die sich über das
Thema "Aus tiefer Not schrei ich zu Dir" bewegt.
Eindringlich rezitierte Peter Bochynek Teile aus dem
22. Psalm ("Warum hast du mich verlassen?") sowie das
Gedicht "Tenebrae" von Paul Celan ("Wir sind nahe,
Herr") - zwei Texte, die in gewisser Hinsicht
miteinander korrespondieren und in den gewählten
Auszügen die Allmächtigkeit Gottes in Frage
stellen.
Eine ähnliche Aussage
drängte sich auch bei Gotthard Gerbers freier
Orgel-Improvisation auf, mit der er einen
stimmungsvollen und künstlerischen Höhepunkt
des Konzertes lieferte. Seine Verquickung
verschiedener Kirchenchoräle unterbrach er
zunächst durch einen in beängstigender
Cluster-Technik entwickelten Orgelsturm, um dann die
Orgel mitten im Stück einfach auszustellen. Damit
ließ Gerber die Musik, und mit der Musik auch
das Gottvertrauen, das die Choräle
ausdrücken, dramatisch ausklingen.
IKZ
07.01.2005 von Ralf Tiemann
Anmerkung:
Spenden-Endergebnis: 7.415,64 Euro
Im Nachjubiläumsjahr ein
Spitzenprogramm
Auch
für
das
Jahr 1 nach dem 50. Jubiläum mit seinem
umfangreichen Angebot an Musikereignissen der
Extraklasse stellt die Evangelische Kantorei wieder
ein umfangreiches Programm vor mit mehr als 30
Veranstaltungen, die meisten davon bei freiem
Eintritt.
IKZ
5.1.2005
Großes Benefiz-Konzert für
Katastrophen-Opfer
"Wir
möchten
helfen",
sagen Hanns-Peter Springer und Thomas Kirchhoff. Die
beiden Musiker sind die Initiatoren für ein
großes Iserlohner Benefiz-Konzert.
IKZ
3.1.2005
Jahresrückblick in der Stadt
Grosse
Vielfalt
Mit
vielen
Auftritten
vom großen Konzert bis zum Workshop bereichert
die Evangelische Kantorei in ihrem 50.
Jubiläumsjahr die Kulturszene.….
IKZ
28.12.2004
Auch heilige Könige sind ganz
normale Menschen
...
Aus
nächster Nähe und ganz privat konnten die
vielen Kinder und Erwachsenen in der Obersten
Stadtkirche am Samstagnachmittag die drei Weisen aus
dem Morgenland kennenlernen. ... mit viel Humor,
musikalischem und schauspielerischem Können
gezeigt, dass auch heilige Könige ganz normale
Menschen sind.... Dass die Kinder dieses schwungvolle
Stück in nur zweieinhalb Monaten einstudiert
haben, mag man nach so tollen Leistungen kaum glauben
–Das Publikum in der bis in die letzten Reihen
gefüllten Kirche war hellauf begeistert und
spendete den jungen Musical-Darstellern viel
Applaus.
IKZ
19.12.2004
(veröffentlicht:
20.12.04)
Seltene musikalische Vielfalt
...
In
ihrer ganzen musikalischen Vielfalt präsentierte
sich die Versöhnungs- Kirchengemeinde am Sonntag
bei ihrem Weihnachtssingen in der vollbesetzten
Obersten Stadtkirche. ... wurde ein Programm geboten,
das an Abwechslungsreichtum kaum zu überbieten
ist. Besonderes Lob gebührt dabei dem
blühenden musikalischen Nachwuchs der Gemeinde,
... Ute Springer war es auch, die erneut als
Komponistin in Erscheinung trat: Mit dem
modern-beschwingten und von der Kantorei gesungenen
Chorlied "Singt, singt, singt der Hoffnung neue
Lieder" erntete sie besonderen Beifall.
IKZ
14.12.2004
Kantorei erntet Jubelstürme
Der
Jubel
kannte
am Ende keine Grenzen: Geschlossen erhob sich das
Publikum in der komplett gefüllten Obersten
Stadtkirche von den Sitzen und spendete minutenlangen
tosenden Applaus.
Bachs
Messe
h-Moll
hatte sich die Evangelische Kantorei zum Abschluss
ihres Jubiläumsjahres ausgesucht und damit am
Sonntag einen rauschenden Erfolg gefeiert. ...
Höher hätte Kantor Hanns-Peter Springer die
Messlatte für seinen Chor kaum legen können.
... Die etwa 50 Sängerinnen und Sänger der
Kantorei zeigten sich dieser Herausforderung durchaus
gewachsen. Unter dem klaren Dirigat Springers stellte
die Kantorei ihre stimmliche Beweglichkeit und ihre
klangliche Brillanz eindrucksvoll unter Beweis.
IKZ
8.11.2004
Nachdenklichere Töne abseits des
Festtrubels
Herrschte
beim
Herbstfest
ausgelassener
Trubel,
gab
es
am
Samstagabend
in
der
Reformierten
Kirche
zeitkritische und nachdenkliche Töne zu
hören.
Die
Maxis
und
der junge Chor "5nach5" der Kinder- und Jugendkantorei
der Obersten Stadtkirche sangen dort die Musical-Messe
von Johannes Matthias Michel, ... Die jungen
Sängerinnen und Sänger, unterstützt von
einer Rockband mit Kantor Hanns-Peter Springer am
Piano, setzten dieses Werk hervorragend um. ...
Das
Debüt
glückte
und das Publikum in der vollbesetzten Kirche war
begeistert
IKZ
9.10.2004
Das Publikum hat viel gelacht
"Liederliche"
Kabinettstückchen von der Evangelischen Kantorei
meisterhaft vorgetragen.
....
Das
Publikum war davon hellauf begeistert. Begleitet von
Kantorin Ute Springer ... und Wolfgang Fehling ...
hatte die Kantorei daneben noch viele weitere
Persiflagen, selbstironische Schmankerl und
amüsante Höhepunkte auf Lager.
IKZ
13.7.2004
Geballte Ladung Chormusik
Die
"Nacht
der
Chöre" bot ein rauschendes Geburtstagsfest
für die Evangelische Kantorei.
Die
Evangelische
Kantorei
Iserlohn hatte zum großen Geburtstagsfest
geladen und alle waren gekommen: Etwa 140
Sängerinnen und Sänger aus allen fünf
Kantoreien des Kirchenkreises Iserlohn vereinigten
sich am Samstag zu einer rauschenden Nacht der
Chöre.
...
in
erster Linie eine geballte, mehr als dreistündige
Ladung Chormusik auf hohem Niveau... ... mit einem
reichhaltigen Büfett verwöhnte... brachten
alle Kantoreien Teile aus ihrem teils ausgefallenen,
teils klassisch-kirchenmusi-kalischen Repertoire zu
Gehör - ein echtes Feuerwerk der anspruchsvollen
Chorliteratur.
IKZ
28.6.2004
Kleine Darsteller mit tollen Leistungen
Kinder-Kantorei
erfreute Zuschauer mit gleich zwei Musicals
...
war
die Vorführung sehr gut besucht, und die
Zuschauer kamen bei den tollen Leistungen der
insgesamt etwa 40 kleinen Musical-Darsteller voll auf
ihre Kosten.
IKZ
24.6.2004
Kein Mangel an Nachwuchs
Schülerkonzert
der Kantorei: Kurzweiliges Programm in vollbesetzter
Reformierter Kirche
...
hatten
sich
gründlich auf dieses Konzert vorbereitet und
boten dem Publikum in der vollbesetzten Kirche ein
enorm abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm.
IKZ
11.5.2004
Ein mitreißendes Gospelkonzert
...
Unter
Hanns-Peter
Springer, Leiter der Kantorei an der Obersten
Stadtkirche, hatten die Sängerinnen und
Sänger an nur zwei Wochenenden zahlreiche
Gospelklassiker eingeübt.
...
nicht
nur
die Füße der Besucher zum Mitwippen,
sondern auch die ganze Kirche zum kräftigen
Mitsingen. ... Nach dem erfolgreichen Konzert gab es
viel Lob und Dank seitens der Teilnehmer an den
zufriedenen Projekt-Leiter. Aufgrund des großen
Erfolgs war dies sicher nicht der letzte Workshop der
Kantorei.
IKZ
13.3.2004
Festlicher Auftakt zum Jubeljahr der
Kantorei
...
"Wo
den Menschen die Worte ausgehen, da setzt der Gesang
ein", sagte Pfarrer Udo Schulte in der Liturgie, und
auch Pfarrer Andres Michael Kuhn stellte am
Sonntagmorgen in der vollbesetzten Obersten
Stadtkirche die Kirchenmusik in den Mittelpunkt seiner
Predigt.
...
Mit
einem ausgewachsenen Konzertprogramm erfreute die
Kantorei die Gottesdienstbesucher. ... die Bach
Kantate "Wir danken dir, Gott, wir danken dir" zu
Gehör. Strahlende Barock-Trompeten,
glänzende Gesangs-Solisten - allen voran das
ehemalige Kantorei-Mitglied Anne Katrin Rosenstock
(Sopran) - und natürlich einen kraftvoll
jubilierenden Chor gab es da zu hören.
IKZ
10.2.2004
Mit vier Händen von Klassik bis
Ragtime
...
Die
evangelische Kirchengemeinde Letmathe konnte dazu Ute
und Hanns-Peter Springer gewinnen, die unter dem Namen
"Duo saltarello" zu einem musikalischen Streifzug "Von
Klassik bis Ragtime" einluden. ... Kaum einen
Zuhörer hielt es auf den Sitzen bei den
Ragtime-Stücken von Michael Schütz. ... Mit
lang anhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum
bei den beiden Musikern für einen besonderen
Kunstgenuss.
IKZ
27.1.2004
Auf dem besten Weg zu einer
Silvester-Tradition
Stimmungsvolles
Orgelkonzert in der Obersten Stadtkirche
...
2003
bewies Hanns-Peter Springer erneut, welch ein guter
Organist er ist und welch wunderbares Instrument die
Schuke-Orgel ist.
IKZ
2.1.2004
Kantorei in tiefer Trauer
...
"Meine
Güte,
können die singen", so drückte eine tief
beeindruckte Konzertbesucherin am Samstagabend ihre
Begeisterung für die herrlichen Stimmen der
Evangelischen Kantorei Iserlohn aus.
Mit
zwei
wunderbaren
Chor- und Orchesterwerken der Deutschen Romantik -
Mendelssohns "Wie der Hirsch schreit" und "Ein
deutsches Requiem" von Brahms - hatten die etwa 40
Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von
Kantor Hanns-Peter Springer die etwa 300 Besucher der
Aloysius-Kirche zu wahren Begeisterungsstürmen
hingerissen...
Schon
hier
zeigten
die Musiker und vor allem die Sänger eine
beeindruckende Leistung. Hellwach, aufmerksam und
voller Spannung folgten sie dem zarten Dirigat
Springers.
IKZ
27.11.2003
Zum Abschluss ein Fest für alle
Sinne
Festival
"30
Jahre
Schuke-Orgel"
ging
mit
viel
Musik
von
Barock
bis
Jazz und einem
reichhaltigen
Büffet zu Ende.
Nach
vielen
tollen
Konzerten, Seminaren, Kinderveranstaltungen und
anderen Höhepunkten rund um die große
Schuke-Orgel hatten Ute und Hanns-Peter Springer,
Kantoren an der Obersten Stadtkirche... zu einer
abschließenden "Kleinen Orgelnacht"
eingeladen... Ute und Hanns-Peter Springer traten
dabei in einen mitreißenden Dialog der Orgeln
ein und sorgten so beim Publikum für Begeisterung
und viel Beifall.
IKZ
15.10.2003
Beeindruckendes Trinitatis-Konzert
Halleluja!
Der
Name
des
Konzerts
in
der
Obersten
Stadtkirche
war
Programm.
.... ein schönes Konzert mit vielfältigen
Stimmen.
IKZ
17.6.2003
Kinder beeindruckten mit Oper
Kleine
Kantoreisänger
zeigten
ihr
Talent
mit
Aufführung
von
"Nach
uns
die
Sintflut"
Biblische
Gestalten,
jede
Menge
Tiere
und
eine
große
Arche:
Über
50
Kinder der Kinderkantorei begeisterten am Freitag im
Gemeindehaus der Erlöserkirche mit der
Aufführung einer Kinder-Oper. ... Aufgeregt waren
sie alle, doch Pannen gab es nicht, und die Kinder
zeigten ihre Talente im gesanglichen und
schau-spielerischen Bereich.... Tosender Beifall war
der Lohn für all die Mühe der engagierten
Mitwirkenden...
IKZ
7.7.2003
Psalmen erklangen zum Chortag
Nach
fast
zehn
Jahren Pause konnte das Kantorat an der Obersten
Stadtkirche mit einer gelungenen, stimmgewaltigen
Neuauflage des Regionalen Chortages aufwarten. ...
Phänomenal war der Klang der Kirchenlieder zum
Schluss des Psalmenfestes...
IKZ
21.5.2003
Herrliches Zusammenspiel von Orgel und
Klarinette
...
Für
das
Osterkonzert hatten sich Ute Springer und Roland
Kirch, Zweigstellenleiter der städtischen
Musikschule in Letmathe, zusammengefunden.... Das
Publikum war begeistert von diesem großartigen
musikalischen Ausklang des Osterfestes...
IKZ
23.4.2003
Konkurrenz für die Vögel
...
Passionskonzert
...
machten die Sängerinnen und Sänger unter der
Leitung von Kantor Hanns-Peter Springer aber so
wunderbar, dass sie eine echte Konkurrenz für die
Frühlingsgefühle verbreitenden Vögel
draußen darstellten.
IKZ
2.4.2003
Furioses Feuerwerk der Orgelpfeifen
begeisterte
Großartiges
Konzert von Ute Springer in der Obersten Stadtkirche
...
Denn
was die Organistin in dem kleinen, aber überaus
anspruchsvollen Konzert der Schuke-Orgel entlockte,
waren Klänge, die in dieser geballten Form wohl
nur selten in einem Konzert in einer Kirche zu
hören sind.... Nach dem furiosen Finale aus Louis
Viernes Symphonie Nr. 1 brauste begeisterter Beifall
durch die Kirche. Die hingerissenen Zuhörer
dankten für einen überaus erlebnisreichen
musikalischen Ausklang des Jahres.
IKZ
3.1.2003
Kleiner Engel mit Unsinn im Kopf
Das
Weihnachtsmusical
"Sebulon"
wurde in der Christuskirche mit großem Beifall
bedacht
...
Neben
den
vielen guten Solo-Stimmen überzeugte vor allem
der Chor mit seinen Weihnachtsliedern. Die zahlreichen
Zuschauer sparten nicht mit Applaus...
IKZ
18.12.2002
Liederabend mit Pfiff: Da singt der
ganze Saal
...
Und
der Abend wurde gut, denn was folgte, war ein rund
zweistündiges Programm, das von einem motivierten
und stimmstarken Chor gestaltet wurde.
Die
"Singcumpaney"
ist
ein Ferienchorprojekt der Evangelischen Kantorei
Iserlohn, das sich vor zwei Wochen gegründet hat.
... dachte das Publikum während des heftigen
Schlussapplauses nur noch eines: "What a wonderful
Singcumpaney".
Westfälische
Rundschau 5.8.2002
Glänzendes Springer-Debüt
Kantorei
Iserlohn
und
"Sinfonietta
Nuova"
gaben
in
Oberster
Stadtkirche
ein
Fest
für Mozart
...
Einen
herrlicheren
Ohrenschmaus kann man sich wohl kaum wünschen...
erfreute er sein Publikum mit Frische, Beweglichkeit,
Genauigkeit und fein ausdifferenzierter Dynamik.
IKZ
26.6.2002
Spielwitz begeisterte
...
überzeugten
Stefan
Beumers und Hanns-Peter Springer mit Spielwitz, Lust
an der Musik und guter Registration der Orgel.
IKZ
4.4.2002
|