Pressestimmen



Weihnachts-Musical

„Kinder von Bethlehem“ im Mittelpunkt

„Kinder von Bethlehem“ im Mittelpunkt
Kindermusical in der Obersten Stadtkirche

Iserlohn. (rat) Die Begeisterung war am vergangenen Samstag einmal mehr riesengroß. Die komplette Oberste Stadtkirche war gefüllt mit Eltern, Großeltern und anderen interessierten Zuhörern, die die Mitglieder der Kinder- und Jugendkantorei mit stehenden Ovationen feierten.

Kantorin Ute Springer hatte mit den „Kindern von Bethlehem“ von Kurt Enßle einen etwas anderen Weg eingeschlagen als in den Vorjahren. Mit deutlich weniger szenischen Elementen, dafür aber mit sehr viel durchaus anspruchsvoll-moderner Musik, forderte das Musical sowohl den Kindern auf der Bühne als auch den kleinen Zuhörern im Publikum eine Menge ab. Die Handlung rückte ganz die Kinder aus Bethlehem, die die Not und die Bedeutung der heiligen Familie sehr viel schneller erkannten als die Erwachsenen, in den Mittelpunkt, was der bekannten Weihnachtsgeschichte eine neue Perspektive verlieh.

Vor allem aber musikalisch ging das Stück in die Tiefe. In die Handlung mit mitunter peppigen Kinder-Liedern war eine komplette Messkomposition eingeflochten, die unter der Bearbeitung von Ute Springer für mehrstimmigen Chor wunderschöne, verwobene Gesänge bot. Vor allem von den erfahrenen Sängerinnen und Sängern des Jugendchores „5nach5“, die erstmals bei dem Kinder-Weihnachtsmusical mitwirkten, wurde der Gesang getragen. Dem Geschehen verlieh das einen ungeheuren musikalischen Reichtum.

Gleich ist natürlich der Aufwand geblieben, der hinter einer solchen Aufführung steckt. Für Kostüme, Kulisse, Aufbau und Technik waren wieder einmal ganze Heerscharen von Eltern im Einsatz. Und für die musikalische Begleitung konnte Ute Springer erneut auf ein starkes kleines Orchester um Kantor Hanns-Peter Springer zurückgreifen.

Bemerkenswert war auch, dass bei den Maxis (ab der 4. Klasse) wirklich jedes Kind eine tragende Rolle bekam. Während die Minis (2. und 3. Klasse) größtenteils zum ersten Mal beim Weihnachtsmusical im Chor standen und in den Trubel einer so großen Aufführung hineinschnuppern konnten, durfte jedes Maxi-Kind mindestens einmal mit einer Solo-Strophe oder einem Sprechtext ins Rampenlicht. Die Kinder wachsen dort unter den Fittichen von Ute Springer förmlich über sich hinaus. Und so war es am Ende nicht nur Begeisterung, die die Eltern und Großeltern zu den Jubelstürmen bewog, sondern auch eine große Portion Dankbarkeit. Denn was die Kinder bei der tollen Arbeit in der Kinder- und Jugendkantorei alles mitnehmen, kann man gar nicht ermessen.

Ralf Tiemann
IKZ, 13.12.2011 / Iserlohn


Benefizkonzert - Geistlicher Chormusikgenuss aus 360 Grad


Geistlicher Chormusikgenuss aus 360 Grad
Evangelische Kantorei Iserlohn im Autohaus Honda

Hemer. Wenn sich 45 Sänger in einem Kreis aufstellen, wird auch das größte Publikum von ihnen beinahe umzingelt.

Beim Konzert der evangelischen Kantorei Iserlohn im Honda-Autohaus in Westig wirkte diese Umzinglung jedoch alles andere als bedrohlich, sondern führte vielmehr zu einem tollen Klangerlebnis: geistliche Chormusik aus 360 Grad. Über zwei Stunden lang genossen am Dienstag die über 150 Zuhörer den Auftritt der Sänger – auch als der Chor nach den ersten beiden Liedern auf der Bühne zusammengerückt war.

Im ersten Teil stand die geistliche Musik im Vordergrund. Die Sängerinnen und Sänger präsentierten unter anderem zwei Vertonungen des „Vater unser“ aus dem 20. Jahrhundert, aber auch eine eher unbekannte Version des Sonnengesangs „Laudato si“ von Franz von Assisi.

„Wir sind zwar in einem Autohaus zu Gast“, sagte Chorleiter Hanns-Peter Springer zur Begrüßung. „Aber wir möchten trotzdem weitergeben, wofür wir stehen.“

Dass die Kirchenmusik der wichtigste Part der Kantorei-Arbeit ist, wurde kurz vor der Pause auch in einer Präsentation deutlich. Die evangelische Kantorei Iserlohn hatte im Januar eine Stiftung gegründet, die zukünftig die laufenden Kosten der Chöre decken soll. Chorleiter Springer und Pfarrer Peter Stuberg nutzten die Gelegenheit, um bei den Besuchern des Gratis-Konzerts für Spenden zu werben.

Stuberg betonte darüber hinaus, wie wichtig der Stiftung die Unterstützung durch das Autohaus „Gebrüder Nolte“ ist. „Das Engagement von Unternehmerpersönlichkeiten wie Petra Pientka und Fritzi Bimberg-Nolte ist nötig für den Erhalt der Kulturarbeit, wie wir sie leisten.“ Neben den Räumlichkeiten stellte das Autohaus den Gästen in der Pause auch einen kleinen Imbiss bereit.

Nach der Pause wurde das Programm deutlich weltlicher und teilweise sogar leicht humoristisch. Der Chor von Hanns-Peter Springer unternahm auf der Basis von Franz Schuberts „Die Forelle“ eine Zeitreise durch die musikalischen Epochen: über Mozart und Wagner bis hin zum italienischen Stil. Evergreens wie „Somewhere over the Rainbow“ und „What a wonderful World“ durften ebenso wenig fehlen.

Zum Abschluss wurde es dann aber noch einmal geistlich: Mit einem Segenslied verabschiedete sich der Iserlohner Chor von seinem Hemeraner Gastspiel. Beim Adventssingen tritt die Kantorei am vierten Advent dann wieder in der Obersten Stadtkirche in Iserlohn an.

Thorsten Streber
IKZ, 16.11.2011 / Hemer



Neue musikalische Erfahrungen

(-ee-) Beste Stimmung herrschte bei den Aktiven bereits beim Sammeln auf der Wermingser Straße. Und das übertrug sich auch auf den über zweistündigen musikalischen Abend, den die evangelische Kantorei Iserlohn am Freitag in der Reformierten Kirche den Besuchern bot.

„Serenade“ lautete der Titel des musikalischen Programmes. Das Besondere: Man widmete man sich „weltlicher“ Musik und es traten gleich drei Formationen auf: Neben dem „Stammchor“ der Kantorei waren das der „Junge Chor 5nach5“ und der „PopChor Rise up!“.

Die Chöre sangen einzeln, aber auch gemeinsam als Großchor. Das Kantoren-Ehepaar Ute und Hanns-Peter Springer sowie Johannes Schöttler und Solveig Weigel begleiteten am Klavier, auch junge Schlagzeuger setzten musikalische Akzente. Höhepunkte waren etwa der Beach Boys-Klassiker „Survin’ USA“, der sowohl im Original aber auch als Parodie (Surfen auf dem Baggersee) präsentiert wurde, oder eine „Schnulze“ aus Ritter Rost - hierbei glänzten Clara Schöttler und Lia Sprenger als Solisten. Dafür gab es viel Applaus vom Publikum in der sehr gut besuchten Reformierten Kirche. Auf eine Zugabe wurde verzichtet, ganz bewusst hatte man „Should Auld Acqaintance“ als Abschlusslied der Sommer-Serenade ausgewählt. Kantor Hanns-Peter Springer freute sich über den Erfolg. Alle Beteiligten hätten neue musikalische Erfahrungen sammeln können - und das durchaus publikumswirksam.

IKZ, 13.09.2011 / gesamte Zeitung


„Rise up!“: Hier entsteht etwas

(rat) Konkrete Nachfragen zu einem derartigen Chor habe es in der Versöhnungs-Kirchengemeinde zwar nicht gegeben, mit dem Pop-Chor „Rise up!“ hat Kantor Hanns-Peter Springer aber eine Lücke in dem musikalischen Angebot der evangelischen Innenstadtgemeinde geschlossen, die seiner Meinung nach sehr offensichtlich geklafft hat.„Es wurde deutlich, dass es eine ganze Reihe von Eltern aus der Kinderkantorei gibt, die Interesse haben, mehr in der Gemeinde zu tun und selbst zu singen, ihren Platz aber noch nicht gefunden haben“ , erklärt Springer im Gespräch. Denn die Evangelische Kantorei stellt mit ihrem anspruchsvollen, klassischen Repertoire und dem dichten und zeitintensiven Terminkalender gerade für Neueinsteiger oder Sänger, die jahrelang kein Notenblatt mehr in der Hand hatten, eine enorme Hürde dar. Und da es nach dem Aus des „Gopseltrains“, den Hanns-Peter Springer von 2005 bis 2008 leitet hatte, keinen modernen Erwachsenenchor mehr in der Gemeinde gab, hat er vor rund einem Jahr „Rise up!“ gegründet.

Damit möchte er vor allem einen dauerhaften Chor entwickeln, der sich klar als Gemeindechor definiert und in dem sich im Kern die aktive Elterngeneration um die 40 wohl fühlt. Offen ist der Chor aber natürlich für alle Interessierten von 20 bis 55, die Spaß am Chorgesang haben. Und auch wenn „Rise up!“ mit zehn Mitgliedern noch ein relativ kleines und noch deutlich ausbaufähiges Ensemble ist, ist Hanns-Peter Springer über die bisherige Entwicklung überaus glücklich. „Die Sängerinnen und Sänger haben sich geöffnet, sie haben viel gelernt, und alle haben das Gefühl, dass hier etwas entsteht“, beschreibt er die frische und gänzlich unverbrauchte Stimmung in dem jungen Chor.

Das Repertoire von „Rise up!“ besteht aus modernen geistlichen Liedern, Gospel aber auch weltlichen Pop-Songs von „Thank you for the Music“ bis „Surfin USA“, womit sich der Chor auch bei dem ersten Kantorei-Konzert nach den Sommerferien, der „Serenade“ am kommenden Freitag, 9. September, präsentiert. Denn ab 19.30 Uhr werden sich in der Reformierten Kirche auch die Kantorei und die „5nach5er“ aus Ute Springers Jugendkantorei von ihrer eher weltlichen Seite zeigen. Die Kantorei übernimmt dabei mit Werken von Mendelssohn und Haydn, aber auch mit Swing-Klassikern wie „Over the Rainbow“ den eher klassischen Part. Und die Jugendkantorei bringt von ihrer Probenfreizeit in Würzburg ein Programm mit Arrangements der „Wise Guys“ mit. Zusammen mit den Songs von „Rise up!“ könnte das durchaus eins der buntesten Programme der Kantorei überhaupt werden, vermutet Hanns-Peter Springer. Verpassen sollte dieses kostenlose und besondere Konzert auf jeden Fall niemand, der Spaß an guter Chormusik hat.

IKZ, 03.09.2011 / gesamte Zeitung


Kirchenkreis hat großen Anteil an neuem Chorheft

(rat) „Dir Lob singen“ - so lautet der Titel des neuen Chorheftes, das der Chorverband in der Evangelischen Kirche von Westfalen anlässlich der chor.com in Dortmund jetzt herausgegeben hat. Dass der Landesverband eine Chorsammlung mit neuen Sätzen und Kompositionen herausgegeben hat, wäre für unseren Lokalteil gar nicht interessant, säßen mit der Hemeraner Kantorin Meike Pape und dem Gerlingser Chorleiter Hanno Kreft nicht zwei Musiker im Vorstand des Chorverbandes, die die heimische Kirchenmusik-Szene prägen und auch das Chorheft zu einem Projekt gemacht haben, an dem der Iserlohner Kirchenkreis großen Anteil hat.

So sind unter den vielen kleinen und großen Werken gleich zwei Kompositionen des Lösseler Pianisten und Organisten Matthias Grün zu finden. Mit dem Lied „Den Himmel erden“ hat eine besondere Iserlohner Zusammenarbeit den Weg in das Heft gefunden, bei der Meike Pape und der Hemeraner Pfarrer Matthias Hövelmann den Text und die Iserlohner Kantorin Ute Springer die Musik beigesteuert haben. Zusätzlich haben Ute Springer und Hanno Kreft verschiedene Chorsätze zu bekannten Kirchenliedern beigesteuert.

Zum Chorheft ist auch eine CD mit 20 ausgewählten Stücken als Hörbeispiele erschienen, auf der es ebenfalls von Chören aus dem Kirchenkreis nur so wimmelt. Acht Beiträge auf der CD wurden in der Kirche St. Michael in Gerlingsen aufgenommen. Mit der Seniorenkantorei Iserlohn unter der Leitung von Hanns-Peter Springer, dem Kirchenchor Gerlingsen unter der Leitung von Hanno Kreft und dem Westfälischen Kammerchor Iserlohn unter der Leitung von Meike Pape waren drei Iserlohner Chöre an den Aufnahmen beteiligt.

Das neue Chorheft „Dir Lob singen“ umfasst 40 Chorwerke für den Gebrauch in Gottesdienst und Konzert und ist mit seiner großen Bandbreite, die von leichten dreistimmigen Sätzen und Kanons bis zu anspruchsvollen, achtstimmigen Großwerken reicht, eine wahre Fundgrube sowohl für den kleinen Gemeindechor als auch für die konzertant aktive Kantorei. Erschienen ist die Sammlung im Strube-Verlag. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.chorverband-westfalen.de oder unter 02304/755255 in der Geschäftsstelle des Chorverbandes.

IKZ, 28.07.2011 / gesamte Zeitung



A-cappella-Werke begeisterten

(rd) Am vergangenen Sonntag gastierte die Evangelische Kantorei Iserlohn bei den Gerlingser Sonntagskonzerte in der St. Michaels-Kirche.

Auf dem Programm standen a-cappella-Werke aus ganz verschiedenen Epochen, vom Barock bis zu zeitgenössischen Chorstücken. Es war herrlich, derart gelungenen Chorwerken lauschen zu können und ganz im Vokalklang der St. Michaels Kirche, die für Chorgesang prädestiniert ist, aufzugehen und sich von solch einer Interpretationskraft der unterschiedlichen Kompositionen entführen zu lassen. Zu Beginn erklangen die schlichten Sätze „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“, „Cantate Domino“ sowie „Das Benedicite vor dem Essen“, die schwungvoll von den Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Kantor Hanns-Peter Springer vorgetragen wurden. Sehr stimmungsvoll und innig erklangen die „Vater unser“-Vertonungen von Gustav Gunsenheimer und Albert de Klerk. Sehr beeindruckend war die Motette „Jesus, der Retter im Seesturm“ von Siegfried Strohbach, in der die Evangelische Kantorei mit sicher geführten Stimmen eine lebendige Interpretation darbot. Bei weiteren Chorsätzen von Rudolf Mauersberger, Gottfried August Homilius und Max Reger bewies das Iserlohner Ensemble, welche Dynamik, genaue Deklamation und Einfühlsamkeit ein Chor dieser Güte ausstrahlen kann. Den Abschluss bildete die achtstimmige Motette „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Neben den unterschiedlichen Chorwerken begeisterte Hanns-Peter Springer mit einer Bearbeitung des Violinkonzertes von Antonio Vivaldi am Klavier und „Neue Orgelstücke unter dem Amte der Heiligen Messe zu spielen“ von Pater Theodor Grünberger an der Gerlingser Orgel.

Als Dank für dieses Chorkonzert erhielt der Chor einen Baustein für die Stiftung Evangelische Kantorei Iserlohn. Die zahlreich erschienenen Zuschauer zollten dem Ensemble mit langen Applaus ihren Dank und wurden mit einer Zugabe („Ich hab am Anzug viele Taschen“) belohnt.

20.07.2011 / gesamte Zeitung


Nacht der Chöre

 Viel gute Musik und Bilder mit Symbolkraft


Zu Beginn der Nacht der Chöre in der Obersten Stadtkirche sangen alle sechs Chöre gemeinsam.

Iserlohn. So ein Bild hat natürlich einen enormen Symbolkraft: Die katholische Choralschola von St. Aloysius, die im Altarraum der Obersten Stadtkirche einen gregorianischen Marien-Hymnus anstimmt. Immerhin ist die Oberste Stadtkirche einst als katholische Marien-Kirche gebaut worden, und damals - vor der Reformation - war es wahrscheinlich eine alltägliche Selbstverständlichkeit, dort Marienlieder zu singen.

Dass am Samstag bei der „Nacht der Chöre“ zum Abschluss der ersten Ökumenischen Kirchenmusikwoche in Iserlohn die Choralschola in der Obersten Stadtkirche zu Gast war, sollte man deswegen aber auf keinen Fall als Selbstverständlichkeit hinnehmen. Denn vor einigen Jahren wäre so etwas noch nicht denkbar gewesen. Dass das heute geht, ist den Kirchenmusikern auf beiden Seiten zu verdanken, die seit geraumer Zeit deutliche Zeichen für die Ökumene setzen und mit ihrer gemeinsamen Konzert- und Veranstaltungswoche in dieser Hinsicht einmal mit großen Schritten vorangingen. Nicht nur um gute Musik ging es Tobias Aehlig auf der katholischen und Ute und Hanns-Peter Springer auf der evangelischen Seite, sondern auch und vor allem darum, die Schwellen zwischen ihren Chören und ihren Gemeinden zu überwinden.

Die Angebote dazu wurden teilweise rekordverdächtig stark angenommen. Allein das Kindermusical, das die Kinderchöre beider Konfessionen erstmals gemeinsam aufgeführt haben, hatte in seinen drei Vorstellungen fast 1000 Besucher angezogen. Dazu kommen mehr als 500 Kinder, die das Kinderorgelkonzert von Tobias Aehlig besucht hatten. Noch nie zuvor waren so viele Kinder in Iserlohn für die Kirchenmusik auf den Beinen, wie in der vergangenen Wo-che. Die Orgel spielte in der zurückliegenden Veranstaltungsreihe eine andere Rolle als sonst. Große Orgelkonzerte gab es nicht, stattdessen gab es die Orgeln mehrerer Kirchen zum Kennen lernen und zum Anfassen, was ein eher kleines aber sehr interessiertes Publikum erreichte.

Und die gute Musik kam natürlich auch nicht zu kurz, wofür nicht zuletzt die „Nacht der Chöre“ am Samstagabend ein herausragendes Beispiel war. Insgesamt sechs Chöre – der junge Chor „5nach5“ unter der Leitung von Ute Springer, die Choralschola St. Aloysius und das Collegium Vocale Iserlohn unter der Leitung von Tobias Aehlig sowie der Popchor „Rise up!“, die Seniorenkantorei und die Ev. Kantorei Iserlohn unter der Leitung von Hanns-Peter Springer – boten mit ihren jeweils ganz eigenen Profilen eine enorme Bandbreite, bei der das Collegium Vocale mit der „Peace Mass“ von Bob Chilcott den Anfang machte und direkt für einen ganz starken und krachenden Auftakt sorgte. Nach besagter Choralschola mit gregorianischen Gesängen waren die kleineren Chöre von Ute und Hanns-Peter Springer an der Reihe. Die Seniorenkantorei zeigte sich als enorm frischer und vitaler Chor, und im jungen Chor „5nach5“, der ja wie jeder Kinder- oder Jugendchor einer natürlichen Fluktuation unterworfen ist, hat Ute Springer erneut eine sehr motivierte, klangschöne und natürlich gut geschulte Truppe herangezogen, die mit modernen Liedern begeisterte. Der gemeinsame Auftritt der „5nach5er“ und der Seniorenkantorei war gewiss einer der schönsten Momente des Abends.

Dazu zeigte auch der neue Popchor „Rise up!“ bereits ein breites Repertoire zwischen Gospel, afrikanischen Traditionals und neuen geistlichen Liedern. Den Abschluss machte die Kantorei mit A-Capella-Motetten in absoluter Vollkommenheit und einem umwerfenden „Der Mond ist aufgegangen“ im Satz von Max Reger am Ende.

Bis zum Abendlob, das daran anschließend erst nach 23 Uhr begann und in dem Pfarrer Johannes Hammer von St. Aloysius und Pfarrer Udo Schulte von der Versöhnungs-Kirchengemeinde das Konzert und damit auch die Woche beendeten, hatten nicht alle Besucher durchgehalten. Diejenigen, die gegangen waren, haben aber eine Menge verpasst. Denn nur selten kann man so viele erstklassige Kirchenmusiker in einem kurzen Gottesdienst erleben, die so souverän und voller Freude aus dem Vollen schöpfen und alle kirchenmusikalischen Facetten bedienen - von höchst brillanten Orgelimprovisationen durch Tobias Aehlig bis zur mächtigen Chormotette, die die Ev. Kantorei und das kath. Collegium Vocale unter der Leitung von Hanns-Peter Springer vereinte. In Iserlohn war das in dieser Form zuvor noch nie der Fall. Ein besonderer Moment war dabei ohne Zweifel das Gesangsquartett, das die Ehepaare Aehlig und Springer gemeinsam bestritten. Und ein weiteres Bild mit Symbolkraft waren natürlich die beiden vereinten Chöre, wie sie nebeneinander im Altarraum sangen. Zwar verlief beim Schlusssegen eine deutlich sichtbare Kreuzzeichen-Grenze zwischen Kantorei und Collegium, aber das ist wohl unter Gewohnheiten abzuhaken. Was zählte, war der gemeinsame Gesang, und für den wurden die vielen Sängerinnen und Sänger am Ende vom Publikum mit stehenden Ovationen bedacht.

IKZ, Iserlohn, 19.06.2011, Ralf Tiemann






Mit Maisingen Frühling eingeläutet


(ola) „Er bleibt doch der Wonnemonat trotz des fortgeschrittenen Wetters“, schmunzelte Hanns-Peter Springer, Chorleiter der Evangelischen Kantorei Iserlohn. Trotz des herrlichen Wetters und zahlreicher Mai-Feiern hatten viele Besucher den Weg in die Reformierte Kirche in der Innenstadt gefunden, um beim traditionellen Maisingen den Frühling musikalisch einzuläuten.

Der Besucherandrang schien fast kein Ende zu nehmen. Jeder Platz in der Kirche war besetzt. Eine große Leinwand war aufgebaut worden, auf die die Liedtexte projiziert wurden. Wer seitlich saß, rückte seinen Stuhl weiter zur Mitte hin, um das Geschriebene mitlesen zu können. Denn nicht nur der Chor alleine gab hier sein musikalisches Können zum Besten, auch das Gesangstalent der Gäste war bei vielen Liedern gefragt.

An der Kirchenorgel und am Flügel begleitet von Ute Springer eröffnete die Kantorei die musikalische Stunde mit „Der Mai ist gekommen“. Nach weiteren Liedern trauten sich die Besucher gemeinsam mit dem Chor auch an höhere Tonlagen. Bei „Es geht eine helle Flöte“ wurde kräftig mitgesungen. Es war für alle ein gelungener Nachmittag, und einen besseren Einstieg in den Frühling hätte es kaum geben können.

IKZ, 04.05.2011



Das Lebensgefühl Barock kommt in Iserlohn an

Der Unterschied ist schon enorm. Am augenfälligsten wird er natürlich beim Einsatz der Instrumente, die heute in einem modernen Orchester überhaupt nicht mehr vorkommen. Die Gamben, die in vielen Werken Bachs noch eine eigenständige Stimme haben, oder die hölzernen Flöten und Oboen ohne Klappen, oder auch die über weite Strecken unisono geführten Blockflöten im „Actus tragicus“, die ganz eigene und für das heutige Ohr geradezu seltsame Schwebungen erzeugen. Gerade in solchen Passagen wurde das Publikum am Sonntag bei der Aufführung von Bachs Markus-Passion in der Obersten Stadtkirche mit ganz neuen Klängen konfrontiert, die im wahrsten Wortsinn aufhorchen ließen.

Wie bereits berichtet handelt es sich bei der Markus-Passion um ein rekonstruiertes Werk von Bach, das in Iserlohn zuvor noch nie aufgeführt wurde. Zusammen mit dem „Actus tragicus“ - einer sehr frühen Kantate Bachs - hatte Kantor Hanns-Peter Springer mit der Evangelischen Kantorei damit ein außergewöhnliches Programm zusammengestellt, das sich für eine historische Aufführungspraxis geradezu aufdrängt. Mit der „Accademia Filarmonica Köln“ hatte er nun erstmals ein Barock-Orchester eingeladen und damit durchaus ein Zeichen gesetzt und die Interpretation von Bachs Musik in Iserlohn auf eine ganz neue Ebene gehoben.

Denn die Zusammenarbeit mit einem solchen auf die Vokalwerke der Alten Musik spezialisierten Orchester bedeutet weitaus mehr als nur der Einsatz antiquierter Instrumente. Die ganze Musizierweise auch der Streicher ist eine andere. Ihre Klanggebung erfolgt weniger über die Griffhand als über ihre kürzeren und stärker gewölbten Bögen. Das Spiel wird dadurch deutlich vibratoärmer, dafür aber beweglicher und leichter. Alle Instrumente sind zudem noch nicht für die Solo-Zwecke in großen Konzerthäusern ausgebildet, sie sind nicht so durchdringend und fügen sich in einen sehr warmen und dezenten, den Gesang nicht überlagernden Gesamtklang ein.

Und mehr noch: „Die historische Aufführungspraxis ist ein Lebensgefühl“, erklärte die Konzertmeisterin Gabriele Nußberger im Gespräch. Sie stammte ursprünglich aus dem berühmten „Concerto Köln“, hat vor 18 Jahren die „Accademia Filarmonica Köln“ mitbegründet und ist voll und ganz eingetaucht in die Klangwelt und Spielweise der barocken Musik. Ihr Hauptanliegen ist es, sich auch als Orchester dem Text zu unterwerfen und den Chor und die Solisten in den Vordergrund zu stellen. Eine Einstellung, die Hanns-Peter Springer nur unterstreichen kann und die ihm natürlich sehr entgegen kam. Plötzlich habe er echte Partner in der Interpretation an seiner Seite gehabt, die mit ihm an einem Strang ziehen und die den gesanglichen Duktus der Musik und die Artikulation des Chores in sehr viel stärkerem Maße als ein klassisches Orchester nachempfinden und als Experten für Alte Musik sehr kreativ mit dem Notentext umgehen. Die Arie „Falsche Welt“ - eine von sechs wunderbaren Bach-Arien, bei denen vor allem die beiden Solistinnen Julia Kirchner (Sopran) und Schirin Partowi (Alt) ihre Meisterschaft bewiesen - hatte das Orchester beispielsweise nach eigener Idee im Piccicato gespielt und damit eine besonders klangschöne Begleitung gezaubert.

Auch für den Chor hatte die Zusammenarbeit mit dem Barock-Orchester weitreichende  Folgen. Nicht nur, dass das Werk wie im Original einen halben Ton tiefer gesungen wurde, was deutlich angenehmer ist und wofür die Kleinorgel im Altarraum umgestimmt werden musste. Hanns-Peter Springer hatte die Kantorei für diese Aufführung auch noch stärker mit dem barocken Gesangsstil und dem Spiel zwischen schweren und leichten Tönen vertraut gemacht. Noch wichtiger war aber die größere und natürlichere Balance zwischen Orchester, Chor und Solisten. „Sonst geht der Chor mit dem Bewusstsein in ein Konzert, gegen das Orchester ankämpfen zu müssen“, erklärt Springer. Davon war am Sonntag keine Spur. Im Gegenteil: Die Kantorei konnte sich zurücknehmen und man hatte den deutlich Eindruck, dass die Sängerinnen und Sänger noch stärker als sonst in der leichten, beweglichen Klangwelt des Orchesters mitschwangen und so - gepaart mit ihrem gewohntem Strahlen und ihrer Präzision - die enorme Menge an wunderschönen Bach-Chorälen zu einem ganz besonderen Hörerlebnis machten. Die Leistung und der Klang des Chores, der mit Heike Persson, Ute Springer und Holger Otto auch noch drei Solisten dem Quartett der Profi-Solisten zur Seite stellte, war einmal mehr höchst beeindruckend.

„Der Siegeszug der historischen Aufführungen ist unaufhaltsam“, sagt Gabriele Nußberger. „Im Kölner Raum finden Sie kaum noch eine Bach-Aufführung mit klassischem Orchester.“ Dass sich diese Entwicklung auch in unseren Breiten fortsetzt, ist gewiss zu viel verlangt. Denn natürlich kann sich die Kantorei nicht ausschließlich auf Altes spezialisieren und muss auch andere Genres bedienen. Und natürlich ist ein Barockorchester - vor allem wenn sie außerhalb der Passionszeit noch mit Blechbläsern an Naturinstrumenten anreisen - deutlich kostspieliger sind als moderne Orchester. Dennoch wäre es schön, wenn diese Markus-Passion kein einmaliger Ausflug bliebe und es ein Wiedersehen mit der „Accademia Filarmonica Köln“ gäbe.

IKZ, 13.04.2011, Ralf Tiemann


„So etwas darf man nicht sterben lassen“

(rat) Fünf Passionen, so schreibt es Friedemann Bach in einem Nachruf, habe sein Vater Johann Sebastian geschrieben. Die Johannes- und Matthäus-Passion sind hinlänglich bekannt und kamen auch in Iserlohn schon oft zur Aufführung. Während zwei der fünf Passionen wohl für immer verschollen bleiben, lässt sich die Markus-Passion aber anhand von Überlieferungen weitgehend rekonstruieren. Hanns-Peter Springer, Kantor an der Obersten Stadtkirche, wird dieses Werk mit der Ev. Kantorei am Sonntag erstmals in Iserlohn aufführen. Aber was genau verbirgt sich hinter einem rekonstruierten Werk? Dazu muss man zunächst wissen, dass es zu Bachs Zeiten noch keinen so strengen Werkbegriff gab wie später ab der Romantik. Bach hat als Kirchenmusiker für den täglichen Gebrauch komponiert. Und da er sich des Wertes seiner Musik wohl bewusst war und die CD noch nicht erfunden war, wird es auch für ihn ein unerträglicher Gedanke gewesen sein, dass beispielsweise eine Trauerkantate, die er für eine bestimmte Beerdigung geschrieben hat, nur ein einziges Mal erklingen würde, um dann auf immer und ewig zu verschwinden. Die Praxis, eigene Werke öfter zu verwenden und in anderem Zusammenhang wieder aufzugreifen, war damals alltägliche Praxis und anders als heute keineswegs verwerflich.

Von der Markus-Passion weiß man, dass es sich um eine sogenannte Parodie-Passion, also um ein Werk handelt, in dem Bach bereits Komponiertes namentlich aus der Trauer-Oden-Kantate wieder verwendet hat. Eine Praxis, die Bach beispielsweise auch beim Weihnachts-Oratorium angewendet hat. Zudem ist das Textheft überliefert, was gesicherte Rückschlüsse über den Ablauf von Chorälen, Arien und Rezitativen zulässt. Da sämtliche Bach-Choräle auch in anderen Sammlungen vorhanden sind, lässt sich also mit den 15 Chorälen der Passion und den drei Arien der Trauer-Oden-Kantate der größte Teil des Werkes problemlos und gesichert rekonstruieren.

Fehlen „nur“ noch die drei übrigen Arien und die Rezitative. Da die Musikwissenschaft weitere Bach-Kantaten als „Paten-Kantaten“ für die Markus-Passion ausgemacht hat, können weitere Arien zugeordnet werden. Hier handele es sich aber um Vermutungen, wie Hanns-Peter Springer einräumt. Aber dennoch zu 100 Prozent um Bach-Musik. Was für die vollends verlorenen Rezitative nicht gilt. Um diese Löcher zu füllen, sind seit den 60er Jahren rund zehn unterschiedliche Versionen entstanden, wobei es wie in der Architektur beim Wiederaufbau alter Gebäude zwei grundlegend unterschiedliche Herangehensweisen gibt. Wie beim Reichstag, wo mit der modernen Glaskuppel ein Kontrast zwischen Neu und Alt angestrebt wurde, gibt es Versionen, die mit modernen, neu komponierten Rezitativen arbeiten. Und wie bei der Frauenkirche das Barockgebäude möglichst originalgetreu wieder hergestellt wurde, gibt es auch originalgetreue Rekonstruktionen der Passion.

Hanns-Peter Springer hat sich für Letzteres entschieden und die Bearbeitung des englischen Literaturwissenschaftlers Andor Gomme gewählt. Der hat das Bach-Werk durch die Rezitative und die Tubae – also die kurzen Einwürfe des Chores – aus der Markus-Passion von Bachs Zeitgenossen Reinhard Keiser, den Bach sehr verehrt hat, vervollständigt. „Das hat nicht Bachs Qualität“, erklärt Springer, werde aber von der Wissenschaft nach besten Forschungsergebnissen als intentionsnah eingestuft.

Die Markus-Passion bietet also Vieles, was Bach verwendet hat, Einiges, was er vermutlich verwendet hat, und Einiges, was nicht von Bach stammt. Eine Schmälerung der Bedeutung des Werkes sieht Hanns-Peter Springer aber keineswegs. Mit der enormen Anzahl von 15 Chorälen, die man in dieser Dichte und Zusammensetzung sonst nie zu Gehör bekomme, sei es ein echtes Meisterwerk, mit dem Bach auch inhaltlich eine überaus starke textliche Ausdeutung des Evangeliums biete. „So etwas darf man nicht sterben lassen“, lautet sein Urteil. Am Sonntag, 10. April, um 18 Uhr wird die Markus-Passion erstmals in Iserlohn in historischer Au
fführungspraxis mit der „Accademia Filarmonica Köln“ und erstklassigen Solisten erklingen. Verpassen sollte das niemand, denn zur gewohnten Qualität der Kantorei tritt hier noch eine gehörige Portion Spannung. Karten gibt es noch an der Stadtinformation.

IKZ, 06.04.2011




Gründungsfeier für die
Stiftung Evangelische Kantorei Iserlohn"
am
Mittwoch, 26. Januar 2011
mit

Festredner
Dr. Henning Scherf, Bremen

Posaunenchor der Versöhnungs-Kirchengemeinde
Leitung: Stefan Beumers
Kinder- und Jugendkantorei Iserlohn
PopChor RISE UP!
Seniorenkantorei
Evangelische Kantorei Iserlohn
Leitung: Ute und Hanns-Peter Springer


Henning Scherf: Singen ist ein Lebensmittel

Die Ev. Kantorei zeigte beim Gründungsfest ihre ganze Bandbreite.

„Auf diese Kantorei und dieses wunderbare Kantoren-Ehepaar können Sie wirklich stolz sein“, hat Dr. Henning Scherf sichtlich beeindruckt am Mittwochabend in das Publikum gerufen. Anlässlich des Gründungsfestes der Stiftung Evangelische Kantorei Iserlohn hatte der ehemalige Oberbürgermeister Bremens als Präsident des Deutschen Chorverbandes die Laudatio in der voll besetzten Obersten Stadtkirche gesprochen.Seine Begeisterung war verständlich, denn die Kantorei präsentierte sich in der Tat in voller Pracht und Blüte. Schon öfter hatten die Kantoren Ute und Hanns-Peter Springer die verschiedenen Chöre, die im Lutherhaus an der Obersten Stadtkirche proben, zu besonderen Anlässen vereint. So geballt hatten sie bisher aber noch nicht gezeigt, was alles drinsteckt, wo Kantorei draufsteht. Mehr als 150 Sängerinnen und Sänger aus neun Chören von der Kinder- bis zur Seniorenkantorei im Alter von drei bis 80 Jahren boten einen rund einstündigen kirchenmusikalischen Querschnitt durch alle Epochen und Genres. Dazu waren mit einer festlichen Fanfare des Posaunenchores von Stefan Beumers und einer Orgel-Improvisation des katholischen Kantors Tobias Aehlig ihre engsten Kooperationspartner zu hören - im Ganzen eine eindrucksvolle Demonstration der Vielfalt, Leistungsstärke und Offenheit der Kantorei.

Die Iserlohner Kirchenmusik erschien hier auf einem Gipfelpunkt. Dass es dennoch notwendig ist, angesichts der weiter rückläufigen Kirchensteuereinnahmen eine Förderstiftung zu gründen, um die Arbeit der Kantoren auch zukünftig finanziell abzusichern und sogar auszubauen, musste dem Publikum nicht mehr erklärt werden. Der Vorsitzende des Stiftungsrates, Pfarrer Peter-Thomas Stuberg, musste in seiner Begrüßung nur kurz erwähnen, dass dieser musikalische Reichtum Ute und Hanns-Peter Springer zu verdanken sei, und es prasselte ein Applaus auf das Kantoren-Ehepaar ein, der gar nicht mehr enden wollte und aus dem eine tiefe Dankbarkeit und Wertschätzung sprach – gewiss der emotionalste Moment des Abends.

Dr. Henning Scherf sprach den Anwesenden dann auch aus der Seele, als er in seiner Laudatio ebenso unterhaltsam und humorvoll wie inhaltsstark und inspirierend den Wert der Musik und speziell des Singens hervorhob. Es sei unerhört wichtig, dass Kinder schon von Klein auf einen Zugang zum Singen bekommen. Nicht nur, weil dann die Hoffnung groß sei, dass sie nicht als grölende Jugendliche enden, sondern auch, weil Singen und Musizieren die allgemeine Entwicklung fördern. „Eigentlich würden die Kleinen jetzt doch viel lieber rumlaufen und Quatsch machen. Beim Singen sind sie aber plötzlich hochkonzentriert und mit Begeisterung dabei“, sagte Scherf mit Blick auf die St.-Marienkäfer. So einen Lernerfolg könne man gar nicht toppen. „Sie stellen sich einer Sache, bleiben dabei, übernehmen eine Aufgabe und halten Verabredungen ein.“

Integrationshilfe

Und das gehe so weiter. In den schwierigen Jahren der Pubertät sei Chor, in dem man zu Hause sei, ein Stück Lebenshilfe. Junge Eltern, „die mit Kindern und Beruf eine Menge am Hacken haben“, hätten Ort, um abschalten und die Seele baumeln zulassen. Und für die Senioren, vor allem auch für die Ältesten und Demenzerkrankten, habe Singen einen unschätzbaren Wert. „Musik macht da weiter, wo die Sprache längst versagt hat“, weiß der 72-Jährige aus eigenen Erfahrungen im Freundes- und Bekanntenkreis. „Singen ist ein Lebensmittel, das man als ganzer Mensch braucht“, lautete sein Fazit, für das er donnernden Applaus erntete. Ebenso wie für die Aussage, dass die Kantorei nicht nur ein Segen für die Sängerinnen und Sänger sei, sondern auch für die Gemeinde und die ganze Stadt von unermesslichem Wert sei. „Ich hoffe, dass die Pfarrer die Kirchenmusik nie als Konkurrenz empfinden. Eine so starke Kantorei ist das Beste, was einer Gemeinde passieren kann.“

Zur Gründung der Stiftung sagte er, dass es klug sei, sich nicht allein auf die Kirchensteuern zu verlassen. Zumal es durchaus noch Bereiche gebe, in denen die Arbeit ausgeweitet werden könne. Wunderbar wäre es beispielsweise, wenn noch viel mehr Kinder mit Migrationshintergrund für das Singen gewonnen werden könnten. Die Erfahrung, dass man bei aller kulturellen Verschiedenheit an der selben Sache Spaß habe, sei grundlegend für die Integration.

Nach dem Fest in der Kirche klang der Abend bei einem Empfang im Lutherhaus aus, wo Pfarrer Stuberg die Zustifter der ersten Stunde verlas. Rund 32000 Euro seien bisher eingegangen, 1,5 Millionen hat der Stiftungsrat ins Auge gefasst. „Nicht als Almosen, sondern als sinnvolle Investition in die Zukunft Iserlohns“, so Stuberg.

IKZ, 28.01.2011,
Ralf Tiemann



2. Weihnachtstag, 26. Dezember, Oberste Stadtkirche
Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium I-III
Ausführende:
Solisten: 
Kirsten Drope, Sopran - Susanne Schaeffer, Alt - Nils Giebelhausen, Tenor -
Daniel Blumenschein, Bass (hier Informationen zu den Vokal-Solisten)
Mitglieder der Kinder- und Jugendkantorei, Evangelische Kantorei Iserlohn
Trompetenensemble Stefan Beumers, Mitglieder der Dortmunder Philharmoniker
Leitung: Hanns-Peter Springer

Prachtvolle Chöre, sanfte Choräle

Spannend sei es am Ende schon geworden, sagt Hanns-Peter Springer. Sehr sogar. Die Sopranistin Kirsten Drope beispielsweise war erst am zweiten Weihnachtstag, also am Tag der Aufführung, von Stuttgart aus angereist. Und dass sie wirklich pünktlich mit der Bahn in Iserlohn ankommen würde, sei lange ungewiss gewesen. Daneben hatte das anhaltende Winterwetter nicht nur für einige gesundheitsbedingte Ausfälle in der Evangelischen Kantorei gesorgt, sondern auch den Probenplan, bei dem Kantor Springer am Ende Chor, Orchester und Solisten unter einen Hut bringen musste, gehörig durcheinandergewirbelt. Vieles habe er da mit der heißen Nadel stricken müssen.

Hörbar wurde das bei der Aufführung der ersten drei Teile des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach am Sonntag aber an keiner Stelle. Die Mitglieder der Dortmunder Philharmoniker musizierten unterstützt von dem „Trompetenconsort Westfalia“ mit dem Iserlohner Trompetenlehrer Martin Schröder absolut tadellos, die Solisten - Kirsten Drope (Sopran), Susanne Schaeffer (Alt), Nils Giebelhausen (Tenor) und Daniel Blumenschein (Bass) - gestalteten ihre Arien und Rezitative teilweise im Duett mit den Instrumentalsolisten zu wunderbaren Höhepunkten und die rund 55 Kantorei-Sängerinnen und -Sänger stellten einmal mehr ihre musikalische Klasse mit großer Präzision, enormer Beweglichkeit und wundervollem Klang unter Beweis. Schon vor vier Jahren hatten sie mit der Aufführung des kompletten Weihnachtsoratoriums einen großen Erfolg gefeiert. Und auch dieses Mal bescherten sie mit prachtvollen Chören und sanften Chorälen einen besonderen Hörgenuss. Der minutenlange, tosende Applaus im Stehen am Ende verriet, dass diese Aufführung für alle in der voll besetzten Obersten Stadtkirche ein nicht nur passender, sondern auch begeisternder Abschluss der Weihnachtsfesttage war.

Bemerkenswert und besonders erfreulich war dabei, dass die Kantorei hier im ersten Teil des Oratoriums erstmals von 20 Kindern der Maxi-Gruppe aus der Kinder- und Jugendkantorei von Ute Springer mitgewirkt haben. Das Altersspektrum reichte so von neun bis über 70, was natürlich ein außergewöhnliches Bild und auch einen veränderten Klang ergab. Zumal sechs von ihnen mit der Gestaltung des Chorals „Er ist auf Erden kommen arm“ im Wechsel mit dem Bassisten Daniel Blumenschein eine besonders verantwortungsvolle, solistische Aufgabe übernahmen. Einige wenige hatten im Vorfeld sogar an acht der abendlichen Kantoreiproben teilgenommen und sangen die kompletten drei Teile auswendig runter. Um auf ähnliche Werte zu kommen wie die älteren Kantorei-Mitglieder, die das Weihnachtsoratorium zum Teil schon mehr als 50 Mal gesungen haben, muss man eben früh anfangen.

IKZ, 28.12.2010, Ralf Tiemann


Minis und Maxis leisteten Großes

Eine liebe, nette Weihnachtsaufführung mit viel Besinnlichkeit und herz­erwärmenden Melodien war das ganz und gar nicht: Die Minis und Maxis der Kinderkantorei entführten ihr Publikum am Samstag bei ihrem Weihnachtsmusical „Suleilas erste Weihnacht“ in der sehr gut besuchten Obersten Stadtkirche vielmehr an einen der Orte Iserlohns, die man lieber meidet: unter eine entlegene Eisenbahnbrücke oder eine dunkle Unterführung. Und erzählt wurde die Weihnachtsgeschichte dort von Personen, die die meisten auch lieber meiden: von dem Obdachlosen Otto, der dort mit seinem Hund Ebbi wohnt, und von von dem Mädchen Suleila, die aus dem Iran stammt, von Weihnachten keinen blassen Schimmer hat und Otto dort mit ihren Freunden besucht. Allein diese Ausgangsszenerie des Musicals von Klaus Heizmann und Dagmar Heizmann-Leucke ist schon ungewöhnlich und lässt aufhorchen. Daran anschließend folgte eine Vielzahl an Szenen, die aufwühlen und unter die Haut gehen - etwa wenn Otto verbittert in die Vergangenheit blickt und von seinem Weg in die Gosse erzählt oder wenn Maria später in Bethlehem voller Angst in die Zukunft blickt und nicht weiß, wie alles werden soll.

Man vergisst dabei ziemlich schnell, dass es sich um rund 60 Kinder im Grundschulalter handelt, die da auf der Bühne stehen und dieses Musical aufführen. Und das ist gewiss das größte Kompliment, das man den jungen Darstellern machen kann, die unter der Leitung von Kantorin Ute Springer längst keinen „Klein-Kinder-Niedlichkeits-Bonus“ mehr nötig haben. Da gibt es kein albernes Gekicher, weil man sich schämt, auf der Bühne zu stehen. Stattdessen herrscht eine überaus konzentrierte Atmosphäre, alle ziehen an einem Strang und geben ihr Bestes für eine gelungene Aufführung - ganz gleich, ob es die kleinen Siebenjährigen im Chor sind oder die größeren Zwölfjährigen, die mit erstaunlichem Mut und außergewöhnlichen Leistungen ins Rampenlicht traten. Stellvertretend für alle anderen Solisten sind hier Clara Schöttler als Otto, Christin Trenkler als Suleila, Lia Springer als Maria, Malte Hennes als Josef oder Benjamin Pohl als abweisender Wirt vom Gasthaus „Zum Krug“ zu nennen.

Der große Erfolg, den Ute Springer mit ihren Minis und Maxis am Samstag erneut gefeiert hat, ist aber auch auf die stimmigen und immer besser eingespielten Strukturen zurückzuführen, die die Kinderkantorei begleiten. Viele Eltern engagieren sich hier tatkräftig im Hintergrund, um Kostüme und Bühnenbild anzufertigen, die Technik zu bedienen und aufzubauen oder nach der Aufführung noch für einen gemütlichen Umtrunk zu sorgen. Für „Suleilas erste Weihnacht“ hat Familie Trenkler sogar ihren Hund Ebbi zur Verfügung gestellt. Begleitet wurden die Kinder von der bewährten Band aus Gisela Halbach (Flöte), Laura Flanz (Schlagzeug) und Hanns-Peter Springer (Klavier). Regie hat erneut Rahel Schöttler geführt, die durch mitunter vier verschiedene Bühnen - vom geteilten Altarraum über den Mittelgang bis hoch oben zur Kanzel - das Geschehen sehr auflockerte und die Beleuchter vor eine ganz besondere Herausforderung gestellt hat. Doch auch das meisterte das große Team reibungslos und der tosende Applaus am Ende gebührte nicht nur den wunderbar singenden und spielenden Kindern, sondern auch ihren Eltern.

IKZ, 14.12.2010, Ralf Tiemann


Kantorei-Stiftung wächst

(rat) Die „Stiftung Evangelische Kantorei Iserlohn“ nimmt konkrete Formen. Am Donnerstag hat sich der Stiftungsrat im Lutherhaus an der Obersten Stadtkirche vorgestellt, der nun mit einer Broschüre um Unterstützer wirbt.

Wie bereits berichtet, möchte die Kantorei ihre umfangreiche Chorarbeit über eine eigene Stiftung auch bei weiter sinkenden Kirchensteuereinnahmen absichern. Derzeit singen etwa 180 Personen in der Kantorei und der Senioren-Kantorei von Kantor Hanns-Peter Springer sowie in den vier Gruppen der Kinder- und Jugendkantorei von Kantorin Ute Springer. Gleichzeitig sollen die zukünftigen Erträge aus der Stiftung aber auch eine Ausweitung sowohl des Angebots als auch der personellen Struktur ermöglichen.

Als unselbstständige Stiftung, die der Versöhnungs-Kirchengemeinde unterliegt, war es das Presbyterium der Evangelischen Innenstadtgemeinde, das in der vergangenen Woche den siebenköpfigen Stiftungsrat gewählt hat. Dazu gehören neben Kantor Hanns-Peter Springer die Pastorin Rahel Schöttler, Pfarrer Peter Stuberg, Dr. Joachim Droste, Barbara Kirchhoff, Cornelia Roder und Susanne Otto, die auch Mitglied im Presbyterium ist. Am 26. Januar soll die Stiftung um 19 Uhr feierlich im Beisein des ehemaligen Bürgermeisters Bremens und heutigen Präsidenten des Deutschen Chorverbandes, Henning Scherf, eröffnet werden. Bis dahin muss sie ein Startkapital von 10 000 Euro angehäuft haben, was aber bereits jetzt so gut wie sicher gestellt sei, wie Rahel Schöttler am Donnerstag erklärte. Zumal erst jetzt die aktive Werbung um Stifter beginnt.

Dazu hat der Stiftungsrat eine Broschüre mit dem Titel „Sinn stiften mit Musik“ aufgelegt, die die Arbeit der Kantorei vorstellt und den Wert der Musik für Kirche und Gesellschaft verdeutlicht. Das Heft wird nun etwa 400 ausgewählten Haushalten zugeschickt, liegt für alle weiteren Interessierten aber auch in der Gemeinde aus. Mit einem Stiftungsbaustein im Wert von 250 Euro oder einem Vielfachen davon kann jeder Stifter werden. Aber auch kleinere Beträge zur Unterstützung sind möglich. Näheres zu den Regularien ist der Broschüre oder der Internetseite www.stiftung-kantorei-iserlohn.de zu entnehmen. Fragen werden auch im Kantorat im Lutherhaus,  02371/13291, beantwortet.

Als Fernziel, um wirklich mit den Erträgen arbeiten zu können, hat sich der Stiftungsrat die Marke von einer Million Euro gesetzt, was keineswegs vermessen sei, wie Hanns-Peter Springer am Donnerstag erklärte. Derartige Kantorei-Stiftungen seien inzwischen weder neu noch selten. Eine der erfolgreichsten in der Westfälischen Landeskirche sei in Arnsberg gegründet worden, wo man nach fünf Jahren über ein Kapital von 400 000 Euro verfüge. Eine solche Entwicklung sei auch in Iserlohn durchaus realistisch - gerade angesichts des enormen Engagements, das er im frisch installierten Stiftungsrat verspüre.

IKZ, Iserlohn, 20.11.2010



Ein wirklich denkwürdiges Musikereignis verzauberte

„Es ist eine stille ,ernste Welt, die es erschließt. Öd und starr, ohne Farbe,ohne Licht, ohne Bewegung liegt sie da; sie erfreut und zerstreut nicht; und dennoch kommt man von ihr nicht los.“ Diese Worte schrieb der berühmte Missionar und anerkannte Bachforscher Albert Schweitzer über das Grundthema der „Kunst der Fuge“ und damit wird auch der gesamte Charakter eines wirkliche denkwürdigen Musikereignisses in der Obersten Stadtkirche beschrieben. Bachs letztes Werk, ein Zyklus von vierzehn Fugen und vier Kanons, gilt als Gipfelwerk der Musikgeschichte und ist dennoch nie populär geworden. Bach fasst hier die ganze Welt der Kontrapunktik mit all ihren Möglichkeiten unnachahmlich zusammen, wobei viele Elemente eben nicht oder kaum zu hören sind und sich nur durch das Notenstudium erschließen. Die drei Kantoren Gerber, Springer und Aehlig hatten sich erkennbar Gedanken gemacht, dieses Werk „zuhörerfreundlich“ zu präsentieren und das gelang ihnen in jeglicher Hinsicht:da Bach keine Angaben zur Instrumentierung gemacht hatte, entschieden sich die drei Kantoren für jene Tasteninstrumente, die in der Barockzeit die Kirchenmusik geprägt haben: große Orgel, Orgelpositiv; Regal und Cembalo. Hiermit gelang es, den einzelnen Stücken individuellen Charakter zu verleihen und durch den Wechsel der Klangfarben den Zuhörer immer wieder neu zu gewinnen. Denn die Vielzahl der der Fugen, Doppelfugen, Umkehrungen, Spiegelungen etc. verlangte dem nun mal romantisch vorgeprägten Ohr doch einiges ab, so dass der Wechsel der Instrumente als echte Wohltat empfunden wurde.

Beeindruckend die Spieltechnik und Präzision von Hans-Peter Springer an Positiv und Regal und Tobias Aehlig am Cembalo. Und natürlich besonders nachhaltig die Gestaltungskraft von Gotthard Gerber an „seiner“ Schuke-Orgel, jener Orgel, deren Disposition er mit viel Herzblut und Fachkompetenz entscheidend mitgeprägt hat.

Eine klug gesetzte Pause und ein von Gerber sehr aufschlussreich und liebevoll gestaltetes Programmheft sorgten dafür, dass die Musik stets interessant blieb und auch der Schluss noch die ihm gebührende Aufmerksamkeit bekam: denn als Gotthard Gerber die letzte machtvolle Fuge an jener Stelle abbrach, an der Bach ja auch zu schreiben aufgehört hatte, da ging es einem doch durch Mark und Bein. Und mit dem Schlusschoral „Vor deinen Thron trete ich hiermit“ schloss dann die stille ernste Welt, von der Albert Schweitzer gesprochen hatte und die Zuhörer ließen diese Stille in all ihrer Tiefe nachwirken, bevor sie den Interpreten mit Schlussapplaus dankten.

Es war schon ein anrührendes Bild, wie die beiden jungen Kantoren den „Altmeister“ Gerber beim Verbeugen in die Mitte nahmen.

Ein großes Kompliment Hans Peter Springer für seine menschliche Integrationskraft, wie er „konfessions-und generationenübergreifend“ die Kirchenmusikgrößen Iserlohns zusammenführt.

IKZ, 17.11.2010, Christan Otterstein


Frische und lebendige Stimmen

Man hat viele Möglichkeiten, sich als Chor zu präsentieren, und die rund 20 Jugendlichen, die Kantorin Ute Springer aktuell in die höchste Klasse ihrer Singschule, dem Jungen Chor „5nach5“, geführt hat, haben dabei schon eine Menge erlebt. Zwischen rein konzertanten Auftritten über Pop-Musicals bis hin zu großen Aufführungen von Messen dürfte ihnen kaum noch etwas fremd sein. Am Freitagabend begeisterten sie nun in der Obersten Stadtkirche mit einem szenischen Oratorium. Und es macht einfach große Freude zu sehen, wie die jungen Leute nicht nur als wohl geformter Klangkörper mit frischen und lebendigen Stimmen, mit Kraft und präzisem Klang auftreten, sondern wie sie auch als Solisten selbstbewusst vor das Publikum treten, wie sie Sprechrollen gestalten, tanzen und schauspielern. Mehr als 100 singende und musizierende Kinder und Jugendliche hat Ute Springer bereits unter ihren Fittichen, und es ist nicht übertrieben zu sagen, dass das ein enormer Gewinn für die ganze Stadt ist.

Dazu erfüllt die Kantorei natürlich auch noch ihre eigentliche Bestimmung in der kirchlichen Verkündigung. Am Freitag näherten sich die Jugendlichen mit dem Stück „Wenn das Brot, das wir teilen...“ der Heiligen Elisabeth von Thüringen, die sich ganz der christlichen Nächstenliebe verschrieben hatte und sich mit ihrer aufopferungsvollen Hilfe für die Armen und Kranken nicht nur Freunde am Hofe machte. „Warum sollen wir in Freuden feiern, wenn der Arme mit Geschwüren vor der Tür sitzt?“ wird an einer Stelle gefragt - Elisabeth zog die Konsequenzen, was von den „5nach5ern“ wunderbar umgesetzt wurde.

Musikalisch erinnerte die durchaus ernste Vertonung von Kurt Grahl mit Pauken, Trompeten und Hörnern, Schellen und der kleinen Orgel im Altarraum an die Klangwelt des Mittelalters, was eben auch zu mittelalterlich anmutenden Tänzen einlud. Unterstützt wurde der Junge Chor von den ebenso jungen Blechbläsern von „Iserlohn Brass“ unter der Leitung von Stefan Beumers, von Hanns-Peter Springer an den Tasten- und Schlaginstrumenten, sowie von dem Geiger Ulrich Grünebaum. Und natürlich von den „MAXIs“ der Kinderkantorei, die ebenfalls in rund 20-köpfiger Besetzung an einigen Stellen kräftig mitsangen und schon einmal in die Welt der „5nach5er“ hineinschnuppern konnten.

IKZ, 27.09.2010, Ralph Tiemann


 


40 Sängerinnen und Sänger der Evangelischen Kantorei auf Konzertreise nach Nikolaiken in Polen / In mehreren Kirchen gesungen / Besuch in Danzig schloss sich an


Polen, (rd)
Eine knappe Woche war die Evangelische Kantorei Iserlohn in diesen Sommerferien unterwegs: Die Konzertreise ging nach Nikolaiken in Polen, wo die rund 40 Sängerinnen und Sänger sowie Gäste in einem Haus neben der evangelischen Kirche untergebracht waren. Herzlich war das Willkommen des dortigen Pfarrers, der winters die Aufgaben eines Pfarrers, sommers aber auch die eines Hoteliers versieht.
Ein anspruchsvolles Programm präsentierte die Kantorei in Nikolaiken und Lötzen in abendlichen, jeweils gut besuchten Konzerten. Besonders beeindruckend war neben Werken von Schütz, Mendelssohn und dem lautmalerischen „Jesus und die Krämer" von Kodaly vor allem die Motette„Wie liegt die Stadt so wüst", die Rudolf Mauersberger nach der Zerstörung der Kreuzkirche in Dresden komponiert hatte. Der Chor hatte sie aus Anlass des 65-jährigen Kriegsendes einstudiert. Außerdem gestaltete die Kantorei in Orteisburg den sonntäglichen Gottesdienst. Freundlich und geprägt von Dankbarkeit waren die Begegnungen.
Der bewährte Reiseleiter Hans-Jürgen „Paul" Michels wurde unterstützt von einem polnischen Pendant: Mit erstaunlichem Detailwissen begleitete„Lorbas" Christof die Tour. Mit Witz und Feingefühl wusste er nicht nur eine Fülle von geografischen und historischen Fakten zu Land und Leuten zu erzählen, sondern vermittelte während der Mitglieder der Evangelischen Kantorei begaben sich auf eine Konzertreise nach Polen.
Fahrten durch die wunderschöne Natur auch ostpreußische Sprache und Traditionen. Bei den touristischen Zielen bleiben nachhaltig die Persönlichkeiten in Erinnerung, mit denen die Gruppe zusammentraf: Beim Besuch des Klosters „Heilige Linde" mit seiner hörens- und sehenswerten Orgel konnte der dortige Pater gar nicht genug von den spontanen Gesängen der Kantorei bekommen und freute sich überschwänglich. Bewegend war zudem die Begegnung mit der Journalistin Renate Marsch, die sich dem Angedenken der 2002 verstorbenen Marion Gräfin Dönhoff widmet und ihr zu Ehren ein kleines Museum eingerichtet hat.
Ergreifend war das Gespräch mit dem pensionierten Lehrer und Reiseführer Jerzy Szynkowski in der Wolfschanze, der Bücher über Hitlers Hauptquartier verfasst hat und über das Attentat vom 20 Juli 1944 zu erzählen wusste. Eine Bootsfahrt, das beschauliche Staken auf der Krutina und die Einkehr in urigen Gaststätten bildeten einen entspannenden Kontrast.
Vor dem Abflug gab es für den Chor einen gelungenen letzten touristischen Höhepunkt: Es konnte die geschichtsträchtige, wunderschön wieder aufgebaute und restaurierte Stadt Danzig besichtigt werden.

IKZ - Montag, 2. August 2010

Kinderoper in der Obersten Stadtkirche  :
  „Nach uns die Sintflut“ - kindgerecht, nicht platt

Kinderoper

Wenn Kinder auf der Bühne singen, ist das Publikum meist angetan. Dass die Zuhörer aber am Ende einer Aufführung in minutenlangem Jubel ausbrechen und die Kinder mit stehenden Ovationen feiern, ist vergleichsweise ungewöhnlich. Bei den Konzerten der Evangelischen Kinder- und Jugendkantorei an der Obersten Stadtkirche endet es aber immer häufiger genau so - und das durchaus zurecht, wie man am vergangenen Pfingstsonntag im Rahmen der vierten „Nacht der offenen Kirchen“ (siehe auch oben stehenden Artikel) erneut sehen konnte.

Mit der Kinderoper „Nach uns die Sintflut“ hatte sich Kantorin Ute Springer mit ihren rund 50 kleinen Sängerinnen und Sängern von den Minis und Maxis ein ebenso schönes und amüsantes wie musikalisch anspruchsvolles Werk ausgesucht. „Kindgerecht aber nicht platt“ nannte Ute Springer in ihrer Begrüßung diese moderne Bearbeitung der Arche-Noah-Geschichte, mit der sich der Komponist Johannes M. Michel bewusst von vielen poppigen aber vergleichsweise seichten Kindermusicals abhebt. Ebenso wie in dem Opern-Text, der in einer Mixtur aus unzähligen witzigen Einfällen und einer problembewussten Spiegelung des Sintflut-Themas zu den Fluten und zur Erderwärmung unserer Tage eine gelungene Balance zwischen Humor und Nachdenklichkeit findet, so zeichnet sich auch die Musik durch ein Wechselspiel von hohem Anspruch und humorvollen Einwürfen aus. Die Instrumentalpassagen und Gesangspartien der Kinder hatten es durchaus in sich, gleichzeitig bekam aber das kleine Mäuschen ein süßes Geigensolo und das Klavier, das ja nichts dazu kann, dass es kein Tier ist, durfte mächtig jubeln, weil es auch mit auf die Arche durfte. Und ein schöneres Durcheinander an Tierstimmen hatte man zuvor auch noch nicht gehört.

In vielen Proben und einem intensiven Probenwochenende in einer Jugendherberge hatten die Kinder mit ihrer Chorleiterin das Werk erarbeitet. Dazu hatten viele tatkräftige Helfer hinter den Kulissen das Stück um Noah und seine Arche zu einem höchst aufwändigen Unterfangen gemacht. Kirsten Rüdiger und Cornelia Roder hatten wunderbare Kostüme für die biblischen Figuren und eine ganze Armee von Tieren sowie das Bühnenbild mit großem Schiff und strömendem Regen angefertigt, die Regie hatte Rahel Schöttler übernommen und bei den Musikproben hatte Rebecca Henz als Kantorei-Eigengewächs die Soloproben geleitet. Unterstützt wurden die Darsteller von einem kleinen Orchester mit Hanns-Peter Springer am Klavier, Roland Kirch an der Klarinette und sieben jungen Nachwuchsmusikern an Streich-, Blas- und Schlaginstrumenten - drei davon aus den Reihen der Jugendkantorei.

Neben der Qualität des Stückes und der aufwändigen Ausführung waren es aber natürlich die Kinder, die das Publikum am Ende zu dem langen Jubel hinrissen. Für viele der kleineren Kantoreimitglieder von den Minis (2. und 3. Schuljahr), die im Chor mitwirkten, war es der erste große Auftritt. Und bei den älteren Darstellern von den Maxis (4. bis 6. Schuljahr) wurde deutlich spürbar, was sie in den vergangenen sechs bis sieben Jahren seit ihrer Zeit als St.-Marienkäfer unter der Leitung von Ute Springer alles gelernt haben - so viele starke Solisten, die sich derart selbstbewusst und mit sicherer Stimme und schauspielerischem Pfiff vor eine vollbesetzte Oberste Stadtkirche stellen, sind schon etwas Besonderes.

Am morgigen Donnerstag folgen zwei weitere Aufführungen um 10.15 und 12 Uhr in der Obersten Stadtkirche. Dann werden auch die Kinder von der Grundschule Bleichstraße dabei sein, die das Stück in Kooperation mit der Kantorei ebenfalls einstudiert haben und die Zahl der Akteure auf mehr als 70 anwachsen lassen werden.

IKZ, Iserlohn, 25.05.2010, Ralf Tiemann



Festliches Osterkonzert lässt das Publikum jubeln

Iserlohn. Es ist schon beeindruckend, wie groß der Andrang bei Konzerten in der Obersten Stadtkirche ist - vor allem wenn die Musiker der eigenen Gemeinde dort auftreten.

Am Ostermontag hatten Kantor Hanns-Peter Springer und der Trompeter Stefan Beumers, der den Posaunenchor der Versöhnungs-Kirchengemeinde leitet, zum festlichen Osterkonzert eingeladen, und dass eine solche Einladung einen erstklassigen Musikgenuss verpricht, hat sich offensichtlich längst über die Gemeindegrenzen hinaus herumgesprochen: Das Kirchenschiff war voll besetzt, auch die seitliche Empore war gut gefüllt und kurz vor Konzertbeginn mussten sogar noch Programme kopiert werden, so groß war der Andrang.

Als dritten Mann im Bunde war Jan Esch, erster Trompeter des Philharmonischen Orchesters Hagen, mit dabei. Als Trio hatten die Musiker festliche Werke aus verschiedenen Epochen für zwei Trompeten und Orgel ausgewählt. Neben zwei Sonaten aus dem italienschen Barock sowie einer romantischen Choralbearbeitung von Sigfrid Karg-Elert war die Suite „L'Apocalypse selon St. Jean” des modernen Franzosen Jean Francaix das Hauptwerk des Abends. Mit der für die Franzosen typischen verspielteren und nicht ganz so ernsten Kompositionsweise bot dieses Werk mit teilweise gedämpften Trompeten, klangvollen Fanfaren und volltönig flutenden Passagen erfrischend neue Eindrücke im Vergleich zu den bekannten Barock-Klängen in dieser Besetzung. Mit Händels „Die Ankunft der Königin von Saba” setzten die drei Musiker einen wunderbar festlichen Schlusspunkt.

Hanns-Peter Springer ergänzte das Konzert mit Solowerken für Orgel, wobei auch er erneut neben Bach und Buxtehude viel Unbekanntes hören ließ. Eine poppige Oster-Hymne von Christopher Tambling, eine romantische Toccata von Georges Mac-Master, die in ihrer imposanten Anlage ein wenig nach Widor klang, und eine sanft schwebende Rêverie von Robert Jones brachten Abwechslung und besondere Momente ins Programm. Mit stehenden Ovationen und viel Applaus dankte das Publikum den drei Musikern.

IKZ Iserlohn, 06.04.2010, Ralf Tiemann


Sonntag, 14. März 2010, Oberste Stadtkirche
Wolfgang Amadeus Mozart: Klarinettenkonzert in A-Dur, Ave verum, Reqiuem
Ausführende:
Solisten:
Roland Kirch, Klarinette, Kirsten Drope, Sopran, Shirin Partovi, Alt, Nils Giebelhausen, Tenor
Hanno Kreft, Bass (hier Informationen zu den Vokal-Solisten)
Evangelische Kantorei Iserlohn, Kammerphilharmonie Rhein-Main (Konzertmeister Holger Pusinelli)
Gesamtleitung: Hanns-Peter Spinger

Mozart-Konzert: Viel zu schön, um nicht zu applaudieren

Evangelische Kantorei und Roland Kirch begeisterten mit Requiem und Klarinettenkonzert

Alle Mahnungen, sich mit dem Applaus während des Konzertes zurückzuhalten und erst ganz am Ende Beifall zu spenden, brachten nichts: Das Publikum in der vollbesetzten Obersten Stadtkirche war am Sonntagabend beim Konzert der Evangelischen Kantorei von Beginn an derart angetan, dass es schon nach dem ersten Werk rauschenden Zwischenapplaus aufbranden ließ.

Mozart stand auf dem Programm, und es ist wahrscheinlich doch ein bisschen zu viel verlangt, nach einem Werk wie dem Klarinetten-Konzert, das am Sonntag quasi als instrumentale Konzert-Ouvertüre diente, die Hände ruhig zu halten und nicht zu applaudieren. Roland Kirch hatte mit diesem Eröffnungswerk einen ganz besonderen Auftritt. In Iserlohn wird der stellvertretende Leiter der Musikschule hauptsächlich als Leiter der Musikschul-Bigband wahrgenommen. Auch mit seinem Ensemble „Blackstix" schlägt er meist poppige Töne an, und in Musical-Produktionen der Jugendkantorei hat man ihn schon als Klezmer-Klarinettisten gehört. Nun hatte er zusammen mit der Kammerphilharmonie Rhein-Main unter der Leitung von Kantor Hanns-Peter Springer Gelegenheit, mit dem Klarinettenkonzert, das Mozart wenige Monate vor seinem Tod geschrieben hatte, das zentrale Werk der klassischen Klarinetten-Literatur schlechthin vor heimischem Publikum zu spielen - eine großartige Herausforderung, die Kirch durchaus als Auszeichnung empfand und die er ebenso großartig löste. Im schnell angegangenen Allegro bewies er leichten Fluss, virtuose Geläufigkeit und höchste Meisterschaft in der Phrasierung. Im umwerfend schönen Adagio glänzte er mit seinem sanft singenden Ton und gestaltete auch im zartesten Pianissimo spannende Bögen. Und im abschließenden Rondo zeigte er mitreißende Spritzigkeit und Spielwitz. Der Zwischenapplaus an dieser Stelle war durchaus angebracht.

Mozart, der immer wieder unter den Klischees leidet, die sich um seine Person ranken, hat in seinem kurzen künstlerischen Schaffen, etwas erreicht, was man gar nicht hoch genug einstufen kann. Während er als Kind noch durch die kulturellen Zentren Europas gereicht wurde und sich dabei in seinen Konzerten und Komposition den regionalen Musikstilen anpassen musste, hat er in seinem späteren Werk diese Einflüsse vereint und zu einer universellen musikalischen Sprache entwickelt. In diesem Zuge gehören seine Werke weltweit bis heute zu den meist gespielten und wohl auch zu den bekanntesten. Jeder, der gerne Musik hört, konnte am Freitag die Hauptthemen des Klarinettenkonzertes spielend mit pfeifen, und genauso ging es auch bei den folgenden Beiträgen der Kantorei weiter. Das „Ave verum corpus" als auch das Requiem, das den Höhepunkt des Abends darstellte, gehören zu den bekläufigsten und meist aufgeführten Chorwerken überhaupt, boten der Kantorei aber gleichzeitig einmal mehr Gelegenheit, ihre vielen Stärken und ihren großen Reichtum an Möglichkeiten auszuspielen.

Langsam und jeden Akkord auskostend schritten die Sängerinnen und Sänger durch das ruhig wogende „Ave verum corpus". Im Requiem zeigten sie starke Ausdruckskraft schon im eröffnenden Introitus, höchste Beweglichkeit in den raschen, fugenartigen Passagen des Kyrie, erschütternde Wucht in den berühmten Sätzen „Dies irae", „Confutatis", „Rextremendis" oder „Lacrimosa" und strahlenden, klangvollen Glanz im „Sanctus". Dazu hatte die Kantorei mit Kirsten Drope (Sopran), Schirin Partow (Alt), Nils Giebelhausen (Tenor) und dem Iserlohner Sänger Hanno Kreft (Bass) ein exzellentes Solisten-Quartett an ihrer Seite, die ihre Solo-Passagen und Quartette zu herrlichen Höhepunkten gestalteten. Als inhaltliche Brücke zum abschließenden Requiem hin hatte Hanns-Peter Springer noch Brückners „Christus factus est" ausgewählt - eine achtstimmige Motette, in der die Kantorei a cappella ebenfalls ihre enorme Dynamik und Klangfülle bewies.

Dem Jubel am Ende des Konzertes tat der Zwischenapplaus nach dem Klarinetten-Konzert im Übrigen keinen Abbruch. Nach einer kurzen Zeit des Nachklangs erhob sich das Publikum geschlossen von den Bänken und feierte die Sänger und Musiker mit minutenlangem stürmischem Applaus.

IKZ, Iserlohn, 17.3.2010, Ralf Tiemann


"Von Klassik bis Swing" : Hochkarätiges und unterhaltsames Konzert

Es ist noch robust und belastbar - das Gemäuer der Obersten Stadtkirche! Schließlich wurde es zu Beginn des Konzertes in seinen Grundfesten erschüttert.

Als das Bläserensemble „Classic Brass Ruhr” gemeinsam mit Hanns-Peter Springer an der Orgel ein berühmtes Werk der französischen Spätromantik zum Besten gab, Eugene Gigouts „Grand Choeur Dialogue”.

Mit solcherlei festlichem Klangbombast begann ein ebenso hochkarätiges wie unterhaltsames Konzert, das die Zuhörer am Ende förmlich von den Sitzen beziehungsweise Kirchenbänken riss.

Im ersten Teil dominierten Klänge der Barockzeit. Ein „Orgelpräludium” Buxtehudes - virtuos und transparent interpretiert von Hanns-Peter Springer - leitete über zu den bekannten Stücken von Händels „Wassermusik”, die vom Bläserquartett stilsicher und klangvoll dargeboten wurden. Jörg Segtrop und Klaus Hanusa an der Trompete, Hajo Nast und Andreas Wagner an der Posaune erwiesen sich hierbei als perfekt aufeinander eingespieltes Ensemble.

Zum ersten Höhepunkt des Abends geriet die „Sonata pian e forte” von Giovanni Gabrielli. Bläserquartett und Orgel zauberten jene große Würde und Erhabenheit herbei, die von dieser „Alten Musik” ausgeht und kaum in Worte zu fassen ist.

Im mittleren Block des Programms dominierten moderne, jazzige Klänge, eingeleitet durch eine kleine Bläsersuite von Jean Francois Michel. Einmal mehr konnte man heraushören, was „Esprit” in der französischen Musik bedeutet, zumal, wenn sie mit soviel Rhythmusgefühl, Präzision und nicht zuletzt Humor dargeboten wird. Kantor Springer legte auf gleichem Niveau nach und bewies mit zwei poppig-fetzigen Orgelstücken von Johannes Matthias Michel und Matthias Nagel, dass er diese musikalische „Schiene” souverän zu bedienen und aus der altehrwürdigen Pfeifenorgel unbeschwert freche Klänge zu holen vermag.

Mit der „Stephen Foster Suite” von Lennie Niehaus demonstrierte das Bläserquartett dann noch einmal eindrucksvoll, warum das Programm „von Klassik bis Swing” in seinem Untertitel mitführte - hier wurde nun richtig „abgejazzt.”

Mit zwei wunderbar ruhigen und klangschönen Abendliedern von Bach und Percy Whitlock leitete Springer an der Orgel einen besinnlichen Teil ein, der sich aber als „Ruhe vor dem Sturm” erwies. Denn mit dem „Grand Choeurs” von Cesar Franck kehrten Bläser und Organist zum Klangbombast der Eröffnung zurück, der sich in der Zugabe bei Händels „Halleluja” aus dem „Messias” noch fortsetzte. Das überaus zahlreich erschienene Publikum sparte nicht mit Standing Ovations und hätte wohl am liebsten skandiert: „Jungens, kommt bald wieder!” Schön wärs!

IKZ Iserlohn, 08.02.2010, Christian Otterstein


Oberste Stadtkirche als Ruheoase - Meditative Orgelpfeifen

Wer es ruhig und besinnlich mochte, den zog es in der vorletzten Stunde des alten Jahres in die Oberste Stadtkirche.

Dort hatte es wieder das 50-minütige „Feuerwerk der Orgelpfeifen” gegeben - inzwischen zum neunten Mal. Am Eingang erhielten die zahlreichen Besucher Kerzen, die eine noch heimeligere Atmosphäre verbreiteten.

Während Ute Springer an der Schuke-Orgel Werke von Bach, Mendelssohn-Bartholdy, Alexis Chauvet, Samuel de Lange und anderen zu Gehör brachte, hätte man in der Kirche die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören können. Nur in den Pausen störten Böller aus dem Innenstadtgebiet die fast schon meditative Ruhe. Jüngere und Ältere, Mitglieder der Versöhnungs-Kirchengemeinde und Nicht-Gläubige genossen das kleine, feine Konzert zum Jahresausklang, zu dem auch der Segen von Pfarrer Udo Schulte gehörte. Ein Blick in das Programm 2010 verrät, dass es auch ein zehntes „Feuerwerk der Orgelpfeifen” geben wird.

Iserlohn, 01.01.2010, Jennifer Katz
 
 

Traditionskonzert des Kolping-Chores
Kleine und große Sänger begeisterten

Zum inzwischen 17. Mal lud der Kolping-Chor zu seinem vorweihnachtlichen Konzert.

Unter dem Motto „Seht es kommt die heil'ge Zeit” hatte Hans-Jürgen Glander als musikalischer Leiter ein ebenso besinnliches wie stimmungsvolles Programm zusammengestellt. Auch in diesem Jahr hatten sich die Chor-Mitglieder stimmgewaltige Unterstützung geholt: Sopranistin Anneli Pfeffer präsentierte unter anderem Bachs „Öffne dich, mein ganzes Herz” und „Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit” von Robert Stolz. Gemeinsam mit dem Bariton James Tolksdorf brachte sie auch „Agnus Dei” von Georges Bizet zu Gehör. Mit ihrem Streichensemble war Barbara Stanzeleit aus Schwerte zusammen mit Tochter Susanne und Andrew Fullera mit von der Partie.

Eindeutiger Farbtupfer und Publikumsliebling waren jedoch die St.-Marien-Käfer und die Minis von der Kinder- und Jugendkantorei. Die Zwerge ab fünf Jahren sangen in ihre orangefarbenen T-Shirts „Wir sagen euch an”, „Eine freudige Nachricht breitet sich aus” und natürlich „In der Weihnachtsbäckerei”. So manche Mütter, Väter, Omas und Opas saßen mit stolzen Gesichtern in den nahezu komplett belegten Reihen des Parktheaters und verfolgten den Auftritt, den der Kantorei-Nachwuchs ohne die erkrankte Leiterin Ute Springer bestreiten musste. Ihren Part hatte Kreiskantor Hanns-Peter Springer inne, der die Sänger auch am Flügel begleitete.

IKZ, Iserlohn, 01.12.2009, Jennifer Katz
 
 


Musik mit Gänsehautfaktor 10

Die Evangelische Kantorei Iserlohn hat unter der Leitung von Hanns-Peter Springer mit
Mendelssohns "Lobgesang" einen großen Erfolg zum Reformationstag gefeiert.

Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy gab es in diesem, seinem 200. Geburtsjahr schon reichlich zu hören. Unter anderem haben die Iserlohner Kantoren gemeinsam das komplette Orgelwerk des deutschen Romantikers aufgeführt. Das große Chorkonzert der Evangelischen Kantorei am vergangenen Samstag zum Reformationstag in der Obersten Stadtkirche wurde dem Publikum als Höhepunkt des Mendelssohn-Jahres aber besonders schmackhaft gemacht. In den Ankündigungen als auch in Gesprächen mit Kantor Hanns-Peter Springer wurde immer wieder deutlich, dass es sich bei dem Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit” sogar für Mendelssohns Verhältnisse um ausgesprochen herausragend schöne Musik handelt. Und dessen Gesamtwerk ist nicht gerade arm an Kompositionen mit Gänsehautfaktor 10.

Den Beweis trat Hanns-Peter Springer am Samstag sehr eindrucksvoll an, und auch der lang anhaltende Schlussapplaus in der nahezu vollbesetzten Obersten Stadtkirche zeigte, dass diese Musik einen besonderen Eindruck auf das Publikum gemacht hat. Mit einem erhabenen Chorsatz, unterstützt von den Streichern und Holzbläsern der Dortmunder Philharmoniker und dem Blechbläser-Ensemble von Stefan Beumers hoben die Sängerinnen und Sänger der Kantorei an und schwebten zusammen mit dem Publikum durch dieses in der Tat traumhafte Werk. Mit enormer satztechnischer Vielfalt besticht Mendelssohn hier. So wurde die strahlende Sopranistin Cornelia Samuelis mal allein vom sonoren Männerchor getragen, mal von den Streichern im ausgedünnten Quartett-Klang. Der Chor konnte sich nach dem warmen Eingangssatz sowohl von seiner kraftvollen Seite bei den majestätischen „Harre auf Gott!”-Rufen als auch in seiner ganzen klanglichen Pracht bei der wuchtigen Schlussfuge präsentieren.

Während der Psalm 42 durchaus zum gängigen Repertoire großer Chöre zählt, ist die Sinfonie-Kantate „Lobgesang”, die am Samstag folgte und die eigentliche Hauptaufgabe des Chores war, eher selten zu hören. „Leider” muss man sagen, denn man hatte schon das Gefühl, dass Mendelssohn mit dieser feierlichen Auftragskomposition zum 400. Jubiläum des Buchdrucks im Jahr 1840 noch eine Schippe draufgelegt hat. Nach einem rund 20-minütigen Vorspiel des Orchesters, schwangen sich die Musiker mit dröhnenden Posaunen und jauchzenden Geigen in fast wagnerischer Dramatik zu dem triumphalen „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn” des Chores auf. Mit dem kraftvollen und klaren Tenor Andreas Post und mit Kantorin Ute Springer, die nicht nur im Psalm 42 die Chororgel und in den abschließenden, brausenden Chören des „Lobgesangs” die große Schuke-Orgel spielte, sondern auch als zweite Sopranistin mit Cornelia Samuelis ein himmlisch-schönes Duett sang, nahmen auch die musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten einen noch größere Facettenreichtum an. Ebenso wie der Kantoreichor, der mit dem a capella vorgetragenen Choral „Nun danket alle Gott” noch einen besonderen Höhepunkt lieferte.

IKZ, Iserlohn, 03.11.2009, Ralf Tiemann
 
 

"Rylksenglynks" hatte beim Applaus ganz klar die Nase vorn

Chöre der Ev. Kantorei Iserlohn zeigten beim Benefizkonzert für "Klasse 2000" mit dem Lions-Club Iserlohn-Letmathe ihre ganze musikalische Bandbreite

Von den „Minis" bis zur Kantorei - beim Benefizkonzert für „Klasse 2000" standen fast alle Chöre der ev. Versöhnungs-Kirchengemeinde gemeinsam im Altarraum der Obersten Stadtkirche. Foto: Wronski

Das arme Mädchen mit dem grässlichen Namen „Rylksenglynks" hat auch beim Benefizkonzert der Kantorei-Chöre für das Projekt „Klasse 2000" wieder den Vogel abgeschossen. Da konnten die „Großen" von der Kantorei noch so wohlklingend in die Welt der Barock-Motetten eintauchen und noch so stimmgewaltig Händels „Halleluja" schmettern - Clara Schöttler von den „Minis" schlüpfte so mitleiderregend in die Rolle der „Rylksenglynks", dass sie bei der gefühlten Applausmessung klar die Nase vorn hatte.

Zusammen mit dem Lions-Club Iserlohn-Letmathe, der maßgeblich an der flächendeckenden Einführung des Gesundheits- und Präventions-Programms „Klasse 2000" an allen Iserlohner Grundschulen beteiligt war und auch weiterhin einen großen Teil der Finanzierung übernimmt, hatte die ev. Kantorei Iserlohn am vergangenen Samstag zu ihrem Benefizkonzert in die gut besuchte Oberste Stadtkirche eingeladen.
Außer den ganz Kleinen von der Kinder- und Jugendkantorei, den „St. Marienkäfern", und der Senioren-Kantorei, waren alle Gruppen auf den Beinen, und das Kantoren-Ehepaar Ute und Hanns-Peter Springer konnten mit den „Minis", den „Maxis", dem jungen Chor „5nach5" und der Kantorei selbst einen eindrucksvollen Einblick in die Vielfalt ihrer Arbeit geben, wobei Clara Schöttler bei weitem nicht die einzige mutige Solistin war, die sich nach vorne ans Mikrofon traute und das Publikum begeisterte.
Höchstes gesangliches Niveau von Hans Leo Hassler (1564-1612) über Mendelssohn (1809-1847) bis Benjamin Britten seitens der Kantorei, schwungvolle Beiträge der Kinder passend zum Thema Gewaltprävention und ein erneut ganz starker und stilistisch vielfältiger Auftritt des jungen Chores „5nach5" - die Kantorei-Chöre, die vieles auch gemeinsam sangen, hatten eine Menge zu bieten, was auch Michael Petereit, der das Projekt „Klasse 2000" einst bei den Lions angestoßen hatte, begeisterte. „Eins wissen wir jetzt genau", sagte er am Schluss, als er kleine Geschenke an die Kinder verteilte: „Im Chor singen ist alles andere als langweilig." 

IKZ, Iserlohn, 01.10.2009, Ralf Tiemann
 
 


IKZ, Iserlohn, 26.06.2009, Rahel Schöttler
 

IKZ, Iserlohn, 05.06.2009
 
 

Orgeltriduum als "ökumenischer Meilenstein"

Das Orgeltriduum als Hommage an Mendelssohn fand am Sonntag mit dem dritten und letzten Konzert von Hanns-Peter Springer an der Feith-Orgel in St. Aloysius einen glänzenden Abschluss.
 

Dieser riesige Raum flößt jedem ein wenig Ehrfurcht ein. Auch Hanns-Peter Springer, Kantor an der Obersten Stadtkirche, der am Pfingstsonntag zum Abschluss des Orgeltriduums zum ersten Mal in der Aloysius-Kirche konzertiert hat, blickte vor dem Konzert mit einigem Respekt hoch oben von der Orgelempore in die Weite des Kirchenschiffs. „Da kann man ja die Oberste Stadtkirche und die Dreifaltigkeits-Kirche zusammen reinstecken”, ließ er lachend eine gehörige Portion Lust darauf mitschwingen, diesen Raum nun mit den Klängen der Feith-Orgel zu füllen.

Lust auf gute Orgel-Musik im Mendelssohn-Jahr hatten erneut auch an die 200 Besucher, die nun zum Abschluss der dreiteiligen Konzertreihe als Hommage an den großen Romantiker die noch ausstehenden beiden Orgelsonaten Nr. 3 in A und Nr. 5 in D hören wollten. Enttäuscht wurden sie nicht. Denn Hanns-Peter Springer hatte nicht nur ein wunderbares Programm um die beiden Sonaten gestrickt, sondern verstand es auch, die Klangmöglichkeiten der Feith-Orgel bestens zu nutzen und sie so zu spielen, dass man auch unten in den Bänken einen klaren und transparenten Hörgenuss hatte.

Das Programm hob an mit einem Präludium mit Fuge ebenfalls von Mendelssohn, das in diesen barocken Werkbezeichnungen bereits Mendelssohns tiefe Verehrung vor Bach und den alten norddeutschen Meistern als Vorbilder in der Orgelkomposition verriet. Dementsprechend ließ Springer passend zum Tage Matthias Weckmanns (1621 - 1674) „Komm, heilger Geist, Herre Gott” hören und anschließend mehrere Werke Bachs, darunter auch die herrliche und melodisch schöne Passacaglia mit Fuge in c-Moll, die er mit sehr facettenreicher Registrierung und akzentuiertem Spiel zum heimlichen Höhepunkt des Programms machte. Mit den beiden relativ kurzen Mendelssohn-Sonaten spielte er schließlich die majestätischen Vorzüge der Orgel und der Kirche voll aus, wofür er am Ende mit stehenden Ovationen vom begeisterten Publikum belohnt wurde. Wie bei den Konzerten zuvor komplettierten Briefe Mendelssohns - diesmal gelesen von Tobias Aehlig -, in denen sich der Komponist unter anderem recht amüsant über das Banausentum in den Pariser Salons ausließ, das Programm.

Mit dem dritten Teil des Orgeltriduums endete am Sonntag eine Reihe, die weit mehr war als bloß drei erstklassige Konzerte, in denen das komplette Orgelwerk Mendelssohns seit Ostern in Iserlohn erklang. Durch ihr Konzept, die sechs Mendelssohn-Sonaten an den jeweiligen Orgeln ihrer Kollegen zu spielen, haben die drei Iserlohner Kantoren Ute und Hanns-Peter Springer sowie Tobias Aehlig nicht nur ihre musikalische Arbeit eng verschränkt, sondern auch die Innenstadtgemeinden beider Konfessionen noch ein Stück näher zusammengerückt - ein „ökumenischer Meilenstein”, wie Pfarrerin Rahel Schöttler, die allen drei Musikern nach dem Konzert dankte, es ausdrückte. Viele evangelische Christen haben durch das Orgeltriduum beispielsweise zum ersten Mal die kath. Dreifaltigkeits-Kirche in Wermingsen besucht und umgekehrt.

Bei einem Glas Wein und „ökumenischen Muffins” wurden die guten Beziehungen nach dem Konzert auf dem Kirchplatz noch vertieft. Bleibt zu hoffen, dass dieser Weg weiter beschritten wird, und dass gerade die Kirchenmusiker ihre gemeinsamen Aktivitäten noch weiter vertiefen.

IKZ, Iserlohn, 01.06.2009, Ralf Tiemann
 
 

IKZ, Iserlohn, 15.05.2009
 
 

IKZ, Iserlohn, 21.04.2009



Evangelische Kantorei feiert mit Händels Messias umjubelten Erfolg

Tosender Applaus nach donnerndem Halleluja

So langsam stößt die Evangelische Kantorei an ihre Grenzen - nicht musikalisch, aber räumlich.

Bei der Aufführung von Händels Messias am Sonntagabend in der Obersten Stadtkirche waren mehr als 60 Chorsängerinnen und -sänger, rund 20 Musiker der Kammerphilharmonie Rhein-Main, vier Gesangs-Solisten und ein doppelt besetzter General-Bass mit Kantorin Ute Springer an der Truhenorgel und dem katholischen Aloysius-Kantor Tobias Aehlig am Cembalo im Einsatz. Viel mehr Menschen und Instrumente finden im Altarraum der Kirche nicht Platz.

Verglichen mit den Ausmaßen, die das monumentale Werk in frühen Zeiten annahm, ist die barocke Besetzung vom Sonntag aber noch bescheiden. Anders als etwa Händels Zeitgenosse Bach, der seine Passionen für den kirchlichen Gebrauch komponiert hatte, schuf Händel das englische Oratorium für Konzertbühnen und Opernhäuser, was sich nicht nur stilistisch bemerkbar macht, sondern was auch die Interpreten schon früh zu ausufernd mächtigen Aufführungen verleitet hat. Höhepunkt der Entwicklung waren an die 2800 Akteure bei einer Aufführung im Jahr 1859. Das weltberühmte und geradezu volkstümlich gewordene „Halleluja” am Ende des zweiten Teils gilt landläufig zudem wohl als Inbegriff des musikalischen Bombasts.

Die monumentale Seite des „Messias” ist aber nicht die einzige Herausforderung des Werkes. Kantor Hanns-Peter Springer hat für die Iserlohner Aufführung die sehr selten gesungene ungekürzte Fassung gewählt, die in einer Ausdehnung von rund zweieinhalb Stunden und mehr als 20 Chor-Nummern schon rein körperlich die größte Anstrengung war, die die Kantorei bisher unter seiner Leitung gemeistert hat. Über eine solche Distanz hochkonzentriert bei der Sache und zwischen den Arien und Rezitativen der Solisten immer wieder voll präsent zu sein, um die stimmlich hoch anspruchsvollen Choloratur-Partien abzurufen, ist eine ungeheure Schwierigkeit für einen Chor. Die Kantorei hat das nicht nur technisch glänzend gemeistert, sondern das abwechslungsreiche Werk auch in all seiner stilistischen Vielfalt musikalisch und klanglich zu einem Hochgenuss gemacht. Mal sah man Hanns-Peter Springer, wie er mit strengen Taktstock-Schlägen Chor und Orchester durch rasend schnelle Fugen trieb, mal formte er choralartige Passagen mit bloßen Händen zu sanften und bewegenden Klanggebilden und schließlich gestaltete er mit vollem Körpereinsatz die triumphalen Schlusschöre zu echten Kraftausbrüchen, bei denen sich die klangliche Wucht des Chores entfaltete.

Mit minutenlangem Applaus im Stehen bejubelte das Publikum in der vollbesetzten Kirche diese Leistung, die natürlich auch von der erneut glänzend spielenden Kammerphilharmonie Rhein-Main, die schon öfters in der Obersten Stadtkirche zu hören war, als auch von den erstklassigen Solisten Kirsten Drope (Sopran), Susanne Schaeffer (Alt), Georg Poplutz (Tenor) und Timothy Sharp (Bass), die ebenfalls teilweise schon mit der Kantorei gesungen haben, mitgetragen wurde. Angesichts dieses „Messias” und angesichts der guten Stimmung in dem immer weiter wachsenden Chor, der den eigenen Chorleiter mit lautem Johlen feierte und mit großem Spaß das „Halleluja” als Zugabe nochmals donnern ließ, muss man sich wohl keine Sorgen darüber machen, dass sich die Kantorei weiter positiv entwickelt. Gedanken macht sich Hanns-Peter Springer aber über die Platzprobleme im Altarraum, denn als Nächstes steht im Oktober mit Mendelssohns Lobgesang-Sinfonie ein romantisches Großwerk auf dem Programm, bei dem das Orchester fast doppelt so groß sein wird. „Da müssen wir uns was einfallen lassen,” sagte er im Gespräch.

IKZ, Iserlohn, 03.02.2009, Ralf Tiemann
 
 

Weihnachtliche Stimmung in Oestricher Kirche

Konzert bei Kerzenschein mit evangelischer Kantorei

Oestrich. Es hat schon etwas sehr Besinnliches, wenn in der Evangelischen Kirche Oestrich die elektrischen Lichter ausgeschaltet werden.

Das Gemurmel der Besucher ebbt langsam ab, während die Bankreihen nach und nach ins Dunkel abtauchen und nur die Flammen der vielen Kerzen schwach um ihre Dochte herum tanzen und die Kirche sanft erhellen. Wenn dann auch noch ein Chor wie die Evangelische Kantorei Iserlohn mit dem Publikum zum gemeinsamen „Macht hoch die Tür” ansetzt, kann dies geradezu herzergreifend sein.

Um dieses besondere Konzerterlebnis wussten wohl auch die zahlreichen Besucher, die am vergangenen Samstag Nachmittag anlässlich des zweiten Konzerts bei Kerzenschein die Kirche füllten. Im Mittelpunkt des Weihnachtssingens stand natürlich der Chor selbst, der unter der Leitung von Hanns-Peter Springer, eine Mischung an Liedern vorstellte, die vor allem eins waren: feierlich. Passend also zum Vorabend des vierten Advent.

Die exzellente Wahl der Lieder ging hierbei Hand in Hand mit dem harmonisch kraftvollen Gesang des Chores, der sehr sensibel die Stimmung der Melodien aufspürte, um sie unmittelbar an das Publikum weiter zu geben. Begleitet von Ute Renfordt an der Orgel und Thomas Renfordt an der Trompete animierten die Sängerinnen und Sänger bei verschiedenen Strophen auch die Zuhörer zum Mitsingen und teilweise sogar dazu, die Lieder im Kanon erklingen zu lassen.

Ein Hörgenuss bot schließlich auch der internationale Streifzug durch Weihnachtslieder aus Polen, Frankreich oder England. Mit „Tochter Zion” fand auch eines der wohl feierlichsten Lieder seinen verdient krönenden Platz im Programm.

IKZ, Letmathe, 22.12.2008, Eva Zimmermann
 
 


Weihnachtsmusical in der Obersten Stadtkirche

Rund 70 kleine Engel und Hirten an der Krippe der Kinderkantorei

Die rund 70 Kinder der Kinderkantorei an der Obersten Stadtkirche begeisterten am Samstag
unter der Leitung von Ute Springer mit ihrem Weihnachtsmusical.

Dass 70 Kinder im Alter von fünf bis 13 Jahren auf einem Drubbel nicht unbedingt ein heilloses Durcheinander und ohrenbetäubenden Lärm, sondern durchaus das genaue Gegenteil anrichten können, hat Ute Springer am Samstag einmal mehr mit ihrer Kinderkantorei in der Obersten Stadtkirche bewiesen. Wie in den Jahren zuvor hatte die Kantorin der Versöhnungs-Kirchengemeinde ein Weihnachtsmusical einstudiert. Neu waren aber die Dimensionen dieser Aufführung, an der alle drei Gruppen der Kinderkantorei mitwirkten und die mit rund 70 Kindern alles bisher dagewesene übertraf.

Doch nicht nur die gewaltige Optik mit biblischer Kulisse und tollen Kostümen, die ein Eltern-Team für alle Kinder genäht hatte, beeindruckten die Zuschauer in der voll besetzten Kirche. Vor allem die musikalische und schauspielerische Leistung der vielen kleinen Darsteller, von denen eine ganze Reihe mit wichtigen Solo-Partien betraut wurden, sorgten für Begeisterung. Denn die Kinder - auch die kleinsten - haben in den wöchentlichen Proben schon eine Menge gelernt, singen schon sehr klar und sauber, sind hellwach bei der Sache und kriegen jeden Einsatz. Mit dem „Krippenspiel” von Gerd-Peter Münden hatte Ute Springer zudem ein wunderbares Musical ausgewählt, das die Weihnachtsgeschichte kindgerecht, modern und witzig verarbeitet. Begleitet von einem Instrumental-Trio aus Hanns-Peter Springer (Klavier), Rebecca Henz (Blockflöte) und Annedore Weidlich (Percussion) brachten die Kinder dabei flotte Lieder zu Gehör, die bestens auf ihre kleinen Stimmen zugeschnitten waren und auch die großen Chöre der Hirten und Engel in Szenen setzten. Schon vor dem Musical hatten die Kinder das Publikum mit Liedern begrüßt, bei denen die einzelnen Gruppen alleine in Erscheinung traten. Die Maxis bestachen dabei mit zweistimmigen Barock-Stücken.

So ruhig und diszipliniert wie auf der Bühne sind aber auch die Kantorei-Kinder nicht immer. Dass auch sie richtig toben können, konnte man noch fünf Minuten vor dem Auftritt sehen, als sie im Luther-Haus für ein heilloses Durcheinander und ohrenbetäubenden Lärm sorgten.

Wer das Musical nicht sehen konnte, hat am Samstag, 20. Dezember, um 11 Uhr im Kinderweihnachtsdorf Gelegenheit, die Kinder zu sehen.

IKZ, Iserlohn, 15.12.2008, Ralf Tiemann
 
 

Gospel-Konzert in der Obersten Stadtkirche
Saftig, jazzig und mit viel Dampf

Der "Gospel Train Iserlohn" und der junge Chor "5nach5" haben erneut 
in der Obersten Stadtkirche begeistert.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr, als der „Gospel Train Iserlohn” mit dem jungen Chor „5nach5” erstmals zu einer abendfüllenden Großtat ausholte und das Pop-Oratorium „Israel Shalom” aufführte, haben die beiden Chöre am Samstagabend in der Obersten Stadtkirche erneut gemeinsam begeistert und ihrer noch jungen Entwicklung einen weiteren Meilenstein hinzugefügt. Diesmal nicht mit Orchester und Oratorium, sondern mit Band und der schwarzen Gospel-Röhre Adrienne Morgan Hammond bei Stephen Zebes „Kyrie - a Gospel Mass”.

Dabei war die Verwirklichung des Werkes alles andere als unproblematisch. Denn nicht nur, dass das Werk den Chor vor einen neuen Schwierigkeitsgrad stellte und die rund 40 Sängerinnen und Sänger voll und ganz forderte. Vor allem „Blue Hat Sextett” aus Hagen, das mit Klavier, Schlagzeug, Bass und dreiköpfiger Blaser-Sektion als Begleitband engagiert wurde, sorgte einen Tag vor der Aufführung für große Probleme, weil der Pianist kurzfristig ausfiel.

Am Samstagabend war von all dem aber nichts zu spüren. Ute und Hanns-Peter Springer, die die Chöre an der Obersten Stadtkirche leiten, teilten spontan auch den Klavierpart unter sich auf, und der Chor ging sicher, klangvoll und locker zu Werke - nicht nur bei der Gospel-Messe, bei der vor allem Adrienne Morgan Hammond mächtig Dampf machte und versuchte, das Publikum mit ihrem Bewegungsdrang anzustecken, sondern auch schon zu Beginn des Abends, als der Chor bei einer ganzen Reihe von Gospel-Songs seine besonderen Qualitäten ausspielen konnte. Vor allem die jungen Solostimmen aus den Reihen der „5nach5er” wussten einmal mehr zu beeindrucken und neben den vielen peppigen Gospels mit knalligen Bläsern und mitreißenden Rhythmen konnte der Chor besonders bei den saftig-jazzigen A-capella-Sätzen wie „Wade in the Water” seine ausdrucksstarke klangliche Pracht entfalten.

Danach folgte mit „Kyrie - A Gospel Mass” die eigentliche Hauptaufgabe des Abends. Wie jede Mess-Vertonung stützte sich auch dieses Werk auf die uralten liturgischen Texte der frühen Kirche, kombinierte sie aber überaus effektvoll mit den mitreißenden Klängen der schwarzen Gospelmusik. Auch der Chor gewann im Laufe des Stücks immer mehr an Lockerheit und wurde schließlich mit großem Applaus belohnt.

IKZ, Iserlohn, 27.10.2008, Ralf Tiemann
 
 


 
 
 
 

17. Internationales Gitarren-Symposion
Samstag, 9. August - 20.00 Uhr
Abschlusskonzert der Seminaristen

"Big John" wirft seinen Schatten bereits voraus

Iserlohn. Ein eindrucksvolles Bild, eine musikalische Offenbarung und eine überraschende Gastsängerin - das Abschlusskonzert des 17. Internationalen Gitarren-Symposions, bei dem am Samstag die besten Seminaristen in der Obersten Stadtkirche auftraten, hatte sehr viel zu bieten.

Zunächst einmal ist das enorm hohe Niveau des Studenten-Konzertes zu erwähnen, das nicht nur Solo-Beiträge, sondern auch mehrere Ensemble-Werke bot, und sich in seiner Klasse durchaus von den Konzerten der vorangegangenen Jahre abhob. An der Spitze stand dabei ohne Zweifel der erst 13-jährige Tuur Segers, der wie ein gestandener Virtuose auftrat und dem schon jetzt ein Ton wie Davis Russell bescheinigt wird - der Auftritt des jungen Talentes kam einer musikalischen Offenbarung gleich, die die anwesenden Gitarristen tief beeindruckte.

Ein anderes Talent trat als Überraschungsgast vor der Pause auf und sorgte für ungewohnt poppige Töne beim Symposion: Melissa Kavanagh, Tochter des Gitarristen-Ehepaars Dale Kavanagh und Thomas Kirchhoff, sang zur Begleitung von drei akustischen Gitarren „The Eye of the Tiger” und füllte den weiten Kirchenraum ganz ohne Verstärkung mit ihrer Stimme aus - auch sie wurde vom Publikum mit viel Applaus bedacht.

Für den Moment des Konzertes, der wohl am stärksten in Erinnerung bleibt, sorgte aber erneut Gerald Garcia, der nach dem Symposion 2006 zum zweiten Mal mit der Evangelischen Kantorei unter Hanns-Peter Springer zusammengearbeitet hat. Sein zweigeteiltes Werk „Pieta” für Gitarren-Orchester und Chor bot nicht nur choralartigen Wohlklang, sondern am Ende auch ein eindrucksvolles Bild, als sich alle Gitarristen nach dem Schlusston erhoben und langsam ihre Gitarren in die Höhe reckten.

Was in Sachen Niveau für das Abschlusskonzert gilt, lässt sich auch über die ganze Konzertreihe des Symposions sagen. Neben den Konzerten des Los Angeles Guitar Quartets, von David Russell und Pavel Steidl, über die wir im Laufe der Woche ausführlich berichtet hatten, gehörten das Tango-Duo Bandini&Chiacciaretta am vergangenen Dienstag und der italienische Virtuose Aniello Desiderio am Freitag zu den umjubelten Höhepunkten in der jeweils vollbesetzten Obersten Stadtkirche.

Nach dem Abschluss des Festivals und dem vollzogenen Umzug ins Haus Villigst, richtet sich der Blick nun bereits erwartungsfroh nach vorne. Denn für das kommende Jahr hat mit John Williams erstmals der absolute Superstar der Szene sein Kommen angekündigt. „Big John”, wie Organisator Thomas Kirchhoff den gefragten Gitarristen im Gespräch nannte, wird im kommenden Jahr im Duo auftreten und hat schon jetzt für viel Wirbel gesorgt. Allein die Zahl von 3000 Konzertanfragen im Jahr, von denen der Maestro maximal 30 annimmt, verraten, warum das so ist. Thomas Kirchhoff kennt ihn seit 15 Jahren und ist seitdem bemüht, ihn nach Iserlohn zu holen. Nun hat es endlich geklappt, und viele Dozenten sollen schon gebettelt haben, im nächsten Jahr wieder eingeladen zu werden, um den großen John Williams kennen lernen zu können. Auch die Studenten wollten sich schon in Scharen für das nächste Jahr melden. Ausnahmen wurden aber nicht gemacht: Anmeldebeginn ist erst der 15. November. Ein Gast steht aber schon jetzt feste: Die Heimatzeitung wird auch beim 18. Gitarren-Symposion 2009 wieder dabei sein.

Ralf Tiemann
IKZ, Iserlohn, 11.08.2008
 
 

Junge Kantorei „5nach5" präsentiert erste CD
Montag, 23. Juni 2008

Höhepunkt vor dem Umbruch

Iserlohn. „So einen tollen Jugendchor werde ich wohl so schnell nicht wieder haben.” Mit einem lachenden und einem weinenden Auge spricht Ute Springer über ihren Chor „5nach5”, der vor einem tiefgreifender Umbruch steht.

Knapp die Hälfte der derzeit 14 Sängerinnen und Sänger - viele davon Gründungsmitglieder der Kinderkantorei an der Obersten Stadtkirche - werden demnächst der Jugendkantorei entwachsen. Dass die jungen Männer und Frauen, die vor sieben Jahren als kleine Dötzchen bei ihr anfingen, richtig gut geworden sind, und unter ihrer Leitung zu einem kleinen aber leistungsstarken Ensemble gereift sind, erfüllt die Kantorin natürlich mit Freude und Stolz. Gleichzeitig ist sie aber auch betrübt, weil diese einmalige Truppe, die nicht nur musikalisch, sondern auch als Gemeinschaft herausragt, bald auseinanderbricht. Beides aber ist Grund genug, sich mit einem richtigen Höhepunkt zu verabschieden.

Deswegen hatte sich Ute Springer dazu entschieden, andere Projekte ein wenig zurückzustellen und mit den Jugendlichen ein CD aufzunehmen, deren Produktion weit aufwändiger, professioneller und natürlich arbeitsintensiver wurde, als andere derartige Projekte in der Vergangenheit. 19 Titel sind auf „May God Bless You!” zu finden, bei denen der junge Chor von Heinrich Schütz bis Rap und Funk - natürlich mit einem kleinen Schwerpunkt auf der Gospel-Musik - seine ganze Bandbreite präsentiert. Fast alle der 14 Sängerinnen und Sänger sind darauf auch solistisch zu hören. Zusätzlich sind die Minis und Maxis der Kinder-Kantorei als Gastchöre bei einigen Liedern zu hören, ebenso wie der Kantorei-Tenor Holger Otto, die Gitarristin Isodore Seidel und die inzwischen fest zur Kantorei zählenden Musiker Roland Kirch (Saxofon), Laura Flanz (Schlagzeug) und natürlich Kantor Hanns-Peter Springer (Klavier) selbst. Die Aufnahmen hat Rudolf Heimann geleitet, das Booklet hat Ivonne Klose gestaltet.

Während die Instrumentalspuren und die Solostimmen schon im Vorfeld im Studio von Rudolf Heimann eingespielt wurden, traf sich der Chor Ende Mai zu einem Aufnahmewochenende in den Räumen des Chorstudios „Chorineo”. Schon eine Woche vorher hatten sie ein Wochenende lang für den musikalischen Feinschliff geprobt. „Dass alle Jugendlichen zwei Wochenenden bei strahlendem Sonnenschein geopfert haben, und von der ersten bis zur letzten Minute mitgezogen haben, und so engagiert, diszipliniert und selbstkritisch für das beste Ergenis gearbeitet haben, war schon etwas besonderes”, freut sich Ute Springer. Zumal das ja auch sehr viel darüber aussagt, wie wichtig den Jugendlichen selbst ihr „5nach5”-Chor geworden ist und wieviel Spaß ihnen die Arbeit in der Jugendkantorei gemacht hat.

Wer das Ergebnis in Augen- und Ohrenschein nehmen möchte, kann am kommenden, EM-freien Montag, 23. Juni, um 19 Uhr in die Oberste Stadtkirche kommen, wo alle beteiligten Sänger und Musiker das Programm live präsentieren. Gleichzeitig kann dort natürlich die CD erworben werden. Der Eintritt ist frei. Informationen gibt es auch unter www.kantorei-iserlohn.de 

Ralf Tiemann
IKZ, Iserlohn, 18.06.2008
 
 

Freitag, 18. April - 18.00 Uhr - Christuskirche am Roden
Sonntag, 20. April - 10.00 Uhr - Gottesdienst Oberste Stadtkirche
... wenn ihr nicht werdet wie die Kinder
Musical von Ute Springer und Ernst W. Rohmann
Welturaufführung
MINIs, MAXIs der Kinderkantorei Iserlohn, Band
Leitung: Ute Springer

Musical von Ute Springer wurde begeistert gefeiert

Ihr Gespür für echte Ohrwürmer und wunderbar eingängige und doch ansprechende Songs hat Ute Springer schon oft unter Beweis gestellt - mit Vertonungen einzelner Liedtexte (zuletzt der Jahreslosung der ev. Kirche) oder mit ihrem ersten Kindermusical vom Weihnachtsengel Zebulon. Gestern Abend hat die Leiterin der Kinder- und Jugendkantorei an der Obersten Stadtkirche in Iserlohn mit den Kindern der Minis und Maxis ihr neues Musical "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder" aus der Taufe gehoben, wofür sie zusammen mit den mehr als 30 Mädchen und Jungen mit donnerndem Applaus in der voll besetzten Christuskirche am Roden gefeiert wurde.

Wie bereits bei "Zebulon" hat Ute Springer hier einen Text von Ernst Walter Rohmann vertont, der als Pfarrer in Stadecken-Elsheim in Rheinhessen wirkt, wo Ute Springer vor ihrem Wechsel nach Iserlohn als Kirchenmusikerin tätig war. In seinem Text zu "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder" gewährt Rohmann Einblicke in die Kindheit Jesu, indem er die damalige Zeit, die Feste und Riten eines heranwachsenden Juden mit sehr wirkungsvoller Sprache wieder auferstehen lässt.

Die Vertonungen hat Ute Springer den Kindern ihrer Kantorei förmlich auf den Leib geschrieben und noch während der Probearbeiten an die konkreten Gegebenheiten, an ihre Chöre und Solosänger angepasst. Was dabei herauskam war höchst abwechslungsreich, bei aller poppigen Leichtigkeit und Eingängigkeit niemals seicht oder platt, stattdessen rhythmisch und melodiös überaus ansprechend und reichte von gefühlvollen Balladen über flotte Rock'n'Roll-Nummern bis zu schmissigen Ausflügen in die Kletzmer-Musik.

Begleitet wurden die Kinder dabei von einem Instrumental-Trio aus Laura Flanz (Schlagzeug), Birgit Maiworm (Klarinette und Saxofon) und Hanns-Peter Springer (E-Piano). Bereichert wurde die Aufführung von Tänzen, die Dana Tesche mit den Mädchen und Jungen einstudiert hat, sowie von den Kulissen und Kostümen, die mit Unterstützung der Eltern entstanden sind. Am beeindruckendsten waren aber die gesanglichen und musikalischen Leistungen, zu denen Ute Springer ihre Kinder antrieb.

Wer das Musical nicht sehen konnte, kann beruhigt sein: Morgen wird es um 10 Uhr in der Obersten Stadtkirche erneut aufgeführt. Die lange und intensive Probenarbeit der Minis und Maxis aus der Kinderkantorei hat sich gelohnt: Gestern feierte das neue Musical von Ute Springer eine erfolgreiche Premiere. 

Von Ralf Tiemann
IKZ, 19.04.2008 / Letmathe / Lokalausgabe
 
 

Die Aufführung der Johannes-Passion am 9. März 2008 im Rückblick:
 

Johann Sebastian Bach
Johannes Passion
Sonntag, 9. März 2008, 18.00 Uhr
Oberste Stadtkirche

Kirsten Drope, Sopran
Barbara Arneke, Alt
Nils Giebelhausen, Tenor
Holger Otto, Tenor (Diener)
Timothy Sharp, Bass
Hanno Kreft, Bass (Christusworte)
Evangelische Kantorei Iserlohn
Kammerphilharmonie Rhein-Main
(Konzertmeister: Holger Pusinelli)
Leitung: Hanns-Peter Springer

Informationen zu den Solisten s. hier
 

Ralf Tiemann / IKZ, 12.03.2008 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN
 
 
 
 
 

Wunderbarer Abschluss der Musikreihe

Iserlohn. (rat) Einen wunderbaren Abschluss erlebte die Reihe "Musik bei Kerzenschein" in Obersten Stadtkirche am Freitag vor dem vierten Advent. Nachdem Anfang Dezember der Posaunenchor der Versöhnungs-Kirchengemeinde unter der Leitung von Stefan Beumers die Erföffnung übernommen hatte und in der vergangenen Woche Kantorin Ute Springer ein etwa halbstündiges Orgelkonzert gab, war es nun Kantor Hanns-Peter Springer, der sowohl an der kleinen Orgel im Altarraum als auch an der großen Schuke-Orgel brillierte. In überaus besinnlicher und warmer Atmosphäre kamen die Besucher in der gut besuchten Kirche in den Genuss, zum vierten Advent schon eher weihnachtliche Werke aus verschiedenen Epochen, Stilrichtungen und Regionen Europas zu genießen und die Betriebsamkeit vor der Kirchentür zu lassen. Gleichzeitig ließ Springer mit einem Präludium von Dietrich Buxtehude dessen 300. Todestag musikalisch ausklingen. Kantor Hanns-Peter Springer beendete mit seinem Konzert die besinnliche, vorweihnachtliche Konzertreihe "Musik bei Kerzenschein" in der Obersten Stadtkirche. 

IKZ, 27.12.2007, veröffentlicht am 28.12.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN 
 
 


Auf Augenhöhe mit den Luft-Posaunen 

Iserlohn. Einen für die Beteiligten als auch für das Publikum unvergesslichen Abend lieferten die Kinder- und Jugendkantorei Iserlohn zusammen mit dem renommierten Ensemble "Blechschaden" am Mittwoch im Parktheater ab.

Am Ende machte Bob Ross aus seiner Begeisterung keinen Hehl mehr. Der erfolgreiche Weltenbummler in Sachen Musik, der quirlige Grenzgänger zwischen Klassik und Klamauk, der Leiter des Weltklasse-Ensembles "Blechschaden" - er verneigte sich vor der Iserlohner Kinder- und Jugendkantorei und diente sich als Begleitband geradezu an: "Wenn wir dürfen, dann sind wir im nächsten Jahr wieder zur Stelle, um diesen wundervollen Chor zu begleiten", rief er und erntete dafür im ausverkauften Parktheater rauschenden Beifall.

Gut aufgelegt und ausgelassen war er am Mittwochabend rund zwei Stunden zuvor schon auf die Bühne gestürmt, und zeigte den Kindern und Jugendlichen der Kantorei mit wilder Geste, wie man ordentlich die Luft-Posaune spielt und auch ohne Instrument in der Hand so tut als ob. Alle machten mit, denn die musikalische Weihnachtsfeier hatte schon etwa eine Stunde vor dem Konzert mit der Probe begonnen. ",Wir geben kein Konzert, wir feiern hier eine Party' hat er uns da klar gemacht", erinnerten sich die kleinen Sänger nach dem Auftritt. Klar, dass bei den Verrückheiten des Schotten alle mit Begeisterung dabei waren. Und Bob Ross selbst durfte sich mit seinem kindlichen Schalk und seiner eher geringen Körpergröße endlich mal auf Augenhöhe mit seinen Mitstreitern fühlen.

Musikalisch musste er dann nach der gemeinsamen Erföffnungs-Nummer "Jingle Bells" doch kurz den Beweis antreten, dass er und sein Ensemble als gestandene Mitglieder der Münchener Philharmoniker durchaus zur Hochkultur zählen. Nach zwei einwandfrei geblasenen Barock-Stücken sollte es damit aber genug sein. Stattdessen bestachen "Blechschaden" in bewährter Manier durch fast blasfemische Bearbeitungen und Verballhornungen von klassichen Groß-Werken - Beethovens "Tango für Elise" und Bachs eleganter Flöten-Ohrwurm "Badinerie", der zur schwerfälligen "Tubadinerie" wurde, sollen hier als Beispiele reichen - und erstklassigen Musiker-Scherze. Die Behauptung, dass es sich bei den beiden dienstältesten Trompetern des Ensembles so verhält wie mit den Beatles, weil sie seit 1970 nicht mehr zusammen gespielt haben, sorgte beispielsweise für große Heiterkeit.

Den größten Spaß hatten Publikum und Musiker aber an der Kinder- und Jugendkantorei. Bestens von Kantorin Ute Springer vorbereitet trugen die verschiedenen Chöre von den kleinen St.-Marienkäfern bis zu den Jugendlichen vom Chor "5nach5" einige anspruchsvolle und wohlklingende A-capella-Stücke zum Programm bei, und zeigten in zwei längeren Weihnachts-Medleys, was sie solistisch alles zu bieten haben. Jede Strophe wurde da von anderen Kindern vorgesungen. Selbst die kleinen, oft erst fünfjährigen Steppkes marschierten da mit breiter Brust ans Mikro und sangen mit ihren noch etwas wackeligen Stimmchen traditionelle Lieder, was Bob Ross zu allerhöchsten Lobes-Hymnen veranlasste: "So etwas habe ich noch nie erlebt. Das sollten sie mal live im Fernsehen zeigen, und nicht immer diese perfekten, glattgebügelten Shows."

Was für die Kleinen ein reiner Spaß war, war für die Größeren natürlich eine enorm aufregende Sache. Denn ganz alleine vor einem mit mehr als 800 Menschen ausverkauften Parktheater und einem Weltklasse-Ensemble als Begleitband "White Christmas" zu schmettern, da gehört schon ein große Portion Mut zu.

Alle hatten ihre Sache wirklich fabelhaft gemacht und ernteten den tosenden Applaus mit stehenden Ovationen zu recht. Das schließt natürlich auch das Parktheater-Team um Johannes-Josef Jostmann mit ein, das nicht nur für ein "bundesweit einzigartig geschmücktes Theater", so Ross, sondern auch auf der Bühne mit Schneegestöber und blinkend-roten Rentier-Nasen für die Kinder für all die liebevollen Details sorgte, die einen solchen Abend erst zu einem derart runden und anrührenden Erlebnis machen. Die kleinen Sängerinnen und Sänger der Kantorei sorgten mit "Blechschaden" für einen tollen Konzertabend. Fotos: Esser
"Blechschaden"-Chef Bob Ross steckte die Kinder mit seinen Verrücktheiten sofort an.

Ralf Tiemann
IKZ, 21.12.2007, veröffentlicht am 22.12.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN
 
 

Weihnachtssingen mit großer Freude an Musik

Iserlohn. (rms) "Singet fröhlich im Advent!" - mit dieser verheißungsvollen musikalischen Aufforderung begann das diesjährige Weihnachtssingen in der Obersten Stadtkirche. Mit spürbarer Freude sangen und musizierten am Vorabend des dritten Advents Kinder und Erwachsene der Evangelischen Kantorei, der "Gospel Train" und der Posaunenchor der Versöhnungs-Kirchengemeinde. Dabei luden sie die Besucher in der vollbesetzten Kirche immer wieder zum Mitsingen ein. Unter der Leitung von Ute und Hanns-Peter Springer erklangen alt vertraute Melodien und moderne Gospels, Choralvariationen und Lieder aus anderen Ländern.

Erstmalig musizierte der Posaunenchor unter Hanns-Peter Springer - leider war Stefan Beumers wegen Krankheit nicht dabei - und trug mit Bravour seine zum Teil technisch kniffligen polyphonen Stücke vor. Überzeugend und klangvoll trat der Gospelchor mit seinen schwungvollen Rhythmen auf. Einen kontrastreichen Akzent dazu setzte die Kantorei mit dem innigen "Und unser lieben Frauen Traum" von Reger oder der russischen Weise "Schlaf mein Kindchen".

Eindrücklich war es, als Springer die Besucher dazu einlud, sich in ungewohnter Art auf den alten Choral "Nun komm der Heiden Heiland" einzulassen. So ließ er ihn im Kanon singen, mit unterlegter Quinte oder machte Mut zum Cluster. Wunderschön auch der Raum füllende festliche Gesang beim Kanon "Ehre sei Gott in der Höhe".

Spontanen, heftigen Beifall zwischendurch erhielt die Kinder- und Jugendkantorei - ihr Auftritt war ein besonderer und bewegender Höhepunkt. Was da an glanzvollen stimmlichen Fähigkeiten in den jungen Menschen heranreift und sich entfaltet, bewiesen vor allem die solistischen Partien.

Zum abschließenden englischen Lied aus dem 16. Jahrhundert, von Ute Springer pfiffig bearbeitet, versammelten sich alle Chöre noch einmal auf den Altarstufen und sangen "We wish you a merry Christmas". Die Gemeinde bedankte sich mit viel Applaus.
Viel Beifall und Anerkennung zollten die Besucher des Weihnachtssingens in der Obersten Stadtkirche den Musikern der Evangelischen Kantorei, des "GospelTrain", des Posaunenchors und der Kinder-und Jugendkantorei.

IKZ, 19.12.2007, veröffentlicht am 20.12.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN 
 
 

Kantorei verneigte sich vor den Kindern
 

Die Evangelische Kantorei Iserlohn hat mit John Rutters "Mass of the children"
einen triumphalen Erfolg in der Obersten Stadtkirche gefeiert

Eine neue Dimension war das nicht nur für die Evangelische Kantorei. Auch für das Iserlohner Musikpublikum war das, was die rund 60 Sängerinnen und Sänger zuammen mit den etwa 35 Mitgliedern der Kinder- und Jugendkantorei und unterstützt von Musikern der Philharmonie Dortmund, einem Iserlohner Bläser-Ensemble um Stefan Beumers und zwei Gesangssolisten am Sonntag in der Obersten Stadtkirche geboten haben, nicht nur ein gewaltiges Musikerlebnis, sondern schlichtweg neu.

Denn die Kinder waren in der „Mass of the Children” von John Rutter, die erst vor wenigen Jahren in New York uraufgeführt wurde und in Deutschland noch nicht allzu oft erklungen ist, kein schmückendes Beiwerk oder Anhängsel. Ihre kleinen Stimmen zwischen den gewaltigen Klängen der Bläser, dem umfangreichen Schlagwerk und den Streichern herauszuhören, war nicht nur bezaubernd oder anrührend.

Vielmehr übernahmen sie eine wichtige und führende Rolle in der Komposition und trugen ganz entscheidend zu der besonderen Pracht dieses Werkes bei, das zwischen populärem, musical-artigem Stil und modernem Orchestereinsatz sehr viel zu bieten hatte. Schon im Vorfeld hatte Kantor Hanns-Peter Springer von der großen Praxisnähe des britischen Komponisten John Rutter geschwärmt, der seine Wurzeln in der englischen Chortradition hat. Seine Werke schneidet er in der Regel auf die Praxis in den Chören zu und schöpft dabei ihre realen Möglichkeiten voll aus. Mit seiner „Mass of the Children” hat er in dieser Hinsicht ein echtes Meisterwerk geschaffen, das unter die Haut geht und den Ausführenden als auch dem Publikum viel Spaß macht.

Der Schlussapplaus direkt nach diesem Werk nahm jedenfalls triumphale Züge an, die man in dieser Form nur selten erlebt. Schon wenige Sekunden nach den letzten Klängen hatten sich alle Besucher in der sehr gut gefüllten Kirche geschlossen von den Bänken erhoben und überschütteten die Musiker und Sänger mit minutenlangem und tosenden Jubel. Hanns-Peter Springer sah sich schließlich dazu gezwungen, das Gloria der Messe als Zugabe wiederholen zu lassen, was ebenfalls bei solchen großangelegten Sakralwerken recht unüblich ist.

Mit diesem Konzert hat die Kantorei aber nicht nur ein tolles Stück Musik verwirklicht, sie hat auch ein Credo der Kinder- und Jugendarbeit an der Obersten Stadtkirche mit Nachdruck unterstrichen, das Kantor Hanns-Peter Springer in seiner Begrüßung erneut anführte: „Kinder sind nicht unsere Zukunft, sondern sie sind unsere Gegenwart.” Welch enormer Gewinn sie nicht irgendwann sein können, sondern jetzt schon sind, demonstrierte Kantorin Ute Springer, die die Kinderkantorei leitet und die knapp 100 Sängerinnen und Sänger und das große Orchester mit ihrem ebenso ausdrucksstarken wie bestimmten Dirigat führte, sehr eindruckvoll. Natürlich hat sie Recht, wenn sie sagt, dass es weit wichtiger sei, die Kinder grundlegend und nachhaltig mit Musik vertraut zu machen, anstatt sie regelmäßig für derartige konzertante Großereignisse zu trimmen. Ein wenig schade ist es aber schon, dass ein solches Konzertereignis, bei dem alle Kantoreigruppen an einem Strang ziehen, und eine solche „Verneigung der großen Kantorei vor den Kindern”, wie Hanns-Peter Springer es nannte, so schnell nicht wiederholt werden soll.

Dafür wird man sich aber schon im nächsten Jahr wieder auf so starke, facettenreiche und erstklassig interpretierte Musik freuen dürfen, wie die Kantorei sie am Sonntag sie auch ohne die Kinder zu Gehör gebracht hat. Als erstes ist da natürlich Faurés wunderbar sphärisches Requiem zu nennen, das mit dunkler, sehr Bratschen- und Celli-lastiger Intrumentierung, himmlischen Melodien und wunderschönen Solo-Passagen - eindringlich gesungen von Antonia Walch (Sopran) und Robert Sedlack (Barriton) - betörte und mit dem die Kantorei ihr Konzert eröffnete.

Anschließend stand Arvo Pärts Psalmvertonung „De Profundis” auf dem Programm, das nur von den Männerstimmen gesungen wurde, begleitet vom Schlagwerk und von Christoph Ramb an der großen Orgel. Extrem hoch in den Tenören und extrem tief in den Bässen entfaltete dieses Stück mit den glockenartigen Einzeltönen der Orgel eine ganz eigenene und sehr intensive Atmosphäre.

Der Tatsache, dass es das Kantorenpaar zu seinen Aufgaben zählt, auch die kirchenmusikalische Moderne verstärkt erklingen zu lassen, ist es zu danken, dass das Publikum in den Genuss eines so vielfältigen und kontrastreichen Konzertes kam, das nicht nur ganz unterschiedliche Kompositionsstile und Klangideale, sondern zwischen dem französischen Romantiker Gabriel Fauré und dem modernen Esten Arvo Pärt auch starke konfessionelle und kulturelle Unterschiede verband.

Ralf Tiemann
IKZ, 12.11.2007, veröffentlicht am 13.11.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN 
 
 

"Chor-Kontraste" klangen mit starkem Gospel-Konzert aus

Der "Gospel Train" von der Obersten Stadtkirche überzeugte einmal mehr beim letzten Konzert der "Chor-Kontraste" in der Heilig-Geist-Kirche.

Iserlohn. (rat) Mit einem weiteren musikalischen Höhepunkt endete am Sonntag in der Heilig-Geist-Kirche die Konzertreihe "Chorkontraste". Der "Gospel-Train" von der Obersten Stadtkirche unter der Leitung von Kantor Hanns-Peter Springer und die Songgruppe "Querbeet" aus Unna-Lünern unter der Leitung von Hans-Jürgen Glander boten Chormusik vom Feinsten. Während der Gospel-Train, der in Iserlohn schon des öfteren Fahrt aufgenommen hat, mit Ute Sprunger am Klavier seine kraftvollen und voluminösen Chorklang entwickelte, setzten "Querbeet" mit nur zwei Männerstimmen neun Frauenstimmen auf Pop-Balladen und Spirituals. Beide Chöre glänzten durch ausgefeilte Musikalität und ergänzten sich wunderbar zu einem abwechselungsreichen und überaus niveauvollen Programm.

Glander war es auch, der auf Anregung der katholischen Gemeinde die Konzertreihe ins Leben gerufen hatte, um den anstehenden Umbau der Kirche an der Hans-Böckler-Straße finanziell zu unterstützen. Nach nunmehr sechs Konzerten zog er ein durchweg positives Resümee, obwohl der Besuch bei den Chorkonzerten, bei denen sich stets zwei Iserlohner Ensembles mitwirkten, weitaus höher hätte sein können. "Musikalisch war die Reihe sehr vielfältig und reich an Höhepunkten", freute er sich auf Anfrage unserer Zeitung. Wegen des Umbaus wird die Konzertreihe nun ausgesetzt, soll aber nach Fertigstellung der Kirche wieder aufgenommen werden, wie Glander versicherte.

Das letzte Konzert in der Kirche vor dem Umbau bestreitet der junge Chor "Modern Voices", den Hans-Jürgen Glander vor rund einem Jahr gegründet hat, am Samstag, 17. November, im Alleingang.

IKZ, 07.11.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN
 
 

Ungewohnt mächtige Klangfülle in Oberster Stadtkirche

Iserlohn. (rd) Mit Standing Ovations feierte am Samstag ein begeistertes Publikum in der voll besetzten
Obersten Stadtkirche die glanzvolle Aufführung des Pop-Oratoriums "Israel Schalom". 

Das Werk wurde 1988 zum 40. Geburtstag des Staates Israel von Klaus Heizmann komponiert. Die Textgrundlage stammt von Johannes Jourdan. Die Komposition ist eine Liebeserklärung an das Land Israel und getragen von der Überzeugung, dass sich für das Volk der Juden mit der Gründung des Staates Israel die alttestamentarische Landverheißung erfüllt hat.

Die große Aufführung war der erste Meilenstein für den "Gospel Train Iserlohn", der an diesem Abend unterstützt wurde von rund 15 Mitgliedern der Kinder- und Jugendkantorei, nämlich den "MAXIs" und "5nach5"ern. So entstand im Zusammenwirken ein strahlend frischer Chorklang. Dazu zeichneten sich die Sänger durch hohe Präsenz und hervorragende Präzision aus und meisterten die Herausforderungen des Werkes mit großer Flexibilität. Herausragend dabei waren die Mitglieder der Jugendkantorei, die ihre Solopassagen mit wunderschönen, klaren Stimmen vortrugen. Kantorin Ute Springer hatte die Musik mit ihnen einstudiert.

Ein großes Aufgebot an Instrumentalisten wirkte mit: Lehrkräfte der Musikschule Iserlohn musizierten mit
Musiker aus der Region. Neben dem Streichsextett Camerata agitato und einigen Holzbläsern traten vor allem die Blechbläser um Stefan Beumers, die Pauken und das Schlagzeug in den Vordergrund und füllten die Kirche
mit einer sonst ungewohnten, mächtigen Klangfülle. An den Keyboards agierte kein Geringerer als Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Hirtzbruch, selbst erfahrener Leiter des Gospelchores Gronau, und sehr angetan von der hohen Qualität des Chores.

Im Oratorium finden sich neben Pop- und Rockelementen unter anderem Anklänge an jüdische Folklore,
herausragend dabei die Passagen, in denen Roland Kirch improvisierend seine Klarinette zum Klingen brachte.
Bereits im Eingangsstück von Giora Feidmann "Ballad for a Klezmer" hinterließ sein virtuoser und zugleich
ausdrucksstarker Vortrag im Zusammenspiel mit Hanns-Peter Springer (Klavier) tiefen Eindruck.

Patricia Vivanco übernahm die Alt-Partien - mit sehr sensibler, verhaltener Interpretation. Hanno Kreft sang in gewohnter Souveränität die Soli als Bass, mehrfach auch im Wechselgesang mit dem Chor, so im lebhaften "Schalom chaverim". Geleitet wurde die Aufführung von Kantor Hanns-Peter Springer, der das Konzert als Bitte um den Frieden  zwischen den Religionen und Völkern verstanden wissen wollte.

IKZ 04.09.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN
 

Kinderkantorei feiert mit "Bileam" großen Erfolg

Iserlohn. (rat) Nur selten hat man eine derart umjubelte Kinderaufführung erlebt. Kantorin Ute Springer war nach dem Musical "Bileam", das sie mit den St. Marien-Käfern und Minis ihrer Kinderkantorei am Samstag in der vollbesetzten Obersten Stadtkirche aufgeführt hat, sichtlich gerührt von dem donnerneden Applaus und dem Dank der Eltern für ihre Arbeit mit den Kindern.
Die beiden Gruppen umfassen mehr als 50 Kindergarten- und Grundschulkinder. Monatelang hatten sie sich in vielen Proben und einer intensiven Probenphase am Glörsee auf diesen Tag vorbereitet. Die Mühe hatte sich gelohnt: Das Ergebnis war einfach fabelhaft. Gesanglich und schauspielerisch hatten die kleinen Musical-Darsteller, von denen über die Hauptrollen hinaus viele mit Solo-Partien bedacht wurden, unheimlich viel zu bieten. Dazu bestachen das aufwendige Bühnenbild und die hübschen Kostüme 
- allen voran natürlich der elterliche Esel.
Überhaupt war das Musical von Gerd-Peter Münden mit seiner ansprechenden Musik, seinen vielen bewegten Szenen und reichlich gereimtem Wortwitz eine wundervolle Vorlage, um allen Zuschauern egal welchen Alters ein tolles Musical-Erlebnis zu bieten. Einen großen Anteil am Erfolg hatte dabei 
auch das begleitenden Instrumentaltrio aus Kantor Hanns-Peter Springer (Flügel), dem  stellvertretenden Musikschulleiter Roland Kirch (Klarinette) und der Geigenlehrerin Edyta Pietrasch-Szyszko, das die musikalischen Vorgaben der alttestamentarischen Geschichte mit jüdischem
Klezmer-Touch wunderbar umsetzten.

IKZ 06.06.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN
 
 


IKZ 05.06.2007, veröffentlich 06.06.2007 / LOKALAUSGABE / HEMER
 

Chöre zelebrierten ungetrübten Musikgenuss

Iserlohn. (tst) Gemeinsam luden kürzlich die Chöre "Maxis" und "5nach5" der  Kinder- und Jugendkantorei
sowie der Chor der Jugendkantorei Alzey in die Reformierten Kirche an der Wermingser Straße zu ihrem Konzert "Celebration" ein. Die Organisatoren rund um Kantorin Ute Springer hatten aufgrund des Jazz-Festivals auf dem Kirchplatz entschieden, von der Obersten Stadtkirche dorthin umzuziehen und dem begeisterten Publikum einen ungetrübten Genuss zu ermöglichen. 

Zwischen der Iserlohner Kantorei und der Kantorei in Alzey besteht eine sehr enge Verbundenheit, denn Hanns-Peter und Ute Springer leiteten sie gemeinsam, bevor sie vor fünf Jahren n die Waldstadt gezogen und hier die Kinder- und Jugendkantorei gegründet haben. "Wir haben bereits im letzten Jahr einen gemeinsamen Auftritt gehabt und schon damals war uns klar, dass wir diese Freundschaft durch gemeinsame Auftritte weiter ausbauen wollen", erklärt Ute Springer.

Die Kinder und Jugendlichen, die alle zwischen 11 und 17 Jahren alt sind und nicht nur aus Iserlohn sondern vielmehr aus der ganzen Umgebung kommen, boten den Zuhörern eine Mischung aus traditionell
geprägten englischen Chorliedern und einen Ausschnitt aus dem Pop-Oratorium "Israel Shalom". Das komplette Oratorium wird bei dem Auftritt am 1. September in der Obersten Stadtkirche vorgetragen. Die jüngeren Sänger werden am 2. Juni um 17 Uhr ebenfalls in der Obersten Stadtkirche auftreten.

IKZ 31.05.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN
 
 


Staunen schon beim Einsingen

Iserlohn. (rat) "Auf zu neuen Ufern" - unter dieses Motto könnte man die Reise stellen, von der die evangelische Kantorei am Wochenende zurückkehrte. Und das nicht nur, weil die Sängerinnen und Sänger an jedem Abend mit der Fähre den Comer See überqueren mussten, um ihr Hotel zu erreichen. 

Die achttägige Reise nach Nord-Italien war für den Chor in vielerlei Hinsicht ein Novum und ein Wagnis zugleich. Zuletzt war die Kantorei vor mehr als zehn Jahren eine komplette Woche unterwegs, und Kantor Hanns-Peter Springer war mehr als glücklich, dass mit 35 Mitgliedern und zehn weiteren Begleitern eine so große Gruppe mitgezogen und andere Urlaubspläne hintenangestellt hat, um die Ostertage von Karfreitag bis zum Freitag letzter Woche in der Gemeinschaft der Kantorei zu verbringen. "Das hat
uns noch fester zusammengeschweißt."

Und gelohnt habe sich die Reise bei der Fülle an großartigen Erlebnissen auf jeden Fall. "Unglaublich, dass das alles in nur acht Tage gepasst hat", sei die überwiegende Reaktion der Sänger nach der Fahrt gewesen. Beim Gespräch im Luther-Haus stand auch der Chorleiter noch ganz ganz unter dem Eindruck des Erlebten zwischen herrlichen Tagen in der Alpennatur und kulturellen Besichtigungen, zwischen Sonnenschein und den kulinarischen Genüssen Italiens sowie zwischen herzlichen Begegnungen und 
vielen Auftritten. "Das hätte auch für zwei Wochen gereicht," freut er sich und dankt dem Reiseleiter 
Hans-Jürgen Michels, der die Fahrt im Vorfeld ausgearbeitet und auch vor Ort auf alle unverhersehbaren Gegebenheiten schnell und fürsorglich reagiert hat.

Neu war dabei auf jeden Fall das Reiseziel, das nach vielen Ausflügen gen Norden und Osten erstmals in ein katholisches Land des Südens führte. Für die Pastorin Rahel Schöttler, die dem Chorbeirat angehört, gehörten die vielen Begegnungen mit den katholischen Christen in den Gemeinden, in denen der evangelische Chor fantastisch aufgenommen worden sei, zu den beeindruckendsten Erfahrungen. "Eine solche Herzlichkeit, Offenheit und liebevolle Gastfreundschaft hätte ich gar nicht erwartet", sagt die Pastorin, die während der Osterfeiertage unter anderem auch eine Osternachtsfeier unter freiem Himmel
bei Kerzenschein am Comer See veranstaltet hat - auch solche Erfahrungen mit dem Chor als Gemeinde seien für sie sehr wichtig gewesen. 

Gesang an allen Orten
Im Mittelpunkt stand aber natürlich der Gesang, der die Kantorei auf Schiffsfahrten, Wanderungen oder
Besichtigungen stets begleitete und der mit insgesamt fünf Auftritten in Gottesdienst und Konzert ebenfalls
für tolle Eindrücke und eine besonders begeisterte Aufnahme bei den Italienern führte. Ein derart professionalisiertes Kirchenmusiksystem wie in Deutschland gebe es in Italien nicht, erklärt Hanns-Peter Springer - weder bei den Origanisten noch bei den Chorleitern. Die Qualität der Kantorei habe daher oft schon beim Einsingen oder bei improvisierten Proben im Hotel-Foyer für staunende Augen und bei den Konzerten für stehende Ovationen nach fast jedem Lied gesorgt - auch das eine eher ungewohnte aber sehr erfreuliche Erfahrung. 
Zu erwähnen ist hier vor allem der Auftritt zum Ostermontag-Gottesdienst im Mailänder Dom, denn ein Auftritt im drittgrößten Sakralbau weltweit ist wohl für jeden Musiker ein besonderes Ereignis. Die enorme Größe des Raums macht das Musizieren mit Mikrophonen für einen Chor allerdings nicht einfach, weswegen die übrigen Konzerte die der befreundete Organist und Professor in Rom, Ennio Cominetti,
dem Chor in kleineren Kirchen vermittelt hatte, musikalisch gesehen in noch positiverer Erinnerung blieben.

Absoluter Höhepunkt sei das Konzert in der Wallfahrtskirche von Montevecchia gewesen, wo an dem betreffenden Tag das Patronatsfest gefeiert wurde, und die Kirche brechend voll und die Begeisterung riesengroß gewesen sei. Da der Reisebus die auf einem Berg gelegene Kirche nicht erreichen konnte, erfuhren die Sängerinnen und Sänger gerade hier die ganze Wucht der Gastfreundschaft und herzlichen Aufnahme der Italiener, die alle Sänger ruckzuck auf den Berg vergfrachtet haben. 

"Nachtreffen" am 22. Juni
Die Liste der Programmpunkte mit nachhaltigen Eindrücken, die Hans-Jürgen Michels für die Kantorei-Mitglieder bereithielt - unter anderem eine Begegnung mit der kleinen Protestanten-Gemeinde der Waldenser in Como - ließe sich noch lange fortführen. Wieder daheim freuen sich die Chormitglieder nun auf ihr "Nachtreffen" am 22. Juni. Da nämlich wird Ennio Cominetti für ein Konzert in die Oberste Stadtkirche kommen - aus Verbundenheit mit der Kantorei und wegen der wunderbaren gemeinsamen
Zeit.

IKZ 20.04.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN
 
 


Kantorei im Mailänder Dom
 

Martina Hülsmann (stehend v. l.), Rahel Schöttler, Elke Wiedermann, Gudrun Völcker,
Gerhard Lötters und Hans-Jürgen Michels stehen Kantor Hanns-Peter Springer (am Klavier)
auch in den nächsten zwei Jahren als Chorbeirat zur Seite.
Foto: Wronski (IKZ)

Iserlohn. (rat) An den bewährten Strukturen hat sich nichts geändert. In der vergangenen Woche hat die Ev. Kantorei Iserlohn einen neuen Chorbeirat gewählt und dabei den gleichen sechs Personen das Vertrauen ausgesprochen, die schon in den vergangenen zwei Jahren zusammen mit Kantor Hanns-Peter Springer die Geschicke des Chores gelenkt haben.

Am Dienstagabend traf sich der Beirat, um Rückschau auf das vergangene Jahr zu halten und um mit der Präsentation ihres Jahresprogramm 2007 einen Ausblick auf die kommenden Konzerte und Aktivitäten zu geben.

Herzstück des Konzertjahres wird das Konzert am Sonntag, 11. November, in der Obersten Stadtkirche sein, bei dem nicht nur Gabriel Faurés Requiem für Chor und Orchester, sondern mit John Rutters "Mass of the Children" auch ein Werk erklingen wird, bei dem von den "Minis" der Kinder- und Jugendkantorei bis zum großen Kantorei-Chor insgesamt vier Kantorei-Gruppen an einem Strang ziehen werden. "Es war unser erklärtes Ziel, in diesem Jahr die verschiedenen Chöre noch enger zusammenzuführen und die Gruppen der Kinder- und Jugendkantorei noch stärker in die Konzerte einzubinden", sagte Hanns-Peter Springer am Dienstag. Schon im vergangenen Jahr, als im Dezember Bachs komplettes Weihnachts-Oratorium erklang, waren die Mitglieder des Jungen Chores "5nach5" mit von der Partie und wurden von dem "erhebenden Gefühl, im großen Chor mit einem Orchester zu singen" angesteckt, wie Springer sagte.

Das Weihnachts-Oratorium mit der Verköstigung von 500 Konzertbesuchern hatte den Chorbeirat im Dezember auch vor ganz neue logistische Herausforderungen gestellt. Neben solchen organisatorischen Dingen übernehmen die Mitglieder je nach Neigung weitere Aufgaben wie Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Werbung, Kartenverkauf, Festkoordination oder die Planung von Konzertreisen. Im vergangenen Jahr wurde auf diesem Weg beispielsweise die Anschaffung eines neuen und auf die Oberste Stadtkirche maßgeschneiderten Chorpodestes realisiert. Darüber hinaus kümmern sich die Beiratsmitglieder um das soziale Miteinander im Chor und dienen als Ansprechpartner nach Innen und Außen.

Am Dienstag wurde neben den Iserlohner Konzertterminen für 2007 auch eine außergewöhnliche Konzertreise vorgestellt, die den Chor im April nach Norditailen führt, und die den Sängerinnen und Sängern sogar einen Auftritt im Ostermontags-Gottesdienst im Mailänder Dom beschert. In dem Konzert "Serenade Italianissimo", bei dem die Kantorei am 22. Juni mit dem italienischen Organisten Ennio Cominetti auftreten wird, der den Kontakt zum Mailänder Dom hergestellt hat, wird das Publikum die musikalischen Eindrücke der Reise hören können.

Das komplette Programm mit allen Konzerten der Kantorei, der Kinder- und Jugendkantorei, des Gospel-Chors "Gospel Train Iserlohn", der verschiedenen Gruppen des Posaunenchores und vielen weiteren Konzerten von Gastkünstlern liegt als Faltheft unter anderem im Lutherhaus an der Obersten Stadtkirche und in der Stadtinformation am Theodor-Heuss-Ring aus. Daneben steht unter www.kantorei-iserlohn.de im Internet.

IKZ 31.01.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN

 
 

Ein Meister des Registrierens

Die Reformierte Kirche erlebte am vergangenen Samstag ein außergewöhnliches, stimmungsvolles Nachtkonzert, zu dem die Evangelische Kantorei eingeladen hatte.
Zwei Studienkollegen von Kantor Hanns-Peter Springer, Gerd Hennecke (Sulzbach-Rosenberg) und Rainer Dietz (Dachau), hatten ein zweitägiges Orgel-Seminar über Improvisation und die Kunst des Registrierens in Iserlohn angeboten. 

Im abschließenden Konzert stellte Gerd Hennecke beeindruckend unter Beweis, dass er selbst diese Kunst meisterhaft beherrscht. So hallte die Reformierte Kirche von Tönen wider, wie sie dort schon lange nicht mehr gehört worden waren. Welch ein Potenzial in diesem romantischen Kleinod an Orgel steckt. Es sangen und tirilierten zarteste Flötentöne über dunklem, fast dumpfen Bass - um immer wieder abgelöst zu werden von rauschendem Plenum, das bis auf die Wermingser Straße hinausschallte.

Nach der Passacaglia des Jubilars Buxtehude folgte Bachs, "Pièce dorgue. Hier wie in den folgenden Stücken flogen die Finger des Musikers zeitweise nur so über die Tasten - was bei dem oft schweren Anschlag und verzögerten Anspringen nicht nur Fingerfertigkeit, sondern auch reichlich Kraft erfordert.

Selbiges gilt für das Bedienen der Register. Zwar hat die 1847 gebaute thüringische Orgel gar nicht so viele Register, aber zeitweise brauchte Hennecke sogar zwei Registranten. Im Voluntary von Stanley war der Gesang der Hohlflöte prägnant und setzte sich charaktervoll durch. Reizvoll hier wieder der typische "überblasende" Klang der Schulze-Orgel. 

Die Kontraste in den Rinck-Variationen über "Heil dir im Siegeskranz" traten durch die überaus variantenreiche
Registrierung besonders hervor. Die folgende Orgelsonate von Josef Rheinberger spiele er überaus temperamentvoll und spielfreudig, sowohl beim Herausarbeiten der volkstümlichen Motivik als auch bei den atemberaubenden virtuosen Läufen. Im modernen Werk des niederländischen Zeitgenossen Cor Kee über ein Lied der Reformationszeit erklangen wieder ganz andere, zauberhaft-nachdenkliche aber auch kriegerische und brausende Töne. Als Zugabe spielte er zusammen mit Hanns-Peter Springer vierhändig den bayrischen Defiliermarsch.

Beim anschließenden Glas Wein beschrieben die Zuhörer lebhaft und begeistert ihre Freude über diesen besonderen Höreindruck und die unerwartete Klangvielfalt, die Hennecke der Schulze-Orgel entlockt hatte.

Von Rahel Schöttler 

IKZ 24.01.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN

 
 
 

Die Kinder- und Jugendkantorei sagt herzlichen Dank !


Foto: Lehmann (IKZ)

Brükkenkamp-Spende für „Starke Töne - starke Kinder”

"Was in der Kinder- und Jugendkantorei geleistet wird, wie hier schon bei jungen Leuten der Grundstein gelegt wird und wie sie dabei zugleich Halt finden in der Kirche - das ist schon toll”, findet Michael Brükkenkamp.
Und deswegen hat der Inhaber der Tischlerei am Hombrucher Weg, der selbst im Posaunenchor der Versöhnungskirchengemeinde spielt und dessen Frau in der Kantorei singt, mit seinem Bruder und Geschäftspartner Peter am Mittwoch einen Scheck über 500 Euro an Kantorin Ute Springer überreicht.
Im Gegenzug für ihre Unterstützung des „Meine Stadt”-Projektes „Starke Töne - starke Kinder” mit der Nr. 1081 bekamen die Brüder dafür aus den Händen von Lothar Genster von der Stadt die steinerne Ehrengabe.
70 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 19 Jahren singen in den vier Gruppen der Kinder- und Jugendkantorei.
Wofür die Spende verwendet werden soll, ob für die Ausstattung, eine Licht- und Tonanlage oder für die Tourneen und Freizeiten, steht noch nicht fest. Die süße Überraschung, die die Brükkenkamps zudem mitgebracht hatten, wurde aber gleich verzehrt.

IKZ 19.01.2007 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN

 
 

Sprühend vor Lebendigkeit und Musikalität

Kantorei verneigte sich im Konzert "Hommage à" in der Obersten Stadtkirche vor
Dietrich Buxtehude, Heinrich Creuzburg und Edward Elgar

Als imposante Klangwand hatte sich die Kantorei auf den vorderen Stufen des Altarraums postiert.
Foto: Wronski (IKZ)

Die Kantorei sprüht. Noch in viel stärkerem Maße als bei großen Oratorienaufführungen konnte das Publikum am Samstagabend in der Obersten Stadtkirche die ungeheure Musikalität und Vitalität aus nächster Nähe erleben, durch die sich die Sängerinnen und Sänger unter dem klaren und animierenden Dirigat von Kantor Hanns-Peter Springer auszeichnet. Zwei Kantaten von Dietrich Buxtehude - "Das neugeborene Kindelein" und das bekannte "Alles, was ihr tut" - standen auf dem Programm.

Begleitet von einem fünfköpfigen Streich-Ensemble aus Iserlohner Musikern hatten sich die 45 Chormitglieder der Kantorei auf den vorderen Stufen des Altarraums postiert und bildeten so eine imposante Klangwand, die in gewohnt engagierter und hellwacher Weise agierte. Kein Ton wurde einfach so dahergesungen, jede Phrase wurde fein ausgearbeitet und beide Kantaten wurden in ihrem geschmeidigen Fluss so zu einem höchst erfreulichen Erlebnis. Ebenso erfreulich sind die solistischen Möglichkeiten, über die die Kantorei verfügt. In der Kantate "Alles, was ihr tut" meisterte der Chorist Burckhard Schmale das Bass-Solo hervorragend, und Rebecca Henz - eine Leihgabe des jungen Chores "5nach5" der Jugendkantorei von Ute Springer - glänzte als Solo-Sopranistin.

Buxtehude gehört zu jenen kirchenmusikalischen Giganten, die als Orgelmeister der Vor-Bach-Zeit zwar keinen so berühmten Namen haben, die sich für die Kirchenmusik im speziellen und für die Musik im allgemeinen aber enorme Verdienste erworben haben. Dazu gehört unter anderem die Einführung der Abendmusiken, die der "Magier des Nordens" in der St.-Marien-Gemeinde in Lübeck, die er als Organist betreute, gestaltet hat - eine für die damaligen im aristokratisch geprägten Deutschland gänzlich neue Idee eines öffentlichen Konzertes, das als Vorläufer unseres modernen Konzertwesens Eingang in jedes musikalische Geschichtsbuch gefunden hat.

In diesem Jahr jährt sich Buxtehudes Todetag zum 300. Mal, weswegen er in dem Neujahrskonzert "Hommage à" von Hanns-Peter Springer an vorderster Stelle bedacht wurde. Daneben waren es die Jubilare Heinrich Creuzburg (1907-1991) und Edvard Elgar (1857-1934), vor denen sich der Iserlohner Kantor an der Orgel verneigte. Von dem bedeutenden Kirchenmusiker Creuzburg spielte er eine Phantasie über zwei Themen von Bach, wobei die beiden Themen ("Es ist genug" und die Fuge h-moll aus dem Wohltemperierten Klavier) schon im Original in ihrer Chromatik weit über das hinausreichen, was man gemeinhin als Melodie vor sich hin pfeift. In ihrer modernen Verquickung durch Creuzberg wuchsen sie zu einem eindrucksvollen Klangspektakel aus wuchtigen Clustern und mulmigen Dissonanzen.

Zum Abschluss hatte Springer das berühmte "Pomp and Circumstance" von Edward Elgar gewählt, der als Kirchenmusiker zwar eher eine Nebenrolle spielt, dessen bekanntestes Werk sich als traditioneller Neujahrs-Gruß aber geradezu anbot.

Von Ralf Tiemann, IKZ 15.01.2007 (veröffentlicht 16.01.2007) / LOKALAUSGABE / ISERLOHN

 

Musikalische Besinnung zum Jahresausklang

Volles Haus beim "Feuerwerk der Orgelpfeifen"


Eine wunderbare Atmosphäre herrschte beim "Feuerwerk der Orgelpfeifen"
in der nur von Kerzen erleuchteten Obersten Stadtkirche
Foto: May (IKZ)

Iserlohn. (rms) Das Konzert in der Obersten Stadtkirche am Silvesterabend machte seinem Namen wieder alle Ehre. Beim "Feuerwerk der Orgelpfeifen", das Hanns-Peter Springer an der Schuke-Orgel mit großer Klangfarbenvielfalt entzündete, erlebten die Zuhörenden in der vollbesetzten, mit Kerzen beleuchteten Kirche einen stimmungsvollen Jahresausklang. 

Kompositionen von der frühen Barockzeit bis ins 20. Jahrhundert boten die Möglichkeit zu musikalischer Besinnung: nachdenklich und getragen, fröhlich und jubelnd. Mit einem Praeambulum in E von Vincent Lübeck, einem der großen norddeutschen Orgelmeister des Barock, begann Springer und brachte  dessen wohl bekanntestes Werk zu Gehör, wobei die im Charakter unterschiedlichen Teile ansprechend und prägnant herausgearbeitet waren.

Es folgten zwei weihnachtliche Choralvorspiele von Johann Sebastian Bach. Beim nächsten Werk wurde
- nach dem Komponisten Lübeck - ein weiterer Jubilar des Jahres 2006 geehrt, nämlich Johann Pachelbel. Bei der Ciacona in f, einer Vorform der späteren Passacaglia, entfaltet sich über einer viertaktigen, stets wiederkehrenden Basslinie eine im Charakter ruhige und doch niemals langweilige Komposition. Wolfgang Amadeus Mozart durfte an diesem Abend nicht fehlen. Das vorgetragene Andante, das meist heiter und zeitweise tänzerisch leicht daherkommt, ist eigentlich für eine mechanische Orgel komponiert und daher in der manuellen Wiedergabe eine große Herausforderung. Springer gelang auch mit "nur" zehn Fingern diese Aufgabe vortrefflich.

Welch ein breites Spektrum an klanglicher Farbenpracht die Schuke-Orgel zu bieten hat, zeigte sich bei der gewaltigen Symphonie VI, op.42 von Charles Widor. Immerhin war Widor 67 Jahre Titularorganist an der fünfmanualigen Orgel in St. Sulpice/Paris und einer solchen Orgel entsprechend sind seine Werke angelegt. In den drei vorgetragenen Sätzen wurden (fast) alle Register gezogen und die dreimanualige Schuke-Orgel zu einem vielstimmigen Orchester. Neben einem majestätischen, ja manchmal überwältigenden Forte erklangen Piano- und Pianissimo-Passagen, die die Zuhörenden regelrecht gefangen nahmen - hervorgerufen auch durch die wohldurchdachte, hochdifferenzierte Registerauswahl Springers, der zudem die technischen und interpretatorischen Herausforderungen dieses großen
Werkes brillant meisterte. 

Dankbare, leuchtende Gesichter an der Kirchentür verrieten, dass das musikalische Feuerwerk dem Jahr 2006 einen gelungenen letzten Stempel aufgedrückt hatte.

IKZ 01.01.2007 (veröffentlicht 02.01.2007) / LOKALAUSGABE / ISERLOHN

 
 

Daumendrücken gegen das eigene Lampenfieber

Kinderkantorei Iserlohn entzückte das Publikum in der Christuskirche mit der Aufführung des Musicals "Das himmlische Hilfswerk"


Foto: Hofbauer (IKZ)

Roden. (kat) Aufregung, ein Geschnatter und Gewusel herrschten am frühen Abend zunächst in der Christuskirche, dann aber lieferten 35 Kinder der "Minis" und "Maxis" der Kinderkantorei Iserlohn unter der Leitung von Ute Springer eine beeindruckende Uraufführung des Musicals "Das himmlische Hilfswerk". Die Kinder sind zwischen 7 und 14 Jahre alt. Nicht alle Kinder des Chores kommen aus der Versöhnungskirchengemeinde, einige stammen auch aus der Christus-Kirchengemeinde. 
Berit (7 Jahre) und Annika (9 Jahre) waren beispielsweise aus Iserlohn angereist, Viktoria (8 Jahre) sogar aus Hemer. 
Berit spielte einen DLRG-Schutzengel, Viktoria den Schutzengel eines Polizisten und Annika einen Pfarrer. Und Berit hatte ein prima Mittel gegen Lampenfieber parat: "Ich drücke mir einfach selbst die Daumen".

Dann ging es los mit dem Musical, bei dem die Kinder von den Musikern Hanns-Peter Springer (Klavier), Gudrun Burowitz (Querflöte) und Johannes Schöttler (Schlagzeug) begleitet wurden. Zur Geschichte:
Die Engel sind überfordert, den Menschen die Weihnachtsbotschaft zu erzählen, gründen deshalb ein himmlisches Hilfswerk und engagieren mit Hilfe der Schutzengel die Menschen für den Job. Gleich das erste Lied, "Wir sagen euch an, den lieben Advent", wurde gemeinsam mit der Gemeinde gesungen. Einige Kinder übernahmen immer wieder Solo-Partien in dem Musical.

Die Leistung der Kinder in dem gut 45 Minuten langen Stück wurde am Ende mit viel Applaus belohnt. Und wer noch nicht genug hatte, konnte die Kinderkantorei am Dienstagabend noch einmal im Iserlohner Weihnachtsdorf zu hören.

IKZ, 22.12.2006 (veröffentlicht 23.12.2006) / LOKALAUSGABE / LETMATHE

 

Kalte Füße und warme Herzen


Foto: Wronski

Vereint sangen die "St. Marienkäfer", die Minis und Maxis zum Auftakt ihres Abends auf der Kinderweihnachtsdorf-Bühne einige Weihnachtslieder, bevor das Musical "Das himmlische Hilfswerk" aufgeführt wurde. 

Iserlohn. (rat) Klirrend kalt war es am Dienstagabend, was nicht nur das überaus zahlreiche Publikum auf dem Marktplatz zu spüren bekam, sondern vor allem auch die evangelischen Kinder- und Jugendkantorei der Obersten Stadtkirche, die den zweiten Abend auf der Bühne des Kinderweihnachtsdorfes gestaltete. Dick eingemummelt waren die Kinder schon anderthalb Stunden vor der Aufführung ihres Musicals an der Bühne, um aufzubauen, sich auf ihren großen Auftritt vorzubereiten und vor allem der Kälte zu trotzen. Mit den ersten Tönen war die aber zumindest beim Publikum schlagartig verflogen, denn als erstes sangen die ganz kleinen "St. Marienkäfer", die zum Teil gerade einmal vier Jahre alt sind, erst alleine und dann mit den Minis und Maxis einige Weihnachtslieder. Und bei so begeistert und lautstark singenden Kindern wurde wohl jedem auf dem Platz warm ums Herz, und jedem wurde ein erfreutes Lachen auf das Gesicht gezaubert, so putzig war dieser musikalische Auftakt.

Danach waren die Minis und Maxis der Kantorei allein an der Reihe, die in langer Probenarbeit mit ihrer Kantorin Ute Springer das Musical "Das himmlische Hilfswerk" eingeübt hatten und am Ende viel Applaus für ihre Aufführung ernteten. Darin erzählten sie mit reichlich musikalischem und darstellerischem Können die Geschichte von den Seraphinen, die die Botschaft von der Geburt Jesu unter das Volk bringen sollen, was sie aber vor einige Schwierigkeiten stellt. Auch die Schutzengel, die in der Weihnachtszeit viel zu tun haben, können ihnen nicht helfen, weswegen sie am Ende das himmlische Hilfswerk gründen, in dem ausgewählte Menschen mit der Verkündigung der frohen Botschaft beauftragt werden.

IKZ, 20.12.2006 (veröffentlich 21.12.2006) / LOKALAUSGABE / ISERLOHN

 

Kantorei feierte Erfolg in jeder Hinsicht

Strahlende Gesichter, wo man nur hinsah: Die Evangelische Kantorei hat am Sonntag mit Bachs Weihnachts-Oratorium viel Freude und beste vorweihnachtliche Stimmung ausgelöst - und das nicht nur beim Publikum in der nahezu voll besetzten Obersten Stadtkirche, sondern auch bei sich selbst.
Schon während der mehr als dreistündigen Aufführung aller sechs Teile des großen barocken Weihnachts-Zyklus konnte man den Sängerinnen und Sängern den Spaß an der Musik anmerken. Und auch nach dem Konzert, das für die Ausführenden durchaus eine große Anstrengung war, strömten sie lachend und bestens aufgelegt aus der Sakristei, um ihren Erfolg noch ein wenig zu feiern.

Denn ein Erfolg war diese Aufführung in jeder Hinsicht. Musikalisch führte Kantor Hanns-Peter Springer
seinen Chor und die Kammerphilharmonie Rhein-Main in allerbester Barock-Manier leicht-tropfend und klar im Gestus, schlank im Klang und in sehr angenehmem, zügigem Tempo durch das Werk. Der Chor präsentierte sich dabei ausgesprochen präzise, gut artikuliert und ungemein sicher und ließ die majestätischen, kunstvollen Chöre ebenso wie die einfachen Choräle in wunderbarer, barocker Schlichtheit erklingen. Und die Solisten Anne Rosenstock (Sopran), Christina Hackelöer (Alt), Christoph Rösel (Tenor) und Christoph Kögel (Bass) setzten dem Abend und dem Hörgenuss das Sahnehäubchen auf.

Dazu ist besonders hervorzuheben, dass der junge Chor "5nach5" seinen ersten großen Auftritt als Verstärkung der Kantorei hatte: Im ersten der sechs Teile mischten sich die Jugendlichen unter
die verschiedenen Stimmen und übernahmen dort sowie bei der Echo-Arie im vierten Teil sogar solistische Aufgaben, die sie hervorragend meisterten. Auch sie wurden am Ende des Konzertes ebenso wie alle anderen Musiker und Sänger mit minuten langem Applaus und großem Jubel überschüttet. Geschlossen stand das Publikum auf, um dem Chor, dem Orchester und den Sängern für diese großartige Leistung zu danken.

Doch diese Aufführung war weit mehr als ein bloßes Konzert. Dass Geselligkeit und Begegnung für Hanns-Peter Springer, der ja aus dem Süddeutschen stammt, eine andere Bedeutung hat, als man es gemeinhin aus der westfälischen Landeskirche kennt, konnte man bereits bei einigen anderen Konzerten, 
bei denen wie selbstverständlich in den Pausen Wein ausgeschenkt wurde, merken. Das Konzert vom Sonntag, das nach den ersten drei Teilen durch eine längere Pause mit Imbiss und Getränken im Lutherhaus unterbrochen wurde, gedieh aber geradezu zu einem Treffen der Iserlohner Musik- und Kirchenszene. Die Strahlkraft, die die Oberste Stadtkirche in den letzten Jahren musikalisch gewonnen hat, wurde bei dieser lockeren Pausenparty beinahe noch stärker spürbar als in den Konzerten selbst.

Von Ralf Tiemann, IKZ, 11.12.2006 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN

 
 

Hier wächst viel zusammen


Foto: privat

Letzter musikalischer Feinschliff: Mitte November arbeitete die Kantorei intensiv am Weihnachtsoratorium. Das Weihnachtsoratorium beginnt am 10. Dezember um 17 Uhr und wird mit Pause etwa bis 20.45 Uhr dauern.
Karten gibt es u. a. in der Alpha-Buchhandlung an der Wasserstraße und in der Stadtinformation am Theodor-Heuss-Ring.

Iserlohn. (rat) Die ev. Kantorei an der Obersten Stadtkirche hat sich in diesem Jahr das Weihnachtsoratorium von Bach zur Aufgabe gestellt, um es am zweiten Adventssonntag, 10. Dezember, in voller Länge aufzuführen.

An der Arbeit für diese Großveranstaltung mit mehr als drei Stunden Musik, Imbiss und gemütlicher Nachfeier wird deutlich, was sich in der Kantorei in der Amtszeit von Hanns-Peter Springer alles getan hat, wie der Chor nicht nur zahlenmäßig gewachsen ist und wie die verschiedenen Gruppen der Kantorei, die der Leiter zusammen mit seiner Frau Ute Springer gegründet hat, immer mehr zusammenwachsen.

"Wir holen uns grundsätzlich keine Unterstützung mehr für den Chor", ist zum Beispiel so ein Satz, den Hanns-Peter Springer zu Beginn seiner Arbeit an der Obersten Stadtkirche vor fünf Jahren noch nicht sagen konnte. Begonnen hatte er da mit 22 Sängerinnen und Sängern und musste für größere Werke die einzelnen Stimmen durch Sänger von außen verstärken. Jetzt hat er knapp 60 aktive Mitglieder und stemmt das Weihnachtsoratorium aus eigener Kraft. Dabei trägt auch die Arbeit von Ute Springer in der Kinder- und Jugend-Kantorei wieder neue Früchte. Der Chor "5nach5" - also die Älteren der Jugendabteilung - verteilen sich im ersten Teil des sechsteiligen Werkes auf die Stimmen.

Während die jungen Leute von "5nach5" erstmals mit barocker Musik in Berührung kommen, singen Einige aus der Kantorei, die ihre Sänger-Karriere schon vor über 40 Jahren begonnen haben, das Oratorium tatsächlich zum 50. Mal und können alle Stimmen nahezu auswendig. Dass auch sie nach den Sommerferien zu den ersten Registerproben kamen, spricht nicht nur für das Werk als einer der vollendeten Höhepunkte der Barockmusik, sondern auch für den Zusammenhalt in der Kantorei. "Wir müssen als Chor wie eine Mannschaft funktionieren, jeder trägt Verantwortung und ist in jeder Probe wichtig", erklärt Springer.

In der Kantorei wurde dieser Teamgeist inzwischen zur Selbstverständlichkeit. Der Chorbeirat hat den immensen logistischen Aufwand für die Organisation der Aufführung mit Abendessen für jeden der rund 450 erwarteten Besucher nach den ersten drei Teilen übernommen. Und der Gospelchor von Hanns-Peter Springer übernimmt die Bewirtung - auch durch solche Hilfsaktionen nähern sich die verschiedenen musikalischen Gruppen an.

Die Aufführung am zweiten Advent verspricht also ein großartiges musikalisches Ereignis zu werden, auf das sich die Kantorei mit viel Begeisterung vorbereitet hat. Nach den Registerproben bekam das Werk bei einem Chorwochenende in Meschede den musikalischen Feinschliff. Als Orchester konnte Hanns-Peter Springer die Kammer-Philharmonie Rhein-Main gewinnen, mit dem er schon in seiner Zeit als Kantor in Alzey/Rheinhessen zusammengearbeitet hat und die mit ihm in Sachen Barockmusik auf einer Welle liegt. Als Sopranistin wird Anne Katrin Rosenstock mitwirken, die aus der Kantorei hervorgegangen ist und mit Christina Hackelöer gleich ihre Lieblings-Altistin vom Essener Theater mitbringt. Und mit Christoph Rösel als Tenor kommt auf Wunsch der Kantorei ebenfalls ein alter Bekannter.

IKZ, 30.11.2006 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN (veröffentlicht 01.12.2006)
 

Glorify Jesus: Volles Haus beim "Gospel Train"

Iserlohn. (rms) Halleluja, glorify Jesus! - mit diesem schwungvollen Kanon zogen der "Gospel Train Iserlohn" und der junge Chor "5nach5" am Samstag zu ihrem Konzert in die Oberste Stadtkirche ein.  "Halleluja! Verherrlicht, lobt und preist Jesus" - eigentlich sei damit schon alles gesagt, so Hanns-Peter Springer in seiner Begrüßung. 

Das Programm des Abends, in dem neben traditionellen Gospels auch modernes geistliches Liedgut vorgetragen wurde, sollte ein Abend zum Lobe Gottes werden. Es war das erste große Konzert, das der Anfang 2005 gegründete "Gospel Train Iserlohn" gab. Mit viel Freude und Ausdruckskraft überzeugten die Sängerinnen und Sänger in der vollbesetzten Obersten Stadtkirche, wo die Zuhörer sowohl bei  altbekannten Spirituals als auch bei druckfrischen Gospels spürbar mitgingen.
 Der junge Chor "5nach5", der drei Werke allein und mehrere Stücke gemeinsam mit dem Gospelchor
sang faszinierte die Zuhörenden immer wie der mit seiner stimmlichen Strahlkraft und der hohen musikalischen Präsenz. Mehrfach sangen die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren auch solistisch und bewiesen ihre Flexibilität und stimmliche Qualität. Die Leistung wurde mit viel zusätzlichem Applaus honoriert. 

In bewährter Manier begleitete Wolfgang Fehling am Schlagzeug das Gospelkonzert. Michael  Brükkenkamp und Werner Bald (Trompete) sowie Hans Stricker an Saxophon und Querflöte vervollständigten die Band. Die Leitung des Abends teilte sich dieses Mal das Kantorenehepaar und ergänzte sich ansonsten am E-Piano.


Foto: Derian (IKZ)

IKZ, 01.11.2006 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN (veröffentlicht 02.11.2006)

 
 
 

Die Königin der Instrumente als glänzende Geschichtenerzählerin

Iserlohn. (rat) Laut und leise, tief und hoch, hell und düster - es gibt kein zweites Instrument, an dem sich Musik so nachvollziehbar und sichtbar erklären lässt, wie an der Orgel.  Am Sonntagnachmittag hatte
das Kantoren-Ehepaar Ute und Hanns-Peter Springer in die Oberste Stadtkirche zu ihrem Programm "Orgel für Kinder" eingeladen. Die Kirche war bei freiem Eintritt prächtig mit Kindern, Eltern und anderen
interessierten Besuchern gefüllt, und allen wurde eine Menge geboten. Nach einem gemeinsamen Eröffnungslied, wurde den Gästen erst einmal die Orgel in all ihren Einzelheiten und Klangmöglichkeiten erklärt. Dabei nahm Hanns-Peter Springer die Rolle des Sprechers ein, der im Altarraum mit Hilfe von Bildprojektionen und mit tatkräftiger Unterstützung der Kinder, die tüchtig in die Pfeifen bliesen, die Orgel erklärte. Ute Springer brachte zu allen Besonderheiten die passenden Klangbeispiele von der großen Schuke-Orgel und anschließend noch eine Vertonung des Kinderromans "Die Konferenz der Tiere" zu Gehör, bei der die Orgel als glänzende Geschichtenerzählerin auftritt.

IKZ, 14.08.2006 / LOKALAUSGABE / ISERLOHN (veröffentlicht 15.08.2006)

 
 

Musikalische Kirchennacht

Hemer.  (gel) Beeindruckender konnte der Auftakt nicht sein: Das "Jauchzet dem Herrn" erfüllte stimmgewaltig aus über 200 Kehlen die Ebbergkirche und berührte Sänger und Zuhörer gleichermaßen. 

Mit der "Nacht der Chöre" feierte die Martin-Luther-Kantorei unter der Leitung von Kantorin Meike Pape am Samstag ihren 60. Geburtstag.  Das musikalisch-kulinarische Fest in und rund um die Ebbergkirche spiegelte nicht nur die Größe des Kirchenkreises Iserlohn wider, sondern auch die Bandbreite der Kirchenmusik. So wirkten neben dem gastgebenden Chor die evangelische Kantorei Iserlohn,
die Lutherkantorei Altena, Gospel Train Iserlohn und die Stadtkantorei Schwerte mit. Sie alle boten
ein mehrstündiges Programm, in das alle auch durch gemeinsam gesungene  Lieder einbezogen wurden. Das Geburtstagsfest begann am Abend mit einem Gottesdienst mit Abendmahl, der liturgisch durch die "Messe in D" von Antonin Dvorak geprägt wurde. Der Märkische Motettenkreis unter der Leitung von Dr. Wolfgang Besler sang Dvoraks Messe. Die lateinischen Texte wurden hilfreich im Programmheft übersetzt. Superintendent Albert Henz betonte die Bedeutung der Kirchenmusik und Liturgie. Auch Vizebürgermeisterin Renate Saemann gratulierte der Martin-Luther-Kantorei. "Sie ist eine feste, präsente Größe in der Chorlandschaft der Stadt Hemer", betonte sie. Glückwünsche überbrachte auch Kreiskantor Hanns-Peter Springer. Rund um die Ebbergkirche war für das leibliche Wohl der zahlreichen  itwirkenden
und Besucher gesorgt.

IKZ, 13.08.2006 / LOKALAUSGABE HEMER (veröffentlicht 14.08.2006)

 
 
 

Glänzende Augen, offene Münder

Iserlohn. (aro) "Von einer Mutter geboren, von deinen Geschwistern getötet" - die  Dramatik zeichnet sich
in den Gesichtern des Publikums ab. Sie lässt bei allen Anwesenden an diesem Samstagabend die Augen glänzen, die Münder offen stehen und schließlich den tosenden Beifall hereinstürzen. Die Darbietung der "Pieta", die Gerald Garcia für die Kantorei Iserlohn und das Festival-Gitarrenorchester des 15. Internationalen Gitarren-Symposion komponiert hat, hat alle Erwartungen übertroffen.
Zum ersten Mal in der Geschichte des Symposions singt ein Chor zu den Klängen der vielen Gitarren. Das musikalische Feuerwerk einerseits, das langsam ansteigt, in einem dramatischen Höhepunkt gipfelt,  in bittere Resignation abflacht, und dieser glasklare Gesang andererseits - niemand hätte die Intensität dieser Zusammenarbeit erahnen können. Es ist ein kraftvolles Stück Musik entstanden, ein Moment der vollkommenen Emotionalisierung - nicht zuletzt durch Ute Springers zartes und doch durchdringendes
Gesangs-Solo.
Auch die anderen Schätze, die am Samstagabend das Abschlusskonzert versüßt haben, glänzten auf ganzer Linie. Die Kanadierin Emma Rush, die zu den Langzeit-Teilnehmerinnen des Iserlohner Symposions gehört, erzählte die Geschichte eines zum Tode Verurteilten. Das unangenehme Ticken der Uhr, die plötzlichen Stimmungs- und Tempowechsel - die Gefühlswelt des Mannes bereitete sich mit großer Unbehaglichkeit im imposanten Innenraum der evangelischen Kirche aus. Der deutsche Hans Pfeiffer sowie der Serbe Nejc Kuhar präsentierten eigene Kompositionen, die den Stücken der großen Meister in Nichts nach standen. Die melancholische, tieftraurige Stimmung der dargebotenen
Stücke lud das internationale Publikum der Musikliebhaber zum grenzenlosen Fantasieren ein - jedes der 18 Stücke verzauberte und trug die gespannten Zuhörer für drei Stunden in ferne Länder, fremde Kulturen und ungeahnte dramatische Emotionen voller Leidenschaft.
Im nächsten Jahr findet das Internationale Gitarren-Symposion in Iserlohn erneut vom 29. Juli bis zum 5. August statt. Nach dem durchschlagenden Erfolg von "Pieta" dürfen sowohl die Musikliebhaber als auch die Gitarristen auf neue Ideen von Gerald Garcia gespannt sein.

IKZ, 06.08.2006 / LOKALAUSGABE ISERLOHN (veröffentlicht 07.08.2006)

 

"Der liebe Gott singt mit . . . "


Regionalkantor Stefan Lehmkuhl sang mit Kindergartenkindern und Schulanfängern im Kindergarten St. Matthäus die Tonleiter rauf und runter. (WR-Bilder: Ina Hornemann)

Altena. (iho) Durch Mark und Bein mitten ins Herz: Der Kreiskirchenmusiktag mobilisierte am Samstag hunderte Sanges- und Musizierfreudige in die Burgstadt. In den Straßen und Häusern von Altena wurden mit Leidenschaft und Herzblut Botschaften gen Himmel geschickt.

"Beim Singen sollt Ihr am besten immer Lachen." Die Teilnehmer des A-cappella-Musik-Workshops mit Meike Pape nehmen den Tipp gern an. Erquickt sollen sich die Sängerinnen und Sänger im Lutherhaus fühlen, wenn sie in die mehrstimmigen Sätze einstimmen. Das funktioniert.

Parallel erklimmt Regionalkantor Stefan Lehmkuhl die Tonleiter mit Kindergartenkindern und Schulanfängern im Kindergarten St. Matthäus. Schon die Jüngsten zeigen starkes Engagement in der Kirchenmusik. 40 Kinder wollen bei dem spaßigen Gesang- und Tanzkurs mitmachen - da muss die Gruppe sogar geteilt werden. Christliche Botschaften mit Musik zu vermitteln - davon kann auch Ute Springer ein Lied singen. In dem Arrangement "Die drei Mutmacher" dreht sich alles um Jesus und sein erstaunliches Wirken. Stimmungen spiegeln sich im Gesang der Kinder wider - so muss es sein, denn Kirche funktioniert ohne diese durch Musik hervorgerufenen Emotionen einfach nicht richtig.

Es darf sogar gerockt werden beim Kreiskirchenmusiktag: Im Calvinhaus gibt´s Bandcoaching für junge christliche Musiker. Wie sich das anhört, ist beim großen Abschlussgottesdienst live erlebbar: Alle zehn Workshops präsentieren die Essenz des Nachmittags, an dem in Altena so viel geboten wurde. Ob Kursleiter oder Teilnehmer - alle zeigen sich zum Schluss begeistert von der Veranstaltung. Nicht nur so manche Stimme wurde hier gehört oder in Einzelstimmbildung verfeinert, es wurden auch neue Kontakte geknüpft. Passanten wurden beim Musizieren auf offener Straße neugierig gemacht. Manche setzen sich gar einfach in die Lutherkirche, als Landesposaunenwart Ulrick Dieckmann auf der Empore mit Blechbläsern die "Pretiosen im Blechbläserheft 2006" beleuchtet.

Gottesdienst als Schlussakkord

Schon am Morgen hatte es Menschen bei der feierlichen Eröffnung in die Lutherkirche gezogen: 400 Gäste hörten die Eröffnungsrede von Schirmherr und Landrat Aloys Steppuhn. An dieser Stelle klopften noch die Herzen aller beteiligten Kantoren, insbesondere das von Kreiskantor Hanns-Peter Springer, der als treibende Kraft hinter dem Kreiskirchenmusiktag steht.

Am Abend fällt ihm ein Stein vom Herzen, nachdem der Schlussakkord im ökumenischen Abschlussgottesdienst gesetzt ist und der Tag als ein riesiger Erfolg in der Geschichte des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn zu verzeichnen ist. Superintendent Albert Henz hat sich natürlich klangvolle Worte für die Predigt dieses besonderen Tages einfallen lassen. Und Pfarrer Bernward Mezger sagt es frei heraus: "Ich glaube, der Liebe Gott hört uns nicht nur. Er singt mit!"

Westfälische Rundschau Altena, 14.05.2006  (veröffentlicht 15.05.06)

 
 
 

Barockes zum höchsten Feiertag








Torsten Neumann (Foto: Hofbauer / IKZ)

Langanhaltender Applaus, der eine Zugabe erforderte, und Standing Ovations standen am Ende des Festlichen Osterkonzertes am Montagnachmittag in der Obersten Stadtkirche. Hoch oben auf der Empore hatten mehr als eine Stunde lang Torsten Neumann (Trompete) und Kantor Hanns-Peter Springer (Orgel) konzertiert.
Torsten Neumann aus Schwelm spielte unter anderem mit dem Philharmonischen Orchester Dortmund, den Bergischen Sinfonikern, der Jungen österreichischen Philharmonie, am Schillertheater in Wuppertal sowie der Jungen Philharmonie Köln. In Iserlohn präsentierte er mit Springer Barockkonzert-Stücke und Choralvorspiele, die die Zuhörer in der voll besetzten Kirche wunderbar auf das Osterfest einstimmten. Zu hören waren unter anderem die "Sinfonia D-Dur für Trompete und Orgel" von Giuseppe Torelli, "Auf, auf, mein Herz, mit Freuden" von Paul Manz, "Jesu bleibt meine Freude" von Johann Sebastian Bach, "Prayer of Saint Gregory" von Alan Hovhaness und "Suite in D Major für Trompete und Orgel" von Georg Friedrich Händel.

IKZ 18.04.06 (veröffentlicht 19.04.06) (kat)

 

Feuerwerk der Orgelpfeifen

Das Feuerwerk der Orgelpfeifen in der vorletzten Stunde des Jahres hat sich längst sein treues Stammpublikum erobert. Auch am Samstagabend füllte sich die Oberste Stadtkirche wieder mit Menschen, die diesen ganz besonderen Jahresausklang bei Kerzenschein und erlesener Musik zu schätzen wissen. 

Kantorin Ute Springer hatte für ihr 50-Minuten-Konzert an der Schuke-Orgel wieder ein Programm vorbereitet, das die Qualitäten dieses Instruments ebenso illustriert wie die große Bandbreite der Orgelliteratur von Altmeister Dietrich Buxtehude (1637 - 1707) über den "fünften Evangelisten" Johann Sebastian Bach (1685 - 1750), Charles Louis Thomas (1811 - 1896) und Théodore Dubois (1837 - 1924) bis zum 1928 geborenen zeitgenösischen Komponisten Franz Lehrndorfer. Die sorgfältig abgewogene Mischung aus geistlicher Musik und Konzertwerken erlebte ihren fulminanten Abschluss mit den drei Orgel-Preziosen Noel, Chant pastorale und Toccata des Franzosen Théodore Dubois. Die Zuhörer bedankten sich am Ende des Konzerts bei Ute Springer mit starkem Beifall und einzelnen Jubelrufen.

IKZ 01.01.2006 (gs)

 

Großes Aufgebot zur Präsentation der CD

So viele Premieren auf einmal hat die Oberste  Stadtkirche wohl kaum  zuvor gesehen. 
Nicht nur präsentierte Kantor Hanns-Peter Springer am Sonntag die CD "Weihnachtliche Musik aus der Obersten Stadtkirche zu Iserlohn", er bekam dazu auch noch Unterstützung einer ganzen Division von Sängern und Musikern: von der Kinder- und Jugendkantorei die St.-Marien-Käfer, die MINIs, die MAXIs, "5nach5", die Jugendband der Versöhnungs-Kirchengemeinde mit ihrem Posaunenchor, und der Gospelchor der Evangelischen Kantorei – ein tolles Aufgebot, das die Besucher der nahezu aus allen Nähten platzenden Obersten Stadtkirche erwartete. Nicht nur der Vortrag, auch das gemeinsame Singen stand auf dem Programm, und so ergänzten sich Kantorei und Gemeinde etwa beim Adventslied "Macht hoch die Tür" hervorragend.
Bei den Arrangements für den Sängernachwuchs, die in ihren orangefarbenen T-Shirts einen ungewohnten Kontrast zum Altar bildeten, empfahlen sich gleich eine ganze Reihe von Solisten, ebenso wie die Musiker, die an Schlagzeug oder Gitarre überzeugende Einsätze boten. Kantor Sprenger wusste indes Interessantes von der CD-Produktion zu erzählen, die sich angesichts der vielen Beteiligten zu einem regelrechten Kraftakt gestaltet habe. Man konnte es angesichts seiner Erzählungen fast nachfühlen, wie groß der Ärger sein musste, als kurz vor Ende der Aufnahmen der Altar angesichts der Wärme laut und vernehmlich knackte - und die Aufnahme zum dritten Mal wiederholt werden musste. Der Aufwand dürfte sich aber gelohnt haben, wenn die CD auch nur halb so gut klingt wie der Auftritt der Sängerinnen und Sänger am Sonntag.
Und die Kantorei ist schon wieder aktiv mit den Vorbereitungen beschäftigt: Am 26. Dezember gibt es  in der Obersten Stadtkirche eine "English Christmas", bei der auch wieder der musikalische Nachwuchs aktiv sein wird.

IKZ 19.12.2005 (mima)

 

Neuer Flügel offiziell vorgestellt

Einen Flügel hatten sich Ute und Hanns-Peter Springer, Kantoren der Versöhnungs-Kirchengemeinde, schon lange für die Oberste Stadtkirche gewünscht. 
Schließlich gibt es, angefangen bei der sonntäglichen Liturgie über moderne Kirchenlieder bis hin zu Konzertveranstaltungen aller Art, in der Kirche viele Einsatzmöglichkeiten für einen Flügel. Und das E-Piano, das bisher zu diesen Zwecken diente, ist und bleibt, so Hanns-Peter Springer, immer nur eine Kopie des akustischen Instrumentes. Im April ging ihr Wünsch dann endlich in Erfüllung, als die Letmather Familie Eisermann der Kantorei einen 1938 gebauten Flügel der Firma Roth & Junius vermachte, obwohl ihr auch ein Kaufangebot für das edle Instrument aus Nussbaum mit wunderschön geschwungenen Beinen vorlag. Die Stimmung und leichte Überarbeitungen der Mechanik hatte die Kantorei selbst finanziert, und bereits zum Gemeindefest im Juni konnte der Flügel erstmals an seinem neuen Standort unter der Treppe zur Tribüne erklingen.
Dennoch wollte das Kantoren-Ehepaar den neuen Flügel noch einmal offiziell mit einem kleinen Konzert der Öffentlichkeit vorstellen, nicht zuletzt um auch die Familie Eisermann für ihre großzügige Spende zu würdigen. Unter dem Motto ". . .beflügelt" kam das neue Instrument dabei am Sonntagabend auf sehr vielfältige Weise zum Einsatz. Ute und Hanns-Peter Springer sowie die  Pastorin Rahel Schöttler traten solistisch und vierhändig in Erscheinung, wobei mit Werken von Händel, Debussy, Chopin, Mozart und dem Pop-Komponisten Michael Schütz hier schon eine enorme stilistische Bandbreite abgedeckt wurde. Für die besonderen Momente des Konzertes war aber der Gitarrist Ernst W. Klar verantwortlich, der die Thomas-Messen in der Obersten Stadtkirche musikalisch begleitet. Eigens für den neuen Flügel hat er eine effektvolle Miniatur über einen "Tag im Oktober 1938" komponiert, bei der Hanns-Peter Springer am Flügel saß und Schütz selbst zwei Gongs bediente. Daneben spielte er selbst eine weitere Eigenkomposition am Flügel, bei der er sich von Uwe Schütz am Djembe? begleiten ließ. Zu dritt lieferten sie zwei jazzige Improvisationen über bekannte Gospel-Melodien.
Gleichzeitig mit dem neuen Flügel wurde am Sonntag auch das neue Schlagzeug der Kantorei vorgestellt, für dessen Finanzierung Rahel Schöttler den Grundstein gelegt hatte, indem sie zu ihrem Geburtstag auf Geschenke verzichtet und stattdessen Spenden für die Kantorie eingetrieben hatte. Neben der Familie Eisermann und Rahel Schöttler wurde schließlich auch der Küster der Obersten Stadtkirche Klaus Behlau mit einem Strauß Blumen bedacht, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Dienstjubiläum und seinen 60. Geburtstag feierte, und die Kantorei bei der Vielzahl ihrer Konzerte tatkräftig unterstützt.

IKZ 25.10.2005 (rat)

 

Jubel wie bei der Premiere

Im Programmheft hatte Kantor Hanns-Peter Springer eine Passage aus der Rezension zur Uraufführungvon Mendelssohns "Elias" beim Birmingham Music Festival vom 26. August 1846 abgedruckt, in der von einem "langanhaltenden, einstimmigen und ohrenbetäubenden Beifallsturm" die Rede ist, von "lange zurückgehaltener Begeisterung, die sich plötzlich Bahn brach" und von dem Dirigenten Mendelssohn-Bartholdy, der gezwungen war, "unter abermalig aufbrausendem Jubel" immer wieder vor das Publikum zu treten. 

Auch nach rund 160 Jahren hat sich daran kaum etwas geändert, und man könnte - natürlich mit geänderten Namen - diese Passage auch heute nach der Aufführung durch die Evangelische Kantorei unter der Leitung von Hanns-Peter Springer in der Obersten Stadtkirche so abdrucken. Generell scheint es in der Natur der großen Oratorien solchen Ausmaßes zu liegen, dass das Publikum seiner Begeisterung nach mehr als zwei Stunden des stillen Zuhörens mit hervorragenden Gesangsleistungen und kunstvoll auskomponierten Chören und Arien in einem geballten und überwältigenden Jubel Luft macht. 

Für den "Elias" mit seinem hoch dramatischen, fast opernhaften Drang und seiner Vielzahl an elektrisierenden Momenten gilt das ganz besonders, sodass sich auch die Zuhörer in der sehr gut gefüllten Obersten Stadtkirche am Sonntag nach dem letzten Ton geschlossen von ihren Sitzen erhoben und den Dirigenten, die Musiker, die Chorsänger und die Solisten rund eine viertel Stunde lang feierten. 

Getragen wurde die Aufführung zum einen durch die großartige Arbeit des Kantorei-Chores,  der all die  aufwühlenden und dramatischen Passagen in Gestalt des wütenden Volkes Israel, aber auch die trauernden Choräle, die sanften Bittrufe, die majestätischen Triumphchöre und die Wucht des Gottes der Rache überaus ausdrucksstark auskostete und die hohen gesanglichen Ansprüche der facettenreich komponierten Chorpartien exzellent meisterte.
Zum anderen lebte die Aufführung von den vier hervorragenden Solisten, die die Kantorei engagiert hatte. Cornelia Samuelis (Sopran), Ursula Eittinger (Alt), Max Ciolek (Tenor) und Jörg Gottschick (Bass) sind alle vier sehr gefragte Spitzenkräfte, die bei der Vielzahl der herrlichen Arien und mehrstimmig vertonten Solo-Passagen reichlich Gelegenheit hatten, ihre Qualitäten auszuspielen. Besonders der Bassist Jörg Gottschick ist hier herauszuheben, da er in der Rolle des Elias den Hauptteil der solistischen Arbeit trug und dabei in den Rezitativen überaus eindringlich, klar und stimmlich flexibel und in den Arien ebenso stimmgewaltig wie einfühlsam agierte. Zu diesen vier Solisten gesellten sich im Verlauf der Aufführung noch zwei Solisten aus den Reihen der Kantorei: Johannes Schöttler, der seine Sache als Knabe mit glockenhellem Sopran hervorragend machte, und die Kantorin Ute Springer, die sich nahtlos in das herrliche A-capella-Terzett der drei Engel mit Cornelia Samuelis und Ursula Eittinger fügte. Begleitet wurden Chor und Solisten von der Kammerphilharmonie Düsseldorf, die vom Bläserensemble des Leiters des Posaunenchors der Obersten Stadtkirche, Stefan Beumers, ergänzt wurde.

IKZ  27.09.2005 von Ralf Tiemann

 

Viel Beifall für Verrenkungen und tolle Musik -
Ehepaar Springer beendete 18. Orgelsommer

Ungewöhnliche Neuerungen gehören bei Ute und Hanns-Peter Springer zum Programm. Eine von vielen Neuerungen, mit denen die beiden Kantoren der Obersten Stadtkirche seit ihrem Amtsantritt die Kantorei und darüberhinaus das Musikleben Iserlohns bereichert haben, ist die Zusammenarbeit, die sie mit allen
Musikern der Stadt suchen. So auch mit dem Organisten der Johanneskirche am Nußberg, Dr. Wolfgang Besler. Bei der Restaurierung der dortigen Orgel stand ihm Hanns-Peter Springer unterstützend zur Seite, bei der kommenden Aufführung von Bachs Matthäus-Passion steuert die Kinder-Kantorei von Ute Springer
den Part des Kinderchores bei, und beim diesjährigen 18. Orgelsommer haben sie als „Duo Saltarello” das Abschlusskonzert gestaltet.

Ungewöhnlich war am Sonntag auch das Programm, denn die Springers hatten sich die Mühe gemacht, die Musikgeschichte nach Werken für Orgel zu vier Händen und vier Füßen zu durchforsten. Was schwierig ist, da es, so Hanns-Peter Springer in seiner Begrüßung, erst seit der Romantik Originalkompositionen für diese Besetzung gibt, und die seien größtenteils schwach und schöpfen die enormen Klangmöglichkeiten,  die zwei Organisten an einer Orgel haben, keineswegs aus. 
Anders die Sonate d-moll von Gustav Merkel (1827- 1885), die als „Meilenstein” der romantischen Literatur gilt. Sie erklang am Sonntag als Höhepunkt zum Schluss und türmte sich tatsächlich zu einem  gigantischen, vor allem unten herum sehr massigen Klangwust auf. Daneben stachen zwei zeitgenössische Variationen-Werke - Michael Burkharts „Praise to the Lord, the Almighty” und John Rutters „Variations on an Easter Theme” - heraus, die klanglich und kompositorisch überaus phantasievoll mit den Grund-Motiven umgingen, wobei es bei Burkhardts rhythmischem, poppig angehauchten Werk als kurioses Zwischenspiel ein Pedal-Solo für vier Füße zu bestaunen gab.
Überhaupt bot sich das Programm zu zweit auf der Orgelbank in der Johanneskirche an, da dort nicht von einer Orgelempore sondern für jeden sichtbar aus dem Kirchenschiff heraus konzertiert wird. Die Verrenkungen zu betrachten, die nötig sind, damit sich die beiden Spieler nicht in die Quere kommen, hat ebenso viel Spaß gemacht wie die Musik. „Mehr Tritte bekommt man wohl nur auf dem Rugby-Feld” scherzte Hanns-Peter Springer vor dem Konzert.
Neben den Werken für zwei Spieler, die noch barocke Bearbeitungen, eine drehorgelartige Bearbeitung von Beethovens „Adagio für die Flötenuhr” und Concierto von Josef Blanc für Orgel und Cembalo umfasste, griffen Ute und Hanns-Peter Springer auch solistisch in die Tasten, wobei erneut Ute Springers Hang zu
jazzigen Klängen an der Kirchenorgel das meiste Aufsehen erregte: Ihr Beitrag „Mozart changes” von Zsolt Dardonyi, bei dem der brave klassiche Satz immer wieder in einen fetzigen Boogie-Woogie-Stil umschlug, wird wohl jedem in Erinnerung bleiben. 

Beim Iserlohner Publikum, das am Sonntag sehr zahlreich erschien, kommen die Frische und der Schwung, mit denen die Iserlohner Kantoren ihr Amt ausüben und ihre Konzerte gestalten bestens an. Am Sonntag erhoben sich alle Zuhörer sichtlich erfreut von ihren Stühlen und erklatschten sich mit donnerndem Applaus noch eine Zugabe - ein flotter Ragtime von Scott Joplin, ebenfalls arrangiert für vier Hände und vier Füße.

IKZ 13.09.2005 von Ralf Tiemann

 

Mix aus Gaumenfreuden, Musik und Geselligkeit

Die Musiker des Blocklöten-Ensembles, das am Samstag die zweite Serenade zur  Sommerzeit der Evangelischen Kantorei bestritt, konnten einem schon ein wenig Leid tun. Schließlich waren sie die Einzigen, die sich allein auf die Musik konzentrieren mussten. 
Das Publikum in der gut gefüllten Reformierten Kirche durfte sich hingegen auch über die vielen schmackhaften Häppchen hermachen, die den Genuss der Flötenmusik ergänzten. Mit "Un Banchetto musicale" hatte Kantor Hanns-Peter Springer den Abend betitelt. Und wie bei einem barocken Bankett durfte sich das Publikum über einen gelungenen Mix aus Musik, Gaumenfreuden und geselligen Gesprächen freuen, wobei Springer von den vielfältigen Fähigkeiten der Damen aus den Reihen seiner Kantorei profitierte, die dafür sorgten, dass die  Besucher bestens mit allerlei Leckereien versorgt wurden. Anders als bei einer echten Tafelmusik der Barockzeit, als die Musik noch eher zur Untermalung des Essens diente, ging es am Samstag aber sehr viel gesitteter zu. Die Musik stand im Mittelpunkt, Wein und Speisen wurden nur in den Pausen an den Tischen serviert. 
Musikalisch hatten sich die elf Flötistinnen und Flötisten des Blockflöten-Ensembles der Apostelkirche  Osnabrück-Sutthausen neben einigen Ausflügen in die Moderne und in poppig-jazzige Sphären wie etwa bei dem 50er-Jahre-Hit "Dream, Dream, Dream" oder der "Swinging Safari" vor allem der Renaissance- und Barockmusik von Michael Praetorius bis Jean-Baptiste Lully verschrieben, was dem barocken Motto des Abends auch am besten zu Gesicht stand. Dabei bewiesen sie unter der Leitung von Simone Hünnecke eindruckvoll, dass die Blockflöte ihrem schlechten Ruf als Einstiegs-Instrument für kleine Kinder keineswegs gerecht wird, sondern dass es sich auch auf diesem vergleichsweise einfachen Instrument fabelhaft musizieren lässt. 

IKZ 11.07.2005 (rat)

 

"Profi" an der Orgel

Er hatte eine starke Konkurrenz am Samstagabend. Aber wer sich auf Ennio Cominetti einließ, der in der Obersten Stadtkirche an der Schuke-Orgel ein Konzert mit italienischen Meistern gab, der kam in den Genuss eines unvergesslichen Abends.
Kantor Hanns-Peter Springer, der sich  vor Anfragen hinsichtlich der Schuke-Orgel kaum retten kann, hatte mit Cominetti einen "echten Profi" in die Stadtkirche eingeladen. Der aus Varenna stammende Italiener hat bereits 20 CDs eingespielt, mehrere Orchester gegründet und ist Orgelprofessor an der Akademie der Künste in Rom. Entsprechend versiert war sein Spiel am Samstag. Dabei entführte er die Zuhörer in der Kirche auf eine Reise quer durch Italien und durch die Jahrhunderte. Neben Girolamo Frescobaldi und Alessandro Scarlatti spielte Cominetti auch Baldassarre Galuppi, Alessandro Marcello und Antonio Vivaldi. Das Publikum dankte es ihm mit viel Applaus. …

IKZ 28.06.2005 (mima)

 

Kinderkantorei erzählte biblische Geschichte

Die evangelische Kinderkantorei präsentierte zahlreichen Eltern und Kindern am Samstagabend im Varnhagenhaus das Musical "David und Jonathan" von Gerd-Peter Müller.
 

Und die Vorbereitungen für diesen großen Auftritt der vier Chorgruppen waren nicht gering. Seit fünf Monaten hatten die vier Chorgruppen mit einer Gesamtgröße von vierzig Kindern im Alter von 7 bis 15 Jahren das Stück einstudiert und geprobt.  Weiterhin ging dem Auftritt auch ein Wochenende in einer Jugendherberge, zur Szenenprobe voraus. Gerade für die Unterstützung hierbei bedankte sich Chorleiterin Ute Springer bei den Eltern und allen anderen Beteiligten, welche die Gruppe im Vorfeld unterstützten und bei der Freizeit als Betreuer halfen. Begleitet wurde der Chor von einem kleinen Orchester mit Flöte, Klarinette, Geige, Cello und Klavier, unter Mitwirkung von Kantor Hans Peter Springer. Der Chor erzählte die biblische Geschichte des Königs David.  Anstatt sich jedoch damit zu  begnügen die großen Taten des Herrschers zu beschreiben, berichtete der Chor von der Jugend des einstigen Schäfers und späteren Königs. Von dem Hass des Königs Saul und selbstverständlich von der starken Freundschaft Davids zu Jonathan. Den Abschluss der Erzählung bildete dann schließlich die Krönung Davids zum König.

IKZ  21.06.2005 (ch)

 

Stürmischer Applaus für Springer und Beumers -
strahlend jubilierendes Osterkonzert in der Obersten Stadtkirche

Iserlohn. (rat) "Es gibt wohl kaum eine Besetzung, die die grenzenlose Freude über die Auferstehung des Herrn so gut ausdrückt wie Trompete und Orgel." 
Das gab Kantor Hanns-Peter Springer dem Publikum am Ostermontag in der gut besetzten Obersten Stadtkirche mit auf den Weg, bevor er zusammen mit dem Trompeter Stefan Beumers zum österlichen Konzert anhob. Das riss am Ende die komplette Zuhörerschaft von den Bänken und wurde mit stürmischem Applaus gefeiert.
Herzstück des festlichen Osterkonzertes war das Konzert für Trompete und Orchester von Johann Nepomuk Hummel - ein fröhliches und strahlend jubilierendes, also echt österliches Werk, auch wenn es für den  Konzertsaal und nicht für die Kirche geschrieben wurde, und natürlich keinerlei geistlichen Hintergrund besitzt. Die Klavierbearbeitung der Orchesterbegleitung hatte Springer selbst für Orgel eingerichtet, wobei die opernhaft tänzelnde Leichtfüßigkeit des Stückes und die typisch klassischen Orchester-Figuren der Orgel einen recht ungewohnten Gestus abzwangen. Stefan Beumers hatte hier andererseits Gelegenheit, mit einem zentralen Werk der Trompeten-Literatur zu glänzen und seine Virtuosität und klangliche Strahlkraft auszuschöpfen. Umrahmt  wurde das Hummel-Konzert durch zwei moderne Werke für Orgel und Trompete von Gustav Gunselheimer und Eugène Bozza, die ungemein melodiös daherkamen – das erste sehr dynamisch und modern anmutend über den Choral "Christ ist erstanden", das zweite mit einem atemberaubend schönen Mittelteil und wunderbaren Klangeffekten. Dazu hatte Hanns-Peter Springer drei Werke für Orgel ausgewählt, die einmal mehr die klangliche Bandbreite der Schuke-Orgel als auch seine eigene musikalische Meisterschaft unterstrichen: drei Orgelchoräle von Bach, in denen Springer mit zunächst zungenlastiger, dann sanfter und letztlich majestätischer Registrierung sehr unterschiedliche Stimmungen erzeugte, eine Albinoni-Bearbeitung von Johann Gottfried Walther die ähnlich den bekannten Vivaldi-Bearbeitungen von Bach die barocke Klangwelt mit ihren Sequenzen, ihrer virtuosen Pracht, ihrer rasant perlenden Exaktheit und ihrer floskelhaften Melodik in Reinkultur zeigte, und Georg Frederick Vincents "Coro grandioso", der zum wuchtigen Triumphmarsch geriet.

IKZ  29.03.2005 (rat)

 

Jubiläums-Würdigungen der musikalischen Art

Eine Hommage an bekannte und weniger bekannte Komponisten bot am Sonntag Hanns-Peter Springer von der Ev. Kantorei. Bereits zum dritten Mal erfuhren so Musiker vergangener Epochen eine Würdigung für ihr  Nachwerk in der Obersten Stadtkirche. 
Bewusst habe man kein Passionskonzert veranstalten wollen, so Kantor Springer, sondern sich ausschließlich an den Jahreszahlen orientiert, die entweder Geburts- oder Sterbedatum der einzelnen Personen markieren. Dabei sei es ihm vor allem wichtig gewesen, auch eher der Nachwelt unbekannten Komponisten ein Forum durch die Schuke-Orgel zu bieten. Dafür hatte er einige Mühen auf sich nehmen müssen, denn von dem einen oder anderen sei es gar nicht so leicht gewesen, Einspielungen oder Notenmaterial aufzutreiben.
Der Aufwand machte sich am Sonntag für die rund 30 Zuhörer bezahlt, denn neben der exquisit dargebrachten Orgelmusik gab es vorab zu jedem Stück und zu jedem der insgesamt neun Komponisten - darunter eher unbekannte wie Maurice Greene und Martin Radeck sowie  bekannte wie Johann Sebastian Bach -  ein paar Informationen und die eine oder andere Anekdote, wie die, dass Bach die Stelle als Organist in Lübeck nur unter der Bedingung angeboten wurde, dass er die Tochter seines Vorgängers heiraten müsse. Für die Zuhörer wurde es so ein besinnlicher und zugleich amüsanter Nachmittag. Bach lehnte die Stelle übrigens ab.

IKZ  02.03.2005 (mima)

 

Konzert zu Komponisten-Jubiläen - Würdigungen auf der Schuke-Orgel

Unter dem Motto "Hommage à . . ." lädt die Evangelische Kantorei Iserlohn am kommenden Sonntag, 27. Februar, um 17 Uhr zu einem besonderen Orgelkonzert in die Oberste Stadtkirche ein. 
Kantor Hanns-Peter Springer spielt Orgelwerke von Komponisten, deren rundes Geburts- oder Todesjahr 2005 begang en wird. So würde Johann Peter Kellner, Kantor in Gräfenroda, einer der namhaften Orgel-Vertreter des galanten Stils, seinen 300. Geburtstag feiern.
Fanny Hensel-Mendelssohn wurde 1805 geboren. Sie war treibende Kraft für ihren berühmten Bruder Felix Mendelssohn-Bartholdy, hinterließ jedoch auch eigene sakrale Werke, darunter das Präludium in F-Dur.
Weitere Komponisten sind Otto Dienel, George F. Vincent, Albert Rénaud und die Briten Michael Tippett und Maurice Greene. Letzter starb 1755 als Organist der St. Pauls Cathedral, London. Aufgrund einer biografischen Station gehört sogar Johann Sebastian Bach zu den Jubilaren 2005; von ihm erklingen Präludium und Fuge in e-moll.  Kantor Springer wird zu Beginn des Konzertes eine kurze Einführung zu den Biografien der Jubilare geben.

IKZ  23.02.2005 (rd)

 

Dramatischer Orgelsturm zum Ausklang

Etwa 200 000 Todesopfer, Millionen von Obdachlosen und schätzungsweise 1,5 Millionen direkt betroffene Kinder - allein die nackten Zahlen der Katastrophe im Bereich des Indischen Ozeans sind erschreckend. "Das wirkliche Ausmaß kann man aber nur erahnen", sagte Hanns-Peter Springer am Donnerstagabend bei seiner Begrüßung des Publikums des Benefizkonzerts in der vollbesetzten Obersten Stadtkirche.
Ebenso wenig, so der Kantor der Versöhnungs-Kirchengemeinde, sei zu erahnen gewesen, welches Tor er zusammen mit dem Gitarristen Thomas Kirchhoff aufstieß, als er sich Mitte der vergangenen Woche daran machte, ein Benefizkonzert zu Gunsten der Flutopfer auf die Beine zu stellen. Einen Tag nach der Idee hatten alle angefragten Iserlohner Künstler zugesagt, das Programm stand, die Plakate waren gedruckt, und die Karten konnten verkauft werden.
Und die Nachfrage war dann noch überwältigender als die rasend schnelle Arbeit all der ehrenamtlichen Helfer. Mit mehr als 500 Besuchern war die Oberste Stadtkirche mehr als ausverkauft. "So voll war es hier noch nie", staunte Thomas Kirchhoff, der die Oberste Stadtkirche im Rahmen seines Gitarren-Symposions regelmäßig bis auf den letzten Platz füllt und somit sicherlich weiß, wovon er spricht. Zusammen mit den Einnahmen aus dem CD- und Getränkeverkauf sowie dem Inhalt der Klingelbeutel am Ausgang und durch den Kartenverkauf kam eine enorme Summe zusammen: 7325,64 Euro lautet das vorläufige Endergebnis. Die Summe wird nun umgehend auf das Katastrophen-Konto der Diakonie eingezahlt.

Doch die vielen Besucher taten mit ihrem Konzertbesuch nicht nur den Flutopfern etwas Gutes. Auch sie selbst kamen voll auf ihre Kosten, schließlich verfügt Iserlohn über herausragende Musiker. Gotthard Gerber, Ralf-Andreas Stürzinger, Hanns-Peter Springer, Thomas Kirchhoff, Dale Kavanagh und Stefan Beumers sind allesamt erstklassige Könner auf ihren Instrumenten, die gemeinsam ein wunderbares Programm bei dem von Vize-Bürgermeister Michael Scheffler mit treffenden Worten eröffneten Konzert boten.
Warum dabei fast alle auf Johann Sebastian Bach zurückgriffen, ist schwer zu sagen. Vielleicht, weil Bach ein Komponist ist, an dem kein Musiker - ganz gleich auf welchem Instrument - vorbeikommt, und dessen Werke zum Grund-Repertoire der meisten Virtuosen zählen. Vielleicht liegt es aber auch an dem religiös beseelten, protestantischen Ernst, den Bachs Musik verströmt und der sehr gut zu dem Anlass passte.
Wie dem auch sei, Ralf-Andreas Stürzinger brillierte mit Auszügen aus Bachs Cello-Suite Nr. 6, das Amadeus Guitar Duo hatte Bachs herrliche Chaconne in d-moll gewählt, Stefan Beumers hatte neben Rachmaninoffs melancholischer Vocalise op. 34 Nr. 14 für Orgel und Trompete ebenfalls bachsche Klänge mitgebracht, und Gotthard Gerber hob seinen Beitrag mit Bachs furioser Fantasia in g-moll an und beendete ihn mit dem Contrapunctus Nr. 1 aus der Kunst der Fuge, die Bach selbst im Angesicht des Todes komponierte. Dazu rahmte die Evangelische Kantorei das Konzert mit Bach-Chorälen und mit romantischen Motetten ein.
Viele Beiträge waren thematisch auf den Anlass abgestimmt. Hanns-Peter Springer etwa spielte Mendelssohns majestätische Orgelsonate op. 65, Nr. 3, die sich über das Thema "Aus tiefer Not schrei ich zu Dir" bewegt. Eindringlich rezitierte Peter Bochynek Teile aus dem 22. Psalm ("Warum hast du mich verlassen?") sowie das Gedicht "Tenebrae" von Paul Celan ("Wir sind nahe, Herr") - zwei Texte, die in gewisser Hinsicht miteinander korrespondieren und in den gewählten Auszügen die Allmächtigkeit Gottes in Frage stellen.
Eine ähnliche Aussage drängte sich auch bei Gotthard Gerbers freier Orgel-Improvisation auf, mit der er einen stimmungsvollen und künstlerischen Höhepunkt des Konzertes lieferte. Seine Verquickung verschiedener Kirchenchoräle unterbrach er zunächst durch einen in beängstigender Cluster-Technik entwickelten Orgelsturm, um dann die Orgel mitten im Stück einfach auszustellen. Damit ließ Gerber die Musik, und mit der Musik auch das Gottvertrauen, das die Choräle ausdrücken, dramatisch ausklingen.

IKZ  07.01.2005  von Ralf Tiemann 

Anmerkung: Spenden-Endergebnis: 7.415,64 Euro

 
 

Im Nachjubiläumsjahr ein Spitzenprogramm

Auch für das Jahr 1 nach dem 50. Jubiläum mit seinem umfangreichen Angebot an Musikereignissen der Extraklasse stellt die Evangelische Kantorei wieder ein umfangreiches Programm vor mit mehr als 30 Veranstaltungen, die meisten davon bei freiem Eintritt. 

IKZ  5.1.2005

 

Großes Benefiz-Konzert für Katastrophen-Opfer

"Wir möchten helfen", sagen Hanns-Peter Springer und Thomas Kirchhoff. Die beiden Musiker sind die Initiatoren für ein großes Iserlohner Benefiz-Konzert. 

IKZ  3.1.2005

 

Jahresrückblick in der Stadt 

Grosse Vielfalt

Mit vielen Auftritten vom großen Konzert bis zum Workshop bereichert die Evangelische Kantorei in ihrem 50. Jubiläumsjahr die Kulturszene.….

IKZ 28.12.2004

 
 
 

Auch heilige Könige sind ganz normale Menschen

... Aus nächster Nähe und ganz privat konnten die vielen Kinder und Erwachsenen in der Obersten Stadtkirche am Samstagnachmittag die drei Weisen aus dem Morgenland kennenlernen. ... mit viel Humor, musikalischem und schauspielerischem Können gezeigt, dass auch heilige Könige ganz normale Menschen sind.... Dass die Kinder dieses schwungvolle Stück in nur zweieinhalb Monaten einstudiert haben, mag man nach so tollen Leistungen kaum glauben –Das Publikum in der bis in die letzten Reihen gefüllten Kirche war hellauf begeistert und spendete den jungen Musical-Darstellern viel Applaus. 

IKZ 19.12.2004 (veröffentlicht: 20.12.04)

 

Seltene musikalische Vielfalt

... In ihrer ganzen musikalischen Vielfalt präsentierte sich die Versöhnungs- Kirchengemeinde am Sonntag bei ihrem Weihnachtssingen in der vollbesetzten Obersten Stadtkirche. ... wurde ein Programm geboten, das an Abwechslungsreichtum kaum zu überbieten ist. Besonderes Lob gebührt dabei dem blühenden musikalischen Nachwuchs der Gemeinde, ... Ute Springer war es auch, die erneut als Komponistin in Erscheinung trat: Mit dem modern-beschwingten und von der Kantorei gesungenen Chorlied "Singt, singt, singt der Hoffnung neue Lieder" erntete sie besonderen Beifall. 

IKZ 14.12.2004

 

Kantorei erntet Jubelstürme

Der Jubel kannte am Ende keine Grenzen: Geschlossen erhob sich das Publikum in der komplett gefüllten Obersten Stadtkirche von den Sitzen und spendete minutenlangen tosenden Applaus.
Bachs Messe h-Moll hatte sich die Evangelische Kantorei zum Abschluss ihres Jubiläumsjahres ausgesucht und damit am Sonntag einen rauschenden Erfolg gefeiert. ... Höher hätte Kantor Hanns-Peter Springer die Messlatte für seinen Chor kaum legen können. ... Die etwa 50 Sängerinnen und Sänger der Kantorei zeigten sich dieser Herausforderung durchaus gewachsen. Unter dem klaren Dirigat Springers stellte die Kantorei ihre stimmliche Beweglichkeit und ihre klangliche Brillanz eindrucksvoll unter Beweis. 

IKZ  8.11.2004

 
 
 

Nachdenklichere Töne abseits des Festtrubels

Herrschte beim Herbstfest ausgelassener Trubel, gab es am Samstagabend in der Reformierten Kirche zeitkritische und nachdenkliche Töne zu hören.

Die Maxis und der junge Chor "5nach5" der Kinder- und Jugendkantorei der Obersten Stadtkirche sangen dort die Musical-Messe von Johannes Matthias Michel, ... Die jungen Sängerinnen und Sänger, unterstützt von einer Rockband mit Kantor Hanns-Peter Springer am Piano, setzten dieses Werk hervorragend um. ...
Das Debüt glückte und das Publikum in der vollbesetzten Kirche war begeistert

IKZ  9.10.2004

 

Das Publikum hat viel gelacht

"Liederliche" Kabinettstückchen von der Evangelischen Kantorei meisterhaft vorgetragen.

.... Das Publikum war davon hellauf begeistert. Begleitet von Kantorin Ute Springer ... und Wolfgang Fehling ... hatte die Kantorei daneben noch viele weitere Persiflagen, selbstironische Schmankerl und amüsante Höhepunkte auf Lager.

IKZ 13.7.2004

 

Geballte Ladung Chormusik

Die "Nacht der Chöre" bot ein rauschendes Geburtstagsfest für die Evangelische Kantorei.

Die Evangelische Kantorei Iserlohn hatte zum großen Geburtstagsfest geladen und alle waren gekommen: Etwa 140 Sängerinnen und Sänger aus allen fünf Kantoreien des Kirchenkreises Iserlohn vereinigten sich am Samstag zu einer rauschenden Nacht der Chöre.

... in erster Linie eine geballte, mehr als dreistündige Ladung Chormusik auf hohem Niveau... ... mit einem reichhaltigen Büfett verwöhnte... brachten alle Kantoreien Teile aus ihrem teils ausgefallenen, teils klassisch-kirchenmusi-kalischen Repertoire zu Gehör - ein echtes Feuerwerk der anspruchsvollen Chorliteratur.

IKZ 28.6.2004

 

Kleine Darsteller mit tollen Leistungen

Kinder-Kantorei erfreute Zuschauer mit gleich zwei Musicals

... war die Vorführung sehr gut besucht, und die Zuschauer kamen bei den tollen Leistungen der insgesamt etwa 40 kleinen Musical-Darsteller voll auf ihre Kosten.

IKZ 24.6.2004
 

Kein Mangel an Nachwuchs

Schülerkonzert der Kantorei: Kurzweiliges Programm in vollbesetzter Reformierter Kirche

... hatten sich gründlich auf dieses Konzert vorbereitet und boten dem Publikum in der vollbesetzten Kirche ein enorm abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm.

IKZ 11.5.2004

 
 
 

Ein mitreißendes Gospelkonzert

... Unter Hanns-Peter Springer, Leiter der Kantorei an der Obersten Stadtkirche, hatten die Sängerinnen und Sänger an nur zwei Wochenenden zahlreiche Gospelklassiker eingeübt.
... nicht nur die Füße der Besucher zum Mitwippen, sondern auch die ganze Kirche zum kräftigen Mitsingen. ... Nach dem erfolgreichen Konzert gab es viel Lob und Dank seitens der Teilnehmer an den zufriedenen Projekt-Leiter. Aufgrund des großen Erfolgs war dies sicher nicht der letzte Workshop der Kantorei.

IKZ 13.3.2004

 

Festlicher Auftakt zum Jubeljahr der Kantorei

... "Wo den Menschen die Worte ausgehen, da setzt der Gesang ein", sagte Pfarrer Udo Schulte in der Liturgie, und auch Pfarrer Andres Michael Kuhn stellte am Sonntagmorgen in der vollbesetzten Obersten Stadtkirche die Kirchenmusik in den Mittelpunkt seiner Predigt.

... Mit einem ausgewachsenen Konzertprogramm erfreute die Kantorei die Gottesdienstbesucher. ... die Bach Kantate "Wir danken dir, Gott, wir danken dir" zu Gehör. Strahlende Barock-Trompeten, glänzende Gesangs-Solisten - allen voran das ehemalige Kantorei-Mitglied Anne Katrin Rosenstock (Sopran) - und natürlich einen kraftvoll jubilierenden Chor gab es da zu hören.

IKZ 10.2.2004

 

Mit vier Händen von Klassik bis Ragtime

... Die evangelische Kirchengemeinde Letmathe konnte dazu Ute und Hanns-Peter Springer gewinnen, die unter dem Namen "Duo saltarello" zu einem musikalischen Streifzug "Von Klassik bis Ragtime" einluden. ... Kaum einen Zuhörer hielt es auf den Sitzen bei den Ragtime-Stücken von Michael Schütz. ... Mit lang anhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum bei den beiden Musikern für einen besonderen Kunstgenuss.

IKZ 27.1.2004

 
 
 

Auf dem besten Weg zu einer Silvester-Tradition

Stimmungsvolles Orgelkonzert in der Obersten Stadtkirche

... 2003 bewies Hanns-Peter Springer erneut, welch ein guter Organist er ist und welch wunderbares Instrument die Schuke-Orgel ist.

IKZ  2.1.2004

 

Kantorei in tiefer Trauer

... "Meine Güte, können die singen", so drückte eine tief beeindruckte Konzertbesucherin am Samstagabend ihre Begeisterung für die herrlichen Stimmen der Evangelischen Kantorei Iserlohn aus. 
Mit zwei wunderbaren Chor- und Orchesterwerken der Deutschen Romantik - Mendelssohns "Wie der Hirsch schreit" und "Ein deutsches Requiem" von Brahms - hatten die etwa 40 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Kantor Hanns-Peter Springer die etwa 300 Besucher der Aloysius-Kirche zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen...
Schon hier zeigten die Musiker und vor allem die Sänger eine beeindruckende Leistung. Hellwach, aufmerksam und voller Spannung folgten sie dem zarten Dirigat Springers.

IKZ 27.11.2003

 

Zum Abschluss ein Fest für alle Sinne

Festival "30 Jahre Schuke-Orgel" ging mit viel Musik von Barock bis Jazz und einem
reichhaltigen Büffet zu Ende.

Nach vielen tollen Konzerten, Seminaren, Kinderveranstaltungen und anderen Höhepunkten rund um die große Schuke-Orgel hatten Ute und Hanns-Peter Springer, Kantoren an der Obersten Stadtkirche... zu einer abschließenden "Kleinen Orgelnacht" eingeladen... Ute und Hanns-Peter Springer traten dabei in einen mitreißenden Dialog der Orgeln ein und sorgten so beim Publikum für Begeisterung und viel Beifall.

IKZ 15.10.2003

 

Beeindruckendes Trinitatis-Konzert

Halleluja! Der Name des Konzerts in der Obersten Stadtkirche war Programm. .... ein schönes Konzert mit vielfältigen Stimmen.

IKZ 17.6.2003

 

Kinder beeindruckten mit Oper

Kleine Kantoreisänger zeigten ihr Talent mit Aufführung von "Nach uns die Sintflut"

Biblische Gestalten, jede Menge Tiere und eine große Arche: Über 50 Kinder der Kinderkantorei begeisterten am Freitag im Gemeindehaus der Erlöserkirche mit der Aufführung einer Kinder-Oper. ... Aufgeregt waren sie alle, doch Pannen gab es nicht, und die Kinder zeigten ihre Talente im gesanglichen und schau-spielerischen Bereich.... Tosender Beifall war der Lohn für all die Mühe der engagierten Mitwirkenden...

IKZ 7.7.2003

 

Psalmen erklangen zum Chortag

Nach fast zehn Jahren Pause konnte das Kantorat an der Obersten Stadtkirche mit einer gelungenen, stimmgewaltigen Neuauflage des Regionalen Chortages aufwarten. ... Phänomenal war der Klang der Kirchenlieder zum Schluss des Psalmenfestes...

IKZ 21.5.2003

 

Herrliches Zusammenspiel von Orgel und Klarinette

... Für das Osterkonzert hatten sich Ute Springer und Roland Kirch, Zweigstellenleiter der städtischen Musikschule in Letmathe, zusammengefunden.... Das Publikum war begeistert von diesem großartigen musikalischen Ausklang des Osterfestes...

IKZ 23.4.2003

 

Konkurrenz für die Vögel

... Passionskonzert ... machten die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Kantor Hanns-Peter Springer aber so wunderbar, dass sie eine echte Konkurrenz für die Frühlingsgefühle verbreitenden Vögel draußen darstellten.

IKZ 2.4.2003

 

Furioses Feuerwerk der Orgelpfeifen begeisterte

Großartiges Konzert von Ute Springer in der Obersten Stadtkirche

... Denn was die Organistin in dem kleinen, aber überaus anspruchsvollen Konzert der Schuke-Orgel entlockte, waren Klänge, die in dieser geballten Form wohl nur selten in einem Konzert in einer Kirche zu hören sind.... Nach dem furiosen Finale aus Louis Viernes Symphonie Nr. 1 brauste begeisterter Beifall durch die Kirche. Die hingerissenen Zuhörer dankten für einen überaus erlebnisreichen musikalischen Ausklang des Jahres.

IKZ 3.1.2003

   

Kleiner Engel mit Unsinn im Kopf

Das Weihnachtsmusical "Sebulon" wurde in der Christuskirche mit großem Beifall bedacht

... Neben den vielen guten Solo-Stimmen überzeugte vor allem der Chor mit seinen Weihnachtsliedern. Die zahlreichen Zuschauer sparten nicht mit Applaus...

IKZ 18.12.2002
 

Liederabend mit Pfiff: Da singt der ganze Saal

... Und der Abend wurde gut, denn was folgte, war ein rund zweistündiges Programm, das von einem motivierten und stimmstarken Chor gestaltet wurde.
Die "Singcumpaney" ist ein Ferienchorprojekt der Evangelischen Kantorei Iserlohn, das sich vor zwei Wochen gegründet hat. ... dachte das Publikum während des heftigen Schlussapplauses nur noch eines: "What a wonderful Singcumpaney".

Westfälische Rundschau 5.8.2002

 

Glänzendes Springer-Debüt

Kantorei Iserlohn und "Sinfonietta Nuova" gaben in Oberster Stadtkirche ein Fest für Mozart

... Einen herrlicheren Ohrenschmaus kann man sich wohl kaum wünschen... erfreute er sein Publikum mit Frische, Beweglichkeit, Genauigkeit und fein ausdifferenzierter Dynamik.

IKZ 26.6.2002

 

Spielwitz begeisterte

... überzeugten Stefan Beumers und Hanns-Peter Springer mit Spielwitz, Lust an der Musik und guter Registration der Orgel.

IKZ 4.4.2002