Aktuelles


Hier der Link zum Download des ökumenischen Jahresprogramms 2018


Alle Veranstaltungen der Kantorei finden Sie auch hier.


Herzliche Einladung!


Samstag, 20. Januar - 10 bis 13 Uhr
Lutherhaus Iserlohn
Mundharmonika-Workshop
mit Chris Kramer, Dortmund

Kannst Du atmen, kannst Du spielen“ lautet die Devise.
Der erste menschliche Grundinstinkt, den jeder von Geburt an hat, ist das Atmen.
Die Mundharmonika ist das einzige Instrument der Welt, mit dem man mit dem
Ein- und Ausatmen Töne erzeugen kann.
Bisher gab es nur ein kleines Problem:
Einzelne Töne sauber treffen und die Lippen spitz genug machen, damit dies auch funktioniert.
Doch jetzt gibt es eine ganz einfache „Kinder-Mundharmonika“, bei der die einzelnen Kanäle so weit auseinanderliegen, dass wirklich jeder sofort die einzelnen Kanäle trifft und im Handumdrehen eine Melodie spielen kann.
"Die kleine Mundharmonika Junior“ umfasst eine komplette C-Dur-Tonleiter,
mit der man allerhand anfangen kann.

Kosten: 30,- inkl. Mundharmonika

Zielgruppe: MultiplikatorInnen, KirchenmusikerInnen im Haupt- und Nebenamt,
allgemein Interessierte mit musikalischen Grundkenntnissen

Anmeldung in der Superintendentur des Ev. Kirchenkreises
02371-795-202






Sonntag, 28. Januar - 17.00 Uhr
Oberste Stadtkirche
Gute Fraynd
Klezmer und jüdische Musik

Beitrag zum
Internationalen Holocaust-Gedenktag“




Sonntag, 25. Februar - 17.00 Uhr
Oberste Stadtkirche
Orgelkonzert
Alexander Albrecht, Orgel
Werke von Frescobaldi, Bruhns, Bach

Alexander Albrecht erhielt bereits im Kindesalter Orgelunterricht.
Seit Oktober 2013 studiert er Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg,
Hauptfach Orgelliteratur bei Carsten Wiebusch.








Im Rückblick
Evangelische Kantorei
Ergreifende Momente bei der „Musiknacht“
29.08.2016 | 07:00 Uhr

Ergreifende Momente bei der „Musiknacht“ | IKZ-Online.de - Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung. - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/ikz/staedte/iserlohn/ergreifende-momente-bei-der-musiknacht-id12141685.html#plx98654324
:


Samstag, 2. September - 19:30 bis 22:45 Uhr
Oberste Stadtkirche

Musiknacht

Evangelische Kantorei Iserlohn
PopChor RiSE UP!
SolistInnen aus dem Jungen Chor 5nach5
Irina Shilina, Cymbal
Alexander Hochhalter, Akkordeon
Johanna Noetzel, Violine
Solveig Weigel, Orgel
Familie Trettin, Lichtregie
KMD Ute und Hanns-Peter Springer, Leitung und Orgel

Alles, was die Kirchenmusik ausmacht

Musiknacht 2017

Hanns-Peter Springer mischt bei der „Musiknacht“ alle Klangfarben, die sein Kantorat zu bieten hat


Dass der Ruf des Kuckucks – die kleine Terz – so etwas wie das natürliche Ur-Intervall ist, mit dem auch Kinder ihre
Mutter rufen, hat man ja durchaus schon einmal gehört. Dass aber die Kuckucke in Europa in verschiedenen Tonhöhen
rufen, dürfte hingegen den meisten neu sein. Genau diese Erkenntnis hat aber den Klangkünstler Erwin Stache auf die großartige Idee gebracht, alle Kuckucke und ihre verschiedenen Tonhöhen in einer Kuckucksuhrenorgel zu vereinen –
eine internationale Verbindung, die er zum Reformationsjubiläum für die Kirche von Westfalen realisiert hat: Sechs Kuckucksuhren, die jeweils mit zwei Blasebälgen und zwei Orgelpfeifen sechs verschiedene Kuckucksrufe und damit
zwölf verschiedene Töne ergeben, so dass die sechs Kuckucke mit vereinten Kräften im Prinzip jede nur erdenkliche
Melodie im gekonnten Wechselspiel pfeifen können.

Wunschkonzert auf der Kuckucksuhrenorgel
Ein paar Stücke hat der Erfinder wie bei einem Glockenspiel computergestützt programmiert – dem Kuckucksuhrenorgel-Wunschkonzert steht also nichts mehr im Wege.
Eine tolle und wirklich sehr amüsante Sache, von der auch Kantor Hanns-Peter Springer so begeistert war, dass er
die Orgel für seine „Musiknacht“ am Samstagabend ausgeliehen und im Garten hinter der Obersten Stadtkirche
aufgebaut hat. Dort wurde sie dann passend zum Ambiente des wunderbar beleuchteten Gartens zum besonderen i-Tüpfelchen der an Glanzlichtern nicht gerade armen Nacht.

Hanns-Peter Springer hat offensichtlich immer mehr Freude daran, die Kräfte der verschiedenen Kantoreichöre und
der Musiker, die mit der Kantorei verbunden sind, zu bündeln und zu einem sehr außergewöhnlichen, kontrastreichen
und klangvollen Programm zu mischen. Es sind so viele unterschiedliche Klangfarben und Stile, die die Kirchenmusik
an der Obersten Stadtkirche ausmachen, und Hanns-Peter Springer versteht es blendend, sie alle sich gegenseitig verstärkend und hervorhebend mit gleicher Wertschätzung zu präsentieren.

Poppige Klavier-Improvisationen zusammen mit seiner Frau Ute Springer am Klavier treffen da auf den großen und
stimmlich höchst kultivierten Kantorei-Chor mit ernsten Sakralwerken von Schütz bis Brahms. Die wunderbaren
Solo-Stimmen der aktuellen „5nach5“-Besetzung kommen ausgiebig zum Zuge und wechseln sich mit der Geigerin
Johanna Lauber ab, die Iserlohn ja inzwischen wieder verlassen hat, zuvor aber ebenfalls Mitglied der Kantorei war
und gerne für das Konzert aus Halle an der Saale anreiste.

Auch die Kantorin Solveig Lichtenstein war aus dem niedersächsischen Herzberg angereist, um das Konzert zu
unterstützen. Die junge Kirchenmusikerin hatte vor fünf Jahren ein Praktikum bei den Springers absolviert. Nun spielte
sie virtuose Werke an der Orgel und Alte Musik am Cembalo, und traf damit auf die modernen Arrangements, die der Popchor „RiSE UP!“ vortrug. Auch die Gemeinde sang mit. Aus der Kantorei formte Hanns-Peter Springer einen bis dato nicht gehörten, vierstimmigen Männerchor. Und zu den vielen Eindrücken des Abends, der am Ende bis weit nach 23 Uhr andauerte, zählten auch die liturgischen Gedanken von Pfarrer Andres-Michael Kuhn und die stimmungsvolle Illumination
der Kirche und des Gartens sowie die Getränke, Snacks und Begegnungen in der großen Pause.

Virtuoser Ritt auf dem Hackbrett
Die Kuckucksuhrenorgel, die dort zum Einsatz kam, war ein besonderer folkloristischer Tupfer, aber nicht der Einzige.
Denn mit der Zymbal-Spielerin Irina Shilina und ihrem Begleiter am Akkordeon, Alexander Hochhalter, hatte Hanns-Peter Springer noch ein sehr außergewöhnliches Schmankerl parat. Was die Virtuosin mit ihren Klöppeln an diesem
urwüchsigen Hackbrett vollführte, was für einen wilden Ritt sie dort mit großen klassischen Werken und Anklängen an die Volksmusik hinlegte, war kaum zu glauben und riss das Publikum immer wieder zu spontanem Szenen-Applaus hin.

Ralf Tiemann, IKZ, 04.09.2017

Mittwoch bis Sonntag, 15. bis 18. Juni

Chorreise der Evangelischen Kantorei
Konzerte und Gottesdienst im Aschaffenburger Land
Programm

Facettenreiche Klangreise

Evangelische Kantorei Iserlohn glänzt in Miltenberg

Konzert in Miltenberg


Feins­ter Ch­or­ge­sang, mal mit span­nen­dem Or­gel­spiel oder ge­fühl­vol­len Pia­no­pas­sa­gen un­ter­malt so­wie an­mu­ti­ge Vio­li­nen­klän­ge als wei­te­rer Höh­e­punkt: Die Evan­ge­li­sche Kan­to­rei Iser­lohn hat mit ih­rem Kon­zert am Frei­tag in der Mil­ten­ber­ger Jo­hannes­kir­che be­geis­tert.

Das Ensemble präsentierte sich in absoluter Bestform und bot Instrumentales und Liedgut aus verschiedenen
Jahrhunderten. Die Leitung hatte Hanns-Peter Springer, mit dabei waren noch Violinistin Johanna Lauber und Pianist Jonathan Förster.


Bereits der Einstieg war mit »Herr Jesu Christ, Dich zu uns wend« etwas Besonderes: Der Chor bestach mit einem voluminösen Klangbild, in dem die Stimmen der Frauen und Männer hervorragend aufgeteilt waren. Glasklarer, heller
Gesang ging Hand in Hand mit einem tief tönenden Fundament, wobei zwischendurch die Lautstärke zugunsten der
Dynamik auch mal heruntergefahren wurde.

Dem positiven Grundtenor des folgenden »Singet dem Herrn« wurde mit starkem Ausdruck der Sängerinnen und
Sänger nochmals Schub verliehen, zumal die Nummer mit geschickt umgesetzten Steigerungen aufwartete. Um das bestmögliche aus den gerade jeweils gesungenen Liedern herauszuholen, wechselte der Chor ab und an seine
Aufstellung, so auch kurz vor »Jesu, meine Freude«, bei dem eine schwungvolle Vortragsweise tatsächlich die
titelgebende Freude vermittelte. Darüber hinaus warteten die Iserlohner mit tollen Lautmalereien auf. In einem
Abschnitt waren nur wenige Stimmen im Einsatz, bevor die komplette Gruppe wieder einstieg - ein gekonntes
Wechselspiel.

Die Sonate für Violine und Continuo (Johann Joachim Quantz) war filigrane Instrumentalkunst. Über die vier Parts -
Adagio, Allegro, Largo und Minuetto - hinweg entpuppte sich die Darbietung der Komposition als aufregende
Klangreise. Zunächst standen getragene Flächen der Violine und sanftes Orgelspiel im Vordergrund, im weiteren
Verlauf wurde das niveauvolle Spiel flotter, kurzweilige Tonfolgen inklusive.
Qualitativ gleichzusetzen auch die anschließende Kyrie, bei welcher ein stimmiges Piano für das passende Ambiente
sorgte, bevor ein vom Chor mit Inbrunst intoniertes »Gloria« erschallte.


Zu entdecken gab es viel, unter anderem die geschickt versetzten Vokaleinsätze bei »Sanctus - Benedictus« oder die Abstimmung zwischen Piano und Chor bei »Agnus Dei«.
Ein weiteres Glanzlicht war »Sarabande« aus einer Sonate von Eugène-Auguste Ysaÿe: Lauber begann mit
Fingerzupftechnik und ließ in der Folge mit virtuosen und emotional großartigen Aufbauten die Zuhörer staunen.
Nach fünf »Expressiven Motetten«, abermals vom Chor großartig inszeniert, schloss »Glory To Thee« für Chor und
Orgel ein einmaliges Konzerterlebnis ab.

Marco Burgemeister

Main-Echo, Montag, 19.06.2017




"Gaff nicht in den Himmel – Reformation heute"

Liedoratorium von Matthias Nagel (Musik) und Dieter Stork (Text)

Es ist der polternde Luther, der Dieter Stork besonders interessiert. Der Luther, der kein Blatt vor den Mund nimmt,
der auf gut Deutsch und gerne auch ungehobelt sagt, wo es lang geht, der konsequent, kämpferisch und kompromiss-
los für seine Sache eintritt. Jahrelang, so der Pfarrer und Autor, habe er sich mit dem großen Reformator beschäftigt.
Als Essenz daraus hat er den Text zu dem Luther-Oratorium „Gaff nicht in den Himmel“ geschrieben. „Mein Anliegen
ist es, Luther ins heute zu übersetzen“, sagt Stork. Gaff nicht in den Himmel, wenn Gott doch hier unten bei uns ist –
das ist barsch, klar heraus und trifft ins Mark. Ein original polternder Luther.

Es ist dieser polternde Luther, den auch Matthias Nagel beim Schreiben vor Augen hatte.
Nun soll es zum Reformations-Jubiläum ein Luther sein, der auch den Menschen von heute etwas zu sagen hat, der
auch heute noch die Richtung vorgibt: „Ich würde mir wünschen, Luther würde heute bei uns in eine Sitzung über
Klimaschutz oder Menschenrechte hineinplatzen und sagen ,Kinder, so geht es nicht’“. Was Nagel selbst an dem
neuen Werk auch besonders wichtig ist: „Ich will aus dem Mittelalter ins heute blicken und von heute ins Mittelalter.“

Und das ist ihm extrem gut gelungen. „Gaff nicht“ bietet in dieser Hinsicht viel mehr als einige mit Schlagzeug
unterlegte Luther-Choräle. Matthias Nagel nähert sich vielmehr aus der Perspektive der Popmusik. Er atmet diese
Musik mit allen Poren, und der Grundton der erhebenden, hymnischen Klavierballade weht durch das ganze Stück.
Auf dieser Grundlage umschlingt er nun die Lieder Luthers und schafft eng verwobene und sich gegenseitig durch-
dringende Neuschöpfungen. Schon in der ersten Nummer schickt er „Christ ist erstanden“ auf die Zeitreise ins hier
und jetzt und stellt es einem eigenen Song entgegen. Und so verfährt er auch mit „Nun freut euch!“, „Du, meine Seele
singe“ und anderen alten Liedern, was eine umwerfende und ganz und gar neue Wirkung erzielt.

Gleichzeitig lässt Nagel eine ungeheure stilistische Vielfalt vom schunkelnden Spottlied bis zur modernen Cluster-
Technik hören und schöpft die klanglichen Möglichkeiten der groß besetzten Band, die mit Rhythmusgruppe
(Klavier, Gitarre, Keyboard, Bass, Schlagzeug) sowie drei Streichern und sechs Bläsern ausgesprochen viel an
Klangfarben und -effekten zulässt, voll aus. Mit Blockflöte und Tambourin lässt er beispielsweise immer wieder auch
das Mittelalter anklingen.

Ralf Tiemann in: Kirchenmusik in Westfalen, Ausgabe 7, Januar 2017, gekürzt



Großer Jubel für „Gaff nicht“ in der Obersten Stadtkirche
(Aufführung am 14. Mai)

Gaff nicht

Schon der erste große Chor ging richtig unter die Haut. Den Oster-Hymnus „Christ ist erstanden“ hat Komponist
Matthias Nagel hier mit moderner Klang- und Tonsprache verquickt und damit die Richtung in seinem Lied-Oratorium
„Gaff nicht in den Himmel“ vorgegeben. Gerade diese, seine ganz eigene Art, alte Choräle aufzugreifen und ebenso
intelligent wie wirkungsvoll weiterzuentwickeln, macht sein Stück so reich an Höhepunkten, die das Publikum richtig-
gehend packen. Und Ute Springer ist es bei der Neuaufnahme des Oratoriums gelungen, diese Eigenheiten noch
stärker herauszuarbeiten als bei den ersten Aufführungen. Bereits im November hatte die Iserlohner Kantorin die Ehre,
 zusammen mit ihren Chören die Erstaufführung des zum Reformations-Jubiläum komponierten Werkes in Hagen zu
 übernehmen. Damit begann in gewisser Weise ein kleiner Triumphzug, der über einen Auftritt bei der Landesynode in
 Bielefeld lief und in wenigen Wochen mit einer großen Aufführung beim Kirchentag in Berlin endet. Am vergangenen
 Wochenende standen mittendrin die Aufführungen in Lüdenscheid und in der Obersten Stadtkirche auf dem Programm,
 die mit Sicherheit einen qualitativen Höchststand boten. Denn Ute Springer hatte nach den ersten Aufführungen nicht nur
 die Möglichkeit, das Werk noch einmal spürbar reifen zu lassen und den großen Chor aus „5nach5ern“, „Maxis“,
 „RiseUp!“ und Kantoreisängern mit Unterstützung aus Lüdenscheid auf fast 100 Stimmen auszubauen, mit Iserlohner
 Band und Iserlohner Solisten wurde „Gaff nicht“ auch zu einer Iserlohner Herzensangelegenheit, für die viele brannten –
 allen voran die umwerfenden Solisten aus den Reihen der „5nach5er“ angeführt von Simon Lausberg. Das hat auch
 das Publikum so empfunden und die Aufführung ausgiebig bejubelt.
IKZ 17.05.2017 rat/ Foto: May

Auch beim Kirchentag in Berlin wird "Gaff nicht in den Himmel" zu hören sein von Mitgliedern
von RiSE UP! und 5nach5.

Hier die Termine:

Freitag, 26. Mai um 14 Uhr: „Gaff nicht in den Himmel“, Trinitatiskirche Charlottenburg

Samstag, 27.5. von 14.30-17.30 Uhr: Lutherspektakel, mit Teilen aus "Gaff nicht" Messehalle 12

Sonntag, 28.5. 10 Uhr: Gottesdienst im Berliner Dom!








Über der Schuke-Orgel geht ein Stern auf


Florian Mai von der Orgelbaufirma Schuke in Berlin präsentiert den hörbaren Teil des Zimbelsterns: Ein Glockenspiel, das von einer Walze bewegt wird und gestern in die Orgel eingebaut wurde. Foto:Michael May

Das Instrument in der Obersten Stadtkirche wird technisch modernisiert und bekommt ein i-Tüpfelchen

Als Organist kommt man schnell ins Schwitzen. Schon bei einer einfachen Liedbegleitung braucht man ziemlich flinke Hände, wenn man zwischen den Strophen die Klangfarbe ändern möchte. Dazu müssen neue Register gezogen, andere wieder ausgeschaltet werden, was wiederum eine Menge Handgriffe erfordert, bei denen der musikalische Fluss möglichst nicht unterbrochen werden sollte.

Um da Abhilfe zu schaffen, wurden schon früh die sogenannten Spielhilfen erfunden, die es dem Spieler erlauben, einige Register-Kombinationen vorzubereiten und per Knopfdruck abzurufen – also mitten in der Musik mit einem kurzen Handgriff die Klangfarbe zu wechseln. Einen solchen einfachen „Schubkastensetzer“ mit fünf Kombinationen hatte auch die 1972 erbaute Schuke-Orgel in der Obersten Stadtkirche von Beginn an – ein recht großer elektronischer Apparat mit zig kleinen Kippschaltern, über die der Organist fünf verschiedene Registrierungen einstellen kann.

10 000 Kombinationen für die 45 Register

„Aber auch damit waren bei größeren Werken technische Pausen unvermeidbar“, sagt Kantor Hanns-Peter Springer. Schließlich gibt es gerade in Romantik und Moderne reichlich Orgelliteratur, die auf klangliche Effekte setzt und je nach Länge zigfaches Umregistrieren erfordert. Selbst mit einer erfahrenen Registrierhilfe an der Seite des Organisten lasse sich da vieles nicht verwirklichen.

Genau dieser Missstand gehört nun der Vergangenheit an. Seit einer Woche ist die Firma Schuke aus Berlin in der Kirche bei der Arbeit, um die komplette Elektronik auszutauschen und dem Instrument eine nagelneue computergesteuerte Setzeranlage zu verpassen. Mit der können die Kantoren Ute und Hanns-Peter Springer und alle anderen, die auf der Orgel spielen, üben und konzertieren – nicht unendlich viele – aber immerhin 10 000 Registerkombinationen abspeichern.

„Das verspricht nun deutlich schnelleres und fehlerfreieres umregistrieren“, freut sich Hanns-Peter Springer über die neuen technischen Möglichkeiten, mit denen er nun noch deutlich virtuoser die Klangfarben von 45 Registern und rund 3400 Pfeifen mischen kann. Und nichts geht verloren. Ende der Woche ist der Umbau abgeschlossen und dann kann er – wenn er möchte – schon mal die Stücke für das „Feuerwerk der Orgelpfeifen“ einprogrammieren und an Silvester abrufen.

Präsentationskonzert am 27. April

Soweit die Freude des Organisten – denn das Publikum wird von der neuen Elektronik vermutlich nicht allzu viel hören. Doch auch für die Kirchenbesucher hält der laufende Orgelumbau eine deutlich hör- und sichtbare Aufwertung bereit: Die Schuke-Orgel bekommt einen Zimbel-Stern – ein sogenanntes Effektregister, das aus vielen kleinen Glöckchen besteht und zur Krönung einem brausenden Orgelwerk noch den besonderen Glanz verleiht. Ein klangliches i-Tüpfelchen, wenn man so will, das, wie Hanns-Peter-Springer sagt, nicht in jedem Gottesdienst, sondern nur zu besonderen Anlässen und bei passenden Werken gezogen wird.

Schon seit der Barockzeit werden solche Zimbelsterne in der norddeutschen Orgeltradition verwendet. Melodien lassen sich nicht damit spielen, sie sind vielmehr ein reiner Klangeffekt für die besonderen Momente. Da die Schuke-Orgel in ihren Disposition den deutschen Barockorgeln nachempfunden ist, hat sich Hanns-Peter Springer schon länger dieses zu seinem Orgelklang passende Register gewünscht – zumal sich mit der Walze, die die Aufhängung der Glöckchen bewegt, auch ein vorne auf den Orgelpfeifen sichtbarer Holzstern drehen lässt.

Möglich wurde die Anschaffung nun durch eine Spende des Lions-Clubs Iserlohn. Zu erleben ist der Zimbelstern erstmals beim Präsentationskonzert zur Orgelerweiterung am Donnerstag, 27. April, um 19.30 Uhr. Teilnehmen werden dabei auch das Bläserensemble „Iserlohn Brass“ von Stefan Beumers und die Seniorenkantorei.

IKZ, Ralf Tiemann 04.04.2017


Sonntag, 26. März - 17 Uhr
Oberste Stadtkirche

Passionsmusik
Bach, Monteverdi, Haydn

Laura Bennek, Blockflöte
KMD Ute Springer, Orgel
Evangelische Kantorei Iserlohn
KMD Hanns-Peter Springer, Leitung

Griff in die Schatzkiste der Passion


Foto: Wolfgang Meutsch
Evangelische Kantorei
Ergreifende Momente bei der „Musiknacht“
29.08.2016 | 07:00 Uhr

Ergreifende Momente bei der „Musiknacht“ | IKZ-Online.de - Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung. - Lesen Sie mehr auf:
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Bauernkirche
Weihnachten eingesungen
20.12.2011 | 17:10 Uhr
Weihnachten eingesungen
Weihnachtssingen in der Bauernkirche

Iserlohn. (ag) Aus der Reihe „Wir singen Weihnachten ein“ fand am vergangenen Freitag ein Weihnachtssingen in der Bauernkirche statt. Das Kantor-Ehepaar Hanns-Peter und Ute Springer führte trotz Erkältung durch einen Abend, der von gelöster Stimmung und Sangesfreude geprägt war.

Der vor rund einem Jahr gegründete Popchor „Rise up“ unter Leitung von Hanns-Peter Springer eröffnete den musikalischen Reigen mit „Open up wide“. Danach war das Publikum in der zur Hälfte gefüllten Kirche gefragt und stimmte bekannte Weihnachtslieder wie „Macht hoch die Tür“ und „Seht, die gute Zeit ist nah“ an. Mit „Sweet little Jesus boy“ und weiteren Liedern zeigte „Rise up“ die Reichhaltigkeit der weihnachtlichen Chormusik.

Spontanen Applaus erhielten die „MAXIs und MINIs“ für ihren Auftritt. Der Kinderchor der Kantorei, der von Ute Springer geleitet wurde, präsentierte unter anderem Lieder wie „Zumba“ und das „Sonnenstrahllied“ aus ihrem Musical „Kinder von Bethlehem“ von Kurt Enßler. Beeindruckt waren die Zuhörer auch von den Solo-Einlagen der jungen Sänger.

Mit Liedern wie „Stille Nacht“ und „Freu dich Erd’ und Sternenzelt“ bot sich auch den Zuschauern immer wieder Gelegenheit, aktiv mitzusingen. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „We wish you a merry Christmas“ und Worten des Dankes an alle Beteiligten von Pfarrer Jürgen Löprich, fand ein Abend voller Harmonie seinen Ausklang.

Im gleichen Rahmen freute sich am Samstag der Chor „Modern Voices“ über eine voll besetzte Bauernkirche. Mit besinnlicher und moderner Weihnachtsmusik unterhielt der Chor die Zuhörer. Dabei waren unter anderem bekannte Lieder wie „Winterwonderland“, „Joy to the world“ und „Santa Claus is coming“.

Den Abschluss der Reihe bildete am Sonntag der Auftritt des Kolpingchores Iserlohn unter Leitung von Martin Niedzwicki, der die zahlreichen Gäste musikalisch noch einmal auf Weihnachten einstimmte. Unterstützt wurde der Kolpingchor dabei vom Klarinettenquartett der Musikschule Hemer.

Die gesamten Erlöse der Veranstaltungsreihe „Wir singen Weihnachten ein“ kommen dem Förderverein zur Erhaltung der Bauernkirche zugute.

Andre Geitz

Weihnachten eingesungen | IKZ-Online.de - Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung. - Lesen Sie mehr auf:
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Die Kantorei besticht mit einem beeindruckenden Motetten-Programm
Sie ist im Bewusstsein der meisten Menschen kaum noch vorhanden – die Passions-und Fastenzeit in den Wochen vor Ostern – und nirgendwo wurde dies so hautnah erlebbar wie im Umfeld der Obersten Stadtkirche. Während die Evangelische Kantorei zu einem ernst-besinnlichen Konzert zur Passion einlud, wurden nur wenige Meter entfernt bei herrlichem Frühlingswetter gigantische Eisportionen und Sahnetortenstücke verzehrt und in den Gärten ringsherum wurde sicherlich gleichzeitig so manche Grillwurst gewendet – und dies bei mindestens einem leckeren Bierchen.
Da mag es schon fast wie ein Anachronismus wirken, dass trotzdem die Kirche mehr als gut gefüllt war. Den zahlreichen Zuhörern wurde ein beeindruckendes Programm verschiedenster Kompositionen aus nahezu allen Epochen der Kirchenmusik geboten. Über 20 unterschiedliche Werke aus dem großen Schatz der Passionsmusik in einem fast zweistündigen Konzert verlangten den Zuhörern schon höchste Konzentration und auch Kondition ab. Es war Musik zum Innehalten, zum bewussten Zuhören, aber auch zur inneren Einkehr.

Hohe Klangkultur und stilistische Bandbreite
Hanns-Peter Springer, Leiter der Kantorei, gelang das Kunststück, die Vielzahl der Musikbeiträge in ein organisch Ganzes zusammenzuführen. Hierbei dominierte der größtenteils a capella vorgetragene Chorgesang, bei welchem die Kantorei einmal mehr ihre hohe Klangkultur und ihre stilistische Bandbreite unter Beweis stellte. Zentrales Werk war hierbei die Motette „Jesu meine Freude“ von Johann Sebastian Bach, die mit ihren enormen technischen Anforderungen nur noch von den allerwenigsten Laienchören realisierbar ist. Orgelwerke von Scheidemann, Johann Ludwig Krebs und eine interessante, eigenwillige Improvisation über „Verleih uns Frieden gnädiglich“ – souverän präsentiert von Kantorin Ute Springer – komplettierten das Programm ebenso wie die Flötistin Laura Bennek. Ihre Teilnahme erwies sich als besonderer Glücksgriff, entlockte sie ihrer Blockflöte doch völlig neue und ungewohnte Klangfarben, insbesondere in dem zeitgenössischen „Resarium“ von Nicola Termöhlen.
Intensiver Applaus am Ende war ein verdienter Lohn für ein sicherlich alles andere als leicht verdauliches Konzert. Gleichzeitig gebührt dem Publikum ein ebenso großes Kompliment für seine Bereitschaft, sich über einen solch langen Zeitraum auf so viel „ernste Musik“ einzulassen.

Christian Otterstein, IKZ,
Evangelische Kantorei
Ergreifende Momente bei der „Musiknacht“
29.08.2016 | 07:00 Uhr

Ergreifende Momente bei der „Musiknacht“ | IKZ-Online.de - Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung. - Lesen Sie mehr auf:
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Serenade
Umzug tat Stimmung keinen Abbruch
24.08.2014 | 15:42 Uhr
Umzug tat Stimmung keinen Abbruch
Volles VarnhagenhausFoto: Marc-André Landsiedel

Iserlohn. Die Evangelische Kantorei feierte im Varnhagenhaus mit der Serenade einen großen Erfolg.

„So wolkig hätte es dann aber doch nicht sein müssen“, eröffnete Ute Springer am Samstagabend mit einem Augenzwinkern das Konzert der Evangelischen Kantorei Iserlohn, das offiziell unter dem Motto „heiter bis wolkig“ stand. Denn die unbeständige Wetterlage hatte dazu geführt, dass die Serenade, also eine Abendmusik, die für gewöhnlich unter freiem Himmel aufgeführt wird, nicht wie geplant auf dem Kirchplatz an der Obersten Stadtkirche geboten wurde. Stattdessen hatten sich die Kantoren Ute und Hanns-Peter Springer zwei Tage zuvor dafür entschieden, das Konzert, das im Rahmen des 60-jährigen Geburtstages der Kantorei Iserlohn stattfand, lieber als „inhäusige“ Veranstaltung in das Varnhagenhaus an der Piepenstockstraße zu verlegen.
Weltliche Klängeim Varnhagenhaus

Doch obwohl man somit leider auf die angedachten Pavillons und Fackeln verzichten musste, tat dies der zauberhaften Stimmung keinen Abbruch. Die stimmungsvolle Bühnenbeleuchtung und die mit fortschreitender Zeit und zunehmender Dunkelheit immer mehr zur Geltung kommenden Kerzen im Konzertsaal unterstrichen für das Auge das, was für die Ohren von der ersten Minute an schon ein Genuss war. Statt christlich-geistlicher Musik, wie man es doch zum Geburtstag einer evangelischen Kantorei durchaus hätte erwarten können, hielten an diesem Abend jedoch „weltliche, lustorientierte“ Klänge Einzug in das Varnhagenhaus. Abendlieder, Volkslieder, Lieder über Frauen, die Liebe, den Wein, die Freundschaft aber auch popmusikalische Evergreens wurden in einer bunten Mischung präsentiert, während die beteiligten Chöre, Solisten und Instrumentalisten sich unter der musikalischen Gesamtleitung des Ehepaares Springer immer wieder abwechselten oder in neuen Formationen und Projekt-Ensembles zusammenfanden.

Dieses perfekte Zusammenspiel der insgesamt 75 musikalischen Protagonisten ließ die Zuhörer allenfalls erahnen, wie viel Zeit und Herzblut im Vorfeld des Konzerts tatsächlich in die Proben der einzelnen Gruppen sowie die zwei gemeinsamen Generalproben geflossen sein muss. Und so war es nur logisch, dass in der Konzertpause, in der neben Wein und anderen kühlen Getränken auch warmes Gebäck serviert wurde, von allen Seiten begeisterte Gesprächsschnipsel wie „ganz toll“, „erstklassig“ oder „Weißt du, ob die auch CDs haben?“ aufzufangen waren. Auch Kantor Hanns-Peter Springer zeigte sich schon zur „Halbzeit“ des Programms von der Atmosphäre begeistert, die Stimmung sei ihm schließlich wichtiger als die Zahl der Zuhörer. Wobei die – nach den aufgrund des mäßigen Vorverkaufs von Springer erhofften 120 Besuchern – mit 180 Besuchern ebenfalls äußerst positiv ausgefallen war.
Fantastische Darbietungen der teilnehmenden Chöre

Und so bildete der gut gefüllte Konzertsaal auch einen würdigen Rahmen für die fantastischen Darbietungen des Kantorei-Chores, der Seniorenkantorei, des Pop-Chores „RISE UP!“, der fünf kleinen Vertreter der zurzeit noch pausierenden Kinderkantorei sowie des eingeladenen Frauenchores „Puella Musica“ unter der Leitung von Peter Jakob. Jakob brillierte außerdem zusammen mit Andreas Hering am Flügel, an dem das Duo ungarische und slawische Tänze darbot. Jan Esch an der Trompete faszinierte die Zuhörer überdies mit Frank Sinatras „My Way“ oder Louis Armstrongs „What a wonderful world“ ebenso wie Ute und Hanns-Peter Springer, die zusammen mit ihren beiden Kindern Lia und Bastian eine außergewöhnliche Airdrum-Nummer einstudiert hatten und dafür tosenden Applaus erhielten.

So sprachen die Chöre am Ende des Abends sicherlich allen Zuschauern aus der Seele, als sie sich vereinten, um gemeinsam den ABBA-Klassiker „Thank you for the Music“ zu singen und damit zugleich Gott für die Gabe der Musik zu danken. Als Fazit bleibt die Gewissheit, dass die Evangelische Kantorei Iserlohn in den vergangenen 60 Jahren schon so manchen musikalischen Höhepunkt erlebt hat – am Samstagabend kam ohne Frage ein weiterer hinzu.

Marc-André Landsiede

Umzug tat Stimmung keinen Abbruch | IKZ-Online.de - Lesen Sie mehr auf:
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Die Evangelische Kantorei hat eine eigene Stiftung!

Alle Informationen zur Stiftung unter:

www.stiftung-kantorei-iserlohn.de
 
Die Stiftungsbroschüre als pdf-Datei



Die festliche Gründungsfeier für die Stiftung Evangelische Kantorei Iserlohn"
am
Mittwoch, 26. Januar 2011

mit

Festredner Dr. Henning Scherf, Bremen

Posaunenchor der Versöhnungs-Kirchengemeinde
Leitung: Stefan Beumers

Kinder- und Jugendkantorei Iserlohn
PopChor RISE UP!
Seniorenkantorei
Evangelische Kantorei Iserlohn
Leitung: Ute und Hanns-Peter Springer

im Bild:
Fotogalerie von Hans-Gerald Sobottka



im Presserückblick
:

Henning Scherf: Singen ist ein Lebensmittel
Die Ev. Kantorei zeigte beim Gründungsfest ihre ganze Bandbreite.

(rat) „Auf diese Kantorei und dieses wunderbare Kantoren-Ehepaar können Sie wirklich stolz sein“, hat Dr. Henning Scherf sichtlich beeindruckt am Mittwochabend in das Publikum gerufen. Anlässlich des Gründungsfestes der Stiftung Evangelische Kantorei Iserlohn hatte der ehemalige Oberbürgermeister Bremens als Präsident des Deutschen Chorverbandes die Laudatio in der voll besetzten Obersten Stadtkirche gesprochen.Seine Begeisterung war verständlich, denn die Kantorei präsentierte sich in der Tat in voller Pracht und Blüte. Schon öfter hatten die Kantoren Ute und Hanns-Peter Springer die verschiedenen Chöre, die im Lutherhaus an der Obersten Stadtkirche proben, zu besonderen Anlässen vereint. So geballt hatten sie bisher aber noch nicht gezeigt, was alles drinsteckt, wo Kantorei draufsteht. Mehr als 150 Sängerinnen und Sänger aus neun Chören von der Kinder- bis zur Seniorenkantorei im Alter von drei bis 80 Jahren boten einen rund einstündigen kirchenmusikalischen Querschnitt durch alle Epochen und Genres. Dazu waren mit einer festlichen Fanfare des Posaunenchores von Stefan Beumers und einer Orgel-Improvisation des katholischen Kantors Tobias Aehlig ihre engsten Kooperationspartner zu hören - im Ganzen eine eindrucksvolle Demonstration der Vielfalt, Leistungsstärke und Offenheit der Kantorei.

Die Iserlohner Kirchenmusik erschien hier auf einem Gipfelpunkt. Dass es dennoch notwendig ist, angesichts der weiter rückläufigen Kirchensteuereinnahmen eine Förderstiftung zu gründen, um die Arbeit der Kantoren auch zukünftig finanziell abzusichern und sogar auszubauen, musste dem Publikum nicht mehr erklärt werden. Der Vorsitzende des Stiftungsrates, Pfarrer Peter-Thomas Stuberg, musste in seiner Begrüßung nur kurz erwähnen, dass dieser musikalische Reichtum Ute und Hanns-Peter Springer zu verdanken sei, und es prasselte ein Applaus auf das Kantoren-Ehepaar ein, der gar nicht mehr enden wollte und aus dem eine tiefe Dankbarkeit und Wertschätzung sprach – gewiss der emotionalste Moment des Abends.

Dr. Henning Scherf sprach den Anwesenden dann auch aus der Seele, als er in seiner Laudatio ebenso unterhaltsam und humorvoll wie inhaltsstark und inspirierend den Wert der Musik und speziell des Singens hervorhob. Es sei unerhört wichtig, dass Kinder schon von Klein auf einen Zugang zum Singen bekommen. Nicht nur, weil dann die Hoffnung groß sei, dass sie nicht als grölende Jugendliche enden, sondern auch, weil Singen und Musizieren die allgemeine Entwicklung fördern. „Eigentlich würden die Kleinen jetzt doch viel lieber rumlaufen und Quatsch machen. Beim Singen sind sie aber plötzlich hochkonzentriert und mit Begeisterung dabei“, sagte Scherf mit Blick auf die St.-Marienkäfer. So einen Lernerfolg könne man gar nicht toppen. „Sie stellen sich einer Sache, bleiben dabei, übernehmen eine Aufgabe und halten Verabredungen ein.“

Und das gehe so weiter. In den schwierigen Jahren der Pubertät sei Chor, in dem man zu Hause sei, ein Stück Lebenshilfe. Junge Eltern, „die mit Kindern und Beruf eine Menge am Hacken haben“, hätten Ort, um abschalten und die Seele baumeln zulassen. Und für die Senioren, vor allem auch für die Ältesten und Demenzerkrankten, habe Singen einen unschätzbaren Wert. „Musik macht da weiter, wo die Sprache längst versagt hat“, weiß der 72-Jährige aus eigenen Erfahrungen im Freundes- und Bekanntenkreis. „Singen ist ein Lebensmittel, das man als ganzer Mensch braucht“, lautete sein Fazit, für das er donnernden Applaus erntete. Ebenso wie für die Aussage, dass die Kantorei nicht nur ein Segen für die Sängerinnen und Sänger sei, sondern auch für die Gemeinde und die ganze Stadt von unermesslichem Wert sei. „Ich hoffe, dass die Pfarrer die Kirchenmusik nie als Konkurrenz empfinden. Eine so starke Kantorei ist das Beste, was einer Gemeinde passieren kann.“ Zur Gründung der Stiftung sagte er, dass es klug sei, sich nicht allein auf die Kirchensteuern zu verlassen. Zumal es durchaus noch Bereiche gebe, in denen die Arbeit ausgeweitet werden könne. Wunderbar wäre es beispielsweise, wenn noch viel mehr Kinder mit Migrationshintergrund für das Singen gewonnen werden könnten. Die Erfahrung, dass man bei aller kulturellen Verschiedenheit an der selben Sache Spaß habe, sei grundlegend für die Integration.

Nach dem Fest in der Kirche klang der Abend bei einem Empfang im Lutherhaus aus, wo Pfarrer Stuberg die Zustifter der ersten Stunde verlas. Rund 32.000 Euro seien bisher eingegangen, 1,5 Millionen hat der Stiftungsrat ins Auge gefasst. „Nicht als Almosen, sondern als sinnvolle Investition in die Zukunft Iserlohns“, so Stuberg.

IKZ, 28.01.2011,
Iserlohn


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 Dieses Angebot ist ein Gemeinschaftsprojekt der kirchenmusikalischen Arbeitsbereiche
in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), an dem auch Kantor Hanns-Peter Springer mitwirkt.